Blei(II)-sulfid

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP) ggf. erweitert
08 – Gesundheitsgefährdend 07 – Achtung 09 – Umweltgefährlich
Gefahr
H- und P-Sätze H:
  • Gesundheitsschädlich bei Verschlucken oder Einatmen.
  • Kann das Kind im Mutterleib schädigen. Kann vermutlich die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.
  • Kann die Organe schädigen (alle betroffenen Organe nennen, sofern bekannt) bei längerer oder wiederholter Exposition (Expositionsweg angeben, wenn schlüssig belegt ist, dass diese Gefahr bei keinem anderen Expositionsweg besteht).
  • Sehr giftig für Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung.
P:
  • Vor Gebrauch besondere Anweisungen einholen.
  • Staub / Rauch / Gas / Nebel / Dampf / Aerosol nicht einatmen.
  • Schutzhandschuhe/ Schutzkleidung/ Augenschutz/ Gesichtsschutz/ Gehörschutz/… tragen.
  • Bei Verschlucken: Bei Unwohlsein Giftinformationszentrum, Arzt oder … anrufen. Mund ausspülen.
  • Bei Exposition oder falls betroffen: Ärztlichen Rat Einholen / ärztliche Hilfe hinzuziehen.
  • Verschüttete Mengen aufnehmen.

Blei(II)-sulfid ist eine chemische Verbindung aus den Elementen Blei und Schwefel. Es ist ein Salz mit der Verhältnisformel PbS.

Kristallstruktur
Struktur von Blei(II)-sulfid
__ Pb2+     __ S2−
Kristallsystem kubisch
Raumgruppe Fm3m (Nr. 225)
Koordinationszahlen

Pb[6], S[6]

Allgemeines
Name Blei(II)-sulfid
Andere Namen Bleisulfid
Verhältnisformel PbS
Kurzbeschreibung schwarzer, geruchloser Feststoff
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 1314-87-0
EG-Nummer 215-246-6
ECHA-InfoCard 100.013.861
PubChem 14819
Eigenschaften
Molare Masse 239,27 g/mol
Aggregatzustand fest
Dichte 7,5 g/cm3
Schmelzpunkt 1114 °C
Löslichkeit

Vorkommen

Blei(II)-sulfid kommt in der Natur in großen Mengen in Form des Minerals Galenit (Bleiglanz) vor.

Gewinnung und Darstellung

Blei(II)-sulfid kann durch Einleiten von Schwefelwasserstoff oder Zugabe einer Natriumsulfid-Lösung in eine Blei-Salzlösung hergestellt werden.

Während bei der Fällung von Blei-Salzlösungen nur rein amorphe oder teilweise kristallisierte Blei(II)-sulfid-Niederschläge erhalten werden, lässt sich durch Umsetzung von Natriumtetrahydroxoplumbat(II)-lösung mit Thioharnstoff ein gleichmäßig kristallisiertes Blei(II)-sulfid von annähernd einheitlicher Kristallgröße darstellen.


\begin{align}
   \mathrm{Na_2 Pb(OH)_4}& \mathrm{\ +\ SC(NH_2 )_2} \longrightarrow \\
   & \mathrm{PbS + OC(NH_2 )_2 + 2 \ NaOH + H_2 O}
\end{align}

Eigenschaften

Bleiglanz als Mineral

Blei(II)-sulfid bildet große, bleigraue, metallglänzende Kristalle, die sich leicht spalten lassen. Die Gitterstruktur entspricht der von Natriumchlorid.

Die Verbindung ist schwer löslich in Wasser, ebenso in kalter verdünnter Salzsäure und Schwefelsäure. Durch Einleiten von Schwefelwasserstoff in eine Blei(II)-Salzlösung fällt aufgrund des Überschreiten des Löslichkeitsproduktes ein schwarzer Niederschlag von PbS aus:

\mathrm{Pb^{2+} + S^{2-} \longrightarrow PbS}
Gelöste Blei-Ionen bilden mit Sulfid (S2−) schwerlösliches Blei(II)-sulfid.

Mit dieser empfindlichen Reaktion lassen sich sehr geringe Spuren von Blei im Wasser nachweisen. Leicht löslich dagegen ist Blei(II)-sulfid in Salpetersäure. In konzentrierter Salzsäure zersetzt es sich in unter Schwefelwasserstoff-Entwicklung:

\mathrm{PbS + 2 \ HCl \longrightarrow PbCl_2 + H_2S}
Blei(II)-sulfid reagiert mit konzentrierter Salzsäure zu Blei(II)-chlorid und Schwefelwasserstoff.

Blei(II)-sulfid schmilzt bei 1114 °C.

Beim Erhitzen an der Luft (Rösten) verbrennt die Verbindung schließlich selbständig zu Blei(II)-oxid:

\mathrm{2 \ PbS + \frac{7}{2} \ O_2 \longrightarrow PbO + PbSO_ 4 + SO_2}
Blei(II)-sulfid reagiert mit Luft-Sauerstoff zu Blei(II)-oxid, Blei(II)-sulfat und Schwefeldioxid.

Verwendung

Bleisulfid ist ein Halbleiter und wird als Detektormaterial für Infrarotempfänger (z.B. in Teleskopen) verwendet. Weiterhin wird es als Vulkanisationsbeschleuniger in der Kautschukindustrie und als Rohstoff in der Glas- und Keramikindustrie eingesetzt. Ferner dient es als Hilfsstoff zur Emittierung spezieller Frequenzbänder bei Flares.

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Basierend auf einem Artikel in: Wikipedia.de
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Datum der letzten Änderung: Jena, den: 14.09. 2021