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Aus der Chronik der LSK/LV der DDR

1953 * 1956 * 1961 * 1964 * 1970 * 1980

 

Die Geschichte der LSK/LV beginnt nach dem 2.Weltkrieg mit der Schaffung der (K)VP (hier am Beispel der (K)VP-See).

07.10.1949
Gründung der DDR
12.10.1949
Konstituierung der Regierung der DDR. Im neu gebildeten Ministerium des Innern entstanden unter der Leitung von Generalinspekteur der Deutschen Volkspolizei Zaisser u.a. die:
* Hauptverwaltung Deutsche Volkspolizei (HVDVP) sowie
* Hauptverwaltung Ausbildung (HVA)
Der HVA unterstehen die VP-Schulen und VP-Bereitschaften. Sie bildet damit die Keimzelle des späteren Verteidigungsministeriums. Die Anrede untereinander ist "Kamerad".
07.01.1950
Einführung einheitlicher schwarz-rot-goldener Mützenkokarden bei der Deutschen Volkspolizei.
26.04.1950
Otto Grotewohl, Ministerpräsident der DDR, ernennt den Generalinspekteur der Deutschen Volkspolizei, Heinz Hoffmann, zum Leiter der HVA.
Herbst 1950
Per 15.11.1951 beschloss der sowjetische Ministerrat in den Jahren 1952 bis 1954 insgesamt 220 deutsche Piloten auf der MiG-15 auszubilden.
31.10.1950
VP-Generalinspekteur Heinz Hoffmann befiehlt den Aufbau der Dienststelle HVA / Referat z.b.V. Dieses "Referat zur besonderen Verfügung"; bildet die Keimzelle der VP-Luft.
01.11.1950
Der neue Leiter dieses - in einer Baracke der HVA-Zentrale Berlin-Adlershof untergebrachten - Referats, VP-Generalinspekteur Heinz Keßler, nimmt seinen Dienst auf.
16.12.1950
Das Referat z.b.V. legt erste Pläne und Kostenrechnungen für mögliche Fliegerkräfte der DDR vor, veranschlagt den Bau von Flugplätzen, sowie den Aufbau eines Flugzeugwerkes und einer Erprobungsstelle.
Ende 1950
19 Offiziere und 7 Unterführer / Mannschaften der HVA sind mit Planungsarbeiten für künftige Luftstreitkräfte beschäftigt. Das Kernproblem beim Aufbau eigener Luftstreitkräfte besteht für die DDR darin, daß sie das gesamte Personal 'von der Pike auf' neu ausbilden muß. Im Gegensatz dazu, war abzusehen, daß die BRD für ihre zukünftige Luftwaffe auf einen "bewährten" Stamm zurückgreifen konnte. Der - erst Ende 1953 gelockerte - Befehl Nr. 2/49 verhindert die Einstellung von ehemaligen Mitgliedern der NSDAP in den Polizeidienst der DDR.
Jan. 1951
Das Referat zieht auf das Gelände des alten Flugplatzes Berlin-Johannisthal um.
03.03.-30.05.1951
Ein vorbereitender Lehrgang für künftige Fachlehrer der technische Ausbildung beginnt auf Schloß Sonnenstein, bei Pirna (Tarnnummer 400). Teilnehmer sind 70 bis 80 Offiziere, Leiter VP-Kommandeur R. Raubach.
Mai 1951
Umbenennung des Referats z.b.V. in "HVA / Zweigstelle Johannisthal". Der Zweigstelle wird ein Wachzug der HVA unterstellt, da auf dem Gelände ein zentrales Vorratslager für Ausrüstungs- und Versorgungswaren eingerichtet wird.
Mai bis Dez. 1951
Auswahl geeigneter Kader aus der HVA und dem zivilen Bereich für die zukünftige VP-Luft.
15.11.1951
Der sowjetische Ministerrat beschließt von 1952 bis 1954 insgesamt 220 deutsche Piloten auf der MiG-15 auszubilden.
Ende 1951
Mit den Vorbereitungen sind inzwischen 34 Offiziere und 87 Unterführer / Mannschaften beschäftigt. Zur technischen Ausstattung zählten maximal 9 Lkw, 12 Spezialfahrzeuge, 16 Pkw, zwei Hänger und ein Krad.
15.02.1952
Auf Befehl Nr. 1/52 des Leiters der Zweigstelle Johannisthal startet der 1. Ausbildungslehrgang für Flieger der DDR zur Vorbereitung auf des Flugunterrichts auf der MiG-15. Die 270 Teilnehmer des "X-Lehrgangs" (Lehrgang 200) in der HVA-Dienststelle Pinnow (Tarnnummer 2107) werden auf die Ausbildung vorbereitet. Leiter des Lehrgangs ist VP-Inspekteur Paul Wilpert
Frühjahr 1952
Der Wachzug der Dienststelle Johannisthal wird sukzessive auf Bataillonsstärke aufgestockt.
 
Beginn der Ausbildung von Spezialisten für Funkmeßstationen
 
01.03.1952
Der 1. Techniker- und Mechanikerlehrgang beginnt. Die Ausbildung erfolgte am Propellerjäger La-9, weiterführend war eine Ausbildung an der MiG-15 vorgesehen.
Die die Schule der Verwaltung Aeroklubs über 5 Lehrflugzeuge La-9. Diese standen auf dem Lehrflugplatz und wurden ausschließlich zur Ausbildung des ingenieurtechnischen Personals genutzt.
16.06.1952
Auf Befehl des Ministers des Innern der DDR, Willi Stoph, wird die Kasernierte Volkspolizei (KVP) geschaffen. In diesem Zusammenhang entsteht parallel die VP-Luft und VP-See. Chef der KVP wird Generalinspekteur Heinz Hoffmann, Chef der VP-Luft der Generalinspekteur der VP Heinz Keßler.

