Stetigkeit

Die Stetigkeit (Kontinuität) ist ein Konzept der Mathematik, das vor allem in den Teilgebieten der Analysis und der Topologie von zentraler Bedeutung ist. Genauer gesagt ist Stetigkeit eine Eigenschaft, die bestimmten Funktionen zwischen zwei topologischen Räumen zuerkannt wird. Funktionen, die diese Eigenschaft besitzen (die stetigen Funktionen), sind mit den topologischen Strukturen der beiden Räume verträglich. Stetige Funktionen spielen also in Topologie und Analysis eine ähnliche Rolle wie Homomorphismen in der Algebra.

Anschaulich gesprochen ist eine Funktion stetig, wenn sie keine 'Sprünge' macht, oder etwas exakter ausgedrückt, wenn man die Änderung der Funktionswerte nach Belieben beschränken kann, indem man sich auf hinreichend kleine Änderungen im Argument beschränkt.

Motivation

Anschauliche Herleitung

Graphische Veranschaulichung der Funktion f

Die Funktion {\displaystyle f\colon [0,\infty [\to [0,\infty [,\ f(x):=\left\{{\begin{array}{ll}x\ ,&x\leq 1,\\x+1\ ,&x>1\end{array}}\right.} „springt“ an der Stelle x=1 vom Funktionswert 1 auf den Funktionswert 2. Stellt die Funktion einen Zusammenhang aus der Natur oder der Technik dar, so erscheint ein solches Verhalten als unerwartet (Natura non facit saltus). Stellt die Funktion zum Beispiel den Zusammenhang zwischen der beim Radfahren aufgebrachten Energie und der erreichten Geschwindigkeit dar, so wäre es überraschend, wenn eine minimale Steigerung der aufgewandten Energie an einer Stelle plötzlich zur Verdoppelung der Geschwindigkeit führte.

Auch in anderen Lebensbereichen erscheint eine solche Funktion seltsam. Stellt die Funktion zum Beispiel den Zusammenhang zwischen Arbeitszeit und Arbeitslohn dar, so ist es wiederum merkwürdig, dass an einer Stelle der Arbeitslohn verdoppelt wird, wenn die Arbeitszeit nur minimal steigt.

Der mathematische Begriff der Stetigkeit versucht die Funktionen exakt zu beschreiben, die ein solches 'willkürliches Verhalten' nicht haben. Die angegebene Funktion f ist also nicht stetig, wobei sich die Unstetigkeit auf den Punkt x=1 einschränken lässt. Anderswo ist die Funktion überall stetig.

Das Konzept der Stetigkeit wurde zunächst für reelle und komplexe Funktionen entwickelt. Bei der Begründung des mathematischen Teilgebiets der Topologie zeigte sich aber, dass das Konzept sich natürlich auf dieses Gebiet erweitern lässt. Seitdem ist die Stetigkeit einer der Grundbegriffe der modernen Mathematik.

Beschränktheit der Anschauung

Die obige Erklärung veranschaulicht zwar den Begriff der Stetigkeit recht gut, man sollte sich aber darüber im Klaren sein, dass diese Anschauung diverse Grenzen hat. Es ist daher unerlässlich, sich in der mathematischen Praxis immer auf die exakten Definitionen zu beziehen, die im Folgenden eingeführt werden.

Tatsächlich weist auch die Funktion

{\displaystyle g\colon [0,\infty [\to [0,\infty [,\ g(x):=\left\{{\begin{array}{ll}x\ ,&x\leq 1,\\x^{2}\ ,&x>1\end{array}}\right.}

an der Stelle x=1 eine Verhaltensänderung auf. Die Funktion ist dort aber dennoch stetig. Die Verhaltensänderung kann man mathematisch erst fassen, wenn man die Ableitung von g untersucht.

Die Wurzelfunktion {\displaystyle x\mapsto {\sqrt {x}}} ist auf {\displaystyle [0,\infty [} stetig. Wenn man sich der Stelle {\displaystyle x=0} nähert wird die Änderungsgeschwindigkeit aber immer größer. Im Wert 0 ist sie praktisch unendlich.

Betrachtet man schließlich Funktionen wie die Weierstraß-Funktion, so handelt es sich um eine im mathematischen Sinn stetige Funktion, bei der aber an keiner Stelle eine 'Änderungsrichtung' festgestellt werden kann (genauer: an den Graphen kann nirgendwo eine Tangente angelegt werden).

Umgekehrt wäre es falsch, die oben definierte Funktionf als Prototyp einer unstetigen Funktion anzusehen. Einen solchen Prototyp erhält man eher dadurch, dass man sich vorstellt, der Wert der Funktion würde für jedes Argument unabhängig ausgewürfelt. Eine solche chaotische Funktion wäre überall unstetig. Es wäre aber auch unmöglich, sie graphisch darzustellen.

Kritisch hinterfragen kann man auch die Behauptung, dass natürliche Vorgänge stets durch stetige Funktionen modelliert werden können. Man betrachte etwa eine Billardkugel, die mit langsamer Geschwindigkeit auf eine Tasche zugespielt wird. Ist die Abstoßgeschwindigkeit zu gering, so bleibt die Kugel vor der Tasche liegen. Ab einer gewissen Abstoßgeschwindigkeit rollt die Kugel weit genug und fällt in die Tasche. Betrachtet man also die Anzahl der gefallenen Kugeln als Funktion der Abstoßgeschwindigkeit, so springt diese Funktion bei einem bestimmten Wert der Geschwindigkeit unstetig von 0 auf 1.

Dieser Überlegung kann man allerdings entgegenhalten, dass die physikalischen Bedingungen auf dem Billardtisch nie genau festgelegt sein können. In einem engen Bereich um die Grenzgeschwindigkeit hängt es von minimalen Umgebungsparametern (ein Windhauch mag ausreichen) ab, ob die Kugel fällt oder nicht. Daher ist es angemessen, den Vorgang dadurch zu modellieren, dass man jeder Abstoßgeschwindigkeit eine Wahrscheinlichkeit zuordnet, mit der die Kugel fällt. Diese Wahrscheinlichkeit steigt dann in einem engen Intervall um die Grenzgeschwindigkeit zwar sehr schnell, aber doch stetig, von 0 nach 1.

Geschichte

Augustin-Louis Cauchy und Bernard Bolzano gaben Anfang des 19. Jahrhunderts unabhängig voneinander eine Definition der Stetigkeit. Sie nannten eine Funktion stetig, wenn hinreichend kleine Änderungen des Arguments nur beliebig kleine Änderungen des Funktionswerts nach sich zögen. Dies war bereits eine exakte Definition, die aber in ihrer praktischen Anwendung gewisse Fragen offenlässt. Das heutzutage übliche \varepsilon -\delta -Kriterium wurde von Karl Weierstraß am Ende des 19. Jahrhunderts eingeführt.

Stetigkeit reeller Funktionen

In diesem Abschnitt sei f\colon X\to Y mit {\displaystyle X,Y\subseteq \mathbb {R} } eine reelle Funktion.

Punktweise Stetigkeit

In diesem Abschnitt sei {\displaystyle \xi \in X} fest.

Definition

(1) Die Funktion f ist stetig in \xi , wenn zu jedem \varepsilon >0 ein \delta >0 existiert, so dass für alle x\in X mit |x - \xi| < \delta gilt: |f(x) - f(\xi)| < \varepsilon .

