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William Thomson

Baron Kelvin von Kelvin Grove in Glasgow

britischer Mathematiker, Physiker und Ingenieur

geboren: 26. Juni 1824 in Belfast
gestorben: 17. Dezember 1907 in Netherhall bei Largs/Schottland

1851 - Fellow der Royal Society
1866 - Ritter
1892 - Baron Kelvin
1890 bis 1895 Präsidentder Royal Society
1902 - Order of Merit

Ab 1834 studierte er an der Universität Glasgow, wobei eigentliche Universitätsstudien ab 1838 erfolgten, darunter Astronomie, Chemie und Physik.
Thomson besuchte 1839 Paris und studierte ab 1841 in Cambridge.
Seine erste Veröffentlichung war 1841 eine Verteidigung der Fourieranalyse gegen mathematische Kritik aus Edinburgh und 1842 veröffentlichte er einen Aufsatz, in dem er die mathematische Behandlung des Wärmeflusses durch Fourier auf die Elektrizität übertrug

Damals waren weder Elektrizität, Magnetismus noch Wärme Gegenstand der Prüfungen, was sich erst durch die Reformen von James Clerk Maxwell wesentlich änderte.
Er erhielt einen Bachelor-Abschluss (B.A.), gewann den Smith-Preis und wurde Fellow des Peterhouse College in Cambridge.
1845 zu weiterem Studium nach Paris, wo er unter anderem mit Augustin-Louis Cauchy, Charles-François Sturm, Jean-Baptiste Biot und Joseph Liouville Kontakt hatte und im Labor von Henri Victor Regnault war.

Thomson kehrte 1846 nach Glasgow zurück, als der Lehrstuhl für Naturphilosophie (theoretische Physik) frei wurde, für den er mit Unterstützung seines einflussreichen Vaters erfolgreich kandidierte. 1846 wurde er zum Professor für Naturphilosophie in Glasgow gewählt und hatte dieses Amt bis 1899 inne. Er war Professor für theoretische Physik in Glasgow und forschte hierbei hauptsächlich auf den Gebieten der Elektrizitätslehre und der Thermodynamik.
1892 wurde er als erster Wissenschaftler mit einem Adelstitel geehrt.

Im November 1907 bekam er eine Erkältung und sein Zustand verschlechterte sich, bis er am 17. Dezember in seiner schottischen Residenz Netherhall in Largs starb.
Die Beerdigung fand am 23. Dezember statt. Kelvins Grab befindet sich im Kirchenschiff von Westminster Abbey.

Werk

Thomson veröffentlichte mehr als 650 wissenschaftliche Arbeiten und meldete 70 Patente an (nicht alle wurden erteilt).

Frühe Arbeiten von Thomson betrafen die Thermodynamik, so 1848 eine Arbeit zur Thermodynamik auf Basis der Carnotschen Wärmetheorie, in der er unter anderem die später nach ihm benannte absolute Temperaturskala einführte. Deren Einheit Kelvin ist in ihrer heutigen Form die seit 1968 gesetzlich festgelegte SI-Einheit der Temperatur.

Seine Überlegungen zur Thermodynamik waren damals noch fehlerbehaftet und erst der Ideenaustausch mit James Prescott Joule ab 1847 überzeugte ihn von einer dynamischen Theorie der Wärme. 1847 begann eine intensive Zusammenarbeit mit dem theoretischen Physiker George Gabriel Stokes, die sich dann in einem umfangreichen Briefwechsel über fünfzig Jahre fortsetzte und anfangs die Hydrodynamik betraf.

Sehr einflussreich war sein Lehrbuch der theoretischen Physik Treatise on Natural Philosophy mit Peter Guthrie Tait von 1867, das erstmals Newtonsche, Lagrange- und Hamiltonmechanik vereinte mit einer auf dem Energiekonzept basierenden Darstellung.

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Datum der letzten Änderung:  Jena, den: 03.08. 2020