Bohne

Anderer Name:Phaseolus

Als Gemüse- und Salatpflanzen aus den Nutzgärten nicht mehr wegzudenken. Viele Arten werden auch als Zierpflanzen kultiviert.

Standort: Durchlässige, tiefgründige, nährstoffreiche Böden, an sonnigen bis halbschattigen Plätzen.
Höhe: 30 cm bis über 3 m bei windenden Arten.
Vermehrung: Aussaat.

Die Bohnen stammen fast alle aus dem tropischen und subtropischen Amerika. Schon früh wurden sie nach Europa, Afrika und Asien eingeführt und sind heute eine der wichtigsten Quellen für pflanzliches Eiweiß. Einige mehr lokal verbreitete Bohnen stammen aus Afrika und Asien. Die Bohnen gehören zur Gattung Phaseolus und sind ein Mitglied der Familie der Schmetterlingsblütler (Leguminosae oder Fabaceae).
Die Bohnen sind bereits sehr lange in Kultur. Schon die Indianer der vorkolumbianischen Zeit bauten sie in großer Zahl an. Die Urformen sind heute nur noch schwer auszumachen. Man vermutet als eine der Wildarten unserer Gartenbohnen Phaseolus aborigineus, die aus den Anden stammt. Insgesamt gibt es mehr als 200 Phaseolus-Arten, von denen die meisten nur eine lokale Bedeutung als Gemüse besitzen.

Arten
Bei uns wird fast ausschließlich die Gartenbohne, Phaseolus vulgaris, angebaut. Es handelt sich um linkswindende, einjährige Kräuter.
Die Buschbohne, Phaseolus vulgaris vor. nanus, wird nur 30 bis 50 cm hoch und hat kräftige Stengel. Sie windet auch nicht mehr. Sie wird direkt in Reihen gesät und hat eine recht kurze Kulturzeit. Die Hülsen werden unreif geerntet, damit sie jung und zart sind. Nur zur Trockcnbohnengewinnung läßt man die Hülsen ausreifen.
Die Stangenbohnen, P. vulgaris var. vulgaris, haben ihre windende Lebensform behalten. Man muß ihnen einen standfesten Halt geben, an dem sie hinaufklettern können. Die Stangenbohnen kann man mehrmals abernten, denn sie blühen und fruchten immer wieder. Ihre Kultur verlangt etwas mehr Mühe und Aufwendung als die der Buschbohnen. Die Hülsen werden etwa 18 bis 25 cm lang und werden beim Anschwellen der Samen geerntet.
Von Stangen- und Buschbohnen gibt es verschiedene Sorten mit unterschiedlichen Ansprüchen an das Klima und verschiedenen Ernteterminen.

Wie alle Bohnen sind sie frostempfindlich und sollten erst nach den Eisheiligen gesät werden. Dabei darf man sie nicht zu tief in die Erde legen, sonst keimen sie nicht. Die Bohnen wollen, wie ein Sprichwort sagt, "die Glocken läuten hören".

Die besonders robuste Feuerbohne Phaseolus coccineus wird sowohl als Zierpflanze als auch als Gemüse kultiviert. Auffallend sind die großen, leuchtendroten, zweifarbigen oder weißen Blüten. Sie stehen zwischen den drei-zähligen, großen, behaarten Blättern und erscheinen in achselständigen Trauben. Die Einzelblüte ist etwa 2 cm groß. Die Feuerbohnen wachsen sehr schnell bis auf eine Höhe von 4 m und stellen eine gute Sichtschutzpflanze dar. Nach der Blüte reifen die bis zu 35 cm langen Hülsen heran. Sie enthalten 7 bis 11 rötliche, schwarz gesprenkelte Samen und besitzen ein etwas ausgeprägteres Aroma als die Stangenbohnen. Es existieren aber noch keine fadenfreien Sorten.

Die Urbohne (Phaseolus mungo) stammt aus Südostasien. Sie ist vor allem im tropischen Asien und Ostafrika verbreitet. In unserer Küche findet man sie selten.

Die Mungbohne, Phaseolus aureus, ist ebenfalls in diesen Gebieten häufig. Man ißt die Hülsen gekocht wie Buschbohnen, oder es werden die reifen Samen geröstet oder zerstampft als Brei zubereitet. In letzter Zeit werden Mungbohnen auch zur Anzucht von Keimen angeboten. Nach 4 bis 5 Tagen sind sie etwa 4 cm groß und werden als Rohkostsalat oder Gemüse zubereitet. Sie sind besonders reich an Vitamin C. Neben den genannten Bohnen-Arten gibt es eine große Anzahl weiterer Bohnen, die aber nicht zur Gattung Phaseolus.

Anbau und Pflege
Die Bohnen brauchen einen durchlässigen, lockeren Boden. Er sollte nährstoffreich sein, obwohl die Bohnen wie alle Leguminosen mit Hilfe der Knöllchenbakterien in den Wurzeln Stickstoff fixieren können. Durch Mulchen, das für ausgeglichene Bodenfeuchte sorgt und häufiges Lockern der Erde, wird das Wachstum zusätzlich gefördert.
Bohnen sollten erst dann gesät werden, wenn keine Spätfröste mehr drohen. Man legt sie dann in flache Mulden und bedeckt sie dünn mit Erde. Stangenbohnen werden zu je 10 bis 12 pro Stange gesät. Die 2 bis 3 m langen Stangen werden vorher etwa 50 cm tief eingegraben.