Intuitiv bedeutet dies, dass zu jeder Änderung \varepsilon des Funktionswertes, die man zu akzeptieren bereit ist, eine maximale Änderung \delta im Argument gefunden werden kann, die diese Vorgabe sicherstellt. Ist diese Bedingung nicht erfüllt, so nennt man f unstetig in \xi .

Bemerkung: Statt von „Stetigkeit in \xi “ spricht man oft auch von „Stetigkeit im Punkt \xi “ oder „Stetigkeit an der Stelle \xi “.

Es gibt zwei andere Bedingungen, die zu (1) äquivalent sind und daher auch manchmal zur Definition der Stetigkeit herangezogen werden:

(2) f ist genau dann stetig in \xi , wenn für jede gegen \xi konvergente Folge (x_k)_{k\in\N}, mit Elementen x_k\in X, die Folge \bigl(f(x_k)\bigr)_{k\in\N} gegen f(\xi) konvergiert.

(3) f ist genau dann stetig in \xi , wenn für jede Umgebung U von f(\xi) in Y das Urbild f^{-1}(U) eine Umgebung von\xi in X ist.

Die Bedingung (2), auch Folgenkriterium genannt, zeigt, warum stetige Funktionen in der Topologie eine ähnliche Bedeutung haben wie Homomorphismen in der Algebra. Ein Homomorphismus zeichnet sich nämlich dadurch aus, dass man die Reihenfolge von Funktionsausführung und Rechenoperation(en) vertauschen kann. In analoger Weise kann man bei einer stetigen Funktion die Reihenfolge von Funktionsausführung und Grenzwertbildung vertauschen.

Grundlegende Eigenschaften der Stetigkeit

Die folgenden Eigenschaften lassen sich alle leicht, z.B. mit dem Folgenkriterium, nachweisen.

(4) Ist \xi ein isolierter Punkt in X, so ist die Bedingung immer erfüllt.

(5) Ist f konstant, so ist die Bedingung immer erfüllt.

(6) Ist X=Y und f die Identische Abbildung, so ist die Bedingung immer erfüllt.

In der Praxis untersucht man meist Funktionen, deren Definitionsbereich X ein reelles Intervall ist. Reelle Intervalle mit mehr als einem Element besitzen keine isolierten Punkte.

Änderung von Definitionsbereich und Zielmenge

(7) Ist {\displaystyle Y'\subseteq \mathbb {R} } eine weitere Menge, die das Bild von f umfasst, so kann man f auch als Funktion nach Y' auffassen. Diese Funktion ist genau dann stetig in \xi , wenn es die ursprüngliche ist.

(8) Ist X' eine Teilmenge von X, die \xi enthält, so folgt aus der Stetigkeit von f in \xi auch die Stetigkeit der auf X' eingeschränkten Funktion in \xi .

(9) Die Umkehrung von (8) gilt, wenn X' eine Umgebung von \xi in X ist.

Permanenzeigenschaften

Wir nehmen an, dass f stetig in \xi ist.

(10) Sei Z\subseteq \mathbb {R} und g\colon Y \to Z eine weitere reelle Funktion. Ist g stetig in IMG class="text" style="width: 4.11ex; height: 2.84ex; vertical-align: -0.83ex;" alt="f(\xi)" src="/svg/f7b77bb37d778a66c89b67b6ce100a9a095304b1.svg">, so ist die Komposition {\displaystyle g\circ f} stetig in \xi .

(11) Wir nehmen an, dass Y=\mathbb{R} (was wegen (7) keine Einschränkung ist). Weiterhin sei {\displaystyle g\colon X\to \mathbb {R} } eine weitere in \xi stetige Funktion. Dann sind die punktweise definierten Funktionen  f + g ,  f \cdot g und  \tfrac{f}{g} ebenfalls in \xi stetig. Im letzten Fall muss noch angenommen werden, dass g keine Nullstelle in \xi besitzt.

Man beachte, dass aus (5) und (11) folgt, dass beliebige Linearkombinationen von in \xi stetigen Funktionen wieder stetig in \xi sind.

Stetigkeit als globale Eigenschaft

Die Funktion
{\displaystyle f\colon \mathbb {R} \rightarrow \mathbb {R} \ ,\ f(x):=\left\{{\begin{array}{ll}x\ ,&x\in \mathbb {Q} \ ,\\0\ ,&x\in \mathbb {R} \setminus \mathbb {Q} \end{array}}\right.}
ist stetig in 0 und an jeder anderen Stelle unstetig. Dieses Beispiel zeigt, dass die Stetigkeit einer Funktion in einem Punkt noch wenig über das Verhalten der Funktion insgesamt aussagt. In der Praxis interessiert man sich daher vor allem für Funktionen, die in jedem Punkt ihres Definitionsbereiches stetig sind. Solche Funktionen werden dann als stetige Funktionen bezeichnet. Eine stetige Funktion kann also definiert werden als eine Funktion, die eine (und damit alle) der Bedingungen (1)-(3) in jedem Punkt ihres Definitionsbereiches erfüllt. Es gibt aber noch zwei weitere äquivalente Bedingungen, die diesen Stetigkeitsbegriff charakterisieren:

(12) f ist stetig, wenn das Urbild {\displaystyle f^{-1}(O)} einer jeden offenen Teilmenge O von Y eine offene Teilmenge von X ist.

(13) f ist stetig, wenn das Urbild f^{{-1}}(A) einer jeden abgeschlossenen Teilmenge A von Y eine abgeschlossene Teilmenge von X ist.

Da in vielen Fällen die Stetigkeit in einem Punkt gar nicht von Bedeutung ist, wird manchmal auch die Bedingung (12) als Definition einer stetigen Funktion angegeben.

Die Aussagen (5), (6), (7), (8), (10), (11) lassen sich direkt auf diesen globalen Stetigkeitsbegriff übertragen.

Stetige Funktionen auf Intervallen

Stetige Funktionen auf reellen Intervallen haben besonders angenehme Eigenschaften. Man bezeichnet sie auch oft als die Funktionen, deren Graph ohne Absetzen des Stiftes gezeichnet werden kann. Diese Vorstellung ist aber mit Vorsicht zu behandeln, da z.B. der Graph der schon genannten Weierstraß-Funktion nicht konkret gezeichnet werden kann.

Ist f stetig und X ein reelles Intervall, so gilt:

(14) Das Bild f(X) ist ebenfalls ein Intervall (Zwischenwertsatz).

(15) Ist X abgeschlossen und beschränkt, so gilt dies auch für f(X) (Satz vom Minimum und Maximum).

(16) Ist f bijektiv, so ist f streng monoton (steigend oder fallend). Die Umkehrfunktion {\displaystyle f^{-1}\colon Y\to X} ist ebenfalls stetig.

Beispiele

Aus den Eigenschaften (5), (6) und (11) folgt bereits, dass jede rationale Funktion auf ihrem Definitionsbereich, insbesondere also jede Polynomfunktion auf ganz \mathbb {R} , stetig ist. Zusammen mit (16) und dann (10) folgt, dass jede Potenzfunktion mit rationalem Exponenten auf ihrem Definitionsbereich stetig ist.

