Friedrich Riclef Schomerus

deutscher Jurist, Ökonom

geboren: 2. Januar 1879 Marienhafe/Ostfriesland
gestorben: 20. April 1963 Jena

Dr. rer. pol.
Mitglied der Geschäftsleitung und Bevollmächtigter der Carl-Zeiss-Stiftung


Aufnahme um 1930

Schomerus (Betonung auf der zweiten Silbe) studierte in Göttingen, Berlin, Leipzig und Tübingen Jura und Nationalökonomie. 1906 wurde Schomerus Personalabteilungsleiter der Carl-Zeiss-Stiftung in Jena. Von 1914 bis 1933 war er Mitglied der Stadtverordnetenversammlung und Vorsitzender der Fraktion der Deutschen Demokratischen Partei sowie Mitglied in Finanz- und im Bauausschuss der Stadt. Als Vorstand der Carl-Zeiss-Siedlungsgemeinschaft war er verantwortlich für den Bau von 920 Eigenheimen und 240 Wohnungen.
Wegen seiner kritischen Haltung gegenüber dem Nationalsozialismus wurde er 1933 als Leiter der Personalabteilung abgesetzt.

Nach der Besetzung Jenas durch die amerikanischen Truppen wurde Schomerus wieder in seine Funktion als Personalchef eingesetzt. Nachdem die Amerikaner Thüringen geräumt und wesentliche Teile sowohl der Führung wie auch der Unterlagen der Firma mitgenommen hatten, gehörte er der neuen Geschäftsleitung an und war gleichzeitig Bevollmächtigter der Carl-Zeiss-Stiftung. Nach dem Krieg setzte er sich für die Weiterführung der Carl Zeiss-Stiftung und die Wiederaufnahme der Produktion ein. Am 16. November 1946 verlieh ihm die Stadt das Ehrenbürgerrecht.
Schomerus war bürgerlicher Liberaler und Mitbegründer der LPD im Thüringen.
1946 wurde Schomerus Mitglied der LDP-Fraktionen sowohl in der Jenaer Stadtverordnetenversammlung als auch im Thüringer Landtag in Weimar.
Schomerus war Mitbegründer der Volkshochschule in Jena.

Nach ihm ist im Wohngebiet Jena-Winzerla eine Straße benannt





Bild: Zeiss-Archiv
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Datum der letzten Änderung : Jena, den: 12.09. 2014