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Karl Marx

Theorien über den Mehrwert

Kapitel 17, Artikel 1 bis 14

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[SIEBZEHNTES KAPITEL]

Ric[ardos] Akkumulationstheorie
Kritik derselben (Entwicklung der Krisen aus der
Grundform des Kapitals)

. Smiths und Ricardos Fehler, das konstante Kapital nicht in Betracht zu ziehen.
Reproduktion der verschiedenen Teile des konstanten Kapitals]

Wir stellen zunächst R[icardo]s durch das ganze Werk sehr zerstreuten Sätze zusammen.

" ... alle Produkte eines Landes werden kosumiert; aber es macht den größen Unterschied, den man denken kann, ob sie konsumiert werden durch solche, die einen andren Wert reproduzieren, oder durch solche, die ihn nicht reproduzieren. Wenn wir sagen, daß Revenue erspart und zum Kapital geschlagen wird, so meinen wir, daß der Teil der Revenue, von dem es heißt, er sei zum Kapital geschlagen, durch produktive statt durch unproduktive Arbeiter verzehrt wird." (Hier derselbe Unterschied wie bei A. Smith.) "Es gibt keinen größern Irrtum, als z unterstellen, daß Kapital durch Nichtkonsum vermehrt wird. Steige der Preis der Arbeit so hoch, daß trotz des Zuwachses von Kapital nicht mehr Arbeit angewandt werden könnte, so würde ich sagen, daß solcher Zuwachs von Kapital immer noch unproduktiv konsumiert wird." (p.163, Note.)

Hier also nur, ob consumed durch Arbeiter oder nicht. Wie A. Smith etc. Es handelt sich aber zugleich um die industrial consumption der Waren, die konstantes Kapital bilden, als Arbeitswerkzeuge oder Arbeitsmaterial konsumiert werden oder auch so konsumiert werden, daß sie durh diese Konsumption in Arbeitswerkzeuge und Arbeitsmaterial verwandelt werden. Von vornherein falsch, d.h. einseitig die Auffassung, als ob accumulation of capital gleich conversion of revenue into wages[1] wäre, gleich accumulation of variable capital. Die ganze Frage von der Akkumulation wird damit falsch behandelt.

[1] Verwandlung von Revenue in Löhne

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Vor allem ist es nötig, klar zu sein üdie Reproduktion des konstanten Kapitals. Wir betrachten hier die jährliche Reproduktion oder das Jahr als Zeitmaß des Reproduktionsprozesses.

Ein großer Teil des konstanten Kapitals - das capital fixe - geht in den jährlichen Arbeitsprozeß ein, ohne in den jährlichen Verwertungsprozeß einzugehn. Es wird nicht konsumiert. Es braucht also nicht reproduziert zu werden. Es wird dadurch erhalten - und mit seinem Gebrauchswert auch sein Tauschwert -, daß es üaupt in den Produktionsprozeß eingeht und in Kontakt mit der lebendigen Arbeit bleibt. Je größer dieser Teil des Kapitals in einem Lande dies Jahr ist, um so größer ist verhältnismäßig die bloß formelle Reproduktion (Erhaltung) desselben das nächste Jahr, vorausgesetzt, daß der Produktionsprozeß auch nur auf derselben Stufenleiter erneuert, fortgesetzt, in Fluß erhalten wird. Die Reparaturen und dergleichen, die nötig sind, um das fixe Kapital zu erhalten, rechnen wir zu seinen ursprünglichen Arbeitskosten. Es hat dies mit der Erhaltung im obenerwähnten Sinn nichts gemein.

Ein zweiter Teil des konstanten Kapitals wird in der Produktion der Waren jährlich konsumiert und muß daher auch reproduziert werden. Dazu gehört der ganze Teil des fixen Kapitals, der jährlich in den Verwertungsprozeß eingeht, und der ganze Teil desselben, der aus zirkulierendem Kapital besteht, Rohmaterial und matières instrumentales[1].

Was nun diesen zweiten Teil des konstanten Kapitals betrifft, so ist zu unterscheiden:

||695| Ein großer Teil von dem, was als konstantes Kapitall - als Arbeitsmittel und Arbeitsmaterial - in einer Produktionssphäre erscheint, ist das gleichzeitige Produkt in einer parallelen Produktionssphäre. Z.B. das Garn gehört zum konstanten Kapital des Webers; es ist das Produkt des Spinners, das vielleicht den Tag vorher noch im Werden war. Wenn wir hier von gleichzeitig sprechen, so meinen wir während desselben Jahres produziert. Dieselben Waren, in verschiednen Phasen, durchlaufen während desselben Jahres verschiedne Produktionssphären. Aus der einen gehn sie als Produkt hervor, in die andre gehn sie als konstantes Kapital bidende Ware ein. Und als konstantes Kapital werden alle während des Jahrs konsumiert; sei es nun, daß wie beim capital fixe nur ihr Wert eingeht in die Ware oder daß auch ihr Gebrauchswert in dieselbe eingeht, wie beim zirkulierenden Kapital. Während die in der einen Produktionssphäre produzierte Ware in die andre Produktionssphäre eingeht, um hier als konstantes Kapital konsumiert zu

[1] Hilfsstoffe

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werden - neben dieser Reihenfolge von Produktionssphären, sorin dieselbe Ware eintritt, werden gleichzeitig nebeneinander ihre verschiednen Elemente oder die verschiednen Phasen derselben produziert. Sie wird während desselben Jahrs forwährend in der einen Sphäre als konstantes Kapital konsumiert und in der andern parallelen als Ware produziert. Dieselben Waren, die als konstantes Kapital während des Jahrs so konsumiert werden, werden derart auch beständig während desselben Jahrs prosuziert. Die Maschine nutzt sich in der Sphäre A ab. Sie wird gleichzeitig in der Sphäre B produziert. Das konstante Kapital, das in den Produktionssphären, die die Lebensmittel produzieren, während des Jahrs konsumiert wird, wird gleichzeitig in andern Produktionssphären produziert, so daß es während des Jahrs oder am Ende des Jahrs neu ersetzt ist in natura. Beide, sowohl die Lebensmittel wie dieser Teil des konstanten Kapitals, sind Produkte der neuen, während des Jahrs tätigen Arbeit.