 

01.07.1952
Offizielle Umbildung der HVA in KVP sowie Beginn des Aufbaus der VP-Luft. Der Führungsstab zum Aufbau der DDR-Luftstreitkräfte nennt sich ab diesen Zeitpunkt "Ministerium des Innern, Volkspolizei-Luft, Berlin-Johannisthal".
15.07.1952
Der "X-Lehrgang" verlegt von Pinnow in die VP-Dienststelle Pirna II und wird personell aufgefüllt.
04.08.1952
Der VP-Luft wird die VP-Bereitschaft Zeithain mit 225 Offizieren und 575 Unteroffizieren / Mannschaften unterstellt. Zweck: Bildung der ersten Jagdfliegerdivision (JFD).
07.08.1952
Gründung der Gesellschaft für Sport und Technik (GST), für die vormilitärische Ausbildung der DDR-Jugend.
13.08.1952
Auf Befehl des Chefs der VP-Luft Nr. 16/52 wird die 1. Jagdfliegerdivision in Cottbus (VPD 600) gebildet. Die 1. JFD besteht aus drei Jagdfliegerregimentern, den dazugehörigen drei Fliegertechnischen Bataillonen (FTB) und einer Divisionsmechanikerschule.
25.08.1952
Appell zum Abschluß der personellen Aufstellung der 1. JFD in der Bautzner Kaserne. Die VP-Angehörigen werden in ihre neuen Truppenteile verabschiedet.
01.09.-30.09.1952
Theoretischer Lehrgang für alle künftigen Piloten der VP-Luft in Cottbus.
01.09.1952 - 10.07.1953
Techniker-Lehrgang in Cottbus. In diesem wird das bereits strukturierte Technische Personal der drei Fliegerregimenter für die Wartung von MiG-15 durch sowjetische Offiziere (mit Dolmetscher) ausgebildet.
22.09.1952
Abreise des Lehrgangs 200 von Dresden-Neustadt nach Sysran an der Wolga. Leiter des Lehrgangs: Hauptmann Leander Ratz.
17.09.1952
Es beginnt die Einführung militärischer Dienstgrade in der KVP ab dem 07.10.1952. Zudem wurden zu den khakifarbene Uniformen die blauen Kragenspiegeln nach russ. Vorbild eingeführt.
Die Piloten trugen goldene Embleme und Laufbahnabzeichen, die anderen Angehörigen der VP-Luft silberne.
01.10.1952
Erster Flugdienst zur Piloten-Ausbildung der VP-Luft in den neu gebildeten 1. Fliegeregiment Cottbus, 2. Fliegerregiment Kamenz und dem 3. Fliegerregiment Bautzen. Die Ausbildung erfolgt durch Maschinen (Jak-18) sowjetischer Lehrregimenter mit sowjetischen Hoheitsabzeichen, den "Roten Stern".
07.10.1952
Erster öffentlicher Vorbeimarsch der Einheiten der KVP und VP-Luft bei der Demonstration zum Republikgeburtstag in Berlin.
Einführung der Anrede "Genosse" anstelle von "Kamerad".
22.10.1952
Beginn der Ausbildung von 271 Flugschüler des "X-Lehrgangs" in Sysran an der Wolga, Ziel: MiG-15 - Piloten werden.
Dez. 1952
Gesamtbestand der KVP 90.250 Mann.
Die Ist-Stärke der VP-Luft wird mit 4.954 Mann, d.h. 2 Generale, 884 Offiziere, 585 Offiziersschüler (Kursanten), 488 Unteroffiziere und 2 995 Soldaten, angegeben. Von den Offizieren haben zwar ca. 42 Prozent bereits in der Wehrmacht gedient, jedoch die wenigsten in der Luftwaffe - die fachlichen Qualifikationen mußten weitgehend neu erworben werden.
Per 01.12.1953 verfügten die Aeroklubs über 25x Jak-11 ; 35x Jak-18; 2x AN-2 und einem Personalbestand von 5 511 Mann.
18.12.1952
Es wird von Walter Ulbricht die Aufgabe formuliert, die "KVP zur militärischen Truppe zu entwickeln";.
Struktur der Aeroklubs der KVP 1953
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Anfang 1953
Beginn des Aus- bzw. Neubaus der Flugplätze Cottbus, Bautzen und Kamenz sowie Rothenburg und Preschen.
 
Die ersten FuMS vom Typ P-8 werden an den entstehenden Plätzen entfaltet.
10.01.1953
Bildung einer Fliegertechnischen Division (VP 300) in Bautzen sowie Verlegung am 01.05.1953 nach Augustusbad. Aufgrund anderer Strukturüberlegungen wird diese Division bereits am 20.10.1953 wieder aufgelöst.
Ende März / April 1953
Die Sowjetunion liefert in Kisten verpackt ca. 100 MiG-15 (Angaben schwanken zwischen 100 und 106) an die DDR, die Maschinen werden aber noch nicht übergeben. Der o.g. Techniker-Lehrgang rüstet - fast als "Abschlussprüfung" - diese Flugzeuge unter Anleitung der Lehrer und sowjetischer Offiziere auf. Erste "Schnupperflüge" von DDR-Piloten auf der MiG-15UTI sowjetischer Lehrregimenter erfolgen.
01.03.1953
Jak-11 NVA 98 Nachdem die Mehrzahl der Piloten die Ausbildung auf der Jak-18 erfolgreich abgeschlossen hat, beginnt die Ausbildung auf der Jak-11. Das 1. JFR und das 3. JFR schulten in Cottbus und das 2. JFR in Kamenz, bis zur Verlegung auf den Flugplatz Dresden-Klotzsche, Ostern 1953. Im 1. Halbjahr werden 5 Flugzeug- und 23 Kfz-Unfälle gemeldet.
