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Kurt Friedrich Gödel

Österreichisch-amerikanischer Mathematiker, Philosoph und Logiker

geboren: 28. April 1906 in Brünn (Brno)
gestorben: 14. Januar 1978 in Princeton, New Jersey

1912 trat Gödel in eine Privat-Volks- und Bürgerschule ein, vier Jahre später in das deutschsprachige k.k. Staatsrealgymnasium.
1923 nahm er die österreichische Staatsbürgerschaft an.

Im Herbst 1924, nach Ablegung der Reifeprüfung am Gymnasium, zog Gödel nach Wien und schrieb sich an der Universität Wien ein, zunächst im Studiengang für Theoretische Physik.
Außerdem besuchte er die philosophische Vorlesung von Heinrich Gomperz sowie die Vorlesung über Zahlentheorie von Philipp Furtwängler. Diese beiden Professoren gaben Gödel die entscheidenden Impulse, sich intensiv mit den Grundlagen der Mathematik auseinanderzusetzen, die auf der formalen Logik sowie der Mengenlehre beruhen.
Kurz nach Beginn seines Studiums begann er den Wiener Kreis zu besuchen, einen akademischen Zirkel, der von Moritz Schlick ins Leben gerufen worden war und sich mit den methodischen Grundlagen des Denkens und somit den Grundlagen jedweder Philosophie auseinandersetzte.
Für seine Dissertation mit dem Titel Über die Vollständigkeit des Logikkalküls (1929) wurde ihm am 6. Februar 1930 die Doktorwürde verliehen.

Gödels bahnbrechende Arbeiten zur Vollständigkeit und zur Beweisbarkeitslogik verschafften ihm Anerkennung als einer der führenden Logiker seiner Zeit. So wurde er von seinem amerikanischen Kollegen Oswald Veblen nach Princeton in das neu gegründete Institute for Advanced Study eingeladen.

1934 bis 1935 erfolgten zwei Reisen in die USA zu Vorlesungen. Im September 1938 reiste Gödel ein drittes Mal in die Vereinigten Staaten und war wieder am Institute for Advanced Study in Princeton tätig, im Frühjahr 1939 an der University of Notre Dame in Indiana.

Als Gödel ins nationalsozialistisch regierte Wien zurückkam, wurde er von Menschen, die ihn (fälschlich) für einen Juden hielten, angepöbelt. Amtlich wurde er als kriegsverwendungsfähig eingestuft.
1939 entschloss Gödel sich endgültig seine bisherige Heimat zu verlassen und in die USA auszuwandern. Dank seiner dortigen Unterstützer (wie Abraham Flexner und John von Neumann) und der Hilfe seiner Frau konnten die beiden im Januar 1940 das Dritte Reich mit der Transsibirischen Eisenbahn über die Sowjetunion und Japan verlassen.

Im Jahr 1947 erhielt Gödel die Staatsbürgerschaft der USA. 1953 erhielt er eine Professur in Princeton.
1955 wurde er in die National Academy of Sciences, 1957 in die American Academy of Arts and Sciences und 1961 in die American Philosophical Society gewählt.
In den 1960er Jahren hörte er auf, Vorlesungen zu geben. Seine Krankheit ließ ihm immer weniger die Möglichkeit zu arbeiten und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

Als Adele Gödel 1977 aufgrund eines Schlaganfalls selbst in ein Krankenhaus eingeliefert wurde, verweigerte er völlig die Nahrungsaufnahme.
Er starb am 14. Jänner 1978 in Princeton an Unterernährung.

Gödel als Namensgeber

Nach Gödel sind in der Mathematik beziehungsweise Physik benannt:

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Datum der letzten Änderung:  Jena, den: 29.05. 2020