Ich habe früher gezeigt[1], wie der Wertteil des Produkts der Produktionssphären, worin die Lebensmittel produziert werden, der Wertteil, der das konstante Kapital dieser Produktionssphären ersetzt, die Revenue für die Produzenten dieses konstanten Kapitals bildet.

Nun aber existiert ferner ein Teil des konstanten Kapitals, der jährlich konsumiert wird, ohne als Bestandteil in die Produktionssphären einzugehn, die Lebensmittel (konsumable Waren) produzieren. Er kann also auch nicht aus diesen Sphüren ersetzt werden. Wir meinen den Teil des konstanten Kapitals - der Arbeitswerkzeuge, [des] Rohmaterials und matières instrumentales -, der in der Bildung, Produktion des konstanten Kapitals, der Maschinerie, Rohmaterialien und matières instrumentales selbst industriell konsumiert wird. Dieser Teil, wie wir gesehn haben[2], wird in natura ersetzt, entweder direkt aus dem Produkt dieser Produktionssphären selbst (wie bei Samen, Vieh, Kohle zum Teil) oder durch Austausch eines Teils der Produkte der verschiednen Produktionssphären, die konstantes Kapitals bilden. Es findet hier Austausch von Kapital gegen kapital statt.

Durch die Existenz und die Konsumtion dieses Teils des konstanten Kapitals wird nicht nur die Masse der Produkte vermehrt, sondern auch der Wert des jährlichen Produkts. Der Wertteil des jährlichen Produkts, der gleich dem Wert dieses Teils des konsumierten konstanten Kapitals, kauft zurück in natura oder zieht zurück aus dem jährlichen Produkt den Teil desselben, der das konsumierte konstante Kapital in natura ersetzen muß.[1] Siehe 1. Teil dieses Bandes, S.96-109 und 206-214 - [2] siehe 1. Teil dieses Bandes, S.109-121, 158-168 und 214-222

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Z.B. der Wertteil der Aussaat, den der Samen[1] bildet, bestimmt den Wertteil der Ernte[2] (und damit das Quantum Korn), der als konstantes Kapital der Erde, der Produktion zurückgegeben werden muß. Ohne die während des Jahrs neuzugefügte Arbeit würde dieser Teil nicht reproduziert; aber er ist in der Tat produziert durch die vorjährige oder vergangne Arbeit und - soweit sich die Produktivität der Arbeit nicht ändert - ist der Wert, den er dem jährlichen Produkt zusetzt, das Resultat nicht der diesjährigen, sondern der vorjährigen Arbeit. Je größr das proportionell angewandte konstante Kapital in einem Land ist, um so größser Teil des konstanten Kapitals sein, der in der Produktion des konstanten Kapitals konsumiert wird und der sich nicht nur in einer größProduktenmasse ausdrückt, sondern auch den Wert dieser Produktenmasse erhöht. Dieser Wert ist also nicht nur das Resultat der gegenwärtigen Jahresarbeit, sondern ebensosehr das Resultat vorjähriger, vergangner Arbeit, obgleich er ohne die immediate annual labour[3] ebensowenig wieder erscheinen würde wie das Produkt, worin er eingeht. Wächst dieser Teil, so wächst nicht nur die jährliche Produktenmasse, sondern der Wert derselben, selbst wenn die annual labour dieselbe bliebe. Dies Wachsen ist eine Form der Akkumulation des Kapitals, die es wesentlich ist zu verstehn. Und nichts kann diesem Verständnis ferner liegen als R[icardo]s Satz:

"Die Arbeit von einer Million Menschen in den Manufakturen wird stets den gleichen Wert, aber nicht immer den gleichen Reichtum produzieren." (l.c. p.320.)

Diese Million of men - der Arbeitstag als gegeben vorausgesetzt - wird nach der Produktivität der Arbeit nicht nur sehr verschiedne Warenmasse produzieren, sondern der Wert dieser Masse wird sehr verschieden sein, je nachdem sie mit viel oder wenig konstantem Kapital produziert, ihr also viel oder wenig aus vorjähriger, vergangner Arbeit herstammender Wert zugesetzt ist.

[2. Wert des konstanten Kapitals und Wert des Produkts]

Wir nehmen hier überall zunächst an, wo wir von der Reproduktion des konstanten Kapitals sprechen - der Vereinfachung halber -, daß die Produktivität der Arbeit und folglich die Produktionsweise dieselben bleiben. Was als konstantes Kapital zu ersetzen ist - bei geegebner Produktionsleiter - ist ein bestimmtes Quantum in natura. Bleibt die Produktivität dieselbe, so

[1] In der Handschrift: der den Samen - [2] in der Handschrift: Aussaat - [3] unmittelbare Jahresarbeit

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bleibt auch der ||696| Wert dieses Quantums konstant. Treten Wechsel in der Produktivität der Arbeit ein, wodurch dasselbe Quantum teurer oder wohlfeiler, mit mehr oder weniger Arbeit neu reproduziert werden kann, so treten ebenso Wechsel im Wert des konstanten Kapitals ein, die das surplus produce nach Abzug des konstanten Kapitals affizieren.

