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Natriumfluorid

Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP), ggf. erweitert
06 – Giftig oder sehr giftig
Gefahr
H- und P-Sätze H:
  • Giftig bei Verschlucken.
  • Verursacht Hautreizungen.
  • Verursacht schwere Augenreizung.
EUH: Entwickelt bei Berührung mit Säure sehr giftige Gase.
P:
  • Bei Berührung mit der Haut: Mit viel Wasser / … waschen.
  • Bei Kontakt mit den Augen: Einige Minuten lang behutsam mit Wasser spülen. Eventuell vorhandene Kontaktlinsen nach Möglichkeit entfernen. Weiter spülen.
  • Bei Exposition oder falls betroffen: Sofort Giftinformationszentrum, Arzt oder … anrufen.
MAK

1 mg/m3

Toxikologische Daten
  • 52 mg/kg (LD50Ratteoral)
  • 52 mg/kg (LD50Maus, oral)
  • 52 mg/kg (LD50Kaninchen, oral)
Kristallstruktur
Struktur von Natriumfluorid
__ Na+     __ F
Kristallsystem kubisch
Raumgruppe Fm3m (Nr. 225)
Koordinationszahlen

Na[6], F[6]

Allgemeines
Name Natriumfluorid
Andere Namen
  • Fluornatrium
  • Fluorol
Verhältnisformel NaF
Kurzbeschreibung farb- und geruchloser Feststoff
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 7681-49-4
EG-Nummer 231-667-8
ECHA-InfoCard 100.028.789
PubChem 5235
Arzneistoffangaben
ATC-Code
  • A01AA01
  • A12CD01
Eigenschaften
Molare Masse 41,99 g/mol
Aggregatzustand fest
Dichte 2,78 g/cm3
Schmelzpunkt 993 °C
Siedepunkt 1704 °C
Löslichkeit
  • mäßig in Wasser (42,2 g/l bei 20 °C)
  • schlecht in Ethanol
Brechungsindex 1,3252
Thermodynamische Eigenschaften
ΔHf0 −575 kJ/mol

Natriumfluorid ist ein Natriumsalz der Fluorwasserstoffsäure (Flusssäure).

Vorkommen

Natriumfluorid kommt in der Natur nur in der Form des seltenen Minerals Villiaumit vor.

Gewinnung und Darstellung

Neutralisation von konzentrierter Fluorwasserstoffsäure mit Natronlauge

{\mathrm  {HF+\ NaOH\longrightarrow \ NaF+\ H_{2}O}}

Überschüssiger Fluorwasserstoff führt zur Bildung von Natriumhydrogenfluorid:

{\mathrm  {NaF+\ HF\longrightarrow \ NaHF_{2}}}

Umsetzung von Fluorwasserstoffsäure mit Natriumcarbonat:

{\mathrm  {2\ HF+\ Na_{2}CO_{3}\longrightarrow 2\ NaF+\ H_{2}O+\ CO_{2}}}

Ausgehend vom Natriumsalz der Hexafluorokieselsäure kann Natriumfluorid durch thermische Zersetzung gewonnen werden.

Eigenschaften

Das farblose Natriumfluorid kristallisiert in der Natriumchloridstruktur und lässt sich zu Einkristallen „züchten“. Es ist durchlässig für Infrarot- und UV-Licht. In Wasser ist es bei allen Temperaturen nur mäßig löslich. Erwärmen steigert die Löslichkeit kaum. In Ethanol löst es sich nicht. In konzentrierter Schwefelsäure setzt es sich zu Natriumsulfat und Fluorwasserstoff um. Infolge teilweise stattfindender Hydrolyse reagiert die wässrige Lösung von Natriumfluorid leicht alkalisch. Natriumfluorid wirkt als Insektizid und ist giftig.

Natriumfluorid bildet mit Natriumchlorid, Natriumcarbonat und Calciumfluorid Schmelzen mit einem Eutektikum, mit Natriumsulfat Schmelzen mit zwei Eutektika. Flüssiges Natriumfluorid leitet den elektrischen Strom, wobei der Widerstand mit steigender Temperatur abnimmt.

Reaktionsverhalten

Natriumfluorid und Schwefelsäure reagieren zu Natriumsulfat und Fluorwasserstoff.

{\mathrm  {2\ NaF+\ H_{2}SO_{4}\longrightarrow \ Na_{2}SO_{4}+2\ HF}}

Die hohe Toxizität von NaF im Vergleich zu anderen Natriumhalogeniden (z.B. Natriumchlorid) ist in der Wirkung des Fluoridanions als starke Lewis-Base begründet. Das Fluorid bindet an alle eisenhaltigen Enzyme und blockiert sie somit.

Die Fluoridionen blockieren den Calcium- und Magnesiumstoffwechsel und hemmen wichtige Enzyme. Dies führt zu akut bedrohlichen Stoffwechselstörungen, die unter multiplem Organversagen tödlich verlaufen können.

Verwendung

Natriumfluorid wird als Holzschutzmittel und zum Konservieren von Klebstoffen verwendet. Bei der elektrolytischen Gewinnung von Aluminium dient es als Flussmittel, in der Metallurgie als Schlackenzusatz für Metallschmelzen.
Weitere Anwendungen:

Vorsichtsmaßnahmen

Natriumfluorid ist giftig. Das Einatmen von Stäuben ist zu vermeiden. Bei der Arbeit mit Natriumfluorid sind Handschuhe zu tragen. Als letal wird grundsätzlich eine Menge von 5–10 g für einen 70 kg schweren Menschen angesehen. Allerdings wurden Todesfälle bereits ab einer Dosis von 15 mg/kg beobachtet, was bei einem 70 kg schweren Menschen einer Menge an Natriumfluorid von 1,05 g entspricht. Aus diesen Gründen wird bereits eine Menge von 5 mg/kg als kritische Schwelle angesehen, da bereits ab diesem Punkt ernste lebensbedrohliche Vergiftungserscheinungen auftreten können, die eine sofortige Notbehandlung benötigen.

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Basierend auf einem Artikel in: Wikipedia.de
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Datum der letzten Änderung:  Jena, den: 02.06. 2020