Inhalt
Anmerkungen
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- Man hört hin und wieder Klagen über Seichtigkeit der Denkungen unserer Zeit und den Verfall gründlicher Wissenschaft. Allein ich sehe nicht, daß die, deren
Grund gelegt ist, als Mathematik, Naturlehre usw. diesen Vorwurf im mindesten verdienen, sondern vielmehr den alten Ruhm der Gründlichkeit behaupten, In der
letzteren aber sogar übertreffen. Ebenderselbe Geist würde sich nun auch in anderen Arten von Erkenntnis wirksam beweisen, wäre nur allererst für die
Berichtigung ihrer Prinzipien gesorgt worden. In Ermangelung derselben sind Gleichgültigkeit und Zweifel und endlich strenge Kritik vielmehr Beweise einer
gründlichen Denkungsart. Unser Zeitalter ist das eigentliche Zeitalter der Kritik, der sich alles unterwerfen muß. Religion durch ihre Heiligkeit und
Gesetzgebung durch ihre Majestät wollen sich gemeiniglich derselben entziehen. Aber alsdann erregen sie gerechten Verdacht wider sich und können auf
unverstellte Achtung nicht Anspruch machen, die die Vernunft nur demjenigen bewilligt, was ihre freie und öffentliche Prüfung hat aushallen können.
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- Ausgabe == dem Wort natürlich.
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Wäre es einem von den Alten eingefallen, auch nur diese Frage aufzuwerfen, so würde sie allein allen Systemen der reinen Vernunft bis auf unsere Zeit mächtig
widerstanden haben und hätte so viele eitle Versuche erspart, die, ohne zu wissen, womit man eigentlich zu tun hat, blindlings unternommen wurden.
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Die Deutschen sind die einzigen, welche sich jetzt des Worts Ästhetik bedienen, um dadurch das zu bezeichnen, was andere Kritik des Geschmacks heißen. Es liegt hier
eine verfehlte Hoffnung zugrunde, die der vortreffliche Analytiker Baumgarten faßte, die kritische Beurteilung des Schönen unter Vernunftprinzipien zu bringen und die
Regeln derselben zur Wissenschaft zu erheben. Allein diese Bemühung ist vergeblich. Denn gedachte Regeln oder Kriterien sind ihren Quellen nach bloß empirisch und
können also niemals zu Gesetzen a priori dienen, wonach sich unser Geschmacksurteil richten müßte, vielmehr macht das letztere den eigentlichen Probierstein der
Richtigkeit der ersteren aus. Um deswillen ist es ratsam, diese Benennung wiederum eingehen zu lassen und sie derjenigen Lehre aufzubehalten, die wahre Wissenschaft
ist.
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Ich kann zwar sagen: meine Vorstellungen folgen einander; aber das heißt nur, wir sind uns ihrer als in einer Zeitfolge, d.i. nach der Form des inneren Sinnes
bewußt. Die Zeit ist darum nicht etwas an sich selbst, auch keine den Dingen objektiv anhängende Bestimmung.
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Gleich als wenn das Denken im ersten Fall eine Funktion des Verstandes, im Zweiten der Urteilskraft, im dritten der Vernunft wäre. Eine Bemerkung, die erst in
der Folge ihre Aufklärung erwartet.
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Man gebe auf diesen Salz wohl acht, der von großer Wichtigkeit ist. Alle Vorstellungen haben eine notwendige Beziehung auf ein mögliches empirisches
Bewußtsein; denn hätten sie dieses nicht und wäre es gänzlich unmöglich, sich ihrer bewußt zu werden, so würde das soviel sagen, sie existierten gar nicht.