Tatsächlich sind sogar alle reellen Funktionen, die sich durch eine Potenzreihe darstellen lassen, im Innern ihres Konvergenzintervalls stetig. Hieraus folgt die Stetigkeit der Exponentialfunktion und der trigonometrischen Funktionen, sowie ihrer Umkehrfunktionen (insbesondere also des Logarithmus).

Durch weiteres Anwenden der oben angegebenen Permanenzeigenschaften erhält man also, dass alle elementaren Funktionen (insbesondere auch Potenzfunktionen mit irrationalem Exponenten) auf ihren Definitionsbereichen stetig sind.

Beispiele unstetiger Funktionen sind die Vorzeichenfunktion (unstetig nur in 0), die Dirichlet-Funktion (in jedem Punkt unstetig) und die thomaesche Funktion (unstetig genau in allen rationalen Zahlen).

Menge der stetigen Funktionen

Die Menge aller stetigen Funktionen von X nach Y wird meist mit {\displaystyle C(X,Y)} oder {\displaystyle C^{0}(X,Y)} bezeichnet. Dabei steht das C für „continuous“, englisch für „stetig“. Ist der Bildraum Y aus dem Kontext ersichtlich oder {\displaystyle Y=\mathbb {R} }, so schreibt man oft nur {\displaystyle C(X)} bzw. {\displaystyle C^{0}(X)}.

Wegen der bereits genannten Permanenzeigenschaften ist {\displaystyle C(X)} eine Unteralgebra der \mathbb {R} -Algebra aller reellwertigen Funktionen auf X.

Aus (2) folgt leicht:

(17) Zwei stetige Funktionen von X nach Y stimmen bereits überein, wenn sie auf einer dichten Teilmenge von X übereinstimmen.

Da jede Teilmenge von \mathbb {R} eine höchstens abzählbare dichte Teilmenge besitzt, kann man hieraus ableiten, dass die Mächtigkeit von {\displaystyle C(X)} die Mächtigkeit des Kontinuums ist (falls X nicht leer ist). Die Menge aller Funktionen von X nach \mathbb {R} hat eine wesentlich größere Mächtigkeit (zumindest, wenn X ein Intervall mit mehr als einem Element ist). Man kann das so interpretieren, dass Stetigkeit unter reellen Funktionen eine 'seltene' Eigenschaft ist. Dies widerspricht etwas der Alltagserfahrung, da ja alle elementaren Funktionen stetig sind.

Stetigkeit in der Topologie

Hauptartikel: Stetigkeit (Topologie)

Die oben angegebenen alternativen Definitionen von Stetigkeit können leicht auf viel allgemeinere Situationen ausgedehnt werden, wobei ein Großteil der angegebenen Eigenschaften stetiger Funktionen ebenfalls verallgemeinert werden kann. Dieser verallgemeinerte Stetigkeitsbegriff ist von zentraler Bedeutung für die Topologie und verwandte mathematische Teilgebiete (etwa die Funktionalanalysis).

Bemerkung: Die Begriffe "Funktion" und "Abbildung" sind in der Mathematik synonym. Es ist üblich, den ersten Begriff zu verwenden, wenn die Zielmenge eine Teilmenge von {\displaystyle \mathbb {C} } ist, sonst den zweiten. In diesem Artikel wird konsequent der Funktionsbegriff verwendet, um die Durchgängigkeit des Prinzips der Stetigkeit zu betonen.

Verallgemeinerung auf metrische Räume

Seien {\displaystyle \left(X,d_{X}\right)} und {\displaystyle \left(Y,d_{Y}\right)} metrische Räume, f\colon X\to Y eine Funktion und {\displaystyle \xi \in X}.

Wir können die Bedingung (1) leicht an diese verallgemeinerte Situation anpassen:

(1') Die Funktion f ist stetig in \xi , wenn zu jedem \varepsilon >0 ein \delta >0 existiert, so dass für alle x\in X mit {\displaystyle d_{X}\left(x,\xi \right)<\delta } gilt: {\displaystyle d_{Y}\left(f(x),f(\xi )\right)<\varepsilon }.

In dieser verallgemeinerten Situation ist die Definition (1') weiterhin äquivalent zu den Bedingungen (2) und (3).

Verallgemeinerung auf topologische Räume

Seien X und Y topologische Räume, f\colon X\to Y eine Funktion und {\displaystyle \xi \in X}.

Die Bedingung (1) kann nicht auf diese allgemeine Situation übertragen werden. Dagegen können die Bedingungen (2) und (3) ohne Änderung weiter verwendet werden. Sie sind aber nun nicht mehr automatisch äquivalent.

f heißt weiterhin stetig in \xi , wenn es die Bedingung (3) erfüllt. Funktionen, die die schwächere Bedingung (2) erfüllen, werden folgenstetig in \xi genannt. Beide Begriffe sind von Bedeutung, jedoch wird Folgenstetigkeit wesentlich seltener untersucht als die 'echte' Stetigkeit. Erfüllt X das erste Abzählbarkeitsaxiom (ist also z.B. ein metrischer Raum), so sind die beiden Begriffe gleichwertig.

Auch in der allgemeinen Situation kann man ein zu (2) ähnliches Kriterium finden, das die Stetigkeit charakterisiert:

(2') f ist genau dann stetig in \xi , wenn für jedes in X gegen \xi konvergente Netz (x_{i})_{i\in I} das Netz {\displaystyle {\bigl (}f(x_{i}){\bigr )}_{i\in I}} in Y gegen f(\xi) konvergiert.

Unter einer stetigen Funktion versteht man auch in diesem allgemeinen Kontext eine Funktion, die in jedem Punkt ihres Definitionsbereichs stetig ist.

Grundlegende Eigenschaften der Stetigkeit in der Topologie

Die Aussagen (4), (5), (7)-(10), (12) und (13) können direkt auf die allgemeine Situation verallgemeinert werden. (8) und (9) stellen dabei sicher, dass Stetigkeit eine lokale Eigenschaft ist. Genauer gesagt: Stimmen zwei Funktionen in einer Umgebung eines Punktes überein, so sind sie in diesem Punkt entweder beide stetig oder beide unstetig.

Die Aussage (6) ist wie folgt zu formulieren:

(6') Sind X und Y topologische Räume mit derselben Grundmenge, so ist die identische Abbildung von X nach Y genau dann stetig, wenn die Topologie auf X feiner als die auf Y ist oder mit ihr übereinstimmt.

Generell ist die Bedingung der Stetigkeit umso leichter zu erreichen (und damit umso weniger aussagekräftig), je feiner die Topologie auf dem Definitionsbereich bzw. je gröber die Topologie auf der Zielmenge ist. Insbesondere ist die Bedingung immer erfüllt, wenn der Definitionsbereich die diskrete Topologie oder die Zielmenge die triviale Topologie trägt.

Die Aussage (11) gilt ebenfalls weiterhin, wobei für Y neben \mathbb {R} auch jeder andere topologische Körper, insbesondere also der Körper der komplexen Zahlen {\displaystyle \mathbb {C} } gewählt werden kann. Tatsächlich ist der Fall der komplexwertigen stetigen Funktionen so wichtig, dass man an Stelle der Schreibweise {\displaystyle C(X,\mathbb {C} )} auch die vereinfachte Schreibweise {\displaystyle C(X)} benutzt, wenn klar ist, dass man komplexwertige Funktionen untersucht. {\displaystyle C(X)} ist dann eine Unteralgebra der {\displaystyle \mathbb {C} }-Algebra aller komplexwertigen Funktionen auf X.