03.06.1953
Die sowjetische Führung informiert die DDR - im Zusammenhang mit den inzwischen erfolgten politischen Kurswechsel (Stalin war am 05.03.1953 verstorben) - "daß die Ausrüstung mit MiG-15 rückgängig gemacht und eine Lizenzproduktion nicht stattfinden werde".
09.06.1953
Der Aufbau regulärer Streitkräfte der DDR wird ausgesetzt. Der Chef der VP-Luft erteilt den Befehl zum Abbruch der Ausbildungsmaßnahmen auf der MiG-15. Fortsetzung der Ausbildung auf Jak-11 und -18 als Polizeifliegerkräfte.
17.06.1953
Umsturzversuch in der DDR - die Ereignisse werden zum Anlaß genommen, die ausgelieferten und inzwischen "in Reih und Glied" auf dem Flugplatz Cottbus stehenden MiG-15 wieder an die UdSSR zurückgegeben. Bereits am 27.07.1953 waren alle Maschinen auf dem Luftweg verlegt.
Es gibt auch Aussagen, die Maschinen wären noch in den Kisten gewesen.
August 1953
Abzug des sowjetischen Lehrregimentes aus Cottbus. Die Ausbildung erfolgt nun in Verantwortung der JFR. Dabei werden sie weiter von sowjetischen Beratern unterstützt.
01.08.1953
Im Rahmen der Zentralisierung der Führung der KVP wird ein Hauptstab geschaffen und Generalleutnant Heinz Hoffmann werden die KVP, VP-See und die VP-Luft unterstellt. Verlegung der Verwaltung VP-Luft, des Wachkommandos, der Kfz- und D1-Kompanie von Berlin-Johannisthal nach Cottbus.
Aug./Sept. '53
Die UdSSR liefert 35 Jak-11.
Sept. 1953
Lediglich 3,5 % der KVP-Angehörigen sind ehem. Offiziere, ca. 9 % Unteroffiziere und 19,5 % Mannschaften der ehem. Wehrmacht. Trotzdem wird ihre Zahl ab 1956 noch deutlich reduziert.
23.09.1953
Umbenennung der Verwaltung VP-Luft in "Verwaltung der Aeroklubs" (VdAK). Folglich wird z.B. die 1. Fliegerdivision Cottbus als Aeroklub (AK) geführt und ihre Regimenter 601 in Cottbus, 602 in Drewitz und 603 in Bautzen als 1., 2., und 3. Abteilung des AK.
Okt. 1953
Abbruch des "X-Lehrganges", die 255 Piloten kehren "nur" mit der Flugbefähigung für die Jak-11 zurück. Die UdSSR liefert 36 Jak-11 in Kisten verpackt nach Cottbus, davon 12 für das 2. Regiment Drewitz.
15.11.1953
Ein westlicher Spion im Stab der VdAK schreibt in seinem Bericht: Die Aeroklubs dokumentieren in Struktur und Ausbildung, daß sie zur Zeit "im wesentlichen noch den Charakter von Schulen haben, die wegen fehlender Düsenflugzeuge für einen ernsthaften Einsatz noch nicht in Frage kommen."
01.12.1953
Die VdAK verfügt über 35 Jak-11, 35 Jak-18, 2 An-2 sowie 5 La-9.
Im Dezember wird am Flugplatz Drewitz die 3. Abteilung des 2. Aeroklubs formiert. (Das spätere JG-9)
14.12.1954
Am Flugplatz Preschen wird die 2. Abteilung des 3. Aeroklubs formiert. (Das spätere JG-8)
Ende 1953
Der Personalstand der VdAK beträgt 5.511 Mann, davon 1.025 Offiziere, 853 Unteroffiziere, 2.258 Offiziersschüler (Kursanten) und 2.375 Soldaten. Die freiwillige Dienstzeit beträgt drei Jahre.
 
August 1954
Taktische Übung der Territorial-Verwaltung Süd (TV Süd) auf dem Truppenübungsplatz Nochten. Erstmals nimmt daran eine Staffel des 3. Aeroklubs Bautzen (KVPD 800) teil.
Ende 1954
Die VdAK verfügt über 34 Jak-11, 34 Jak-18, 2 An-2, 3 Schleppflugzeuge Zlin Z-126 "Trener" sowie zwei Reiseflugzeuge M-1 "Sokol" zur Ausbildung in den Schleppstaffeln (Segelflugzeuge und Luftsack). Der Personalbestand beträgt inzwischen 6.782 Mann, davon ca. 350 Piloten.
13.- 15.04.1955
Auf einer Konferenz schließen acht sozialistische Staaten Europas den Vertrag über Freundschaft, Zusammenarbeit und gegenseitigen Beistand ("Warschauer Vertrag"). Teilnehmerstaaten waren die UdSSR, Polen, ČSSR, DDR, Bulgarien, Ungarn, Rumänien sowie (bis 1968) Albanien. Damit übernimmt die DDR die Verpflichtung, ihren Teil zur Verteidigungskraft dieser Militärkoalition zu leisten. Quantitativ und Qualitativ ist sie jedoch noch nicht in der Lage, einen selbständigen Beitrag zu leisten.
Okt. 1955
Nochtener Übung - die gezeigten Leistungen überzeugen die politische Führung der UdSSR sowie der DDR, daß die Einheiten nunmehr reif sind, eine reguläre Armee zu bilden: In dieser Übung waren alle drei Aeroklubs involviert, die Flieger zeigten ihr frisch erworbenes Können. Die größte Leistung vollbrachte jedoch - wie immer - die Infantrie. So maschierte das Infantrie-Regiment Halle / Saale innerhalb von 18 Stunden von ihrem Standort aus 280 km nach Nochten und griff noch aus der Bewegung in die "Kämpfe" ein!