Alles empirische Bewußtsein hat aber eine notwendige Beziehung auf ein transzendentales (vor aller besondern Erfahrung vorhergehendes) Bewußtsein, nämlich das
Bewußtsein meiner selbst, als die ursprüngliche Apperzeption. Es ist also schlechthin notwendig, daß in meinem Erkenntnis alles Bewußtsein zu einem Bewußtsein
(meiner Selbst) gehöre. Hier ist nun eine synthetische Einheit des Mannigfaltigen (Bewußtsein), die a priori erkannt wird, und geradeso den Grund zu
synthetischen Sätzen a priori, die das reine Denken betreffen, als Raum und Zeit zu solchen Sätzen, die die Form der bloßen Anschauung angehen, abgibt. Der
synthetische Satz, daß alles verschiedene empirische Bewußtsein in einem einzigen Selbstbewußtsein verbunden sein müsse, ist der schlechthin erste und
synthetische Grundsatz unseres Denkens überhaupt. Es ist aber nicht außer acht zu lassen, daß die bloße Vorstellung Ich in Beziehung auf alle anderen
(deren kollektive Einheit sie möglich macht) das transzendentale Bewußtsein sei. Diese Vorstellung mag nun klar (empirisches Bewußtsein) oder dunkel sein,
daran liegt hier nichts, ja nicht einmal an der Wirklichkeit desselben, sondern die Möglichkeit der logischen Form alles Erkenntnisses beruht notwendig auf
dem Verhältnis zu dieser Apperzeption als einem Vermögen.
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Daß die Einbildungskraft ein notwendiges Ingredienz der Wahrnehmung selbst sei, daran hat wohl noch kein Psychologe gedacht. Das kommt daher, weil man dieses
Vermögen teils nur auf Reproduktionen einschränkte, teils weil man glaubte, die Sinne lieferten uns nicht allein Eindrücke, sondern setzten solche auch sogar
zusammen und brächten Bilder der Gegenstände zuwege, wozu ohne Zweifel außer der Empfänglichkeit der Eindrücke noch etwas mehr, nämlich eine Funktion der
Synthesis derselben erfordert wird.
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Der Mangel an Urteilskraft ist eigentlich das, was man Dummheit nennt, und einem solchen Gebrechen ist gar nicht abzuhelfen. Ein stumpfer oder eingeschränkter
Kopf, dem es an nichts als an gehörigem Grade des Verstandes und eigenen Begriffen desselben mangelt, ist durch Erlernung sehr wohl sogar bis zur
Gelehrsamkeit auszurüsten. Da es aber gemeiniglich alsdann auch an jenem (der secunda Petri) zu fehlen pflegt, so ist es nichts Ungewöhnliches, sehr gelehrte
Männer anzutreffen, die im Gebrauch ihrer Wissenschaft jenen nie zu bessernden Mangel häufig blicken lassen.
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Man merke wohl, daß ich nicht von der Veränderung gewisser Relationen überhaupt, sondern von Veränderung des Zustands rede. Daher, wenn ein Körper
sich gleichförmig bewegt, so verändert er seinen Zustand (der Bewegung) gar nicht, aber wohl, wenn seine Bewegung zu- oder abnimmt.
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Die Einheit des Weltganzen, in welchem alle Erscheinungen verknüpft sein sollen, ist offenbar eine bloße Folgerung des insgeheim angenommenen Grundsatzes der
Gemeinschaft aller Substanzen, die zugleich sind; denn, wären sie isoliert; so würden sie nicht als Teile ein, Ganzes ausmachen, und wäre ihre Verknüpfung
(Wechselwirkung des Mannigfaltigen) nicht schon um des Zugleichseins willen notwendig, so könnte man aus diesem als einem bloß idealen Verhältnis auf
jene als ein reales nicht schließen. Wiewohl wir an seinem Ort gezeigt haben, daß die Gemeinschaft eigentlich der Grund der Möglichkeit einer empirischen Erkenntnis,
der Koexistenz, sei, und daß man also eigentlich nur aus dieser auf jene als ihre Bedingung zurückschließe.
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Durch die Wirklichkeit eines Dinges setze ich freilich mehr als die Möglichkeit, aber nicht in dem Dinge; denn das kann niemals mehr in der Wirklichkeit
enthalten, als was in dessen vollständiger Möglichkeit enthalten war. Sondern da die Möglichkeit bloß eine Position des Dinges in Beziehung auf den
Verstand (dessen empirischen Gebrauch) war, so ist die Wirklichkeit zugleich eine Verknüpfung desselben mit der Wahrnehmung.
