Abriss zur Entwicklung des Flugzeuges

Luftfahrzeug, dessen Gewicht größer ist als das Gewicht der Luftmenge, die es verdrängt, und das die Schwerkraft mit Hilfe eines dynamischen (d.h. durch Bewegung erzeugten) Auftriebs überwindet. Das Flugzeug nimmt heute in Verkehrswesen, Landwirtschaft, Sport und Militärwesen eine wichtige Stellung ein. Seine stürmische Entwicklung, vor allem in den letzten Jahrzehnten, brachte eine Vielzahl von Typen hervor, die man nach verschiedenen Gesichtspunkten klassifizieren kann.
I.e.S. versteht man unter Starrflügler nur noch das Flugzeug. Hubschrauber werden hier als eigenständiger Zweig der Luftfahrt betrachtet.

Luftfahrzeug

Ein Luftfahrzeug ist ein technisches Gerät, das innerhalb der Erdatmosphäre fliegt oder fährt.

Obwohl die Erdatmosphäre keine scharfe obere Grenze hat, wird ab einer Flughöhe von etwa 100 km zwischen Luftfahrt und Raumfahrt unterschieden. In Deutschland werden Luftfahrzeuge in   § 1 Absatz 2 des Luftverkehrsgesetzes definiert und klassifiziert.

Vogelflug als Vorbild

[dazu auch Die Anfänge der Fliegerei]

Schon in frühesten Zeiten rief der Vogelflug im Menschen den Wunsch hervor, es den Vögeln gleich zu machen und sich in die Lüfte zu erheben. Die Liste der Sagen und Märchen zu diesem Thema füllt ganze Bibliotheken. Hier ist allerdings auch der erste Flugunfall (Nichtbeachtung der Flugvorschrift - stützte Ikarus ab) zu verzeicheinen.
Drei Arten der Fliegens konnte der Mensch vom Vogel lernen:

  • Gleitflug
  • Segelflug
  • Ruderflug

  • Der Ruderflug erschien dabei als der Flug im eigentlichen Sinne. Richtung, Höhe und Entfernung schienen keine Rolle zu spielen und konnten beliebig variiert werde. Diese Art der Fortbewegung ist aber auch die schwierigste und komplizierteste. Erste Ansätze einer wissenschaftlichen Betrachtung des Fliegens finden sich bereits in den Schriften Roger Bacons (um 1250). Besonders. intensiv beschäftigte sich um 1500 Leonardo da Vinci mit dem Flugproblem, wobei er seiner Zeit weit vorauseilte und Flugapparate entwarf, die auf wissenschaftlichen Versuchen beruhten. Seine Arbeiten brachten jedoch keinen realen Fortschritt im Flugwesen, da er alle Erkenntnisse aus Furcht vor der kirchlichen Inquisition geheimhielt. Seine Arbeiten über den Vogelflug wurden erstmals 1893 veröffentlicht. 1680 stellte der italienische Physiker Alphonso Borelli in vergleichenden Versuchen fest, daß der Mensch die zum Fliegen erforderlich Kräfte nicht mit seiner Muskelkraft alleine aufbringen kann. Damit schien die Idee des Fliegens nach dem Prinzip "schwerer als Luft" der Erfolg versagt.

    Erste Motorflüge

    Auf der Grundlage des allgemeinen wissenschaftlichen und technischen Fortschritts im 15 - 18. Jahrhundert nahm das Flugzeug. immer konkretere Gestalt an. wobei Versuche mit flugfähigen Modellen eine große Rolle spielten. 1842 meldete der Engländer W. W. Henson ein Motorflugprojekt zum Patent an. An ihm waren bereits alle Hauptbaugruppen der später erfolgreichen Starrflügelflugzeuge vorhanden: Tragwerk, Leitwerk. Rumpf, Fahrwerk und Steuerwerk. Der Antrieb des Flugzeuges sollte durch Hochdruckdampfmaschinen über 2 - 6 blättrige Druckschrauben erfolgen. Das Projekt scheiterte aus technischen und finanziellen Gründen. Weitere Versuche, den Flug mit Motorflugzeugen unmittelbar zu verwirklichen, scheiterten ebenso wie z. B. die Versuche des russischen Marineoffiziers A F. Moshaiski (1881) oder des amerikanischen Industriellen H. Maxim (1894) an der ungenügenden wissenschaftlichen Erforschung des Flugproblems und der noch unzureichenden Leistung der verwendeten Antriebe. Wichtige Fortschritte wurden dagegen mit den motorlosen Gleitflugzeugen des Otto Lilienthal und Gustav Lilienthal zwischen 1891-1896 gemacht.

