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Bariumoxid

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),[5] ggf. erweitert[2]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol
Gefahr
H- und P-Sätze H:
  • Giftig bei Verschlucken.
  • Gesundheitsschädlich bei Einatmen.
  • Verursacht schwere Verätzungen der Haut und schwere Augenschäden.
P:
  • Staub / Rauch / Gas / Nebel / Dampf / Aerosol nicht einatmen.
  • Nur im Freien oder in gut belüfteten Räumen verwenden.
  • Schutzhandschuhe/ Schutzkleidung/ Augenschutz/ Gesichtsschutz/ Gehörschutz/ … tragen.
  • Bei Berührung mit der Haut [oder dem Haar]: Alle kontaminierten Kleidungsstücke sofort ausziehen. Haut mit Wasser abwaschen [oder duschen].
  • Bei Einatmen: Die Person an die frische Luft bringen und für ungehinderte Atmung sorgen. Sofort Giftinformationszentrum, Arzt oder … anrufen.
  • Bei Kontakt mit den Augen: Einige Minuten lang behutsam mit Wasser spülen. Eventuell vorhandene Kontaktlinsen nach Möglichkeit entfernen. Weiter spülen.
[2]
MAK 0,5 mg/m3 (Ba)[2]

Bariumoxid ist das Oxid des Erdalkalimetalls Barium. Es besitzt die Formel BaO.

Bariumoxid (Baryterde) wurde zuerst von Johan Gottlieb Gahn in Zusammenarbeit mit Carl Wilhelm Scheele 1774 aus Schwerspat dargestellt[7]. Es wurde zunächst von Torbern Olof Bergman als Terra ponderosa (lateinisch für Schwererde) bezeichnet und erhielt später durch Richard Kirwan den Namen Baryt sowie die Bezeichnungen Baryta und Barya[8].

Kristallstruktur
Struktur von Bariumoxid
_ Ba2+ 0 _ O2−
Kristallsystem kubisch
Raumgruppe Fm3m (Nr. 225)
Koordinationszahlen Ba[6], O[6]
Allgemeines
Name Bariumoxid
Verhältnisformel BaO
Kurzbeschreibung farbloses Pulver[1]
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Extern 1304-28-5
EG-Nummer 215-127-9
ECHA-InfoCard Extern 100.013.753
PubChem Extern 62392
ChemSpider Extern 56180
Eigenschaften
Molare Masse 153,32 g/mol
Aggregatzustand fest
Dichte 5,7 g/cm3[2]
Schmelzpunkt ca. 1920 °C[2]
Siedepunkt 2000 °C[3]
Löslichkeit In Wasser Zersetzung zu Bariumhydroxid[2]
Brechungsindex 1,9841[4]
Thermodynamische Eigenschaften
ΔHf0 −554 kJ/mol[6]

Eigenschaften

Bariumoxid ist ein farbloser Feststoff, der bei 1918 °C schmilzt. Mit Wasser reagiert es unter lebhafter Wärmeentwicklung zu Bariumhydroxid.

{\displaystyle {\mathrm {BaO} {}+{}\mathrm {H} {\vphantom {A}}_{\smash[{t}]{2}}\mathrm {O} {}\mathrel {\longrightarrow } {}\mathrm {Ba} (\mathrm {OH} ){\vphantom {A}}_{\smash[{t}]{2}}}}

Er besitzt eine Kristallstruktur vom Natriumchlorid-Typ und reagiert mit feuchter Luft zum Hydroxid, mit CO2-haltiger Luft bildet sich Bariumcarbonat.[9]

Darstellung

Technisch wird es durch das Erhitzen eines Kohle-Bariumcarbonat-Gemisches auf etwa 1030 °C hergestellt, im Laboratorium auch durch Glühen von Bariumnitrat.[1]

{\displaystyle {\mathrm {BaCO} {\vphantom {A}}_{\smash[{t}]{3}}{}+{}\mathrm {C} {}\mathrel {\longrightarrow } {}\mathrm {BaO} {}+{}2\,\mathrm {CO} }}

Verwendung

Bariumoxid wird als Absorptionsmittel für Kohlenstoffdioxid und als Trocknungsmittel sowie zur Herstellung von Bariumperoxid, Bariumhydroxid, organischen Bariumsalzen, Spezialgläsern und Oxidkathoden verwendet.

Bariumoxid unterliegt an Sauerstoffatmosphäre einer Gleichgewichtsreaktion zu Bariumperoxid BaO2.

{\displaystyle {2\,\mathrm {BaO} {}+{}\mathrm {O} {\vphantom {A}}_{\smash[{t}]{2}}{}\mathrel {\longrightleftharpoons } {}2\,\mathrm {BaO} {\vphantom {A}}_{\smash[{t}]{2}}}}

Zwischen 500 und 600 °C reagiert BaO zum Bariumperoxid. Oberhalb von 600 °C wird der im Peroxid gebundene Sauerstoff wieder abgegeben. BaO darf also nicht zu sehr erhitzt werden. Da die Gleichgewichtsreaktion zum Bariumperoxid mit Wärmeabgabe (exotherme Reaktion) und Volumenänderung verbunden ist, verschiebt sich das Gleichgewicht mit steigender Temperatur nach links. Man kann daher Sauerstoff bei niedriger Temperatur binden und bei höherer Temperatur wieder freisetzen.


Einzelnachweise

  1. Hochspringen nach: a b Eintrag zu Extern Bariumoxid. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 4. April 2026.
  2. Hochspringen nach: a b c d e f Eintrag zu Extern Bariumoxid in der GESTIS-Stoffdatenbank des Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, abgerufen am 4. April 2026. (JavaScript erforderlich)
  3. Datenblatt Extern Bariumoxid bei Thermo Fisher Scientific Inc., abgerufen am 4. April 2026.
  4. David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet-Version: 2010), CRC Press / Taylor and Francis, Boca Raton FL, Index of Refraction of Inorganic Crystals, S. 10-245.
  5. Nicht explizit in Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP) gelistet, fällt aber mit der angegebenen Kennzeichnung unter den Gruppeneintrag Extern barium salts, with the exception of barium sulphate, salts of 1-azo-2-hydroxynaphthalenyl aryl sulphonic acid, and of salts specified elsewhere in this Annex in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), abgerufen am 4. April 2026. Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung Extern erweitern.
  6. PAETEC Formelsammlung Ausgabe 2003, S. 116.n
  7. Baryumoxyd. In: Joseph Kürschner (Hrsg.): Pierer’s Konversations-Lexikon. 7. Auflage. Band 2. Berlin, Stuttgart 1889, S. 500.
  8. Baryumoxyd. In: Joseph Kürschner (Hrsg.): Pierer’s Konversations-Lexikon. 7. Auflage. Band 2. Berlin, Stuttgart 1889, S. 500.
  9. Georg Brauer (Hrsg.), unter Mitarbeit von Marianne Baudler u. a.: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearbeitete Auflage. Band II, Ferdinand Enke, Stuttgart 1978, ISBN 3-432-87813-3, S. 926.
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Basierend auf einem Artikel in: Extern Wikipedia.de
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Datum der letzten Änderung: Jena, den: 09.04. 2026