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Kommensalismus

Der Ausdruck Kommensalismus (lateinisch commensalis ‚Tischgenosse‘) wird für eine Form der Interaktion zwischen Individuen verschiedener Arten verwendet, die für Angehörige der einen Art positiv, für diejenige der anderen Art neutral ist. Der Ausdruck wird in verschiedenen Bereichen mit leicht unterschiedlicher Definition gebraucht.

Mensch

Beim Menschen zählen jene Mikroorganismen zu den Kommensalen, die verschiedene Mikrobiotope als Ekto- oder Endokommensalen besiedeln und in ihrer Gesamtheit dort als die jeweilige Normalflora bezeichnet werden. Teilweise handelt es sich um Mutualismus, da viele der Mikroorganismen für ein den Menschen schützendes Milieu sorgen, was bei einem Ungleichgewicht der Flora gesundheitliche Probleme mit sich bringt. Dann können diese strenggenommen nicht zu den Kommensalen gezählt werden. Das sind

Tiere

Der kleine Sperlingskauz brütet gern in Spechthöhlen

Ein typisches Beispiel für Kommensalismus ist z. B. bei Aasfressern der Steppen und Wüsten zu beobachten, die größeren Jägern folgen. Gelegentlich können Kommensalen durch Massenauftreten oder Nahrungsknappheit zu indirekten Konkurrenten werden.

Der Bezug verlassener Wohnstätten durch andere Spezies ist ebenfalls eine Form des Kommensalismus. Spechte legen jedes Jahr neue Bruthöhlen an, die anschließend gern von anderen Höhlenbrütern wie Staren oder Käuzen belegt werden, wobei auch Kleinsäuger wie Siebenschläfer als spätere Nutzer in Frage kommen.[5]

Der Bitterling nutzt für die Ablage seiner Eier und als Kinderstube für die Larven Muscheln, wie die Große Flussmuschel und die Große Teichmuschel. Während der kleine Karpfenfisch zwingend auf die Muscheln angewiesen ist, profitieren diese nicht, nehmen jedoch auch keinen Schaden.[6]

Pflanzen

Ein bekanntes Beispiel ist die Verbreitung der Samenköpfe von Kletten, die sich mit ihren langen, mit Hakenspitzen versehenen Stacheln im Fell von vorbeikommenden Tieren oder auch in Kleidungsstücken von Menschen anheften und an anderer Stelle vom Träger abfallen oder abgezogen werden. Die zeitweilige Nutzung anderer Organismen als Transportmittel wird auch als Phoresie bezeichnet.[7]

Einzelnachweise

  1. Eugenius Warming: Lehrbuch der ökologischen Pflanzengeographie. Eine Einführung in die Kenntnis der Pflanzenvereine. Deutsche, vom Verfasser genehmigte, durchgesehene und vermehrte Ausgabe von Emil Knoblauch. Borntraeger, Berlin 1896, Extern S. 106 ff.
  2. Josef Boch, Rudolf Supperer (Begründer), Thomas Schnieder (Hrsg.): Veterinärmedizinische Parasitologie. 6., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Parey, Stuttgart 2006, ISBN 3-8304-4135-5, S. 16 ff.
  3. G. C. L. Bertram: Aliee, W. C., Emerson, A. E., Park, O., Park, T. and Schmidt, K. P. Principles of Animal Ecology. Philadelphia and London, I949. W. B. Saunders & Co. Pp. 837, 263 text figures and photographs. Price 70s. In: The Eugenics Review. Band 43, Nr. 2, Juli 1951, S. 101, Extern PMC 2973284 (freier Volltext) – (Rezension).
  4. Jean-Pierre Gautier, Sylvain Biquand: Primate commensalism. In: Revue d’Ecologie. Band 49, Januar 1994, ISSN Extern 0249-7395, S. 210–212
  5. Extern Kommensalismus Lernhelfer, aufgerufen am 2. April 2026.
  6. Extern Christian Wolter: Der Bitterling Rhodeus amarus – ein Problemfisch für den Artenschutz? Nationalpark Unteres Odertal, aufgerufen am 2. April 2026.
  7. Thomas M. Smith, Robert L. Smith: Ökologie. Deutsche Ausgabe, 6., aktualisierte Auflage, bearbeitet und ergänzt von Anselm Kratochwil. Pearson Studium, München u. a. 2009, ISBN 978-3-8273-7313-7, S. 427.

Literatur

Siehe auch

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Datum der letzten Änderung: Jena, den: 02.04. 2026