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Ich verstehe hier die Realdefinition, welche nicht bloß dem Namen einer Sache andere und verständlichere Wörter unterlegt, sondern die, so ein klares Merkmal,
daran der Gegenstand (definitum) jederzeit sicher erkannt werden kann, und den erklärten Begriff zur Anwendung brauchbar macht, in sich enthält.
Die Realerklärung würde also diejenige sein, welche nicht bloß einen Begriff, sondern zugleich die objektive Realität desselben deutlich macht.
Die mathematischen Erklärungen, welche den Gegenstand dem Begriff gemäß in der Anschauung darstellen, sind von der letzteren Art.
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Wollte man sich hier der gewöhnlichen Ausflucht bedienen, daß wenigstens realitates noumena einander nicht entgegenwirken können, so müßte man doch
ein Beispiel von dergleichen reiner und sinneafreier Realität anführen, damit man verstände, ob eine solche überhaupt etwas oder gar nichts vorstelle.
Aber es kann kein Beispiel woher anders als aus der Erfahrung genommen werden, die niemals mehr als Phae-omena darbietet; und so bedeutet dieser Satz
nichts weiter, als daß der Begriff, der lauter Bejahungen enthält, nichts Verneinendes enthalte, ein Satz, an dem wir niemals gezweifelt haben.
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Die Sinnlichkeit, dem Verstand untergelegt, als das Objekt, worauf dieser seine Punktion anwendet, ist der Quell realer Erkenntnisse. Ebendieselbe aber,
sofern sie auf die Verstandeshandlung selbst einfließt und ihn zum Urteilen bestimmt, ist der Grund des Irrtums.
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Er dehnte seinen Begriff freilich auch auf spekulative Erkenntnisse aus, wenn sie nur rein und völlig a priori gegeben waren, sogar über die Mathematik,
ob diese gleich ihren Gegenstand nirgends anders als in der möglichen Erfahrung hat. Hierin kann ich ihm nun nicht folgen, sowenig als in der mystischen Deduktion
dieser Ideen oder den Übertreibungen, dadurch er sie gleichsam hypostasierte; wiewohl die hohe Sprache, deren er sich in diesem Feld bediente, einer milderen
und der Natur der Dinge angemessenen Auslegung ganz wohl fähig ist.
Vorrede zur zweiten Auflage
1
Ich folge hier nicht genau dem Faden der Geschichte der Experimentalmethode,
deren erste Anfänge auch nicht wohl bekannt sind.
2
Diese dem Naturforscher nachgeahmte Methode besteht also darin: die Elemente der
reinen Vernunft in dem zu suchen, was sich durch ein Experiment bestätigen
oder widerlegen läßt. Nun läßt sich zur Prüfung der Sätze der reinen
Vernunft, vornehmlich wenn sie über alle Grenze möglicher Erfahrung hinaus
gewagt werden, kein Experiment mit ihren Objekten machen (wie in der
Naturwissenschaft): also wird es nur mit Begriffen und
Grundsätzen, die wir a priori annehmen, tunlich sein, indem man sie
nämlich so einrichtet, daß dieselben Gegenstände einerseits als
Gegenstände der Sinne und des Verstandes für die Erfahrung, andererseits
aber doch als Gegenstände, die man bloß denkt, allenfalls für die isolierte und
über Erfahrungsgrenze hinausstrebende Vernunft, mithin von zwei verschiedenen
Seiten betrachtet werden können. Findet es sich nun, daß, wenn man die Dinge aus
jenem doppelten Gesichtspunkte betrachtet, Einstimmung mit dem Prinzip der
reinen Vernunft stattfinde, bei einerlei Gesichtspunkte aber ein unvermeidlicher
Widerstreit der Vernunft mit sich selbst entspringe, so entscheidet das
Experiment für die Richtigkeit jener Unterscheidung.
