Pilze

Fungi Mycophyta
Roter Fliegenpilz
Amanitaceae muscaria

Pilze (lateinisch Fungi) sind eukaryotische Lebewesen, deren Zellen Mitochondrien und ein Zellskelett enthalten. In der biologischen Klassifikation bilden sie neben Tieren und Pflanzen ein eigenständiges Reich, zu dem sowohl Einzeller wie die Backhefe, als auch Vielzeller wie die Schimmelpilze und die Ständerpilze gehören.
Das Größenspektrum der Pilze reicht von mikroskopisch kleinen Arten bis zu den leicht erkennbaren Großpilzen. Das Myzel einer Hallimaschart (Armillaria ostoyae, in Amerika Honey Mushroom genannt) aus dem Malheur National Forest (USA) ist mit einer Ausdehnung von 8,8 km² und einem geschätzten Alter von 2400 Jahren eines der ältesten und das größte Lebewesen der Erde.

Pilze gelten heute aufgrund ihrer physiologischen und genetischen Eigenschaften als eigenes Reich und enger mit Tieren als Pflanzen verwandt.
Pilze bilden neben Pflanzen und Tieren das dritte Reich der vielzelligen Eukaryoten. Entsprechend groß ist ihre ökologische Bedeutung. Pilze wirken als Zersetzer von totem organischem Material oder unterstützen lebende Pflanzen in ihrer Entwicklung; manche zerstören aber auch lebende Pflanzen.

Alle Pilze sind für ihren Stoffwechsel auf die von anderen Lebewesen gebildeten organischen Stoffe angewiesen. Sie bilden die wichtigste Gruppe der am Abbau organischer Materie beteiligten Lebewesen und gelten damit neben den Bakterien als bedeutendste Destruenten. So sind es fast ausschließlich Pilze, die Lignin, komplexe Verbindungen in verholzten Zellwänden von Pflanzen, aufspalten und verwerten können. Auch im Abbau von Zellulose und Keratin sind sie die wichtigsten Verwerter. Zusammen mit Bakterien und tierischen Kleinstlebewesen bilden sie aus organischem Abfall den Humus. [vergl. Kompost]

Man nimmt an, dass etwa 80 bis 90 Prozent aller Pflanzen in ihrem Wachstum von Pilzen gefördert werden.

Die Pilze leben mit den Planzen in Symbiose:
Die Pflanze erhält über den Pilz mehr Nährstoffe, da sein feines Mycel den Boden enger durchwirkt als ihre eigenen Saugwurzeln das könnten. Diese bessere Versorgung macht sich insbesondere in sehr nährstoffarmen Böden bemerkbar.
Der Pilz erhält quasi als Gegenleistung Nahrung in Form von Kohlenhydraten, die die Pflanze durch Photosynthese erzeugt hat.

Im weiteren wollen wir uns auf die wichtige Gruppe der Schorf-, Rost- und Brandpilze, die Mehltaupilze konzentrieren.

Als Ursache für Pflanzenerkrankungen

Der Stoffkreislauf der Pilze ist die Hauptursache.

Pilzkrankheiten treten an allen Pflanzenteilen auf und in jedem Wachstunsstadium.
Die durch Pilzkrankheiten verursachten Krankheitsbilder sind sehr verschieden: von Fäulniserscheinungen über Fleckenbildung bis hin zu Formveränderungen und Ausscheidungen.

Die Liste der von Befall betroffen seien könnenden Pflanzen ist in jedem Falle größer als die Anzahl der in Ihrem Gartren wachesenden Pflanzenarten. Es wird geschätzt das es etwa 10.000 Pflanzenerkrankungen gibt deren Ursachen sich auf Pilze zurückführen lassen. In Ihren schlimmsten Fällen können diese Pflanzenerkrankungen auch für den Menschen tötliche Auswirkungen haben.

Wie verhüten wir Pilzkrankheiten und wie bekämpfen wir sie?

Dies geschieht nach dem Grundsatz: Vorbeugen i s t.besser als Heilen. Durch geeignete sachgemäße Pflege unserer Pflanzen, d. h. durch ausreichende, aber nicht übertriebene Düngung und Versorgung mit Wasser. Auch dürfen wir nicht zu eng pflanzen oder zu dicht säen; denn Licht und Luft schützen am besten vor Krankheitsbefall. Kranke Pflanzen und Pflanzenteile sind aus dem Bestand, noch bevor sich eine Krankheit stärker verbreitet hat, zu entfernen. Die Anwendung chemischer Bekämpfungsmittel als Spritz- oder Stäubemittel hat sich in vielen Fällen bewährt. Wie dem Kranken von seinem Arzt je nach der Art der Erkrankung Medizin verschrieben wird, so benutzt auch der Gartenfreund nach Anweisung des Pflanzenschutzamtes chemische Mittel gegen Pilzkrankheiten und tierische Schädlinge. Voraussetzung für den Erfolg ist, daß diese Mittel genau nach Vorschrift, aber nicht nach der wohlmeinenden, aber falschen Ansicht des Gartenfreundes „Viel hilft viel" angewendet werden.


 
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Datum der letzten Änderung:  Jena, den: 03.11. 2020