Z.B., es seien 20 qrs. [Weisen] à 3 l. = 60 l. zur Aussaat erheischt. Wird das qr. mit 1/3 Arbeit weniger reproduziert, so konstet ein qr. nur noch 2 l. Von dem Produkt sind nach wie vor 20 qrs. für Aussaat abzuziehn; aber der Wertteil, den sie vom ganzen Produkt ausmachen, nur noch 40 l. Zum Ersatz desselben capital constant dann geringrer Wertteil und geringrer Naturalteil des Gesamtprodukts nötig, obgleih 20 qrs. nach wie vor als Samen der Erde zurückgegeben werden müssen.

Wäre das jährlich konsumierte konstante Kapital bei einer Nation 10 Mill., bei der andren nur 1 Mill. und die jährliche Arbeit von 1 Mill. Menschen = 100 Mill. l., so wäre der Wert des Produkts bei der ersten Nation = 110 und bei der andern nur = 101 Millionen. Dabei wäre es nicht nur möglich, sondern sicher, daß die einzelne Ware bei Nation I wohlfeiler wäre als bei Nation II, weil letztre eine viel geringre Warenmasse mit derselben Arbeit produzieren wüe, viel geringer als die Differenz von 10 und 1. Ein größrer Wertteil des Produkts geht zwar bei Nation I, verglichen mit II, ab, um das Kapital zu ersetzen, und also auch größrer Teil vom Gesamtprodukt. Aber das Gesamtprodukt ist auch viel größer.

Bei Fabrikwaren ist es bekannt, daß 1 Mill. [Arbeiter] in England nicht nur ein viel größres Produkt, sondern Produkt von viel größrem Wert produziert als in Rußland z.B., obgleich die einzelne Ware viel wohlfeiler. Bei der Agrikultur jedoch scheint nicht dasselbe Verhältnis zwischen kapitalistisch entwickelten und relativ unentwickelten Nationen zu bestehn. Das Produkt der zurückgebliebnen Nation wohlfeiler als das der kapitalistisch entwickelten. Dem Geldpreis nach. Und dennoch scheint das Produkt der entwickelten Nation das Produkt von viel weniger Arbeit (während des Jahres) als das der zurückgebliebnen. In England z.B. weniger als 1/3 mit Agrikultur beschäftigt, in Rußland 4/5; dort 5/15, hier 12/15. Diese Zahlen sind nicht à la lettre[1] zu nehmen. In England z.B. sind Masse Menschen in der not agricultural industry, im Maschinenbau, Handel, Transportwesen etc. mit der Produktion und Herbeischaffung von Elementen der agrucultural production beschäftigt, die in Rußland nicht damit beschäftigt sind. Mann kann also das Verhältnis der in der Agrikultur beschäftigten Personen

[1] buchstäblich

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nicht direkt bestimmen nach der immediately upon agruculture employed individuals[1]. In Ländern kapitalistischer Produktion nehmen mittelbar viele an dieser agricutural Produktion teil, die in unentwickelteren Ländern unmittelbar unter sie subsumiert sind. Die Differenz scheint aber größer als sie ist. Für die gesamte Zivilisation des Landes diese Differenz aber sehr wichtig, selbst soweit si bloß darin besteht, daß ein großer Teil der an der Agrikultur beteiligten Produzenten nicht direkt an ihr teilnehmen und dem Idiotismus des Landlebens entrissen sind, zur industriellen Bevölkerung gehören.

Dies als d'abord à part[2]. Ferner davon abgesehn, daß die meisten agricultural peoples[3] gezwungen sind, ihr Produkt unter seinem Wert zu verkaufen, während in Ländern entwickelter kapitalistischer Produktion das agricultural produce auf seinen Wert steigt. Jedenfalls geht in den Wert des Produkts des English agriculturist ein Wertteil von konstantem Kapital ein, der in den Wert des Produkts des Russian agriculturist nicht eingeht. Gesetzt, dieser Wertteil sei gleich der Tagesarbeit von 10 Mann. Und gesetzt, ein englischer Arbeiter setze dies konstante Kapital in Bewegung. Ich spreche von dem Teil des konstanten Kapitals des agricultural produce, der nicht durch neue Arbeit ersetzt wird, wie z.B. dies bei den Ackerbaugeräten der Fall. Sind 5 russische Arbeiter erheischt, um dasselbe Produkt zu produzieren, was 1 Engläder vermittelst des konstanten Kapitals produziert, und wäre das konstante Kapital, das der Russe verwendet, gleich 1, so wäre das englische Produkt = 10 + 1 = 11 Arbeitstagen und das des Russen = 5 + 1 = 6. Ist der russische Boden soviel fruchtbarer als der englische, daß er ohne Anwendung des konstanten Kapitals oder mit einem 10 × kleinen konstanten Kapital soviel Korn produziert, wie der Engländer mit 10mal größrem, so verhalten sich die Werte derselben Quanta englischen und russischen Korns wie 11 : 6. Würde der qr. russischen Korns zu 2 l. verkauft, so der englische zu 3 2/3 l., denn 2 : 3 2/3 = 6 : 11. Der Geldpreis und der Wert des englischen Korns wäre also viel höer als der des russischen, aber dennoch würde das englische mit weniger Arbeit produziert, da die vergangne Arbeit, die sowohl in der Masse als dem Wert des Produkts wieder erscheint, keinen Zusatz von neuer Arbeit kostet. Dies wäre immer der Fall, wenn der Engländer weniger immediate labour anwendet als der Russe, aber das größre konstante konstante Kapital, das er anwendet - und das ihm nichts kostet, obgleich es gekostet hat und bezahlt werden muß -, nicht in dem