Ende 1955
Jak-18U NVA 45 Die VdAK verfügt über 99 Jak-11 und 34 Jak-18 Der Personalstand beträgt 9.047 Mann.
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18.01.1956
Beschluß der Volkskammer der DDR zur Schaffung der Nationalen Volksarmee und eines Ministeriums für Nationale Verteidigung. Generaloberst Willi Stoph wird zum Minister ernannt. Bei der steingrauen Uniformierung wird bewußt an den "alten deutschen Traditionen der Volksbefreiungsarmeen" angeknüpft.
09.02.1956
Beschluß des Ministerrates der DDR über die Bildung des Ministeriums für Nationale Verteidigung, der Führungsorgane der Militärbezirke, der Luftstreitkräfte, der Luftverteidigung sowie der Seestreitkräfte.
10.02.1956
Auf Beschluß des Ministers für nationale Verteidigung bestehen die LSK und die LV der zukünftigen NVA aus Fliegerdivisionen und einer Flak-Division.
22.02.1956
Gemäß Befehl 15/56 "Maßnahmen zur Bekämpfung von Ballons über dem Territorium der Deutschen Demokratischen Republik" sind tagsüber je ein Paar Jak-11 auf den Flugplätzen Cottbus, Drewitz, Bautzen ständig einsatzbereit. Das erste Bereitschaftssystem war eingerichtet.
01.03.1956
Die ersten Einheiten der Nationalen Volksarmee (NVA) werden gebildet, das Ministerium und die Stäbe der Luft- und Seestreitkräfte sowie der Militärbezirke nehmen ihre Tätigkeit auf. Nachdem bereits 1954 der Hauptstab der KVP die Kaserne am Flugplatz Strausberg, bei Berlin, bezogen hatte, befindet sich dort nunmehr das Ministerium für Nationale Verteidigung der DDR. In den Reihen der NVA stehen rd. 100.000 Mann unter Waffen. Zur Ausbildung in den Luftstreitkräften stehen die Flugzeugtypen Jak-18 und Jak-11 sowie Fliegerabwehrgeschütze der Kaliber 37 und 85 mm zur Verfügung.
Chef der LSK wurde Generalmajor Zorn und Chef der Luftverteidigung Oberst Bauer.
12.04.1956
Der Ministerrat der DDR beschließt die Einführung eines Fahneneides und die Verleihung von Truppenfahnen an die Verbände und Truppenteile der NVA.
01.05.1956
Erste Truppenparade der NVA in Berlin.
04.06.1956
Erste Konferenz der besten Flugzeugführer der Luftstreitkräfte in Cottbus.
01.09.1956
Generalmajor Heinz Keßler wird Chef der LSK.
04.- 07.09.1956
Die Luftstreitkräfte der DDR nehmen an ihrem ersten Manöver (Truppenübung Schwerin) teil, wo sie im Zusammenwirken mit anderen Waffengattungen eine angenommene See- und Luftlandung abwehren. Gemäß Befehl 107/56 wurden eingesetzt: 20 Jak-11 zur Darstellung der Seiten "rot" und "blau", 4 Jak-11 als Aufklärungskette "blau", je eine An-2 als Aufklärungsflugzeug "blau" bzw. Transportflugzeug (Fallschirm-Absetzflugzeug). Einsatzflugplatz ist Tutow.
Sept. 1956
Die Aeroklubs werden in Fliegergeschwader umbenannt und schrittweise in die NVA eingegliedert.
An den Flugzeugen der Luftstreitkräfte werden deutsche Hoheitsabzeichen (Rhombus mit Schwarz/Rot/Gold, noch ohne Emblem) angebracht.
Die ersten MiG-15 werden für die DDR-LSK registriert.
28.-30.09.1956
I. Kultur- und Sportfest der LSK in Cottbus. An der Flugveranstaltung nehmen neben Maschinen der NVA, Flugzeuge aus der VR Polen und CSR teil.
30.09.1956
Durch die Flugzeugführer Reichel, Cartburg und Gresch des FG-1 wird auf o.g.g Kultur- und Sportfest Kunstflug auf der MiG-15bis vorgeführt. Dabei kommt es am Flugzeug von Oberleutnant Reichel (Verbandsführer) zu einer Havarie in der Luft, in deren Folge er in Drewitz notlanden muß. Etwa 50.000 Zuschauer verfolgen die Flugvorführungen.
Oktober 1956
Sowjetische Fluglehrer machen das leitende fliegende Personal der Luftstreitkräfte mit dem Strahljagdflugzeug MiG-15bis vertraut. In der Folge geschieht die Umschulung des gesamten Personals.
18.10.1956
Mit Beschluß des Präsidiums des Ministerrates der DDR wird der 1. März jedes Jahres zum Tag der Nationalen Volksarmee erklärt.
01.12.1956
Alle Befehle und Anordnungen der KVP, VP-Luft /-See treten außer Kraft, diese Organisationen sind zum 31.12.1956 aufgelöst. Sie hatten ihre Aufgabe, Ausbildung neuer Kader für die zukünftigen Streitkräfte der DDR, erfüllt.
Dez. 1956
Bildung der Transportfliegerschule (TFS) in Dessau auf dem Gelände des Junkers-Werkflugplatzes
Zwei Truppenteile der Flakartilleriedivision beginnen mit der Ausbildung Geschützen des Kalibers 85 mm mit Feuerleiteinrichtung.
Ende 1956
Die Fliegergeschwader der NVA sind zu Handlungen unter einfachen Wetterbedingungen am Tage fähig.
