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Luftdruck

Abnahme des Luftdrucks mit der Höhe

Aerostatischer Druck der unter dem Einfluß des Schwerefeldes der Erde befindlichen Luft. Die Messung des Luftdruckes geschieht i. alg. durch Kräftevergleich, indem man die Kraft einer vom Niveau der Druckmessung bis zur Obergrenze der Atmosphäre reichenden Luftsäule auf ihre Unterlage mit derjenigen einer Quecksilbersäule gleichen Querschnitts auf ihre Unterlage vergleicht.
Im Meeresniveau hält der Luftsäule von 1 m2 Querschnitt eine Quecksilbersäule gleichen Querschnitts von etwa 0,76 m Höhe das Gleichgewicht. Diese Quecksilbersäule übt auf ihre Unterlage bei 0° C und Normalschwere entsprechend der Beziehung
Druck=Kraft/Fläche einen Druck von 101,3250 kPa aus. Neben der SI-Einheit Pascal (Pa) werden in der Meteorotogie und umgangssprachlich noch die SI-abgeleitete Einheit Bar (bar) bzw. ihr 1 000. Teil "Millibar (mbar)" verwendet, wobei 1 mbar = 102 Pa.
Die Messung des Luftdruckes erfolgt im allg. mit Quecksilberbarometern oder Aneroidbarometern.
Der Luftdruck nimmt mit der Höhe logarithmisch ab und unterliegt räumlichen und zeitlichen Schwankungen. Diese höhenabhängige Abnahme des Luftdrucks nutzt man in der Luftfahrt zur Höhenmessung. Luftfahrzeuge sind zu diesem Zweck mit nach der ICAO-Standardatmosphäre geeichten Aneroidbarometern (Höhenmessern) ausgerüstet. Diese werden bei Start und Landung entweder auf Platzdruck(QFE) oder den nach der ICAO-Standardatmosphäre auf Meeresniveau reduzierten Luftdruck (QNH) eingestellt. Bei Einstellung auf QFE zeigt der Höhenmesser nach der Landung die Höhe Null, bei Einstellung auf QNH nach der Landung die Flugplatzhöhe über NN an.
Bei Streckenflügen wird der Höhenmesser i.alg. auf Standarddruck 101,325 kPa (1 013,25 mbar) eingestellt.

Abnahme mit der Höhe

Der Luftdruck nimmt rasch mit der Höhe ab – in Meereshöhe um etwa 1 hPa je 8 Meter. Eine exakte mathematisches Beschreibung des Druckverlaufs ist wegen der Wetterdynamik und anderen Einflussfaktoren nicht möglich. Die als barometrische Höhenforme bezeichnete Exponentialfunktion

p(H)=p_0\ \mathrm{exp}\left(\frac{-H}{7990\, \mathrm m}\,\right) \,

ergibt deshalb nur eine Annäherung an die wirklichen Luftdruckverhältnisse. Sie geht von der (falschen) Voraussetzung aus, dass die Temperatur bei Änderung der Höhe konstant bleibt, berücksichtigt aber nicht die Abnahme der Erdbeschleunigung mit der Höhe und unterstellt eine konstante Zusammensetzung der Luft. Trotzdem erlauben barometrische Höhenmesser, die diese Formel benutzen, bei stabiler Wetterlage innerhalb einiger Stunden und über einige hundert Höhenmeter eine Höhenangabe mit einer Genauigkeit von ± 10 m. Aus dieser vereinfachten Formel ergibt sich die Faustregel „Abnahme um 1 % alle 80 m bzw. um 10 % alle 840 m“ und der folgende Luftdruck:

Höhe Luftdruck
(Vergleich zu
Normaldruck)
Normaldruck
-425 m
(Totes Meer)
105,6% 1070,1 hPa
-300 m 103,9% 1053,0 hPa
-200 m 102,6% 1039,6 hPa
-100 m 101,3% 1026,3 hPa
0 m 100% 1013,25 hPa
100 m 98,7% 1000,3 hPa
200 m 97,5% 987,6 hPa
300 m 96,2% 975,0 hPa
400 m 95,0% 962,5 hPa
500 m 93,8% 950,3 hPa
600 m 92,6% 938,1 hPa
700 m 91,4% 926,2 hPa
Höhe Luftdruck
(Vergleich zu
Normaldruck)
Normaldruck
800 m 90,2% 914,4 hPa
900 m 89,1% 902,7 hPa
1000 m 88,0% 891,2 hPa
1500 m 82,5% 835,8 hPa
2000 m 77,4% 783,8 hPa
2241 m 75% 759,9 hPa
2500 m 72,5% 735,1 hPa
2962 m
Zugspitze
68,4% 692,80 hPa
3000 m 68,0% 689,4 hPa
3500 m 63,8% 646,5 hPa
3798 m
Großglockner
61,4% 622,8 hPa
4000 m 59,8% 606,3 hPa
4810 m
Mt.Blanc
53,9% 546,52 hPa
Höhe Luftdruck
(Vergleich zu
Normaldruck)
Normaldruck
5000 m 52,6% 533,3 hPa
5400 m 50% 506,6 hPa
6000 m 46,3% 469,0 hPa
7000 m 40,7% 412,5 hPa
8000 m 35,8% 362,8 hPa
8848 m
Mt.Everest
32,1% 325,4 hPa
10 km 27,7% 280,7 hPa
17,9 km 10% 101,3 hPa
20 km 7,7% 77,8 hPa
35,9 km 1% 10,1 hPa
50 km 0,16% 165 Pa
100 km 0,00027% 0,27 Pa
 

Genauere Berechnungen ergeben halben Luftdruck in etwa 5,5 km Höhe und 10 % des Bodenwertes etwa 18,4 km über dem Boden.


 
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Datum der letzten Änderung: Jena, den: 18.12. 2018