Auch im Komplexen gilt, dass jede rationale Funktion auf ihrem Definitionsbereich, insbesondere also jede Polynomfunktion auf ganz {\displaystyle \mathbb {C} }, stetig ist. Ebenso sind alle komplexen Funktionen, die sich durch eine Potenzreihe darstellen lassen, im Innern ihres Konvergenzkreises stetig. Damit sind also auch die komplexe Exponentialfunktion und die komplexen trigonometrischen Funktionen stetig. Weiterhin ist die komplexe Konjugation eine stetige Funktion.

Die Aussage (16) über die Stetigkeit von Umkehrfunktionen lässt sich dagegen nicht so einfach auf {\displaystyle \mathbb {C} } übertragen. So ist zum Beispiel die Funktion {\displaystyle \phi \colon [0,1[\rightarrow \{z\in \mathbb {C} \,||z|=1\},x\mapsto e^{2\pi ix}} bijektiv und stetig. Die Umkehrfunktion von \phi ist aber unstetig im Punkt 1. Die Frage der Stetigkeit von Logarithmus- und Wurzelfunktionen ist daher in der komplexen Variante etwas schwieriger zu beantworten als im reellen Fall.

Die Aussagen (14), (15) und (17) können wie folgt verallgemeinert werden:

(14') Das Bild eines zusammenhängenden Raumes unter einer stetigen Funktion ist wieder zusammenhängend. Gleiches gilt, wenn man "zusammenhängend" durch "wegzusammenhängend" ersetzt.

(15') Das Bild eines kompakten Raumes unter einer stetigen Funktion ist wieder kompakt.

(17') Zwei stetige Funktionen mit demselben Definitionsbereich, deren gemeinsame Zielmenge ein Hausdorff-Raum ist, stimmen bereits überein, wenn sie auf einer dichten Teilmenge ihres gemeinsamen Definitionsbereichs übereinstimmen.

Offene und abgeschlossene Funktionen

Die Bedingungen (12) und (13) charakterisieren stetige Funktionen über die Eigenschaften der Urbilder von offenen bzw. abgeschlossenen Teilmengen der Zielmenge. Auf den ersten Blick mag es natürlicher erscheinen, die entsprechenden Bedingungen für die Bilder zu fordern. Tatsächlich führen die so formulierten Bedingungen ebenfalls zu sinnvollen Definitionen:

(12') Eine Funktion f von einem topologischen Raum X in einen topologischen Raum Y heißt offen, wenn das Bild f(O) einer jeden offenen Teilmenge O von X eine offene Teilmenge von Y ist.

(13') Eine Funktion f von einem topologischen Raum X in einen topologischen Raum Y heißt abgeschlossen, wenn das Bild f(A) einer jeden abgeschlossenen Teilmenge A von X eine abgeschlossene Teilmenge von Y ist.

Obwohl diese Definitionen etwas einfacher erscheinen als die entsprechenden Charakterisierungen stetiger Funktionen, sind die Begriffe "offene Funktion" und "abgeschlossene Funktion" deutlich weniger wichtig als der Begriff der stetigen Funktion. Tatsächlich geht es in der Praxis meist darum, ob eine bereits als stetig erkannte Funktion eine der beiden Eigenschaften (oder gar beide) erfüllt. Hierzu gibt es zum Beispiel die folgenden wichtigen Resultate:

Tatsächlich kann fast keines der bisher für stetige Funktionen angegebenen Ergebnisse auf offene oder abgeschlossene Funktionen übertragen werden. Lediglich die Eigenschaften (6') und (10) gelten analog, wobei bei (6') der Begriff "feiner" durch "gröber" zu ersetzen ist.

Letzteres zeigt, dass man bei der Definition einer Kategorie, deren Objekte die Topologischen Räume sein sollen, die Möglichkeit hat, als Morphismen gerade die stetigen Funktionen, die offenen Funktionen oder die abgeschlossenen Funktionen zu wählen, wodurch drei verschiedene Kategorien mit derselben Klasse von Objekten entstehen (tatsächlich gibt es noch mehr naheliegende Optionen: Man könnte etwa als Morphismen die stetigen und offenen Funktionen wählen).
Gemäß der Feststellung, dass Stetigkeit der bei Weitem wichtigste der drei Begriffe ist, versteht man unter der Kategorie Top der topologischen Räume die Kategorie, bei der die Morphismen die stetigen Funktionen sind.

Bemerkung: In der Funktionalanalysis gibt es den Begriff des abgeschlossenen Operators Dieser Begriff sollte nicht mit dem Begriff der abgeschlossenen Funktion verwechselt werden, obwohl jeder Operator natürlich auch eine Funktion ist.

Homöomorphismen

Hauptartikel: Homöomorphismus

In der Algebra gilt, dass die Umkehrfunktion eines bijektiven Homomorphismus wieder ein Homomorphismus ist. Homomorphismen sind per Definition dadurch charakterisiert, dass ihre Anwendung mit der Ausführung der Rechenoperationen vertauscht werden kann. Beim Beweis der Homomorphismus-Eigenschaft der Umkehrfunktion nutzt man aus, dass die Rechenoperationen immer ausgeführt werden können (im Definitionsbereich) und immer ein eindeutiges Ergebnis haben (in der Zielmenge).

Eine stetige Funktion kann charakterisiert werden als eine Funktion, deren Anwendung mit der Grenzwertbildung (von Netzen) vertauscht werden kann. Da aber Netze im Definitionsbereich nicht konvergieren müssen und in der Zielmenge Netze auch gegen mehrere Grenzwerte konvergieren können, gilt eine analoge Aussage über Umkehrfunktionen hier nicht.
Dies zeigt zum Beispiel die bereits angegebene bijektive stetige Funktion {\displaystyle \phi \colon [0,1[\rightarrow \{z\in \mathbb {C} \,||z|=1\},x\mapsto e^{2\pi ix}}.

Ist der Definitionsbereich kompakt (dann besitzt jedes Netz zumindest ein konvergentes Teilnetz) und die Zielmenge ein Hausdorff-Raum (dann sind Grenzwerte eindeutig), so ist die Stetigkeit der Umkehrfunktion einer stetigen Bijektion allerdings gewährleistet, was wiederum die Analogie zum Begriff des Homomorphismus unterstreicht.

Im Allgemeinen bezeichnet man eine bijektive Funktion zwischen zwei topologischen Räumen als Homöomorphismus, wenn eine (und damit alle) der folgenden äquivalenten Bedingungen erfüllt ist:

(a) Die Funktion und ihre Umkehrfunktion sind stetig.
(b) Die Funktion und ihre Umkehrfunktion sind offen.
(c) Die Funktion und ihre Umkehrfunktion sind abgeschlossen.
(d) Die Funktion ist stetig und offen.
(e) Die Funktion ist stetig und abgeschlossen.

Jede der im vorherigen Abschnitt beschriebenen Möglichkeiten, eine Kategorie topologischer Räume zu definieren, führt also zum selben Isomorphismus-Begriff, nämlich dem Homöomorphismus.

Man beachte, dass (d) und (e) für nicht bijektive Funktionen nicht äquivalent sein müssen, auch wenn für die Formulierung der Bedingungen die Existenz der Umkehrfunktion nicht benötigt wurde.

