Étienne Œhmichen

französischer Ingenieur und Hubschrauberkonstrukteur

geboren: 15. Oktober 1884 in Châlons-sur-Marne
gestorben: 10. Juli 1955 in Paris

Croix de guerre 1914-1918
Offizier der Ehrenlegion
Professor für Biologie am College de France in Paris

1908 schloss er sein Studium an der École Centrale Paris ab. Nachdem er im Ersten Weltkrieg am Grabenkrieg teilgenommen hatte, arbeitete er bei Peugeot an der Konstruktion von Panzerwagen.

Am 18. Februar 1921 absolvierte er seinen ersten erfolgreichen Flug mit einem Hubschrauber und brachte am 11. November 1922 erstmals seine Œhmichen No.2 in die Luft, den wohl ersten zuverlässig fliegenden, manntragenden Senkrechtstarter, der als erster Quadrocopter gilt. Hier setzte er auch kleine vertikal montierte Rotoren ein, die den vier großen horizontal liegenden Rotoren entgegenwirkten und erreichte so die Stabilisierung des Fluggeräts. Diese Idee führte später zur Entwicklung des Heckrotors. Am 14. April 1923 stellte er den Weitenrekord mit einem Flug über etwa 358 m auf. Ein Jahr später, am 4. Mai 1924 gelang es ihm erstmals mit einem Hubschrauber nach einer kreisförmigen Flugbahn mit einer Länge von etwa einem Kilometer nach etwa 7 Minuten und 40 Sekunden wieder an derselben Stelle zu landen. Dafür erhielt ein ausgeschriebene Preisgeld von 10.000 französischen Francs.

Œhmichen Experimental Helicopter von 1921

Sein Erfolg beruht auf einer originellen Idee: Während seine Konkurrenten immer nur nach technischen Lösungen suchen, beobachtet er den Flug der Tiere. Er baut Kameras, die Bild für Bild den Flug von Vögeln und Insekten festhalten. So erkennt er, was den Menschen am Fliegen hindert.
Œhmichen gilt als einer der Wegbereiter der modernen Bionik.

"Professor Oehmichens fliegende Maschinen"auf ARTE



 
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Datum der letzten Änderung:  Jena, den: 06.08. 2016