3
Dieses Experiment der reinen Vernunft hat mit dem der Chymiker, welches
sie mannigmal den Versuch der Reduktion, im allgemeinen aber das
synthetische Verfahren nennen, viel Ähnliches. Die Analysis des
Metaphysikers schied die reine Erkenntnis a priori in zwei sehr
ungleichartige Elemente, nämlich die der Dinge als Erscheinungen, und dann der
Dinge an sich selbst. Die Dialektik verbindet beide wiederum zur
Einhelligkeit mit der notwendigen Vernunftidee des Unbedingten, und
findet, daß diese Einhelligkeit niemals anders, als durch jene Unterscheidung
herauskomme, welche also die wahre ist.
4
So verschafften die Zentralgesetze der Bewegungen der Himmelskörper dem, was
Kopernikus anfänglich nur als Hypothese annahm, ausgemachte Gewißheit,
und bewiesen zugleich die unsichtbare den Weltbau verbindende Kraft (der
Newtonischen Anziehung), welche auf immer unentdeckt geblieben wäre, wenn
der erstere es nicht gewagt hätte, auf eine widersinnische, aber doch wahre Art,
die beobachteten Bewegungen nicht in den Gegenständen des Himmels, sondern in
ihrem Zuschauer zu suchen. Ich stelle in dieser Vorrede die in der Kritik
vorgetragene, jener Hypothese analogische, Umänderung der Denkart auch nur als
Hypothese auf, ob sie gleich in der Abhandlung selbst aus der Beschaffenheit
unserer Vorstellungen vom Raum und Zeit und den Elementarbegriffen des
Verstandes, nicht hypothetisch, sondern apodiktisch bewiesen wird, um nur die
ersten Versuche einer solchen Umänderung, welche allemal hypothetisch sind,
bemerklich zu machen.
5
Einen Gegenstand erkennen, dazu wird erfodert, daß ich seine Möglichkeit
(es sei nach dem Zeugnis der Erfahrung aus seiner Wirklichkeit, oder a priori
durch Vernunft) beweisen könne. Aber denken kann ich, was ich will, wenn
ich mir nur nicht selbst widerspreche, d.i. wenn mein Begriff nur ein möglicher
Gedanke ist, ob ich zwar dafür nicht stehen kann, ob im Inbegriffe aller
Möglichkeiten diesem auch ein Objekt korrespondiere oder nicht. Um einem solchen
Begriffe aber objektive Gültigkeit (reale Möglichkeit, denn die erstere war bloß
die logische) beizulegen, dazu wird etwas mehr erfodert. Dieses Mehrere aber
braucht eben nicht in theoretischen Erkenntnisquellen gesucht zu werden, es kann
auch in praktischen liegen.
6
Eigentliche Vermehrung, aber doch nur in der Beweisart, könnte ich nur die
nennen, die ich durch eine neue Widerlegung des psychologischen
Idealisms, und einen strengen (wie ich glaube auch einzig möglichen)
Beweis von der objektiven Realität der äußeren Anschauung S. 275 gemacht habe.
Der Idealism mag in Ansehung der wesentlichen Zwecke der Metaphysik für noch so
unschuldig gehalten werden (das er in der Tal nicht ist), so bleibt es immer ein
Skandal der Philosophie und allgemeinen Menschenvernunft, das Dasein der Dinge
außer uns (von denen wir doch den ganzen Stoff zu Erkenntnissen selbst für
unsern inneren Sinn her haben) bloß auf Glauben annehmen zu müssen, und,
wenn es jemand einfällt, es zu bezweifeln, ihm keinen genugtuenden Beweis
entgegenstellen zu können. Weil sich in den Ausdrücken des Beweises von der
dritten Zeile bis zur sechsten einige Dunkelheil findet: so bitte ich diesen
Period so umzuändern: »Dieses Beharrliche aber kann nicht eine Anschauung in
mir sein. Denn alle Bestimmungsgründe meines Daseins, die in mir angetroffen
werden können, sind Vorstellungen, und bedürfen, als solche, selbst ein von
ihnen unterschiedenes Beharrliches, worauf in Beziehung der Wechsel derselben,
mithin mein Dasein in der Zeit, darin sie wechseln, bestimmt werden könne.«