[1] [Zahl] der unmittelbar in der Landwirtschaft beschäftigten Personen - [2] zunächst abzusehen - [3] Agrikulturvölker

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Grade die Produktivität der Arbeit erhöhte, daß dadurch die natürliche Fruchtbarkeit des russischen Bodens kompensiert würde. Die Geldpreise des agricultural produce können also höher stehn in Ländern kapitalistischer Produktion als in ||697| unentwickeltern, obgleich es in der Tat weniger Arbeit kostet. Es enthält mehr immediate + past labour[1], aber diese past labour kostet nichts. Das Produkt wäre wohlfeiler, wenn nicht die Differenz der natürlichen Fruchtbarkeit dazwischenkäme. Damit wären auch die höheren Geldpreise des Arbeitslohns erklärt.

Wir haben bisher bloß von der Reproduktion des vorhandnen Kapitals gesprochen. Der Arbeiter ersetzt sein Salair mit einem surplus produce oder surplus value, das den Profit (Rente eingeschlossen) des Kapitalisten bildet. Er ersetzt den Teil des jährlichen Produkts, der ihm von neuem als Salair dient. Der Kapitalist hat seinen Profit während des Jahrs aufgegessen, aber der Arbeiter hat einen Produktteil geschaffen, der von neuem als Profit aufgegessen werden kann. Der Teil des konstanten Kapitals, der konsumiert ist in der Produktion der Lebensmittel, wird ersetzt durch während des Jahrs durch neue Arbeit produziertes konstantes Kapital. Die Produzenten dieses neuen Teils des konstanten Kapitals realisieren ihre Revenue (Profit und Salair) in dem Teil der Lebensmittel, der gleich dem Wertteil des in ihrer Produktion konsumierten konstanten Kapitals. Endlich, das konstante Kapital, das konsumiert wird in der Produktion des konstanten Kapitals, in der Produktion von Maschinerie, Rohmaterial und matière instrumentale, wird in natura oder durch Kapitalaustausch ersetzt aus dem Gesamtprodukt der verschiednen Produktionssphären, die das konstante Kapital produzieren.

[3. Notwendige Bedingungen für die Akkumulation des Kapitals. 
Amortisation des fixen Kapitals 
und ihre Rolle im Prozeß der Akkumulation
]

Wie verhält es sich aber nun mit der Vermehrung des Kapitals, seiner Akkumulation als unterschieden von der Reproduktion, der Verwandlung von Revenue in Kapital?

Um die Frage zu vereinfachen vorausgesetzt, daß die Produktivität der Arbeit dieselbe bleibt, keine changes[2] in der Produktionswise vorgehn, also dasselbe Quantum Arbeit erheischt bleibt, um dasselbe Quantum Ware zu

[1] unmittelbare + vergangene Arbeit - [2] Wechsel

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produzieren, daß also die Vermehrung des Kapitals dieselbe Arbeit kostet wie die vorjährige Produktion von Kapital von demselben anount[1].

Ein Teil des Mehrwerts muß in Kapital verwandelt werden, statt als Revenue aufgegessen zu werden. Er muß teils in konstantes, teils in variables Kapital verwandelt werden. Und die Proportion, worin er sich in diese zwei verschiednen Teile des Kapitals teilt, hät von der vorausgesetzten organischen Konstitution des Kapitals ab, da die Produktionsweise unverändert bleibt und auch der proportionelle Wert beider Teile. Je höher die Produktion entwickelt ist, um so größer wird der Teil des Mehrwerts, der in konstantes Kapital verwandelt wird, sein, verglichen mit dem Teil des Mehrwerts, der in variables Kapital verwandelt wird.

Zunächst ist also ein Teil des Mehrwerts (und des ihm in Lebensmitteln entsprechenden surplus produce) in varialbes Kapitals zu verwandeln; d.h., neue Arbeit ist damit zu kaufen. Dies nur möglich, wenn die Zahl der Arbeitszeit, während der sie arbeiten, verlängert wird. Das letztre, wenn z.B. ein Teil der Arbeiterbevölkerung nur halb oder 2/3 beschäftigt war oder für kürzre oder längre Perioden auch durch absolute Verlängerung des Arbeitstags, die dann aber bezahlt werden muß. Dies jedoch nicht als konstantes Mittel der Akkumulation anzusehn. Die Arbeiterbevölkerung kann zunehmen, wenn vorhin unproduktive Arbeiter in produktive verwandelt werden oder Teile der Bevölkerung, die früher nicht arbeiteten, wie Weiber und Kinder, Paupers, in den Produktionsprozeß gezogen werden. Letztren Punkt lassen wir hier weg. Endlich durch absolutes Wachstum der Arbeiterbevölkerung mit dem Wachstum der allgemeinen Bevölkerung. Soll die Akkumulation ein stetiger, fortlaufender Prozeß sein, so dies absolute Wachstum der Bevölkerung (obgleich sie relativ gegen das ngewandte Kapital abnimmt) Bedingung. Vermehrung der Bevölkerung erscheint als Grundlage der Akkumulation als eines stetigen Prozesses. Dies setzt voraus ein average[2] Salair, das beständiges Wachstum der Arbeiterbevölkerung, nicht nur Reproduktion derselben, erlaubt. Für plötzliche Fälle sorgt die kapitalistische Produktion schon dadurch, daß sie einen Teil der Arbeiterbevölkerung überarbeitet und den andren als Reservearmee halb oder [ganz] verpaupert in petto hält.

