Ammoniumchlorid

Sicherheitshinweise
Bitte die eingeschränkte Gültigkeit der Gefahrstoffkennzeichnung bei Arzneimitteln beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) 
07 – Achtung

Achtung

H- und P-Sätze H:
  • Gesundheitsschädlich bei Verschlucken.
  • Verursacht schwere Augenreizung.
P:
  • Bei Kontakt mit den Augen: Einige Minuten lang behutsam mit Wasser spülen. Vorhandene Kontaktlinsen nach Möglichkeit entfernen. Weiter spülen.
EU-Gefahrstoffkennzeichnung aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) 
Gesundheitsschädlich
Gesundheits-
schädlich
(Xn)
R- und S-Sätze R:
  • Gesundheitsschädlich beim Verschlucken.
  • Reizt die Augen.
S:
  • Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen. (Text nur erforderlich bei Abgabe an nichtgewerbliche Endverbraucher)
  • Staub nicht einatmen.
Toxikologische Daten 1650 mg/kg (LD50, Ratte, oral)

Ammoniumchlorid ist das Ammoniumsalz der Salzsäure. Es ist ein farbloser, kristalliner Feststoff mit der chemischen Formel NH4Cl.

Vorkommen

Natürlich vorkommendes Ammoniumchlorid ist als Mineral Salmiak bekannt. Das Mineral ist ein Feststoff, der nicht mit einer wässrigen Lösung von Ammoniak, dem Salmiakgeist, verwechselt werden sollte. Der Name Salmiak leitet sich von lat. „sal ammoniacum“ (Salz des Ammon, siehe auch Namensherkunft von Ammoniak) ab, da es in der Antike in der Nähe eines Ammon-Tempels im heutigen Ägypten vorkam und äußerlich dem Halit (Steinsalz) ähnelt.

Gewinnung und Darstellung

Ammoniumchlorid kann durch Neutralisation von wässriger Ammoniaklösung mit Salzsäure oder durch die Reaktion von gasförmigem Ammoniak mit gasförmigem Chlorwasserstoff gewonnen werden.

\mathrm{NH_3 + HCl \longrightarrow NH_4Cl}

Ammoniumchlorid fällt als Nebenprodukt bei der Gewinnung von Soda nach dem Solvay-Verfahren an:

\mathrm{NaCl + CO_2 + NH_3 + H_2O \longrightarrow NaHCO_3 + NH_4Cl}
Strukturformel
AmmoniumionChloridion
Allgemeines
Name Ammoniumchlorid
Andere Namen
  • Ammoniummuriat
  • Ammoniaksalz
  • Lötstein
  • Salmiak
  • E 510
Summenformel NH4Cl
CAS-Nummer 12125-02-9
PubChem 25517
ATC-Code G04BA01
Kurzbeschreibung farblose Kristalle
Eigenschaften
Molare Masse 53,49 g/mol
Aggregatzustand fest
Dichte 1,53 g/cm3
Schmelzpunkt zersetzt sich bei 338 °C
Dampfdruck 1,3 hPa (160,4 °C)
Löslichkeit gut in Wasser (372 g/l bei 20°C)
Thermodynamische Eigenschaften
ΔHf0 −314,6 kJ/mol

Eigenschaften

Ammoniumchlorid ist ein farbloses, gut wasserlösliches Salz, welches kubische Kristalle bildet. Wässrige Lösungen reagieren leicht sauer – der pH-Wert einer 1%igen Lösung beträgt etwa 5,5. Ammoniumchlorid ist schlecht in Ethanol löslich und unlöslich in Aceton und Ether.

Mit steigender Temperatur dissoziiert Ammoniumchlorid nach

\mathrm{NH_4Cl \ \xrightarrow{\Delta T} \ NH_3 + \ HCl}

zunehmend zu Ammoniak und Chlorwasserstoff. Die Zersetzungstemperatur, die bei Normaldruck 338 °C beträgt, steigt entsprechend dem Prinzip vom kleinsten Zwang mit dem Druck, bis das Salz bei 34,4 bar und 520 °C schmilzt. Beim Versetzen von Ammoniumchlorid mit starken Basen (wie zum Beispiel Natron- oder Kalilauge) wird gasförmiges Ammoniak freigesetzt, beim Versetzen mit schwerflüchtigen konzentrierten Säuren (etwa Schwefel- oder Phosphorsäure) Chlorwasserstoff.

\mathrm{NH_4Cl_{(s)} + KOH_{(aq)} \longrightarrow NH_{3(g)} + KCl_{(aq)} + H_2O_{(l)}}
\mathrm{NH_4Cl_{(s)} + H_2SO_{4(l)} \longrightarrow HCl_{(g)} + NH_4HSO_{4(solv)}}

Verwendung

Verwendung findet Ammoniumchlorid heute unter anderem zur Herstellung von Kältemischungen, in der Färberei und Gerberei. Ebenfalls findet es Anwendung beim Verzinnen, Verzinken oder Löten, da es die Fähigkeit besitzt, mit Metalloxiden leicht rauchende und schwach anhaftende Chloride zu bilden und somit die Metalloberfläche zu reinigen. Des Weiteren dient es in der Medizin als Hustenlöser (Expektorans). Dazu ist es z.B. in Salmiak-Lakritz (Salmiakpastillen) enthalten. Außerdem wird es als Elektrolyt in Zink-Kohle-Batterien eingesetzt. Die Tabakverordnung erlaubt den Zusatz von Ammoniumchlorid zu einigen Tabakprodukten. Mit Ammoniak versetzte Ammoniumchlorid-Lösungen können auch als Puffer verwendet werden. Es ist auch häufig in Rauchpulver (weiß) vorhanden. Zusammen mit Alkalinitraten dient es als Komponente in Wettersprengstoffen. Auch zum Entrußen von Kaminen, Kachel-, Kohle- und Ölöfen findet es Verwendung.

Toxikologie

Tägliche Dosen von acht Gramm Ammoniumchlorid führten in einem Fall nach mehreren Wochen zu einer Azidose, die auch bei höheren Dosen die Symptomatik bestimmt. Bei bestehender Leber- oder Nierenerkrankung oder Kaliummangel ist entsprechend Vorsicht geboten.

Trenner
Basierend auf einem Artikel in Wikipedia.de
 
Seitenende
Seite zurück
©  biancahoegel.de;
Datum der letzten Änderung:  Jena, den: 28.05. 2017