Automatic Dependent Surveillance

Automatic Dependent Surveillance - Broadcast (ADS-B), zu Deutsch etwa automatische bordabhängige Überwachung, ist ein System der Flugsicherung zur Anzeige der Flugbewegungen im Luftraum.

Funktion

Die Luftfahrzeuge bestimmen selbständig ihre Position, beispielsweise über Satellitennavigationssysteme wie GPS mit EGNOS und GLONASS. Die Position und andere Flugdaten, wie Flugnummer, Flugzeugtyp, Zeitsignal, Geschwindigkeit, Flugfläche und geplante Flugrichtung werden kontinuierlich – typischerweise einmal pro Sekunde – ungerichtet auf 1090 MHz abgestrahlt. Daher bezeichnet man das Verfahren als ADS-B (broadcast), genauer als ADS-B out für output. Ebenfalls möglich ist der Versand auf Anforderung. Das System heißt dann ADS-C (contract) oder auch ADS-A (adressed).

Die Flugkontrolle empfängt die Daten aller Verkehrsteilnehmer (als ADS-B out) und bereitet sie grafisch auf. Diese Informationen sind denen, die aus Bodenradarbeobachtungen abgeleitet werden, deutlich überlegen. Werden die gesamten Verkehrsdaten über ADS-B in (in für input) an die Flugzeuge übermittelt, verfügen Piloten und Fluglotsen über dieselbe Übersicht über den Flugverkehr, das sogenannte Cockpit Display of Traffic Information (CDTI). Die Reichweite der ADS-B-Ausstrahlung beträgt bis zu 200 nautische Meilen (370 km) für Empfangsstellen am Boden.

Nutzung

Primär wird ADS-B von der Flugsicherung eingesetzt zur Ortung und Überwachung von Luftfahrzeugen zur Erhöhung der Sicherheit durch verbesserte Informationen für den Piloten über die Flugzeugumgebung. ADS-B verursacht dabei geringere Kosten als konventionelles Radar und erhöht die Qualität der Ortung von Luftfahrzeugen durch eine im Vergleich zum Radar höhere Update-Rate. ADS-B wird heute in Regionen eingesetzt, in denen es keine flächendeckende Radarüberwachung gibt, z. B. Alaska oder Australien. Ein weiterer Einsatzbereich ist die Verwendung als Ersatz für das Bodenradar zur Überwachung der Luftfahrzeuge auf dem Vorfeld und den Rollbahnen von Flughäfen.

Einige Webdienste wie z.B. Flightradar24 werten diese Daten ebenfalls aus.

Bei vielen neu ausgelieferten Verkehrsflugzeugen gehören ADS-B-Transponder zur Standardausrüstung.

Verwandte Systeme

Sprachbasierte UKW-Funksysteme für das Air Traffic Management erreichen in naher Zukunft ihre Kapazitätsgrenze. Das EU-Projekt ESAR trifft unter anderem eine Auswahl von datenbasierten Systemen. So könnte das Traffic Alert and Collision Avoidance System ausgebaut werden. Die Erweiterung des Sekundärradars durch Mode S Extended Squitter (ES) wird wahrscheinlich in Zukunft zugunsten von VDL Mode4 im Self Organising TDMA-Verfahren (STDMA) nicht weiter verfolgt werden.

Speziell für die Bedürfnisse der Kleinfliegerei (hohe Flugzeugdichte, häufige Flugwegänderungen, kostengünstig, platz- und energiesparend) wurde ein ADS-B-Konzept namens FLARM umgesetzt. Es hat sich seit der Einführung 2004 rasant weltweit verbreitet, obschon es auf einem proprietären Funkprotokoll aufbaut. Mitte 2014 waren annähernd 25.000 Systeme im Einsatz. Die geringe Reichweite von FLARM (< 5 km) erlaubt aber keine größere Übersicht über den Luftraum. Außerdem gibt es (aus diesem Grund) auch keine Bodenstationen, die einen Überblick z.B. außerhalb des Platzverkehrs bieten könnten. FLARM ist von der Konzeption her ein Kollisionswarngerät, ursprünglich gedacht für Segelflugzeuge.

In der Schifffahrt arbeitet das AIS nach einem ähnlichen technischen Prinzip wie ADS-B. Ein dem CDTI ähnliches System zur Visualisierung der hiermit gewonnenen Daten an Bord ist in der Schifffahrt das ECDIS.


 
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Datum der letzten Änderung:  Jena, den: 31.10. 2017