Funktionen mehrerer Variablen

Eine Funktion, deren Definitionsbereich ein Kartesisches Produkt ist, wird auch als Funktion in mehreren Variablen bezeichnet. Die folgenden Ausführungen für den Fall eines Produktes von zwei topologischen Räumen können auf beliebige (auch unendliche) Produkte erweitert werden.

Seien X, Y und Z topologische Räume und {\displaystyle f\colon X\times Y\to Z} eine Funktion in zwei Variablen.

f heißt stetig im ersten Argument, wenn für jedes {\displaystyle y_{0}\in Y} die Funktion {\displaystyle f_{y_{0}}\colon X\to Z,x\mapsto f(x,y_{0})} stetig ist. Analog wird die Stetigkeit im zweiten Argument definiert.

Ist die Funktion f stetig (hierbei wird auf X\times Y die Produkttopologie angenommen), so ist f auch stetig in beiden Argumenten.

Darstellung der im Punkt (0,0) nicht stetigen nebenstehenden Funktion f.

Die Umkehrung gilt nicht, wie das folgende Beispiel zeigt:

{\displaystyle f\colon \mathbb {R} ^{2}\to \mathbb {R} ,\quad (x,y)\mapsto {\begin{cases}0,&x=y=0\\{\frac {xy}{x^{2}+y^{2}}},&{\text{sonst}}\end{cases}}}

Man überzeugt sich leicht, dass diese Funktion in beiden Argumenten stetig ist (man beachte, dass zum Beispiel f_{0} sogar konstant ist).

Die Funktion ist im Punkt (0,0) aber unstetig. Definiert man nämlich {\displaystyle a_{k}=\left({\tfrac {1}{k}},{\tfrac {1}{k}}\right)} für k\in \mathbb {N} , so ist (a_{k})_{k\in \mathbb {N} } eine Folge, die in \mathbb {R} ^{2} gegen (0,0) konvergiert. Es gilt {\displaystyle f(a_{k})={\tfrac {1}{2}}} für alle k\in \mathbb {N} . Die Bildfolge hat also den konstanten Wert {\tfrac {1}{2}} und konvergiert somit nicht gegen den Funktionswert 0 an der betrachteten Stelle.

Die umgekehrte Situation ist deutlich einfacher: Für eine Funktion {\displaystyle f\colon X\to Y\times Z} gibt es (eindeutig bestimmte) Funktionen {\displaystyle g\colon X\to Y} und {\displaystyle h\colon X\to Z}, so dass {\displaystyle f(x)=(g(x),h(x))} für alle x\in X. Dann ist f genau dann stetig, wenn g und h es sind. Man kann also {\displaystyle C(X,Y\times Z)} in natürlicher Weise mit {\displaystyle C(X,Y)\times C(X,Z)} identifizieren.

Bedeutung der Stetigkeit in der Mathematik

Der Begriff der Stetigkeit ist in vielen Teilgebieten der Mathematik von zentraler Bedeutung. Die hier angegebenen Beispiele können keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben.

Verknüpfung von algebraischen und topologischen Strukturen

Viele der in der Mathematik untersuchten Mengen tragen in natürlicher Weise sowohl eine topologische als auch eine algebraische Struktur. Ein einfaches Beispiel hierfür sind die Mengen \mathbb {R} und {\displaystyle \mathbb {C} }, die durch die Betragsmetrik zu metrischen Räumen werden, und die gleichzeitig durch die Grundrechenarten zu Körpern werden. Eine besonders reichhaltige Theorie ergibt sich, wenn diese beiden Strukturen harmonieren. Dies ist dann gegeben, wenn die Verknüpfung(en), die die algebraische Struktur definieren, stetige Funktionen bezüglich der betrachteten Topologie sind. Auf diese Weise ergeben sich sehr einfach die Definition einer topologischen Gruppe, eines topologischen Rings/Körpers und eines topologischen Vektorraums.

Hat man zwei Exemplare einer solchen Kategorie (also etwa zwei topologische Gruppen), so bietet es sich an, die Funktionen zwischen diesen beiden zu untersuchen, die verträglich mit beiden Strukturen sind, die also stetige Homomorphismen sind. In der Funktionalanalysis werden zum Beispiel intensiv die Eigenschaften von (Räumen von) stetigen linearen Operatoren untersucht. In allen genannten Kategorien ist ein Homomorphismus übrigens entweder stetig oder in jedem Punkt unstetig.

Besondere Eigenschaften stetiger Funktionen

Viele wichtige Sätze über Funktionen setzen voraus, dass diese stetig sind. Hier einige Beispiele:

Definition von Topologien

Man kann das Konzept der Stetigkeit auch nutzen, um Mengen mit einer Topologie zu versehen. Sei f eine Funktion zwischen zwei Mengen, von denen eine bereits mit einer Topologie versehen ist. Dann kann man sich fragen, welche Topologie man auf der anderen Menge wählen sollte, damit die Funktion stetig wird. Zunächst erscheint die Antwort offensichtlich: Auf dem Definitionsbereich wählt man die diskrete Topologie, auf der Zielmenge die triviale Topologie. Dann ist zwar die Stetigkeit von f sichergestellt, aber man gewinnt im Normalfall keine neuen Erkenntnisse.

Interessanter ist es, wenn man auf dem Definitionsbereich nach einer möglichst groben Topologie sucht, bezüglich der f immer noch stetig ist (bzw. auf der Zielmenge nach einer möglichst feinen). Ist es zum Beispiel möglich eine Topologie zu wählen, bezüglich der der Definitionsbereich kompakt oder zusammenhängend ist, so kann man die entsprechenden Ergebnisse über stetige Funktionen auf solchen Räumen nutzen, um Erkenntnisse über f bzw. das Bild von f zu gewinnen. Verallgemeinert man diese Überlegungen auf ganze Familien von Funktionen, so kommt man zu den Begriffen der Initialtopologie und der Finaltopologie.

Existenz und Fortsetzung von stetigen Funktionen

Ein gängiges Verfahren zur Untersuchung eines Objektes einer mathematischen Kategorie ist es, die Menge der strukturerhaltenden Funktionen in besonders gut verstandene Vertreter der Kategorie zu untersuchen. In vielen Fällen kann man auf diesem Weg auch Erkenntnisse über das zu untersuchende Objekt selbst gewinnen. In der Linearen Algebra untersucht man zum Beispiel die Menge der linearen Abbildungen von einem beliebigen Vektorraum in den Grundkörper und bezeichnet diese als den Dualraum. In der Topologie bieten sich als Modellräume die topologischen Räume [0,1] und {\displaystyle \mathbb {C} } an.

Bezogen auf die Stetigkeit kann dieses Vorgehen aber nur sinnvoll sein, wenn man an den zu untersuchenden Raum noch zusätzliche Bedingungen stellt. Auf einem Raum mit der trivialen Topologie etwa ist jede stetige komplexwertige Funktion bereits konstant (das gilt sogar für jede stetige Funktion, deren Zielmenge ein Kolmogoroff-Raum ist).

Wenn man einen topologischen Raum dadurch verstehen will, dass man die stetigen Funktionen von ihm in einen der Modellräume untersucht, so sollte die Menge dieser Funktionen wenigstens punktetrennend sein. Dies führt auf die Definition eines vollständigen Hausdorff-Raums. Dieser wird gerade über die Existenz einer ausreichenden Menge von stetigen Funktionen definiert.

