Deltaflügel

Deltaflügel stellen im Grundriß gleichschenklige Dreiecke dar und werden wegen ihrer Ähnlichkeit mit dem griechischen Buchstaben Δ (Delta) entsprechend bezeichnet. Sie besitzen im Verhältnis zu ihrer Länge und Tiefe eine relativ geringe Profildicke.

Funktionsweise

Concord Bei Deltaflügeln kommt es wegen der Umströmung der stark gepfeilten Flügelnase zu einer Strömungsablösung, und es bildet sich über den Flügelaußenteilen je ein primäres Wirbelband. Diese Wirbelbänder, welche das Strömungsbild charakterisieren, werden durch Vorderkantenwirbel ausgelöst und allgemein als Deltawirbel bezeichnet. Sie erweitern sich nach hinten und rollen sich entlang den Flügelnasen auf, wobei an der Flügelhinterkante auch die Randwirbel mit eingerollt werden. Zwischen den Deltawirbeln verläuft die Strömung weitgehend geradlinig nach hinten. In der Nähe der Flügelnase, unterhalb der Deltawirbel, treten im allgemeinen schwache sekundäre Ablösungen auf. Mit zunehmendem Anstellwinkel werden auch die Deltawirbel größer und stärker.
Der Verlauf des Auftriebsbeiwertes über dem Anstellwinkel ist bei schlanken Deltaflügeln mit scharfer Flügelnase nicht linear. Der Auftriebsbeiwert setzt sich aus einem linearen Anteil und dem von den Deltawirbeln zusätzlich erzeugten nichtlinearen Anteil zusammen.

Besonderheiten

Überziehsicherheit

Eine Besonderheit und gleichzeitig ein Sicherheitsaspekt besteht in der bleibenden Relation zwischen dem Auftrieb eines Deltaflüglers und der Fluggeschwindigkeit: Das Abnehmen der Fluggeschwindigkeit führt bei einem solchen Flugzeug nur zu einem schneller werdenden Absinken; folglich lässt sich dies durch eine entsprechende Beschleunigung leicht korrigieren und damit das Flugzeug wieder in eine normale Fluglage wie z.B. einen Geradeausflug überführen.

Hingegen würde bei Flugzeugen ohne Deltaflügel ein zu hoher Anstellwinkel oder ein Unterschreiten der Mindestgeschwindigkeit zu einem ungewollten Strömungsabriss führen.

Leitwerksfunktion

Riss der MiG-21F-13 Meist dient der Deltaflügel auch als Höhenleitwerk; die Klappen am Ende der Fläche werden dann entsprechend angesteuert. Weiterhin dienen diese als Querruder, wobei Höhen- und Querruderfunktion meist gemischt auf die gleichen Klappen wirken. Es gibt jedoch auch mehrere bekannte Ausnahmen wie die MiG-21 und die Douglas A-4 mit vollständigem Leitwerk.

Einsatzbereich

Deltaflügel eignen sich besonders für den Überschallbereich um Mach 1. Ihre relativ scharf gestalteten Vorderkanten und ihre große Pfeilung sollen das Auftreten von Verdichtungsstößen vermindern und ermöglichen den wirtschaftlichen Überschallflug. Im Unterschallbereich haben sie bei gleichem Auftrieb jedoch einen höheren Luftwiderstand als herkömmliche Flügel.


 
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Datum der letzten Änderung: Jena, den: 03.07. 2017