Frühjahr 1957
In den Luftstreitkräften beginnt die theoretische und fliegerische Ausbildung auf Hubschraubern des Types Mi-4
16.02.1957
Der Vorsitzende des Zentralvorstandes (ZV) der GST, Richard Staimer, erklärt einem Reporter der Zeitung "Volksarmee", daß sich rd. 10.000 GST-Mitglieder freiwillig zum Dienst in der NVA gemeldet haben, darunter 1.530 Flugsportler der GST.
31.05.1957
Das gemeinsame Kommando Luftstreitkräfte/Luftverteidigung (LSK/LV) wird gebildet und bezieht neuerrichtete Kasernen in Strausberg an der Gemarkung zu Eggersdorf. Zum Chef der LSK/LV und damit zu einem Stellvertreter des Ministers für Nationale Verteidigung wird Generalmajor Keßler berufen.
April 1957
Die Truppen der Luftverteidigung der NVA übernehmen in enger Zusammenarbeit mit der Luftverteidigung der Sowjetunion den Schutz des Luftraumes der DDR.
01.05.1957
Es treten zum ersten Mal fliegende Verbände der NVA an die Öffentlichkeit. Während der Maidemonstration überfliegen MiG-15 in Kettenformationen Dresden. Verbandsführer ist Oberstleutnant Reinhold, der spätere Stellvertreter des Ministers für Nationale Verteidigung und Chef der LSK/LV.
Juli 1957
Während die Umschulungen auf den Typ MiG-15 noch laufen, beginnen die ersten Flugzeugführer mit Unterstützung sowjetischer Fluglehrer bereits die Ausbildung auf MiG-17 (in den Versionen F und PF). Noch 1957 werden die ersten MiG-17 (aus polnischer Produktion) zugeführt. Der Allwetterjäger MiG-17 war in Folge das erste Standardjagdflugzeug der NVA.
Sommer / Herbst 1957
Punktuelle Teilnahme an ersten gemeinsamen Truppenübungen der Landstreitkräfte der NVA mit sowjetischen Truppen. Während im Sommer noch MiG-15-Ketten teilnahmen, fliegen im Herbst bereits MiG-17 zur Unterstützung eines mot. Schützenverbandes.
30.08. - 01.09.1957
An diesem Wochenende findet in Cottbus, im Rahmen des zweiten Kultur- und Sportfestes der (nunmehrigen) LSK/LV, eine Flugschau statt:
Die LSK/LV der NVA, die Luftstreitkräfte der UdSSR, der CSR und Polens auch Flugsportler der GST und des Armeesportvereins (ASV) sind an dieser Flugschau beteiligt. Die polnische und die tschechoslowakische Kette waren in der Zeit des Kultur- und Sportfestes in Drewitz stationiert. Oberleutnant Hartmann (Z-226) und der GST-Flieger Horst Voigt (Jastrzab) zeigen zum erstenmal in Europa Kunstflug im Flugzeugschlepp. Eine Batterie der Luftverteidigung der NVA führt über ein Kommandogerät gesteuerte Flak-Geschütze vor. Zum Kunstflug werden Verbände der Jagdflugzeug- Typen MiG-15, MiG-17 und MiG-19 vorgeführt.
Nov. 1957
Beginn des Aufbaus eines Funkmeßsystems durch die funktechnischen Truppen der LSK/LV.
11.02.1958
Die Volkskammer der DDR nimmt das "Gesetz über den Luftschutz in der DDR" an.
24.05.1958
Auf der Tagung des Politischen Beratenden Ausschusses der Teilnehmerstaaten des Warschauer Vertrages in Moskau wird die Aufnahme der NVA der DDR in die Vereinten Streitkräfte bestätigt.
Juni 1958
Das fliegende Personal der LSK/LV beginnt mit der Ausbildung auch unter schwierigen meteorologischen Bedingungen am Tage.
Sept. 1958
Es beginnt die fliegerische Ausbildung unter einfachen Bedingungen bei Nacht.
bis 1958/59
Schrittweise Ausrüstung mit moderner Flakartillerie vom Kaliber 57 und 100 mm.
Beginn der Einführung der MiG-17PF.
26.06.1959
Befehl des Verteidigungsministers zur Einführung des ersten Kampfanzuges mit Tarndruck (Flächendruck) und des Sturmgepäcks (Teil I und II) bei den Land- und Luftstreitkräften.
Aug. 1959
Im August 1959 stellt der Minister für nationale Verteidigung mit einem Befehl die Weichen für die zukünftigen Hubschrauberkräfte der Volksmarine. Innerhalb des Hubschraubergeschwaders 34 (Brandenburg-Briest) wird im September 1959 eine Seekette gebildet, die von Stralsund-Parow aus im Interesse der Volksmarine handeln soll.
Sept. 1959
Die Umschulung von Flugzeugführern auf das Abfangjagdflugzeug MiG-19 beginnt. Das mit Luft-Luft-Raketen ausgerüstete Jagdflugzeug erhöht den Kampfwert und die Gefechtsmöglichkeiten der LSK/LV beträchtlich. Allerdings kann die Einführung dieser Maschinen, aufgrund der geringen Stückzahl - es wurden lediglich 24 Maschinen für das JG-3 eingeführt - und der technischen und fliegerischen Probleme mit diesem Überschalljagdflugzeug, nur als Zwischenschritt zur MiG-21 angesehen werden.
21.- 25.09.1959
Verbände der Land- und Seestreitkräfte der NVA üben im Zusammenwirken mit den Luftstreitkräften die Abwehr einer Seelandung und die Vernichtung gelandeter See- und Luftlandekräfte.
Okt. 1959
Festlegung des eigenen DDR-Hoheitsabzeichens (auf der Spitze stehendes Quadrat in den Farben Schwarz/Rot / Gold mit dem Staatswappen in der Mitte) auf der Grundlage des Gesetzes über das Staatswappen der DDR vom 30.09.1959.