    Nach deren Erfahrungen und der Erfindung brauchbarer Verbrennungsmotoren konnten die Brüder Wright am 17.Dez.1903 mit einem selbstgebauten Doppeldecker, der durch einen 4-Zylinder-4-Takt-Motor mit 8,8kW angetrieben wurde, den ersten Motorflug von 11 s Dauer durchführen. Wright-1 Eindecker von Whitehead Am 14.August 1901 flog Whitehead in einem selbstgebauten Eindecker mit selbstkonstruietren Azetylenmotor in Bridgeport(Conn.USA) unter Zeugen 2 Flüge von etwa 800 m Weite. Hier zeigt sich deutlich: eine die Menschheit bewegende Frage und deren Lösung hat nicht nur einen Vater.
    In vielen Ländern wurde das Problem des Motorfluges nach dem Prinzip "schwerer als Luft" fast zeitgleich gelöst. Wobei aber der kommerzielle Gadanke viele Ideen durch patentrechtliche Probleme im Keime erstickte. Ohne die Leistungen der Brüder Wright zu schmälern: Große bahnbrechende Leistugen und Erfindungen haben viele Väter (siehe Tabelle).



    Die folgende Tabelle ist ein Ausschnitt ohne jegliche Wetrung
    wer, wo ,wann:
    Curtiss USA 1908
    Santos-Dumont Frankreich 1906
    Gebr. Voisin Frankreich 1909
    Farman Frankreich 1907
    Blériot Frankreich 1907
    Levavasseur Frankreich 1907
    Cody Großbritannien 1908
    Roe Großbritannien 1907
    Etrich Österreich 1909
    Pischof Österreich 1910
    Ellehammer Dänemark 1908
    Grade Deutschland 1909

    Angaben für den Zeitraum nach 1910 sprengen den Rahmen.
    Aber auch die ersten Opfer hatte der Motorflug schon kurz nach seiner Entstehung: am 3. Sept. 1908 stürzten Orville Wright mit seinem Passagier (Flugschüler) Leutnant Selfridge aus etwa 30 Meter Höhe ab, Selfridge starb kurze Zeit später.
    Seit diesem Zeitpunkt hat sich das Flugzeug in Form, Ausrüstung und Leistung rasch entwickelt ohne eine generelle Veränderung des Flugprinzips.

    Aber mit dem Jahr 1911 haben wir auch schon den Zeitpunkt erreicht wo in der Entwicklungsgeschichte des Flugzeug eine erste und wichtigste Zäsur erreicht ist. Das Militär entdeckt das Flugzeug für seine Zwecke. Wir wollen im Weiteren die Unterscheidung

    treffen.
    Wobei diese Trennung rein schematisch erfolgt und es sich zeigen wird, es gibt viele Überschneidungen und Berührungspunkte. Auch sind Synergieffekte im Rahmen der technisch technologischen Entwicklung nicht zu übersehen.
    Schon im Ersten Weltkrieg wurden aus Zivilflugzeugen abgeleitete Bomber erfolgreich eingesetzt.

    Es sollte aber auch die Erkenntniss reifen, daß die militärischen Entwicklungen - mögen sie so bahnbrechend seien wie sie wollen - immer mit der Zielsetzung der Zerstörung und Vernichtung geschaffen werden.
    Kraft des Versprechens unberenzter Mittel und daraus resutierend unbegrenzter Profite wird an dieser Stelle entwickelt auf Teufel komm raus.


     
    Seitenende
    Top
    Seite zurück
    ©  biancahoegel.de;
    Datum der letzten Änderung :Jena, den: 09.05. 2017