Blende (Optik)

Irisblende: meistens als Aperturblende gebraucht (zum Beispiel im Fotoapparat)
in zwei Richtungen einstellbare Schlitzblende: meistens als Feldblende gebraucht (zum Beispiel am Prismenspektrometer)
Einfluss der Blende auf die Belichtung und die Schärfentiefe
Diaphragma

Blenden sind mechanische Begrenzungen des Strahlenraumes zwischen Ding und Bild bei optischen Abbildungen. Hirzu zählen auußer den unmittelbar zur Strahlenbegrenzung eingeführten Blenden auch alle sonstigen begrenzenden Öffnungen, besonders die Linsenfassungen.

Bauforme

Je nach Wirkung sind zwei Arten von Blenden voneinander zu unterscheiden:

Dazwischen befindliche Blenden, die das Strahlenbündel begrenzen, sind weder Apertur- noch Feldblenden, führen aber zu Verdunkelung in Randnähe (Vignettierung des Bildes). Im Allgemeinen befindet sich die Feldblende nicht genau beim Objekt oder Bild, so dass der Rand nie ganz scharf begrenzt wird.

Verwendung

Fotografische Blenden werden oft als Irisblende ausgeführt, sie sind verstellbare Aperturblenden zur Kontrolle von Helligkeit und indirekt der Schärfentiefe des Bildes. Eine Linsenfassung wirkt als feste Aperturblende. Da sie aber oft Streulicht reflektiert, wird zusätzlich ein fester Blendenring vor oder nach ihr angebracht.

Schlitzblenden begrenzen meist als Feldblenden den Strahlengang nur in einer Richtung stark. In Spektrometern und verwandten optischen Geräten nennt man sie optische Spalte, sie sind dabei meistens sowohl in ihrer Breite (Größenordnung 1 mm, wenn es um den sichtbaren Spektralbereich geht) als auch ihrer Höhe (Größenordnung 20 mm) einstellbar. Sie dienen dabei auf der Eingangsseite als sekundäre Lichtquellen von wohldefinierter und gut verwendbarer Form, auf der Ausgangsseite beispielsweise von Monochromatoren als Selektionsmittel für bestimmte Wellenlängen(bereiche) und wiederum als sekundäre Lichtquellen. Die Spaltbreite wird in der Regel so groß gewählt, dass Beugungseffekte vernachlässigbar bleiben.

In der Augenheilkunde wird eine nicht einstellbare Lochblende (sogenannte stenopäische Lücke) zur differentialdiagnostischen Beurteilung einer Sehschärfenminderung als Aperturblende gebraucht.

Apertur

Je größer die Aperturblende, desto größer kann die sogenannte Apertur sein. Sie ist der Sinuswert des halben Kegelwinkels α des von einem Objektpunkt ausgehenden Strahlenbündels. Ob die Aperturblende ausgefüllt wird, hängt davon ab, ob der Objektpunkt großwinklig beleuchtet wird. Die sogenannte numerische Apertur ist  \sin \alpha.

Ein damit verwandter Begriff ist die relative Öffnung (oder Öffnungsverhältnis). Hierbei wird der Durchmesser der Aperturblende auf die Brennweite des abbildenden Systems bezogen. Beispiel: ein Fotoobjektiv mit relativer Öffnung 1:2 ist lichtstärker als eins mit 1:3,5.

Pupille und Luke

Neben den gegenständlichen Blenden sind in der geometrischen Optik die Begriffe Pupille und Luke gebräuchlich. Jede Apertur- und jede Feldblende ist zunächst eine Pupille beziehungsweise eine Luke. Das Bild jeder ist eine weitere Pupille beziehungsweise eine Luke,so dass je eine Eintritts- und eine Austrittspupille beziehungsweise -luke existieren. Befindet sich die gegenständliche Blende in Abbildungsrichtung vor dem abbildenden System (z. B. Linse), so ist diese Eintritts-Pupille beziehungsweise -Luke. Ihr von der Abbildungseinrichtung (meistens auf der anderen Seite erzeugtes) Bild ist dann Austrittspupille beziehungsweise -luke. Bei umgekehrter Reihenfolge ist die Zuordnung umgekehrt.

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Datum der letzten Änderung: Jena, den: 20.05. 2017