Dez. 1959
An der Fakultät LSK/LV der Militärakademie "Friedrich Engels" beginnt die Ausbildung von Offiziershörern.
22.06.1960
Der Verteidigungsminister, Armeegeneral W. Stoph, ordnet die Einführung des neuen Hoheitsabzeichens an Flugzeugen der NVA an.
14.07.1960
Generaloberst Heinz Hoffmann wird Minister für Nationale Verteidigung.
Sept. / Okt. 1960
Truppenübung der LSK/LV mit dem Schwerpunkt: Abwehr einzelner Flugzeuge, kleiner Gruppen und unbemannter Luftangriffsmittel am Tage und der Nacht in allen Höhenbereichen.
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28.02.1961
Eröffnung des Armeemuseums Potsdam.
16.05.1961
Fliegergeschwader 9 wird auf den erweiterten Flugplatz Karlshagen verlegt.
13.08.1961
Die Staatsgrenze zu Westberlin wird gesichert.
20.09.1961
Verabschiedung des "Gesetzes zur Verteidigung der DDR".
01.12.1961
Beginn der Bildung von Luftverteidigungsdivisionen (LVD) aus den Flieger- und Flakverbänden der LSK/LV.
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1962 / 1963
Schrittweise Einführung des Staatswappens auf den Kokarden der Uniformmützen.
24.01.1962
Die Volkskammer verabschiedet das Wehrpflichtgesetz.
01.05.1962
An der Mai-Parade der NVA nehmen erstmalig Einheiten mit Fliegerabwehrraketen teil, eben jenem Typ, mit dem genau zwei Jahre zuvor der US-Spionageflieger Gary Powers über Swerdlowsk abgeschossen wurde.
Den Luftstreitkräften und den Truppen der Luftverteidigung der NVA werden zur Sicherung des Luftraumes der DDR Teilaufgaben im Diensthabenden System (DHS) der Warschauer Vertragsstaaten zugewiesen.
20.06.1962
Erster Start einer MiG-21 der DDR in Marxwalde (JG-8 "Herrmann Matern"), dieser Flugzeugtyp sollte - in vielfältigen Modifikationen - bis zum Ende der DDR die Hauptwaffe der Jagdfliegerkräfte bilden.
05.- 10.10.1962
Neben Truppen der Sowjetarmee und der Polnischen Armee nehmen Einheiten der LSK/LV an dem gemeinsamen Manöver "Baltyk - Odra" teil, im Verlaufe der Manöverhandlungen kommt es "zu herzlichen Begegnungen von Soldaten, Unteroffizieren und Offizieren der in Waffenbrüderschaft vereinigten Armeen der Staaten des Warschauer Vertrages."
23.10.1962
Der Oberkommandierende der Vereinigten Streitkräfte des Warschauer Vertrages löst wegen der Kuba-Krise die "Erhöhte Gefechtsbereitschaft" aus. In den LSK/LV wird die Hälfte der Feuerabteilungen der Fla-Raktentruppen und bei den Fliegerkräften insges. 13 Ketten (am Tage) bzw. 5 Ketten (in der Nacht) in die Bereitschaftsstufe II überführt.
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1963
Einführung des Übungsjagdflugzeug L-29 "Delphin".
23.- 27.04.1963
Eine gemeinsame Luftverteidigungsübung des Oberkommandos der Vereinten Streitkräfte des Warschauer Vertrages.
11.-12.08.1963
Eine gleichartige Übung findet statt. Bei beiden Übungen wird als Aufgabe gestellt, überraschende Luftangriffe unter allen Bedingungen und Wetterlagen, auch bei Einsatz von Massenvernichtungswaffen und bei Störungen durch den Gegner abzuwehren.
09.- 14.09.1963
Im Süden der DDR findet erstmals auf dem Territorium der DDR, unter Leitung des Ministers für Nationale Verteidigung, Armeegeneral Heinz Hoffmann - nach dem Plan des Vereinten Oberkommandos der Staaten des Warschauer Vertrages - ein gemeinsames Manöver der NVA, der Sowjetarmee, der polnischen und tschechoslowakischen Volksarmee unter dem Namen "Quartett" statt. Es stand unter der Losung "Klassenbrüder sind Waffenbrüder!"; Beim diesem Manöver kommen 323 Flugzeuge und Hubschrauber zum Einsatz.
11.11.1963
Vollständige Einbeziehung der LSK/LV in das Diensthabende System des Warschauer Vertrages.
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01.03.1964
Ab dem Jahr 1964 werden in der NVA auf Befehl des Verteidigungsministers an Verbände, Truppenteile, Schulen, Kasernen, Schiffe und Boote Namen historischer Persönlichkeiten verliehen. An diesem Tag der Nationalen Volksarmee erhält die Offiziersschule der LSK/LV den Traditionsnamen "Franz Mehring".
04.10.1964
Generalmajor Reinhold verleiht der ersten LSK/LV-Kaserne einen Traditionsnamen ("Walter-Stoecker-Kaserne").
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08.05.1965
Zur Ehrenparade der NVA und GSSD, anläßlich des 20. Jahrestages der Befreiung vom Faschismus in Berlin, fahren erstmal Fahrzeuge der NVA mit eigenem (kreisrunden) Hoheitskennzeichen. Die Hoheitsabzeichen an den Fahrzeugen der NVA wurden seit Januar 1964 eingeführt, nachdem diese Zeichen schon im Herbst 1963 beim Manöver Quartett erstmals beobachtet wurden. Aber erst Anfang der 70er Jahre haben sich die Hoheitskennzeichen endgültig an allen Kfz der NVA durchgesetzt.
