Hermann Julius Oberth

österreich-ungarisch-deutscher Physiker und Raketenpionier

geboren: 25. Juni 1894 in Hermannstadt, Siebenbürgen, Österreich-Ungarn
gestorben: 28. Dezember 1989 in Nürnberg

1961: Großes Bundesverdienstkreuz (1961) mit Stern (1985)

Im Anschluss an seine Reifeprüfung im Jahr 1912 begann er ein Studium der Medizin in München, zusätzlich belegte er auch Vorlesungen an der Technischen Hochschule.

Oberth musste nach einer schweren Krankheit feststellen, dass Medizin nicht seinen eigentlichen Interessen entsprach. Daher begann er 1919 ein Studium der Physik an der Technischen Universität Klausenburg, Rumänien, das er in München, Göttingen und Heidelberg fortsetzte. 1922 wurde seine Heidelberger Dissertation Die Rakete zu den Planetenräumen, in der er sich mit Raumfahrt beschäftigte, abgelehnt, da es keinen ausgewiesenen Experten zu diesem Thema gab. So reichte er sein Manuskript als Diplomarbeit in Klausenburg (Cluj-Napoca/Rumänien) ein und bestand 1923 das Staatsexamen. Im selben Jahr veröffentlichte der das Buch Die Rakete zu den Planetenräumen Münchner Wissenschaftsverlag Oldenbourg. Zwar hatte Oberth selbst für die Druckkosten aufkommen müssen, aber sein Erstlingswerk wurde ein Erfolg.
Diese Arbeit war die erste wissenschaftliche Literatur der Welt, in der die Möglichkeit, eine Rakete mit flüssigem Treibstoff zu bauen, mit der notwendigen Genauigkeit und Vollständigkeit begründet wurde.

1938 erhielt Oberth einen Forschungsauftrag von der Technischen Universität Wien, wo auf seine Anregung hin 1940 ein Raketenversuchsplatz in Felixdorf entstand. Im selben Jahr wechselte er an die Technische Hochschule Dresden und erhielt im folgenden Jahr die deutsche Staatsbürgerschaft. Von 1941 bis 1943 arbeitete Oberth unter dem Decknamen Fritz Hann an der Heeresversuchsanstalt Peenemünde, wo er an der Entwicklung der V2 beteiligt war. Oberth kritisierte das V2-Programm, da dieses aus seiner Sicht bei enormem Produktionsaufwand die gewünschte militärische Wirkung nicht erzielen konnte. 1943 gelangte er nach Reinsdorf bei Wittenberg, wo er bis Kriegsende blieb und an einer ferngelenkten Feststoffrakete mitwirkte.

Ab 1945 wohnte Hermann Oberth in Feucht bei Nürnberg, wohin seine Familie bereits während des Krieges geflüchtet war. 1948 begab sich Hermann Oberth in die Schweiz und arbeitete dort als wissenschaftlicher Gutachter. In den Jahren 1950 bis 1953 stand er in Diensten der italienischen Marine und entwickelte eine Feststoffrakete. 1955 arbeitete er auf Betreiben seines ehemaligen Schülers Wernher von Braun in den USA im Raketen-Entwicklungszentrum in Huntsville in Alabama. 1958 kehrte er nach Deutschland zurück, um 1961 noch einmal in die USA zu reisen, wo er als beratender Ingenieur der Firma Convair in San Diego in Kalifornien tätig war. Anschließend trat er in den Ruhestand.

Hermann Oberth starb am 28. Dezember 1989 im Alter von 95 Jahren in Nürnberg.

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Datum der letzten Änderung:  Jena, den: 17.07. 2021