Allein wie verhält es sich mit dem andren Teil des Mehrwerts, der in konstantes Kapital zu verwandeln ist? Um die Frage zu vereinfachen, abstrahieren wir vom auswärtigen Handel und betrachten eine abgeschloßne Nation. Nehmen wir ein Beispiel. Der Mehrwert, den ein Leinweber

[1] Größe - [2] durchschnittliches

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erzeugt hat, sei = 10000 l., wovon er one half[1] in Kapital verwandeln will, also 5000 l. Davon sei nach der organischen Zusammensetzung der mechanischen Weberei 1/5 in Arbeitslohn auszulegen. Wir abstrahieren hier vom Umschlag des Kapitals, wonach ihm vielleicht eine Summe für 5 Wochen genüt, nach der er verkauft und so aus der Zirkulation das Kapital für Salair zurückerhält. Wir nehmen an, er müsse 1000 l. für Arbeitslohn (für 20 Mann) in Reserve halten beim banker[2] und nach und nach während des Jahrs verausgaben in wages[3]. Dann sind 4000 l. in konstantes Kapital zu verwandeln. Er muß erstens Garn kaufen, soviel als 20 Mann verweben[4] können wärend des Jahrs. (Wir abstrahieren immer vom Umschlag des zirkulierenden Teils des Kapitals.) Ferner die Webstühle seiner Fabrik vermehren, ditto vielleicht neue Dampfmaschine zusetzen oder die alte vergröß etc. Aber um sie zu kaufen, muß er Garn vorfinden auf dem Markt, Webstühle etc. Er muß seine 4000 l. in Garn, Webstühle, Kohlen usw. verwandeln, ||698| d.h. letztre kaufen. Um sie zu kaufen, müssen sie aber da sein. Da wir vorausgesetzt, daß die Reproduktion des alten Kapitals unter den alten Bedingungen stattgefunden hat, so hat der Garnspinner sein ganzes Kapital verausgabt, um das das Jahr zuvor von den Webern erheischte Quantum Garn zu liefern. Wie soll er also die additional demand by an additional supply of yarn[5] befriedigen?

Ebenso verhä es sich mit dem Maschinenfabrikanten, der die Webstühle etc. liefert. Er hat bloß neue Webstühle genug produziert, um den Konsum, der on an average[6] in der Weberei vorgeht, zu decken. Aber der akkumulationslustige Weber bestellt für 3000 l. Garn und für 1000 l. Webstühle, Kohlen (da es sich mit dem Kohlenfabrikanten ebenso verhält) etc. Oder in fact[7] er gibt dem Spinner 3000 l., dem Maschinenbauer und Kohlenmann etc. 1000 l., damit diese ihm dies Geld in Garn, Webstühle und Kohle verwandeln. Er müßen, bis dieser Prozeß vorbei, ehe er mit seiner Akkumulation - seiner Produktion von neuer Leinwand - beginnen könnte. Dies Unterbrechung I.

Aber nun befindet sich der Spinner mit den 3000 l. in derselben Lage, wie der Weber mit den 4000, nur daß er seinen Profit gleich abzieht. Er kann eine additional number of spinners[8] finden, aber er braucht Flachs, Spindeln, Kohlen etc. Ebenso der Kohlenmann neue Maschinerie oder Werkzeuge, außer den neuen Arbeitern. Und der Maschinenfabrikant, der

[1] eine Hälfte - [2] Bankier - [3] Lönen - [4] in der Handschrift: verspinnen - [5] vergrößerte Nachfrage durch ein zusätzliches Angebot von Garn - [6] im Durchschnitt - [7] tatsächlich - [8] zusätzliche Anzahl Spinner

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die neuen Webstühle, Spindeln etc. liefern soll, außer den additional labourers[1], Eisen etc. Am schlimmsten aber ist's mit dem Flachsbauer, der erst nächstes Jahr die additional quantity of flax[2] liefern kann etc.

Damit der Weber also ohne Weitläufigkeiten und Unterbrechungen jedes Jahr einen Teil seines Profits in konstantes Kapital verwandeln kann - und die Akkumulation ein stetiger Prozeß sei - , ist es nötig, daß er an additional quantity of yarn[3], Webstühlen etc. auf dem Markt vorfindet. Er der Spinner, der Kohlenmann etc. brauchen bloß mehr Arbeiter anzuwenden, wenn sie Flachs, Spindeln, Maschinen auf dem Mark vorfinden.