14.05.1965
Anordnung Nr. 2/65 des Chefs Rückwärtige Dienste der NVA zur schrittweisen Einführung des neuen Felddienstanzuges, auch "Kampfanzug 64" oder deutlich häufiger "Einstrich-Keinstrich" genannt, in der NVA. Dieser Kampfanzug fand, mit verschiedensten Veränderungen, bis zum Schluß Verwendung.
16.- 22.10.1965
Im Südwesten der DDR findet das Manöver "Oktobersturm" statt. Beteiligt sind die Land- und Luftstreitkräfte der DDR, Polens, der ČSSR und der Sowjetunion. Dabei stehen 400 Flugzeuge und Hubschrauber im Einsatz. Ein Jagdgeschwader der NVA ist mit rund 100 Einsätzen beteiligt. Bei der Manöver-Auswertung werden besonders die Leistungen der Jagdbomber-, Bomber- und Abfang-Jagdgeschwader der beteiligten Armeen und der für sie zuständigen Funkleitstellen gewürdigt, da ihre Einsätze durch schwierige meteorologische Bedingungen wie Nebel und die besonders große Flugdichte im Manöverraum erschwert waren.
Ende 1965
Der Oberkommandierende der Truppen des Warschauer Vertrages, Marschall Gretschko, sagt zum Einsatzwert der NVA, sie habe in großangelegten operativ-taktischen Manövern bewiesen, daß ihre Stäbe und Spezialtruppenteile in jeder Lage erfolgreich zu handeln verstehen.
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01.03.1966
Zum 10. Jahrestag der NVA erhält das JG-9 als erstes Geschwader einen Ehrennamen ("Heinrich Rau").
19.10.1966
Die Gemeinde Syhra (Kreis Geithain) entgeht nur knapp einer Katastrophe. Das bereits brennende Flugzeug von Oberst Schandakow und Major Wladimirow wird von den sowjetischen Piloten unter Opferung des eigenen Lebens noch in geringer Höhe über den Ort hinweg gesteuert.
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15.03.1967
Der Stellvertreter des Ministers für Nationale Verteidigung und Chef der LSK/LV, Generaloberst H. Keßler, wird als Chef des Hauptstabes der NVA eingesetzt, Neuer Chef der Luftstreitkräfte/Luftverteidigung wird Generalleutnant Herbert Scheibe.
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18.08.1968
V. Weltmeisterschaften im Motorkunstflug in Magdeburg: Um 14.30 Uhr eröffnet ein Verband der NVA, bestehend aus einer Stabsmaschine Tu-124 und vier MiG-21, die Großflugschau. Ein MiG-17 Verband, ein L-29-Verband und ein MiG-21-Verband zeigen Kunstflugübungen, mit Hubschraubern vom Typ Mi-4 werden Lande- und Startmanöver im Verband vorgeführt. Den Höhepunkt bildet der Start mit Starthilfsraketen einer MiG-21 (Pilot Oberstleutnant Ammers), die bereits nach 200 m Startstrecke vom unbefestigten Gras-Flugplatz Magdeburg abhebt.
21.08.1968
Kurz nach 1.00 Uhr morgens, wird für die gesamte NVA die Stufe "Erhöhte Gefechtsbereitschaft" ausgelöst. Streitkräfte des Warschauer Vertrages "sicherten militärisch die sozialistischen Errungenschaften in der Tschechoslowakei." Kampfeinheiten der NVA greifen jedoch nicht ein und verbleiben auf dem Territorium der DDR.
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Okt. 1969
1. Flugsicherheitskonferenz der LSK/LV
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10.07.1970
Erstmals landen zwei Piloten der LSK/LV (mit MiG-21) auf einem Autobahnabschnitt.
11.10.- 10.11.1970
Das Manöver "Waffenbrüderschaft" der Vereinten Streitkräfte der Staaten des Warschauer Vertrages wird unter Leitung des Ministers für Nationale Verteidigung der DDR, Armeegeneral Heinz Hoffmann, auf dem Territorium der DDR durchgeführt. Daran nehmen 73.500 Soldaten, davon 41.000 der NVA, teil. Es kommen u.a. 500 Flugzeuge sowie 110 Hubschrauber zum Einsatz. Offizielles Ende ist erst am 18.11. mit einer Feldparade.
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Ab 1971 erfolgte der Aufbau von Fliegerkräften zur Gefechtsunterstützung der Landstreitkräfte.
Mit dem Jagdbombergeschwader-31 ( JBG-31) wurde der erste fliegende Verband geschaffen, der im direkten Zusammenwirken mit den Landstreitkräften eingesetzt werden sollte.
In das JBG-31 war als 3. Staffel eine Aufklärungsfliegerstaffel aufgestellt- die später als Aufklärungsfliegerstaffel 31 (AFS-31) eine selbständige Formation darstellen sollte.
25.02.1971
Der Offiziersschule der LSK/LV "Franz Mehring" wird während eines Festaktes vom Stellvertreter des Ministers für Nationale Verteidigung Generalleutnant Allenstein im Auftrag des Ministers für Nationale Verteidigung der Status einer Offiziershochschule verliehen.
02. und 03.03.1971
III. Tagung der Verteidigungsminister des Warschauer Vertrages:
Es wird u.a. eingeschätzt, das die Flak zur Truppenluftabwehr überholt ist. Die vergangenen Kriege in Nahost und Vietnam hatten gezeigt, das zum Abschuß eines modernen Flugzeugs tausende Grananten, aber "nur" 4 bis 5 Raketen nötig sind. Die vorhandenen Fla- Raketensysteme GUB, KRUG, STRELA I und II sowie die Fla-SFL SCHILKA, die die Bekämpfung der Luftziele in Höhen von 0 bis 25.000 m ermöglichen, sind jedoch zu wenig vorhanden und zu teuer.
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01.03.1972
Generalmajor Wolfgang Reinhold wird Chef der LSK/LV
24.03.1972
Das Armeemuseum Dresden wird eröffnet.
