Silbernitrat

Sicherheitshinweise
Bitte die eingeschränkte Gültigkeit der Gefahrstoffkennzeichnung bei Arzneimitteln beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
03 – Brandfördernd 05 – Ätzend 09 – Umweltgefährlich

Gefahr

H- und P-Sätze H:
  • Kann Brand verstärken; Oxidationsmittel.
  • Verursacht schwere Verätzungen der Haut und schwere Augenschäden.
  • Sehr giftig für Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung.
P:
  • Von Hitze, heissen Oberflächen, Funken, offenen Flammen sowie anderen Zündquellenarten fernhalten. Nicht rauchen.
  • Mischen mit brennbaren Stoffen / … unbedingt verhindern. (Die vom Gesetzgeber offen gelassene Einfügung ist vom Inverkehrbringer zu ergänzen)
  • Freisetzung in die Umwelt vermeiden.
  • Schutzhandschuhe / Schutzkleidung / Augenschutz / Gesichtsschutz tragen.
  • Bei Verschlucken: Mund ausspülen. Kein Erbrechen herbeiführen.
  • Bei Kontakt mit den Augen: Einige Minuten lang behutsam mit Wasser spülen. Vorhandene Kontaktlinsen nach Möglichkeit entfernen. Weiter spülen.
  • Bei Exposition oder falls betroffen: Sofort Giftinformationszentrum, Arzt oder … anrufen.
EU-Gefahrstoffkennzeichnung
Brandfördernd Ätzend Umweltgefährlich
Brand-
fördernd
Ätzend Umwelt-
gefährlich
(O) (C) (N)
R- und S-Sätze R:
  • Feuergefahr bei Berührung mit brennbaren Stoffen.
  • Verursacht Verätzungen.
  • Sehr giftig für Wasserorganismen, kann in Gewässern längerfristig schädliche Wirkungen haben.
S:
  • Unter Verschluss und für Kinder unzugänglich aufbewahren. (Text nur erforderlich bei Abgabe an nichtgewerbliche Endverbraucher)
  • Bei Berührung mit den Augen gründlich mit Wasser abspülen und Arzt konsultieren.
  • Bei der Arbeit geeignete Schutzkleidung, Schutzhandschuhe und Schutzbrille/Gesichtsschutz tragen.
  • Bei Unfall oder Unwohlsein sofort Arzt hinzuziehen (wenn möglich, Etikett vorzeigen).
  • Dieses Produkt und sein Behälter sind als gefährlicher Abfall zu entsorgen.
MAK 0,01 mg·m−3

Silbernitrat (trivial: Höllenstein, lateinisch: Lapis infernalis höllischer Stein) ist ein Salz der Salpetersäure. Es ist zusammengesetzt aus dem Kation Ag+ und dem Nitratanion NO3.

Strukturformel
Struktur von Silbernitrat
Allgemeines
Name Silbernitrat
Andere Namen
  • Salpetersaures Silber
  • Silbersalpeter
  • Höllenstein
  • Lapis Infernalis
  • Silber(I)-nitrat
Summenformel AgNO3
CAS-Nummer 7761-88-8
PubChem 24470
ATC-Code D08AL01
Kurzbeschreibung farblose, durchsichtige, nicht hygroskopische, rhomboedrische Kristalle
Eigenschaften
Molare Masse 169,87 g/mol
Aggregatzustand fest
Dichte 4,35 g/cm3 (19 °C)
Schmelzpunkt 212 °C
Siedepunkt 440 °C (thermische Zersetzung)
Löslichkeit
  • leicht löslich in Wasser (2160 g/l bei 20 °C)
  • schlecht löslich in Ethanol
Thermodynamische Eigenschaften
ΔHf0 −124,4 kJ/mol

Gewinnung und Darstellung

Die Herstellung erfolgt durch Reaktion von Silber mit Salpetersäure unter Bildung nitroser Gase:>

{\displaystyle \mathrm {3\ Ag+4\ HNO_{3}(konz.)\rightarrow \ 3\ AgNO_{3}+2\ H_{2}O+NO} }

oder durch die Reaktion von Salpetersäure mit Silberoxid ohne Bildung nitroser Gase:

\mathrm{Ag_2O + 2\ HNO_3 \rightarrow\ 2\ AgNO_3 +  H_2O}

Eigenschaften

Silbernitrat, bereits durch Licht leicht zersetzt
Hand mit AgNO3 beschmutzt

Silbernitrat, AgNO3, bildet farblose, tafelförmige Kristalle. Es ist sehr leicht in Wasser und schwer in Ethanol löslich. Silbernitrat hat einen Schmelzpunkt von 209 °C, bei Erhitzen auf etwa 440 °C erfolgt Zersetzung unter Abscheidung von metallischem Silber und Abgabe nitroser Gase. Es muss gut verschlossen und vor Licht geschützt (beispielsweise in braunen Glasflaschen) gelagert werden, da bereits geringe Staubmengen ausreichen, um Silbernitrat unter Lichteinwirkung zu feinverteiltem Silber zu reduzieren. Sehr reines Silbernitrat ist dagegen nicht lichtempfindlich. Silbernitrat bildet mit Chlorid-, Bromid-, Iodid- und Sulfidionen schwerlösliche Niederschläge.

\mathrm{Ag^+ {(aq)} + NO_3^- {(aq)} + X^- {(aq)} \rightarrow } \mathrm{AgX {(s)} + NO_3^-{(aq)} \ , \ X = Cl, Br, I}
Gibt man Silbernitratlösung zu einer wässrigen Halogenidlösung, fällt festes weißes oder gelbes Silberhalogenid aus, Nitrat bleibt in Lösung.

Mit Basen (z.B. Natriumhydroxid) bildet sich Silber(I)-oxid:

\mathrm{2 \ AgNO_3 +  2 \ NaOH \rightarrow Ag_2O +  2 \ NaNO_3 + H_2O}

Silbernitrat denaturiert Eiweiß durch Bildung von Silbersalzen der Eiweiße (z.B. Silberalbuminat), in Lösungen flocken diese aus. Bei Hautkontakt bilden sich rasch schwarze Flecken, da die Silberionen zum Metall reduziert werden. Die Flecken können mit Kaliumiodidlösung und anschließendem Auswaschen mit einer Lösung aus Natriumthiosulfat (Fixiersalz) entfernt werden.

Verwendung

Sicherheitshinweise

Silbernitrat wirkt auf Haut und Schleimhäute stark reizend und ist in der Lage lebendes Gewebe zu zerstören (Verätzung). Als Umweltgift bedarf es besonderer Entsorgung.

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Basierend auf einem Artikel in: Wikipedia.de
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Datum der letzten Änderung:  Jena, den: 29.07. 2018