Ein Teil des konstanten Kapitals, der jährlich als abgenutzt berechnet wird und als déchet[4] eingeht in den Wert des Produkts, wird in der Tat nicht abgenutzt. Nimm z.B. Maschine, die 12 Jahre daure und 12000 l. koste, so der average déchet[5], jedes Jahr zu berechnen, = 1000 l. Am Ende der 12 Jahre ist dann, da jährlich in das Produkt 1000 l. eingehen, der Wert von 12000 l. reproduziert, und eine neue Maschine derselben Art kann zu diesem Preis gekauft werden. Die Reparaturen und Flickereien, die während der 12 Jahre nötig sind, rechnen wir zu den Produktionskosten der Maschine und haben mit unsrer Frage nichts zu tun. In der Tat aber ist die Wirklichkeit von jener Durchschnittsrechnung verschieden. Die Maschine ist vielleicht im zweiten Jahr besser im Gang als im ersten. Und dennoch ist sie nach 12 Jahren nicht mehr nutzbar. Es geht wie mit einer Bestie, die 10 Jahre on an average[6] zu leben hat, deshalb aber doch nicht um 1/10 in jedem Jahr abstirbt, obgleich sie nach Ende der 10 Jahre durch ein neues Individuum ersetzt sein muß. Natürlich, im Lauf desselben Jahrs tritt eine bestimmte Zahl Maschinerie etc. stets in dies Stadium, wo sie dann wirklich durch neue Maschinen ersetzt werden müssen. Jedes Jahr ist also bestimmtes Quantum der alten Maschinerie etc. wirklich, in natura, durch neue zu ersetzen. Und dem entspricht die yearly average production of machinery[7] etc. Der Wert, um sie zu zahlen, ist aus den Waren, je nach ihrer Reproduktionszeit (der Maschinen), ready[8] liegend. Aber das fact bleibt, daß ein großer Wertteil des jährlichen Produkts, des Werts, der jährlich für dasselbe gezahlt wird, zwar nötig ist, um nach 12 Jahren z.B. die alte Maschinerie zu ersetzen, aber durchaus nicht wirklich erheischt wird, um 1/12 jährlich in natura zu ersetzen, was, in fact, selbst untubar wäre. Dieser Fonds mag zum Teil vernutzt werden, um Arbeitslohn oder

[1] zusätzlichen Arbeitern - [2] zusätzliche Menge Flachs - [3] eine zusätzliche Menge an Garn - [4] Verschleiß - [5] durchschnittliche Verschleiß - [6] im Durchschnitt - [7] jährliche Durchschnittsproduktion an Maschinerie - [8] bereit

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Rohmaterial damit zu kaufen, bevor die Ware verkauft oder bezahlt ist, die beständig in Zirkulation geworfen wird, aber nicht sofort aus der Zirkulation zurückkehrt. Dies kann jedoch nicht während des ganzen Jahrs der Fall sein, da die im Jahr umgeschlagnen Waren vollständig ihren Wert realisieren, also sowohl den in ihnen enthaltnen Arbeitslohn, Rohmaterial, aufgenutzte Maschinerie und surplus value zahlen, realisieren müssen. Wo also viel konstantes Kapital, also auch viel capital fixe angewandt wird, existiert in diesem Wertteil des Produkts, der den déchet des fixen Kapitals ersetzt, ein Akkumulationsfonds, der von seiten dessen, der ihn anwendet, zur Anlage von neuem capital fixe (oder auch zirkulierendem Kapital) benutzt werden kann, ohne daß für diesen Teil der Akkumulation irgendein Abzug von der surplus value stattfindet. (Sieh MacCulloch.) Dieser Akkumulationsfonds befindet sich nicht auf Produktionsstufen und bei Nationen, wo kein großes capital fixe existiert. Dies ist ein wichtiger Punkt. Es ist ein Fonds zur beständigen Anbringung von Verbeßrungen, Ausdehnungen etc.

[4. Wechselseitige Abhängigkeit der Produktionszweige 
im Prozeß der Akkumulation. 
Unmittelbare Verwandlung
eines Teils des Mehrwerts in konstantes Kapital
in der Landwirtschaft und im Maschinenbau
]

Aber worauf wir hier kommen wollen, ist folgendes. Wäre das in dem Maschinenbau angewandte Gesamtkapital auch nur groß genug, um den jährlichen déchet der Maschinerie zu ersetzen, so würde es viel mehr Maschinerie produzieren als jährlich bedurft wird, da der déchet zum Teil nur idealiter existiert und realiter erst nach einer gewissen Reihe von Jahren in natura zu ersetzen ist. Das so angewandte Kapital liefert also jährlich eine Masse Maschinerie, die für neue Kapitalanlagen vorhanden ist und diese neuen Kapitalanlagen antizipiert. Z.B. während dieses Jahrs beginnt der Maschinenbauer seine Fabrik. Er liefere für 12000 l. Maschinerie während des Jahrs. So hätte er während der 11 folgenden Jahre bei bloßer Reproduktion der von ihm produzietten Maschinerie nur für 1000 l. zu produzieren, und selbst diese jährliche Produktion würde nicht jährlich konsumiert. Noch weniger, wenn er sein ganzes Kapital anwendet. Damit dies im Gange bleibe und sich bloß fortwährend ||699| jährlich reproduziete, ist neue fort-

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währende Erweiterung der Fabrikation, die diese Maschinen braucht, nötig (Noch mehr, wenn er selbst akkumuliert.)

Hier ist also, selbst wenn in dieser Produktionssphäre das in ihr investierte Kapital nur reproduziert wird, beständige Akkumulation in den übrigen Produktionssphären nötig. Diese beständige Akkumulation findet dadurch aber auch beständig eines ihrer Elemente auf dem Markt vorrätig. Hier in einer Produktionssphäre ein beständiger Warenvorrat für Akkumulation, neue additionelle industrielle Konsumtion für andre Sphären, selbst wenn in dieser Sphäre bloß das vorhandne Kapital reproduziert wird.

