Camsdorfer Brücke

DANKE DENEN
DIE GEBAUT DEN BOGEN
DASS DICH DAS GEWAESSER
NICHT VERSCHLINGE
FEHLT DIE BRUECKE
DER WILDEN WOGEN
FASSE MUT UND SCHWIMME
ODER SPRINGE

Brückeninschrift
Ricarda Huch (1946)

Wiederaufbau im Winter 1945/46
Im Hintergrund links: St. Michael
Bildmitte: Universität

Die Camsdorfer Brücke, die in Jena die Saale überspannt verbindet das Stadtzentrum mit Wenigenjena.
Dieselbe wird im Jahre 1377 das erste Mal erwähnt und war damals eine Holzbrücke, zu deren Bau die Herren von Lobdeburg Holz gestiftet haben.

Die steinerne Brücke an dieser Stelle wurde im 15.Jahrhundert erbaut aus den Steinen der zerstörten Hausbergburg. Im Jahre 1416 wurde auf der Brücke ein Häuschen für den Einnehmer des Brückenzoll erbaut.

"Wir Wilhelm von Gottiss gnaden, Landgrafe in Duringen, und Margrafe zu Meissen, Bekennen und thun kund mit diesem briefe allen den dy sehn adir hören Lesen, also der Probist und Rath zu Jene schlhaftig gewest seind, umb dass haus, dass der Bruckmeister uf der Brucken daselbst meint zu bauen, dass wir Sie dess gescheiden, und mit einander gesaczt haben,Also: Dass der Bruckmeister ein hauss uf die Brucken seczen und bauen sal und mag, dass ein man darinne siczt, und dass Almosen zu der Brucken bitte.."

Im Jahre 1575 wurden , da sich die Saale nach Camsdorf zuwendete, die beiden östlichen Bogen hinzugefügt. Am 03.02. 1637 wurde die alte Camsdorfer Brücke durch schwedische Truppen zerstört.
Der Jenaer Stadtchronist Adrian Beier (1600 - 1678) berichtete.

"General Major Torsten Stahlhansch...lesset den 3, Febr. den letzten Schibbogen an der Steinernen Saalbrucken bei Camsdorff einreissen und ersauffen darüber 36 Bürgr und Bauern."

Dieser Bogen wurde dann 1655 unter "Beisteuerung der Kosten seitens der Einwohner" durch Herzog Wilhelm IV. zu Sachsen wieder aufgebaut.

IM JAHRE CHRISTI
16 37 3 FEBR:(uar) IST
DIESER BOGEN
VON SCHWED:(en) EIN GE
WORFEN UND BEY
36 MIT ZWANG ANGE
LEGTE ARBEITER ER
SCHLAGEN IM JAHR
1655 VON HERTZOG
WILHELM 4 Z(u) S(achsen)
D(ux Jülich)
C (leve) U (nd) B(erg) S (einer)
F (ürstlichen) G (naden)BAUMEIST(er)
IOH:(ann) MORITZ RICH
TERN UFF DES RAHTS
UND DER STADT IENA
KOSTEN WIEDER ER
BAUET WORDEN.
  HIC ARC(us) A(nn)o CHR(isti)
MDCXXXVII III FEBR(uarii)
SUECIS DIRUTUS
CUI (us) RUINA P(rae)ter
XXXVI OPERARII PERIERE
A(nn)o MDCLV DIRE
CTORE SERE:(nissimo) WIL
HELMO IV. D(ux) S(axoniae)
I(uliaci) C(liviae) et M(onitium)
SEREN(itatis) IPS(ius)
ARCHITECTO IO(a)N(n)e
MAURITIO RICH
TERO SUM(itibus)
S (enatus) P (opuli)Q(ue) IENENSIS
RESTAURATUS.
Brückeninschrift
Brückeninschrift neueren Datums

Früher stand ein Kreuz auf der Brücke, welches der Grenzstein zwischen der Amts- und Ratsflur war und 1848 in die Saale gestürtz wurde. Auf der alten Camsdorfer Brücke, welche unter dem Namen Pons zu den sieben Stadtwundern gehört, befand sich eine eigene Kapelle. Aufnahme um 1910 Seit 1882 ist die Brücke mit Laternen seitens der Stadt Jena versehen worden, nachdem die Gemeinden Wenigenjena und Camsdorf sich bereit erklärt hatten, einen jährlichen Beitrag zu leisten. Der Stadtfiscus hatte den Beitrag abgelehnt. Von Zeitgenossen wurde sie als eine der schönsten Brücken Deutschlands bezeichnet. In neun schweren Bögen spannte sie sich über die Saale.
Die Brücke wurde ab Juli 1912 abgetragen und bis November 1913 durch eine breitere ersetzt, um dem stärker werdenden Verkehr gerecht zu werden.
Über die neue Brücke wurde 1913 auch eine Straßenbahnlinie gebaut, welche später durch die Linie 2 befahren wurde. Heute verkehrt die Linien 2 und 3 aus Lobeda und Winzerla darüber.

Die Brücke wurde am 12.04.1945 ebenso wie alle anderen Saalebrücken in Jena durch deutsche Truppen gesprengt. Die Sprengung war eigentlich sinnlos, da die Amerikaner die Saale an einer anderen Stelle schon überquert hatten. 1946 wurde die Brücke mit Hilfe der sowjetischen Truppen wieder aufgebaut und trägt daher auch den Namen "Brücke der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft". Es war das erste Bauwerk Jenas, das nach dem Krieg wiedererbaut wurde.

Die Brücke musste auf Grund schwerwiegender Schäden im Jahr 2005 komplett saniert werden. Dabei wurde die Straßenbahntrasse auch von einer einspurigen auf eine zweispurige ausgebaut.

Lange Zeit war die Camsdorfer Brücke der einzige im Schwerlastverkehr befahrbare Übergang im Jenaer Stadtgebiet.


 
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Datum der letzten Änderung: Jena, den : 28.09. 2014