24.08.- 16.09.1972
Auf dem Territorium der ČSSR wird die gemeinsame Übung der Vereinten Streitkräfte der Teilnehmerstaaten des Warschauer Vertrages "Schild 72" durchgeführt. Truppenteile und Stäbe der LSK/LV der NVA nehmen erfolgreich daran teil.
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03.01.1974
Die ersten Fähnriche des mit Ministerbefehls Nr. 168/73 geschaffenen Fähnrichkorps der NVA werden ernannt.
07.10.1974
Erstmalig wird der Titel "Verdienter Militärflieger der DDR" verliehen.
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Nov. 1977
Das Übungsjagdflugzeug L-39 "Albatros" wird eingeführt.
29.11.- 02.12.1977
X. Tagung der Verteidigungsminister des Warschauer Vertrages:
Der sowjetische Verteidigungsminister Ustinov äußert sich dem DDR-Verteidigungsminister Hoffmann in einem persönlichem Gespräch dahingehend, daß er die kurzfristige Einführung einer Staffel MiG-25 für die NVA für wünschenswert hielte. "Mit diesem modernen Flugzeug könnten die Piloten der Nationalen Volksarmee ohne Schwierigkeiten auf das Territorium Frankreichs wirksam werden." Diesem Wunsch wird in Folgen nicht entsprochen. Im Ergebnis dieses Gesprächs wird jedoch das moderne Fla-Raktensystem S-200 "WEGA" eingeführt. Hoffmann dazu an Erich Honecker: "Ein System dieses modernsten Typs, ..., ist mit 20 bisherigen Fla-Raketenrampen des Typs S-75 "WOLCHOW" zu vergleichen."
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26.08.- 03.09.1978
Oberstleutnant Sigmund Jähn als erster Deutscher im All (mit Sojus 31 zu Salut 6)
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07.10.1979
Luftparade anläßlich des 30. Jahrestages der DDR über Berlin, Kommandeur des fliegenden Verbandes war Oberst Henry Richter.
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Sept. 1980
Die LSK/LV nehmen erfolgreich am Manöver "Waffenbrüderschaft 80", das unter der Leitung des Ministers für Nationale Verteidigung der DDR auf dem Territorium der DDR stattfand, teil.
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01.03.1984
Mit Befehl beginnt der offizielle Aufbau der Armeefliegerkräfte. Im Stab des Kommandos der LaSK wurde der Bereich "Fliegerkräfte" gebildet.
03.04.1984
Erster Testflug zum Unternehmen "Diskant" ("Relais"). Dabei u.a. die "373", eine in Dresden zur Funkaufklärung umgerüsteten AN-26(SM). Die Maschine hatte im Frachtraum mobile Arbeitsplätze und Spezialausrüstung zum Abhören des grenzsnahen Funkverkehrs der NATO, sie wird bei ihren Einsatz über der offenen Ostsee (Unternehmen "Diskant") auch von dänischen F-16 begleitet.
07.10.1984
Anläßlich des 35. Jahrestages der DDR überfliegt ein Hubschrauberverband der NVA die Ehrentribüne in Berlin.
Dez. 1984
Bereits ca. 3 Jahre vor Einführung der MiG-29 werden wahrscheinliche Liefermängel (Plan!) durch die DDR angemahnt:
  - Flugzeugraketen K-73         220 St. Bedarf, 150 St. zugesagt = 68 %
  - Flugzeugraketen K-27R       192 St. Bedarf,   72 St. zugesagt = 38 %
  - Flugzeugraketen K-27T       166 St. Bedarf    72 St. zugesagt = 43 %
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Frühjahr 1985
Transportflieger der NVA leisten Hilfe bei der Bekämpfung der Dürrekatastrophe in Äthiopien.
Dez. 1985
Als Preis für die Su-22M stehen nach Auffassung der DDR je Flugzeug 30 bis 33 Mio. Mark zur Diskussion.
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Herbst 1987
Einführung der MiG-29 im JG-3
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11.07.1988
Heinz Kessler berichtet Erich Honecker über die Einführung der MiG-29, sowie die geplante Anschaffung des Schlachtflugzeugs Su-25K, des Kampfhubschraubers Mi-28 und des U-Boot-Abwehrhubschraubers Ka-28 für die Marineflieger.
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16.06.1989
Mit Beschluß des Nationalen Verteidigungsrates der DDR wird das Jagdgeschwader 7 mit 915 Soldaten bis zum 31.12 aufgelöst.
24.11.1989
Generalleutnant Rolf Berger wird neuer Chef der LSK/LV
06.12.1989
Auflösung des Nationalen Verteidigungsrates
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01.01.1990
Übergang bei der Anrede der Armeeangehörigen von "Genosse" bzw. "Genossin" auf "Herr" bzw. "Frau/Fräulein".
07.05.1990
Voraussetzungsloser Zivildienst mit gleicher Dauer wie der Wehrdienst wird eingeführt.
20.07.1990
Neue "Vereidigung" der NVA-Berufsoldaten. Das DDR-Emblem wird bei allen von den Kokarden der Mützen entfernt und durch die sog. "Reichsbahnkokarde" ersetzt.
30.08.1990
Befehl bis zum 28. September 1990 die Gefechtsfahrzeuge, Schiffe und Flugzeuge zu entmunitionieren.
04.09.1990
Letzte Einberufungen zur NVA.
24.09.1990
Offizielle Herauslösung der DDR aus dem Warschauer Vertrag.
02.10.1990
Alle Ehren-, Traditionsnamen der NVA werden ausdrücklich "abgerüstet".
02.10.1990, 24.00 Uhr
Die DDR, die NVA und ihre Luftstreitkräfte hören auf zu bestehen.
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Datum der letzten Änderung : Jena, den: 13.05. 2018