Man wird gegen diesen Beweis vermutlich sagen: ich bin mir doch nur dessen, was
in mir ist, d.i. meiner Vorstellung äußerer Dinge unmittelbar bewußt;
folglich bleibe es immer noch unausgemacht, ab etwas ihr Korrespondierendes
außer mir sei, oder nicht. Allein ich bin mir meines Daseins in der Zeit
(folglich auch der Bestimmbarkeit desselben in dieser) durch innere Erfahrung
bewußt, und dieses ist mehr, als bloß mich meiner Vorstellung bewußt zu sein,
doch aber einerlei mit dem empirischen Bewußtsein meines Daseins, welches
nur durch Beziehung auf etwas, was, mit meiner Existenz verbunden, außer mir
ist, bestimmbar ist. Dieses Bewußtsein kleines Daseins in der Zeit ist also
mit dem Bewußtsein eines Verhältnisses zu etwas außer mit identisch verbunden,
und es ist also Erfahrung und nicht Erdichtung, Sinn und nicht Einbildungskraft,
welches das Äußere mit meinem inneren Sinn unzertrennlich verknüpft; denn der
äußere Sinn ist schon an sich Beziehung der Anschauung auf etwas Wirkliches
außer mir, und die Realität desselben, zum Unterschiede von der Einbildung,
beruht nur darauf, daß er mit der inneren Erfahrung selbst, als die Bedingung
der Möglichkeit derselben, unzertrennlich verbunden werde, welches hier
geschieht. Wenn ich mit dem intellektuellen Bewußtsein meines Daseins, in
der Vorstellung Ich bin, welche alle meine Urteile und
Verstandeshandlungen begleitet, zugleich eine Bestimmung meines Daseins durch
intellektuelle Anschauung verbinden könnte, so wäre zu derselben das
Bewußtsein eines Verhältnisses zu etwas außer mir nicht notwendig gehörig. Nun
aber jenes intellektuelle Bewußtsein zwar vorangeht, aber die innere Anschauung,
in der mein Dasein allein bestimmt werden kann, sinnlich und an Zeitbedingung
gebunden ist, diese Bestimmung aber, mithin die innere Erfahrung selbst, von
etwas Beharrlichem, welches in mir nicht ist, folglich nur in etwas außer mir,
wogegen ich mich in Relation betrachten muß, abhängt: so ist die Realität des
äußeren Sinnes mit der des innern, zur Möglichkeit einer Erfahrung überhaupt,
notwendig verbunden: d.i. ich bin mir eben so sicher bewußt, daß es Dinge außer
mir gebe, die sich auf meinen Sinn beziehen, als ich mir bewußt bin, daß ich
selbst in der Zeit bestimmt existiere. Welchen gegebenen Anschauungen nun aber
wirklich Objekte außer mir korrespondieren, und die also zum äußeren
Sinne gehören, welchem sie und nicht der Einbildungskraft zuzuschreiben
sind, muß nach den Regeln, nach welchen Erfahrung überhaupt (selbst innere) von
Einbildung unterschieden wird, in jedem besondern Falle ausgemacht werden, wobei
der Satz: daß es wirklich äußere Erfahrung gebe, immer zum Grunde liegt. Man
kann hiezu noch die Anmerkung fügen: die Vorstellung von etwas
Beharrlichem im Dasein ist nicht einerlei mit der beharrlichen
Vorstellung; denn diese kann sehr wandelbar und wechselnd sein, wie alle
unsere und selbst die Vorstellungen der Materie, und bezieht sich doch auf etwas
Beharrliches, welches also ein von allen meinen Vorstellungen unterschiedenes
und äußeres Ding sein muß, dessen Existenz in der Bestimmung meines
eigenen Daseins notwendig mit eingeschlossen wird, und mit derselben nur eine
einzige Erfahrung ausmacht, die nicht einmal innerlich stattfinden würde, wenn
sie nicht (zum Teil) zugleich äußerlich wäre. Das Wie? läßt sich hier eben so
wenig weiter erklären, als wie wir überhaupt das Stehende in der Zeit denken,
dessen Zugleichsein mit dem Wechselnden den Begriff der Veränderung
hervorbringt.
Inhalt
Datum der letzten Änderung : Jena, den: 26.02. 2017