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Johann Wolfgang Döbereiner

deutscher Chemiker

geboren: 13. Dezember 1780 in Hof
gestorben: 24. März 1849 in Jena

Er begann 1794 in Münchberg eine Lehre als Apotheker, auf die eine fünfjährige Wanderschaft folgte. Er arbeitete als Apothekengehilfe in Dillenburg, Karlsruhe und Straßburg, und eignete sich nebenbei autodidaktisch Kenntnisse in Chemie, Botanik und Mineralogie an.

Auf sich aufmerksam machte Döbereiner durch Untersuchungen von praktischen chemischen Problemen. So erhielt er schließlich 1810 von Herzog Carl August von Sachsen-Weimar eine außerordentliche Professur für Chemie, Pharmazie und Technologie an der Universität Jena.
Da er kein akademisches Diplom vorweisen konnte, wurde ihm der Titel eines Dr. phil. erteilt, da seine bisherigen Veröffentlichungen „bereits unverkennbar den Stempel der Genialität und Vollendung in sich trugen.

Als chemischer Berater von Herzog Carl August beschäftigte er sich mit der Verbesserung von Fabrikationsverfahren und dem Aufbau verschiedener Betriebe, die sich gewinnbringend nutzen ließen. Er wurde um eine Expertise der Bad Berkaer Mineralquellen gebeten, wirkte mit an der Errichtung einer Schwefelsäurefabrik und entwickelte Verfahren zur Gewinnung und Verwertung von Indigo anstelle des Färberwaids.

1823 unternahm Döbereiner auf Goethes Veranlassung Schmelzversuche an Augiten und Amphibolen, die von der böhmischen Vulkankuppe Wolfsberg (Vlčí hora) stammten. Durch diese Versuche sollten Informationen zur Entstehung der Minerale erhalten werden.
1828 führte er Schmelzversuche zur Herstellung von Cölestin-Barytglas durch und untersuchte auch Gärungsprozesse.
Seine wichtigsten und bekanntesten Entdeckungen machte er im Bereich der katalytischen Wirkung von Platinmetallen und in der Feststellung von Ähnlichkeiten bei den Eigenschaften der damals bekannten Elemente.

Döbereiner gilt als Vordenker für den Aufbau des Periodensystems der Elemente. 1816 entdeckte er einen Zusammenhang zwischen den Elementen Calcium, Strontium und Barium. Sie hatten sehr ähnliche Eigenschaften und die Atommasse des mittleren Elementes war gerade der Mittelwert der Atommassen der beiden anderen Elemente.
Im Jahre 1829 veröffentlichte Döbereiner eine Schrift mit dem Namen Versuch zu einer Gruppierung der elementaren Stoffe nach ihrer Analogie und somit das erste wissenschaftlich fundierte Ordnungssystem der chemischen Elemente.

In Jena ist die Döbereinerstraße nach ihm benannt. Ihm zu Ehren trägt ein Hörsaal der Chemisch-Geowissenschaftlichen Fakultät der Universität Jena den Namen Döbereiner-Hörsaal, welcher sich nur wenige hundert Meter von seinem Grab entfernt befindet, vor den Gebäude findet sich eine Statue von Döbereiner.
Ihm zu Ehren steht am Fürstengrabens ("Via triumphalis") in Jena ein Gedenkstein.
Vom 20. bis 22. Mai 1980 fand in der Friedrich-Schiller-Universität Jena ein „Internationales Döbereiner-Kolloquium“ anlässlich seines 200. Geburtstages statt.
Der Asteroid (32853) Döbereiner wurde am 27. April 2002 nach im benannt.



 
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Datum der letzten Änderung:  Jena, den: 26.03. 2017