Wünschenswert wäre es natürlich, ein elementares topologisches Kriterium zu besitzen, das diese Existenz sichert. Hier bieten sich Hausdorff-Räume an, die normal oder lokalkompakt sind. Ein Großteil der in der Mathematik untersuchten topologischen Räume fällt zumindest in eine der beiden Kategorien. Das Lemma von Urysohn stellt für diese beiden Klassen von Räumen (unter anderem) sicher, dass sie vollständige Hausdorff-Räume sind.

Tatsächlich zeigt der allgemeinere Fortsetzungssatz von Tietze, dass sich in solchen Räumen stetige Funktionen in einen der Modellräume, die nur auf einer abgeschlossenen (bei normalen Räumen) bzw. kompakten (bei lokalkompakten Räumen) Teilmenge definiert sind, zu stetigen Funktionen vom ganzen Raum in den Modellraum fortsetzen lassen. Im zweiten Fall kann dabei die Fortsetzung so gewählt werden, dass sie weiterhin kompakten Träger besitzt.

Algebren stetiger komplexwertiger Funktionen

Für einen topologischen Raum X bildet C(X), die Menge der stetigen komplexwertigen Funktionen auf X, wie bereits festgestellt, eine {\displaystyle \mathbb {C} }-Algebra. Diese ist natürlich kommutativ und unital (die Funktion mit dem konstanten Wert 1 ist das Einselement).

Zusätzlich ist auf dieser Algebra in natürlicher Weise eine konjugiert lineare Involution gegeben, die auch mit der Multiplikation verträglich ist. Diese ist gegeben durch {\displaystyle {\overline {f}}(x)={\overline {f(x)}}} für {\displaystyle x\in X,f\in C(X)}.

C(X) ist also eine unitale, kommutative *-Algebra. Man beachte, dass die Untersuchung dieser Algebren die Untersuchung der Algebren aller komplexwertigen Funktionen auf einer beliebigen Menge einschließt, da man jede Menge mit der diskreten Topologie versehen kann, wodurch alle Funktionen stetig werden.

Das Lemma von Urysohn stellt für die meisten wichtigen topologischen Räume sicher, dass C(X) ausreichend reichhaltig ist. Tatsächlich erweist sich diese Algebra als oftmals zu groß für die praktische Untersuchung. Man geht daher meist zur unitalen *-Unteralgebra C_b(X) der beschränkten, stetigen komplexwertigen Funktionen auf X über. Falls X kompakt ist, so gilt {\displaystyle C(X)=C_{b}(X)}, wegen (15').

C_b(X) wird durch die Supremumsnorm zu einer kommutativen, unitalen C*-Algebra.

Der Satz von Gelfand-Neumark besagt, dass jede kommutative, unitale C*-Algebra isomorph ist zu C(K) für einen geeignet gewählten kompakten Hausdorff-Raum K. Dabei ist K bis auf Homöomorphie eindeutig bestimmt (und der Satz gibt auch ein konstruktives Verfahren zur Ermittlung von K an). Somit kann die Theorie der kommutativen, unitalen C*-Algebren vollständig identifiziert werden mit der Theorie der kompakten Hausdorff-Räume. Dies ist ein mächtiges Werkzeug, da Aussagen, die in der einen Theorie schwierig zu beweisen sind, in die andere Theorie übertragen werden können, wo ihr Beweis oft viel einfacher ist.

In Erweiterung dieses Ergebnisses kann die Theorie der kommutativen, eventuell nicht unitalen, C*-Algebren mit der Theorie der lokalkompakten Hausdorff-Räume identifiziert werden. Hierbei wird allerdings zu einem lokalkompakten Hausdorff-Raum X nicht C_b(X), sondern die Unteralgebra der C0-Funktionen auf X betrachtet.

Bemerkung: Mittels der GNS-Konstruktion kann auch jede nicht-kommutative C*-Algebra mit einer Algebra stetiger (linearer) Funktionen identifiziert werden. Hierbei wird allerdings als Multiplikation die Komposition von Operatoren und nicht die punktweise Multiplikation verwendet. Daher sollten diese beiden Vorgehensweisen nicht miteinander verwechselt werden.

Zwei weitere wichtige Ergebnisse über die Struktur von C(K) für kompakte Hausdorff-Räume K sind der Satz von Stone-Weierstraß (Charakterisierung der dichten *-Unteralgebren von C(K)) und der Satz von Arzelà-Ascoli (Charakterisierung der relativ kompakten Teilmengen von C(K)). Ein Spezialfall des ersten Satzes ist der Approximationssatz von Weierstraß, der besagt, dass auf einer kompakten Teilmenge von \mathbb {R} jede stetige, komplexwertige Funktion gleichmäßig durch eine Folge von Polynomfunktionen approximiert werden kann.

Wege

Hauptartikel: Weg (Mathematik)

Ist X ein topologischer Raum, so bezeichnet man eine stetige Funktion von [0,1] nach X auch als Weg in X. Dieser Begriff ist selbst wieder in verschiedenen Teilgebieten der Mathematik von großer Bedeutung:

Die Fundamentalgruppe ist ein Spezialfall einer Homotopiegruppe, zu deren Definition ebenfalls wieder der Stetigkeitsbegriff herangezogen wird.

Überraschend mag das Ergebnis sein, dass der n-dimensionale Einheitswürfel {\displaystyle [0,1]^{n}} für jedes n\in \mathbb {N} durch einen Weg vollständig ausgefüllt werden kann (Peano-Kurve).

Hinreichende Bedingungen für Stetigkeit

Da stetige Funktionen eine Reihe angenehmer Eigenschaften besitzen, ist es wünschenswert, Werkzeuge zu besitzen, mit denen man die Stetigkeit von Funktionen nachweisen kann.

Ein einfaches Ergebnis in dieser Hinsicht ist, dass eine reelle oder komplexe Funktion an jeder Stelle, an der sie differenzierbar ist, auch stetig ist.

Weiterhin gilt, dass eine auf einer konvexen, offenen Teilmenge des \mathbb {R} ^{n} definierte konvexe oder konkave reellwertige Funktion immer stetig ist.

Stetigkeit linearer Operatoren

Seien X,Y zwei Vektorräume (wobei hier als Grundkörper immer \mathbb {R} oder {\displaystyle \mathbb {C} } genommen werden soll) und f\colon X\to Y ein linearer Operator. Die Frage der Stetigkeit von f stellt sich, wenn sowohl X als auch Y zusätzlich eine Topologie tragen. Dabei beschränkt man sich im Normalfall auf den Fall, dass die Topologien, wie oben erklärt, mit den Vekrorraumstrukturen verträglich sind.

Ist X endlichdimensional, so gibt es genau eine Hausdorff-Topologie auf X, die diese Verträglichkeit erfüllt. Bezüglich dieser Topologie sind alle linearen Operatoren in beliebige topologische Vektorräume stetig.

Auf unendlichdimensionalen topologischen Vektorräumen gibt es dagegen im Allgemeinen lineare Funktionale (also lineare Operatoren in den Grundkörper), die unstetig sind.

Es gibt sogar topologische Vektorräume, auf denen das 0-Funktional das einzige stetige lineare Funktional ist.