Mit den 5000 l. Profit oder Mehrwert, die in Kapital verwandelt werden z.B. vom Weber, sind 2 Fälle möglich, immer vorausgesetzt, daß er auf dem Markt die Arbeit vorfindet, die er mit 1000 von diesen 5000 l. kaufen muß um das Kapital von 5000 l. den Bedingungen seiner Produktionssphäre gemäß in Kapital zu verwandeln. Dieser Teil [des kapitalisierten Mehrwerts] verwandelt sich in variables Kapital und wird in wages[1] ausgelegt. Um diese Arbeit aber anzuwenden, bedarf er Garn, additional machinery[2] {außer bei Verlängerung des Arbeitstags; in diesem Fall wird nur die Maschinerie schneller abgenutzt, ihre Reproduktionszeit verkürzt, aber zugleich mehr surplus value produziert; und wenn der Wert der Maschinerie in kürzerer Zeit auf die produzierten Waren verteilt werden muß, so werden aber ungleich mehr Waren produziert, so daß trotz dieser schnellren Abnutzung ein kleinrer Teil Maschinenwert in den Wert oder Preis der einzelnen Ware eingeht. Unmittelbar neues Kapital ist in diesem Fall für die Maschinerie selbst nicht auszulegen. Der Wert der Maschinerie nur etwas schneller zu ersetzen. Aber die matières instrumentales erheischen in diesem Fall the advance of additional capital[3]} und additional matières instrumentales. Entweder findet der Weber diese seine Produktionsbedingungen auf dem Markt vor. Dann unterscheidet sich der Ankauf dieser Waren von dem andrer Waren nur dadurch, daß er Waren für die industrielle Konsumtion kauft, statt für die individuelle Konsumtion. Oder er findet sie nicht auf dem Markt vor, dann muß er sie bestellen (wie z.B. bei Maschinen, die neuer Konstruktion), ganz wie wenn er Artikel für die Privatkonsumtion bestellen muß, die er nicht auf dem Markt vorfindet. Mußte das Rohmaterial (Flachs) erst auf Kommando produziert werden, {etwa wie Indigo, Jute etc. von den indischen Ryots auf Ordre und Vorschuß englischer Kaufleute}, so wäre die Akkumulation des Leinwebers für dies Jahr in seinem eignen Geschäft unmöglich. Andrerseits unterstelle, der Spinner verwandle

[1] Lohn - [2] zusätzlicher Maschinerie - [3] die Auslage zusätzlichen Kapitals

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die 5000 l. in Kapital und der Weber akkumuliere nicht, so wird das Gepinst, obgleich alle seine Produktionsbedingungen auf dem Markt vorrätig waren, unverkaufbar sein, und die 5000 l. sind in fact in Garn, aber nicht in Kapital verwandelt.

(Der Kredit, von dem wir hier nicht weiter zu sprechen haben, vermittelt, daß das akkumulierte Kapital nicht grade in der Sphäre angewandt wird, wo es erzeugt ist, sondern da, wo es am meisten Chance hat, verwertet zu werden. Indes wird jeder Kapitalist vorziehn, seine Akkumulation möglichst in seinem eignen trade[1} anzulegen. Legt er sie in andern an, so wird er moneyed capitalist[2] und bezieht statt Profit nur Zins, er müßte sich denn auf Spekulation werfen. Wir sprechen hier aber von der average accumulation[3] und nur beispielsweise als in besonderem trade angelegt.)

Hätte anderseits der Flachsbauer seine Produktion erweitert, d.h. akkumuliert, und Spinner und Weber und Maschinenbauer etc. nicht, so hätte er überflüssigen Flachs auf dem Lager und würde wahrscheinlich das nächste Jahr weniger produzieren.

{Wir sehn hier von der individuellen Konsumtion einstweilen ganz ab und betrachten bloß den Zusammenhang der Produzenten untereinander. Existiert dieser, so bilden sie erstens wechselseitig Markt für die Kapitalien, die sich wechselseitig zu remplacieren haben; für einen Teil der Lebensmittel bilden die neu beschäftigten oder besser beschäftigten Arbeiter Markt; und da der Mehrwert im folgenden Jahr wächst, können die Kapitalisten wachsenden Teil der Revenue verzehren, bilden also auch to a certain extent[4] Markt füreinander. Damit kann immer noch großer Teil des Produkts des Jahrs unverkäuflich bleiben.}

Die Frage ist jetzt so zu formulieren: Allgemeine Akkumulation vorausgesetzt, d.h. vorausgesetzt, daß in allen trades das Kapital mehr oder minder akkumuliert, was in fact Bedingung der kapitalistischen Produktion und ebensosehr der Trieb des Kapitalisten als Kapitalisten, wie es der Trieb des Schatzbildners, Geld aufzuhäufen (aber auch notwendig ist, damit die kapitalistische Produktion vorangehe) - was sind die Bedingungen dieser allgemeinen Akkumulation, worin löst sie sich auf? Oder, da uns der Leinweber den Kapitalisten überhaupt repräsentieren kann, welches sind die Bedingungen, damit er ungestört die 5000 l. Mehrwert in Kapital rückverwandeln kann und den Akkumulationsprozeß jahraus, jahrein stetig fortsetzen kann? Die 5000 l. akkumulieren heißt nichts, als dies Geld, diese

[1] Gewerbezweig - [2] Geldkapitalist - [3] durchschnittlichen Akkumulation - [4] bis zu einem gewissen Grad

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Wertsumme in Kapital verwandeln. Die Bedingungen für die Akkumulation des Kapitals also ganz dieselben, wie für seine ursprüngliche Produktion oder Reproduktion überhaupt.