Mit Beginn der Fruchtreife wird regelmäßig etwa alle 3 Tage durchgepflückt, was auch den Ernteertrag erhöht, da die verbliebenen Blüten gefördert werden.
Buschbohnen sät man in Reihen mit einem Abstand von etwa 60 bis 70 cm. Auch hier sät man kleine Häufchen, 5 bis 7 Samen im Abstand von 30 bis 40 cm. Die Buschbohnen werden zwei-, höchstens dreimal gepflückt. Die Pflanzen läßt man in der Erde, -da die Wurzeln mit den Knöllchenbakterien als Gründünger für Folgekulturen dienen können.
Nach 2 bis 3 Jahren der Kultur auf einer Stelle sollte man keine Bohnen mehr anpflanzen und die Frucht wechseln.

Die wärmeliebenden Stangenbohnen können auch unter Glas/Folie bis Ende Juni gelegt werden.

Vermehrung
Bei der Verwendung selbst gewonnener Samen sind die Sortenreinheit und die Ertragsgarantie nicht immer gegeben. Daher sollte man sich zumindest alle 2 bis 3 Jahre Samen im Fachhandel besorgen.

Bohnenschädlinge
Die Bohnen werden durch eine Reihe von Schadorganismen geschädigt. Wichtig sind vor allem die Pilze. Der Bohnenrost befällt vornehmlich im Frühjahr die Stangenbohnen. Den Betall erkennt man spätestens an den braunen bis schwarzen Pusteln auf den Blattoberseiten. Er führt dazu, daß die Blätter verkümmern und vertrocknen. Der Pilz wird durch Kupferspritzmittel bekämpft. Diese Mittel helfen auch gegen die Braunfleckenkrankheit. Der verantwortliche Pilz befällt die Bohnen vor allem bei regnerischem Wetter und verursacht rundliche, braune Flecken auf Blättern und Hülsen. Als vorbeugende Maßnahmen empfehlen sich regelmäßiger Fruchtwechsel und ein Beizen des Saatgutes.
Bei den tierischen Schädlingen ist vor allem die "Rote Spinne" zu nennen. Bei ihr ist es wichtig, die Überwinterungs- und Unterschlupfmöglichkeiten zu beseitigen. Die Bohnenstangen werden daher entrindet, was auch für die Pilzbekämpfung nützlich ist. Da die "Rote Spinne" gegen viele Spritzmittel resistent geworden ist, sollte man auf die oft sehr giftigen Spritzmittel verzichten. Seit einiger Zeit gibt es Raubmilben, die natürlichen Feinde der Spinnmilben, zu kaufen. Sie halten die Schädlinge recht gut unter Kontrolle.
Die auf Gehölzen überwinternden schwarzen Blattläuse wechseln im Frühjahr gern auf die Bohnenfelder über und vermehren sich dort sehr stark. Um einem großen Ertragsausfall vorzubeugen, kann man vorkultivierte Bohnen schon früh ins Freiland pflanzen und entsprechend früh ernten. Bei geeigneter Mischkultur im Gemüsegarten (z.B. mit Bohnenkraut) halten aber auch die natürlichen Feinde die Bohnenblattlaus unterhalb der Schadschwelle. Bei sehr starkem Befall wird mit einem möglichst ungiftigen und schnell abbaubarem Blattlausmittel gespritzt. Die Blattläuse übertragen eine Viruskrankheit, das Gurkenmosaik. Dieses Virus verursacht ein Kräuseln der Blätter, warzige Früchte und Zwergwuchs. Durch Blattlausbekämpfung kann der Befall verhindert oder eingedämmt werden. Befallene Pflanzen werden entfernt und vernichtet.

Verwendung in der Volksmedizin:
Anwendung äußerlich: Bohnenmehl zum Einpudern nasser und juckender Ausschläge. Bei Blasen- und Nierenleiden, bei Gicht und Rheuma haben sich die Schoten bewährt, ferner bei leichter Zuckerkrankheit (bei der aber unbedingt ein Arzt konsultiert werden muss!).

Anwendung innerlich:
Als Abkochung werden die leeren Schoten verwertet, wobei man die getrockneten, fein zerriebenen Schalen, von denen man über Nacht (mindestens 10 Stunden) 1 Esslöffel auf eine Tasse Wasser kalt ansetzt, ziehen lässt und kurz aufkocht. Die Tagesration darf bis zu drei Tassen gesteigert werden.
Die Heilwirkung der Bohne liegt in ihren harntreibenden und leicht blutzuckersenkenden Eigenschaften.

Anwendungsgebiete: Haut, Niere, Harnblase, Gelenke.

Giftige Pflanzenteile:
Bohnenhülsen und ihre Samen.

Giftig durch:
In Samen und Hülsen befindet sich Lectin (  Phasin ). Da es sich beim Phasin um ein Protein handelt, wird dieses beim Kochen zerstört, nicht aber beim Trocknen. Phasin ist ein Lektingemisch, das bei einigen Gemüsesorten im ungekochten Zustand vorkommt, insbesondere bei Bohnen.
Die Lektine bestehen aus den Aminosäuren: Glutaminsäure, Asparaginsäure, Serin, Alanin, Tyrosin, Lysin und Arginin.
Für den Menschen ist Phasin giftig, da es die roten Blutkörperchen miteinander verklebt. Der Verzehr führt ab einer bestimmten Dosis zu Erbrechen, Durchfall sowie zu Magen- und Darmbeschwerden. Im schlimmsten Fall kann der Verzehr tödlich sein.

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Weiterführende Informationen: Giftzentrale Uni Bonn
 
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Datum der letzten Änderung: Jena, den: 13.11. 2018