Für hausdorffsche, lokalkonvexe Räume stellt allerdings der Satz von Hahn-Banach die Existenz einer ausreichenden Menge von stetigen, linearen Funktionalen sicher. Dieser Satz übernimmt in der Theorie der lokalkonvexen Räume eine ähnliche Rolle, wie der Satz von Tietze in der Theorie der lokalkompakten Räume.

Tatsächlich lässt sich die Stetigkeit von linearen Operatoren zwischen lokalkonvexen Räumen wie folgt charakterisieren:

Sind X und Y lokalkonvex, so ist f genau dann stetig, wenn für jede stetige Halbnorm p auf Y die Halbnorm {\displaystyle p\circ f} stetig auf X ist.

Ist X sogar ein normierter Raum (allgemeiner ein bornologischer Raum), so ist f genau dann stetig, wenn es beschränkte Mengen auf beschränkte Mengen abbildet. Diese Eigenschaft wird auch als Beschränktheit von f bezeichnet. Man beachte, dass diese Eigenschaft nicht gleichbedeutend ist mit der üblichen Definition von beschränkten Funktionen. Diese übliche Definition wird bei linearen Operatoren nur vom 0-Operator erfüllt.

Sind X und Y sogar Banachräume, so kann der Satz vom abgeschlossenen Graphen oft zum Nachweis der Stetigkeit genutzt werden.

Stetige Ergänzbarkeit

Seien X und Y, topologische Räume, {\displaystyle \xi \in X} und {\displaystyle f\colon X\setminus \{\xi \}\to Y} eine Funktion. Es stellt sich die Frage, ob es möglich ist, f auf ganz X fortzusetzen, so dass die Fortsetzung in \xi stetig ist. Falls \xi ein isolierter Punkt von X ist, so ist dies wegen (4) für jede Fortsetzung der Fall. Man betrachtet daher den Fall, dass \xi kein isolierter Punkt ist und Y ein Hausdorff-Raum ist. Dann ist nämlich eine solche Fortsetzung wegen (17') eindeutig bestimmt. Existiert in dieser Situation die geforderte Fortsetzung, so sagt man, dass f in \xi (durch den eindeutig bestimmten Funktionswert) stetig ergänzbar ist.

Der Satz von Tietze kann nicht zur Lösung dieser Frage genutzt werden, da der Definitionsbereich von f in der beschriebenen Situation nicht abgeschlossen in X ist.

Tatsächlich muss die Frage der stetigen Ergänzbarkeit oft individuell beantwortet werden. Betrachtet man von {\displaystyle \mathbb {R} \setminus \{0\}} nach \mathbb {R} die Funktionen {\displaystyle x\mapsto x\sin({\tfrac {1}{x}})} und x\mapsto \sin({\tfrac  {1}{x}}), so ist die erste in 0 stetig ergänzbar (mit dem Wert 0), die zweite nicht. Dies liegt daran, dass beide Funktionen um das Argument 0 herum oszillieren, die Ausschläge bei der ersten aber durch den zusätzlichen Faktor x immer mehr gedämpft werden.

In vielen Fällen kann die Regel von de l’Hospital benutzt werden, um die Frage nach der stetigen Ergänzbarkeit reeller oder komplexer Funktionen positiv zu beantworten.

Der Begriff der stetigen Ergänzbarkeit kann auch zur Definition der Differenzierbarkeit herangezogen werden: Sind in der oben beschriebenen Situation X und Y Teilmengen von {\displaystyle \mathbb {C} } und ist {\displaystyle \phi \colon X\to Y} eine Funktion, so ist der Differenzenquotient von \phi in \xi eine Funktion von {\displaystyle X\setminus \{\xi \}} nach {\displaystyle \mathbb {C} }, die gegeben ist durch {\displaystyle x\mapsto {\tfrac {\phi (x)-\phi (\xi )}{x-\xi }}}. Ist diese Funktion in \xi stetig ergänzbar, so heißt \phi in \xi differenzierbar und der zum Differenzenquotienten hinzugefügte Funktionswert die Ableitung von \phi in \xi .

Stetigkeit von Grenzwerten von Funktionenfolgen

Seien X und Y topologische Räume. Für jedes k\in \mathbb {N} sei {\displaystyle f_{k}\colon X\to Y} eine stetige Funktion. Die Funktionenfolge {\displaystyle (f_{k})_{k\in N}} konvergiere punktweise gegen eine Funktion f\colon X\to Y. Es stellt sich die Frage, ob in dieser Situation bereits auf die Stetigkeit von f geschlossen werden kann.

Dass dies im Allgemeinen nicht gilt, zeigt folgendes Beispiel:

Ist {\displaystyle X=Y=[0,1]} und {\displaystyle f_{k}(x)=x^{k}} für x\in X, so gilt

{\displaystyle \lim _{k\to \infty }f_{k}(x)={\begin{cases}1&x=1\\0&\mathrm {sonst} \end{cases}}}

Diese Funktionenfolge stetiger Funktionen konvergiert also punktweise gegen eine unstetige Funktion.

Es gibt aber verschiedene Zusatzbedingungen, die in der beschriebenen Situation dennoch die Stetigkeit der Grenzfunktion sicherstellen.

Eine Möglichkeit ist die Verwendung eines strengeren Konvergenzbegriffs für Funktionenfolgen, der dann die Stetigkeit der Grenzfunktion sicherstellt. Hier sei insbesondere der Begriff der lokal gleichmäßigen Konvergenz genannt. Dieser setzt allerdings voraus, dass Y ein metrischer Raum (oder wenigstens ein uniformer Raum) ist.

Mit Hilfe dieses Konvergenzbegriffs von Funktionenfolgen lässt sich auch die oben bereits erwähnte Stetigkeit von durch Potenzreihen definierten komplexen Funktionen im Innern ihres Konvergenzkreises beweisen (siehe auch Abelscher Grenzwertsatz).

Der Satz von Banach-Steinhaus stellt die Stetigkeit der Grenzfunktion sicher, wenn X und Y Banachräume sind und alle f_k lineare Operatoren sind.

Andere Stetigkeitsbegriffe

Linksseitige/rechtsseitige Stetigkeit

Sei {\displaystyle X\subseteq \mathbb {R} } und Y ein topologischer Raum. Eine Funktion f\colon X\to Y heißt linksseitig stetig in {\displaystyle \xi \in X}, wenn die Einschränkung von f auf {\displaystyle ]-\infty ,\xi ]\cap X} stetig in \xi ist. Die folgenden beiden äquivalenten Bedingungen können ebenfalls zur Definition der linksseitigen Stetigkeit herangezogen werden:

Bei der letzten Bedingung ist allerdings zu berücksichtigen, dass auf Y weiterhin die übliche Topologie zu betrachten ist, selbst wenn Y ebenfalls eine Teilmenge von \mathbb {R} ist. Diese Verwendung zweier Topologien auf \mathbb {R} ist fehlerträchtig.

Analog ist der Begriff der rechtsseitigen Stetigkeit (z.B. über streng monoton fallende Folgen) definiert. Die Stetigkeit von f in \xi ist dann äquivalent dazu, dass die Funktion sowohl linksseitig als auch rechtsseitig in \xi stetig ist.

