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Dioptrie

Physikalische Einheit
Einheitenname Dioptrie
Einheitenzeichen {\mathrm  {dpt}}
Physikalische Größe(n) Brechkraft
Formelzeichen D
Dimension {\mathsf  {L^{{-1}}}}
In SI-Einheiten {\mathrm  {1\,dpt=1\;{\frac  {1}{m}}}}
Abgeleitet von Meter

Dioptrie (griechisch: Mittel zum Durchsehen) ist die Maßeinheit für den Brechwert (veraltet auch: Brechkraft) optischer Systeme und stellt den Kehrwert der Längeneinheit Meter dar, 1\ {\mathrm  {dpt}}=1\ {\mathrm  {m^{{-1}}}}. Ihr Einheitenzeichen in Deutschland ist dpt.

Früher wurde die Dioptrie auch für den Kehrwert der Brennweite benutzt; bei Verwendung optischer Systeme in Luft ist der Kehrwert der Brennweite nur geringfügig vom Brechwert verschieden, weil der Brechungsindex bodennaher Luft um weniger als 0,3 Promille von 1 abweicht.

Rechtlicher Status

Die Einheit Dioptrie wird als gesetzliche Einheit in den Staaten der EU und in der Schweiz bei der Angabe der Brechkraft optischer Systeme, speziell in der Augenoptik, verwendet. Das optische System kann eine optische Linse, ein gewölbter Spiegel oder ein Auge sein.

Für die Dioptrie ist kein internationales Einheitenzeichen festgelegt. Das Zeichen "dpt" wird in der deutschen Einheitenverordnung aufgeführt, erscheint jedoch nicht in der zugrundeliegenden Richtlinie 80/181/EWG.

Menschliches Auge

Auf Vorschlag des französischen Augenarztes Ferdinand Monoyer wurde 1872 die Dioptrie in die ophthalmologische Optik eingeführt. Die Brechkraft des normalsichtigen gesunden menschlichen Auges beträgt in akkommodationslosem Zustand etwa 59-60 dpt (entsprechend einer Brennweite von etwa 16,6 mm) und kann sich zur Anpassung auf kleinere Sehentfernungen vergrößern; dieses Anpassungsvermögen ist altersabhängig und lässt etwa ab dem 25. Lebensjahr nach.

Sammellinsen dienen der Korrektur von Weitsichtigkeit, Zerstreuungslinsen der Korrektur von Kurzsichtigkeit und torische Linsen der Korrektur eines Astigmatismus. Die Brechkraft ist ebenfalls die Kenngröße eines Brillenglases oder eines Okulars mit Dioptrienausgleich. Je größer sie ist, desto stärker ist die Korrektur der Fehlsichtigkeit.

Zur Schätzung der Stärke einer benötigten Lesebrille bei Alterssichtigkeit dient folgende Faustformel:

Kehrwert der Entfernung (in m), in der man seine Zeitung lesen möchte
minus
Kehrwert der Entfernung (in m), in der man noch scharf sehen kann
ergibt die Brechkraft der Lesebrille.

Beispiel: Leseentfernung 1/3 m ≙ 3,0 dpt; minimale Sehweite: 1/2 m ≙ 2,0 dpt; also ist eine Lesebrille von 3,0 dpt − 2,0 dpt = 1,0 dpt (also eine Sammellinse) erforderlich.


 
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Datum der letzten Änderung : Jena, den: 09.09. 2016