Echtzeit

Der Begriff Echtzeit (englisch real-time) charakterisiert den Betrieb informationstechnischer Systeme, die bestimmte Ergebnisse zuverlässig innerhalb einer vorbestimmten Zeitspanne, zum Beispiel in einem festen Zeitraster, liefern können.

Definition

Die Definition der inzwischen durch DIN ISO/IEC 2382 abgelösten Norm DIN 44300 (Informationsverarbeitung), Teil 9 (Verarbeitungsabläufe) lautete:

Unter Echtzeit versteht man den Betrieb eines Rechensystems, bei dem Programme zur Verarbeitung anfallender Daten ständig betriebsbereit sind, derart, dass die Verarbeitungsergebnisse innerhalb einer vorgegebenen Zeitspanne verfügbar sind. Die Daten können je nach Anwendungsfall nach einer zeitlich zufälligen Verteilung oder zu vorherbestimmten Zeitpunkten anfallen.

Durch die Hardware und Software muss sichergestellt werden, dass keine Verzögerungen auftreten, welche die Einhaltung dieser Bedingung verhindern könnten. Die Verarbeitung der Daten muss dabei nicht besonders schnell erfolgen, sie muss nur garantiert schnell genug für die jeweilige Anwendung erfolgen.

Der Duden bietet für Echtzeit zwei Beschreibungen an, einerseits als eine „vorgegebene Zeit, die bestimmte Prozesse einer elektronischen Rechenanlage in der Realität verbrauchen dürfen“, sowie als „simultan zur Realität ablaufende Zeit“. Für Echtzeitbetrieb in der EDV gibt der Duden folgende Bedeutung an: „Arbeitsweise einer elektronischen Rechenanlage, bei der das Programm oder die Datenverarbeitung (nahezu) simultan mit den entsprechenden Prozessen in der Realität abläuft“.

Eigenschaften

Reaktionszeit

Der Begriff Echtzeit sagt etwas über die Fähigkeit eines Systems aus, auf ein Ereignis innerhalb eines vorgegebenen Zeitrahmens zu reagieren. Der Begriff sagt nichts über die Geschwindigkeit oder Verarbeitungsleistung eines Systems aus. In der Umgangssprache wird dies fälschlicherweise jedoch oft so verwendet, anstelle der zutreffenderen Begriffe verzögerungsarm oder verzugsarm.

So werden etwa bei Neartime-Daten von Wettersatelliten wie bei EUMETSAT auch einige Stunden alte Messungen noch als Real-time-Daten bezeichnet. Auch bei Anwendungen wie Fahrgastinformations-Systemen (Dynamische Fahrgastinformation) mit Weiterverarbeitung der Daten im Minutenbereich wird von Echtzeit gesprochen.

Je nach Art der Anwendung kann sich diese Reaktionszeit innerhalb eines weiten Bereichs bewegen:

Echtzeit-Qualität

Zur Beschreibung einer Steuerungs- und Regelungsaufgabe reicht es aber nicht aus, eine Echtzeit über die Reaktionszeit zu definieren. Um die Anforderungen an Echtzeitsysteme klarer zu fassen, wird häufig noch die Zuverlässigkeit bei der Erfüllung dieser Reaktionszeit definiert. Hierzu wird meistens zwischen harter Echtzeit (englisch hard real-time) und weicher Echtzeit (englisch soft real-time) unterschieden:

Anwendungen

Anwendungen in Echtzeit sind beispielsweise:

Geschieht die Aufzeichnung mit Sensoren und Hochgeschwindigkeitskameras in Echtzeit, so können später die aufgezeichneten Daten auch langsamer (in Zeitlupe) wiedergegeben werden. Andererseits lassen sich manche physikalischen Modelle sehr viel schneller durchrechnen als in Echtzeit, etwa die Sternentstehung in einer Gas- und Staubwolke. Hier ist die Wiedergabe im Zeitraffer für die (wissenschaftliche) Interpretation angebracht.

Siehe auch

Trenner
Basierend auf einem Artikel in: Wikipedia.de
Seitenende
Seite zurück
©  biancahoegel.de
Datum der letzten Änderung:  Jena, den: 02.03. 2020