Beispiele: Die Heaviside-Funktion ist in 0 rechtsseitig aber nicht linksseitig stetig. Die Vorzeichenfunktion ist in 0 dagegen weder linksseitig noch rechtsseitig stetig.

Durch die 'Aufteilung' der Stetigkeit in linksseitige und rechtsseitige Stetigkeit hat man die Eigenschaft einer stetigen Funktion, 'keine Sprünge' zu machen, aufgeteilt in die Eigenschaften, keine Sprünge zu machen, wenn man sich dem betrachten Punkt von links bzw. von rechts nähert.

Ein ähnliches Vorgehen kann man auch für Funktionen mit Zielmenge \mathbb {R} (und beliebigem topologischem Raum als Definitionsbereich) durchführen. In diesem Fall teilt man die Eigenschaft, 'keine Sprünge' zu machen, auf in die Eigenschaften, keine Sprünge nach oben bzw. nach unten zu machen. Dies führt auf zwei Begriffe von Halbstetigkeit, deren Kombination wieder mit der klassischen Stetigkeit reellwertiger Funktionen übereinstimmt. Auch Halbstetigkeit lässt sich auf den Stetigkeitsbegriff der Topologie zurückführen, indem man auf der Zielmenge geeignete Topologien verwendet.

Ordnungstheoretischer Stetigkeitsbegriff

Ordnungstheoretisch lässt sich die Stetigkeit als Verträglichkeit einer Funktion mit dem Supremum vollständiger Halbordnungen A,B fassen. Eine Funktion f\colon A\rightarrow B heißt stetig, wenn f(\bigsqcup X) = \bigsqcup f(X) für alle gerichteten Teilmengen X \subseteq A gilt. Dieser Begriff spielt in der Bereichstheorie eine zentrale Rolle. Ähnlich der Folgenstetigkeit oben werden auch hier Grenzwerte wieder auf Grenzwerte abgebildet.

In diesem Zusammenhang folgt aus der Stetigkeit einer Funktion deren Monotonie. Umgekehrt bildet jede monotone Funktion eine gerichtete Menge wieder auf eine solche ab, wodurch die Existenz des Supremums des Abbilds dann von vornherein gewiss ist und nicht mehr gezeigt werden muss. Viele Autoren nehmen die Monotonie als Voraussetzung in die Definition der Stetigkeit auf.

Weitere Stetigkeitsbegriffe auf metrischen Räumen

Für Funktionen zwischen metrischen Räumen gibt eine Reihe weiterer Stetigkeitsbegriffe, die jeweils strengere Bedingungen daran stellen, wie stark der Funktionswert in Abhängigkeit von der Schwankung im Argument schwanken darf. Hier wäre zu nennen: gleichmäßige Stetigkeit (kann auch für Funktionen auf uniformen Räumen definiert werden), (lokale) Lipschitz-Stetigkeit, Hölder-Stetigkeit sowie (falls der Definitionsbereich ein reelles Intervall ist) absolute Stetigkeit.

Der Satz von Heine besagt, dass eine stetige Funktion von einem kompakten Hausdorff-Raum in einen beliebigen uniformen Raum immer auch gleichmäßig stetig ist.

Weitere Stetigkeitskriterien

Verschiedenes

Zusammenhang zwischen Stetigkeit und Differenzierbarkeit

Wie bereits gesagt, ist eine reelle oder komplexe Funktion an jeder Stelle, an der sie differenzierbar ist, auch stetig. Dass die Umkehrung nicht gilt, zeigt die Betragsfunktion. Sowohl die reelle als auch die komplexe Betragsfunktion ist stetig. Die reelle Betragsfunktion ist überall außer an der Stelle 0 differenzierbar, während die komplexe Betragsfunktion gar nicht differenzierbar ist.

Lange Zeit war offen, ob es auch stetige reelle Funktionen gibt, die nirgends differenzierbar sind. Das erste Beispiel einer reellen stetigen aber nirgends differenzierbare Funktion wurde von Bernard Bolzano konstruiert (Bolzanofunktion). Dieses Beispiel wurde aber erst deutlich später veröffentlicht. Bekannt wurde die Existenz solcher Funktionen durch Karl Weierstraß (Weierstraß-Funktion), der damit viele zeitgenössische Mathematiker überraschte.

Mit Hilfe des Satzes von Baire wurde später gezeigt, dass die Menge der an keiner Stelle differenzierbaren Funktionen sogar dicht in {\displaystyle C([0,1])} ist.

Ist eine Funktion an jeder Stelle differenzierbar, so stellt sich die Frage nach der Stetigkeit ihrer Ableitungsfunktion. Für komplexe Funktionen wird diese Frage im Wesentlichen durch die Erkenntnis beantwortet, dass die Ableitung einer auf einer offenen Teilmenge von {\displaystyle \mathbb {C} } differenzierbaren Funktion selber wieder differenzierbar und damit auch stetig ist.

Für reelle Funktionen gilt diese Aussage nicht. Da aber die Stetigkeit der Ableitungsfunktion sich in vielen Fällen als bedeutsam herausgestellt hat, wurde der Begriff der stetigen Differenzierbarkeit eingeführt. Näheres dazu findet sich im Artikel über die Differenzierbarkeit.

Der Raum der k-mal stetig differenzierbaren Funktionen auf einem reellen Intervall X wird auch mit {\displaystyle C^{k}(X)} bezeichnet. Als Grenzfall für k=0 erhält man C(X), das deswegen auch manchmal als {\displaystyle C^{0}(X)} bezeichnet wird. Ein weiterer Grenzfall ist der Raum der unendlich oft stetig differenzierbaren Funktionen (glatte Funktionen) auf einem reellen Intervall X. Dieser wird auch mit C^{\infty }(X) bezeichnet.

Anmerkung zur Darstellung in diesem Artikel

Funktionen sind Objekte der Mengenlehre. Sie besitzen einen Definitionsbereich und eine Zielmenge. Diese beiden Mengen können mit verschiedenen Topologien versehen werden. Die Wahl dieser Topologien ist kein Bestandteil der 'Identität' der Funktion aber wesentlich für die Frage der Stetigkeit. Es ist daher eigentlich unpräzise, davon zu sprechen, dass eine Funktion stetig oder unstetig sei.

Eine präzise Formulierung von (3) für topologische Räume würde zum Beispiel lauten:

Seien {\displaystyle (X,T_{1})} und {\displaystyle (Y,T_{2})} topologische Räume. Sei f\colon X\to Y eine Funktion und {\displaystyle \xi \in X}. Dann heißt f stetig in \xi bezüglich der Räume {\displaystyle (X,T_{1})} und {\displaystyle (Y,T_{2})}, wenn für jede {\displaystyle (Y,T_{2})}-Umgebung U von f(\xi) das Urbild f^{-1}(U) eine {\displaystyle (X,T_{1})}-Umgebung von \xi ist.

In der mathematischen Praxis ist fast immer klar, welche Topologien auf den jeweiligen Räumen verwendet werden sollen. Daher ist die in diesem Artikel verwendete etwas ungenaue Sprechweise üblich. In den seltenen Fällen, wo mehrere Topologien zur Auswahl stehen, etwa bei der Formulierung von (6'), wird dies durch entsprechende Erläuterungen deutlich gemacht.

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Basierend auf einem Artikel in: Wikipedia.de
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Datum der letzten Änderung:  Jena, den: 03.09. 2019