Operatoralgebra
Operatoralgebren werden im mathematischen Teilgebiet der Funktionalanalysis studiert. Es handelt sich dabei um Verallgemeinerungen der Matrizenalgebren der linearen Algebra.
Einführung
Sind
normierte Räume und
und
stetige, lineare Operatoren,
so ist auch deren Komposition
ein stetiger, linearer Operator
,
und für die Operatornormen
gilt
.
Daher wird der Raum
der stetigen, linearen Operatoren von
in sich mit der Komposition als Multiplikation zu einer normierten Algebra,
die bei vollständigem
sogar eine Banachalgebra
ist.
Diese Algebren und ihre Unteralgebren nennt man Operatoralgebren, wobei der
Fall, dass
ein Hilbertraum ist, besonders intensiv untersucht wird. Manche Autoren
verstehen unter dem Begriff Operatoralgebra nur diesen Hilbertraumfall, das gilt
insbesondere für ältere Literatur. So tragen die grundlegenden von 1936 bis 1943
erschienenen Arbeiten von Francis J. Murray und John von Neumann den Titel On rings of operators
und behandeln Algebren, die man heute Von-Neumann-Algebren
nennt.
Banachalgebren als Operatoralgebren
Jede normierte Algebra
kann als Operatoralgebra dargestellt werden. Die sogenannte linksreguläre
Darstellung von
,
die jedem Element
den Operator
zuordnet, wobei
,
ist ein isometrischer Homomorphismus, falls
ein Einselement
besitzt. Ist kein Einselement vorhanden, so adjungiere man
eines.
Welche Homomorphismen von einer Banachalgebra in eine Operatoralgebra existieren, wird in der Darstellungstheorie untersucht. Ein besonderes Interesse gilt dabei Darstellungen auf Hilberträumen, das heißt Homomorphismen in die Operatoralgebra über einem Hilbertraum, was zu den Begriffen Von-Neumann-Algebra und C*-Algebra führt.
Bedeutung
Operatoralgebren über Banachräumen, speziell über Hilberträumen, erlauben die Einführung zusätzlicher Topologien wie etwa die starke oder schwache Operatortopologie, wobei gerade letzterer wegen der Kompaktheit der Einheitskugel eine besondere Bedeutung zukommt.
Ein weiteres Strukturelement von Operatoralgebren in ,
das in beliebigen Banachalgebren so nicht vorhanden ist, sind invariante Unterräume,
das heißt Unterräume
,
für die
gilt für einzelne oder alle Operatoren
der Algebra. Speziell im Hilbertraumfall sind die Orthogonalprojektionen
auf invariante Unterräume im Allgemeinen nicht in der Operatoralgebra enthalten,
sondern in deren Kommutante.
Die für die Quantenmechanik wichtigen unbeschränkten Operatoren auf einem Hilbertraum bilden zwar keine Algebra, können aber mit Operatoralgebren in Zusammenhang gebracht werden. Ferner kann man wegen des zu Grunde liegenden Raumes von Eigenvektoren sprechen, die in der Quantenmechanik die Zustände repräsentieren.
Operatoralgebren können neben der Operatornorm weitere Normen tragen und bzgl. dieser vollständig sein. Auf Hilberträumen kommt die Adjunktion von Operatoren als zusätzliches Strukturelement hinzu und kann eine Involution auf den betrachteten Algebren definieren. Hier sind besonders die Schatten-Klassen zu nennen, wobei der Spezialfall der Spurklasseoperatoren in Form gemischter Zustände in der mathematischen Formulierung der Quantenmechanik auftritt.



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Datum der letzten Änderung: Jena, den: 05.09. 2022