Diese Bedingungen aber waren, daß mit einem Teil des Geldes Arbeit gekauft wurde, mit dem andern Waren (Rohmaterial und Maschinerie etc.), die von dieser Arbeit industriell konsumiert werden konnten. {Manche Waren können nur industriell konsumiert werden, wie Maschinerie, Rohmaterial, Halbfabrikate etc. Andre, wie Häuser, Pferde, Weizen, Korn (aus denen Branntwein oder Stärke etc. gemacht wird) etc., können industriell. und individuell konsumiert werden.} Um diese Waren kaufen zu können müssen sie sich auf dem ||700| Markt als Waren befinden - auf dem Zwischenstadium zwischen der vollendeten Produktion und der noch nicht begonnenen Konsumtion, in der Hand der Verkäufer, im Stadium der Zirkulation - oder upon notice[1] beschaffbar sein (herstellbar, wie beim Bau neuer Fabriken etc.). Sie waren das - dies wurde vorausgesetzt bei der Produktion und Reproduktion des Kapitals, wegen der in der kapitalistischen Produktion durchgeführten Teilung der Arbeit auf gesellschaftlicher Stufenleiter (distribution of labour and capital between the different trades[2]), wegen der gleichzeitig auf der ganzen Oberfläche vorgehenden parallelen Produktion, Reproduktion. Dies war die Bedingung des Markts, der Produktion und der Reproduktion des Kapitals. Je größer das Kapital, je entwickelter die Produktivität der Arbeit, überhaupt die Stufenleiter der kapitalistischen Produktion, um so größer auch die Masse der Waren, die sich in dem Übergang aus der Produktion in die Konsumtion (individuelle und industrielle), in Zirkulation, auf dem Markt befinden, und um so größer die Sicherheit für jedes besondre Kapital, seine Reproduktionsbedingungen fertig auf dem Markt vorzufinden. Dies um so mehr der Fall, da dem Wesen der kapitalistischen Produktion gemäß jedes besondre Kapital 1. auf einer Stufenleiter arbeitet die bedingt ist nicht durch individuelle Nachfrage (Bestellung etc., Privatbedarf), sondern durch das Streben, möglichst viel Arbeit und daher Surplusarbeit zu realisieren und die größtmöglichste Masse Waren mit gegebnem Kapital zu liefern; 2. jedes einzelne Kapital den größtmöglichsten Platz auf dem Markt einzunehmen und seine Mitbewerber zu verdrängen sucht, auszuschließen. Konkurrenz der Kapitalien.

{Je mehr sich die Kommunikationsmittel entwickeln, um so mehr kann der Vorrat auf dem Markt abnehmen.}

[1] auf Bestellung - [2] Verteilung von Arbeit und Kapital unter den verschiedenen Gewerbezweigen

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"Wo Produktion und Konsumtion verhältnismäßig groß sind, wird natürlicherweise zu einem gegebenen Moment ein verhältnismäßig großer Überschuß auf dem Markt in dem Zwischenstadium auf dem Weg vom Produzenten zum Konsumenten sein, außer wenn die Schnelligkeit, mit der die Dinge verkauft wetden, so zunimmt, da sie den sonst eintretenden Folgen vermehrter Produktion entgegenwirkt." (p. 6, 7 "An Inquiry into those Principles, respecting the Nature of Demand and the Necessity of Consumption, lately advocated by Mr. Malthus etc.", Lond. 1821.)

Die Akkumulation von neuem Kapital kann also nur unter denselben Bedingungen vor sich gehn wie die Reproduktion des schon vorhandnen Kapitals.

{Wir gehn hier gar nicht ein auf den Fall, daß mehr Kapital akkumuliert ist, als in der Produktion unterzubringen, z.B. in der Form von Geld, [das] brach bei Bankiers liegt. Daher das Ausleihen ins Ausland etc., kurz die Investierungsspekulation. Ebensowenig betrachten wir den Fall, wo es unmöglich, die Masse der produzierten Waren zu verkaufen, Krisen etc. Dies gehört in den Abschnitt der Konkurrenz. Wir haben hier nur die Formen des Kapitals in den verschiednen Phasen seines Prozesses zu untersuchen, wobei immer unterstellt, daß die Waren zu ihrem Wert verkauft werden.}

Der Weber kann die 5000 l. Mehrwert rückverwandeln in Kapital, wenn er außer Arbeit für die 1000 l. Garn etc. auf dem Markt ready[1] vorfindet oder auf Bestellung haben kann; dazu muß also ein surplus produce produziert sein von den Waren, die in sein konstantes Kapital eingehn, namentlich von denen, die längre Produktionszeit zu ihrer Herstellung bedürfen und nicht rasch oder gar nicht innerhalb des Jahrs vermehrt werden können, wie das Rohmaterial, der Flachs z.B.

{Es kommt hier - was aber nur eine Form der Vermittlung ist, daher nicht hierher, sondern in die Betrachtung der Konkurrenz der Kapitalien gehört, das Kaufmannskapital ins Spiel, das in Warenhäusern Vorräte für wachsende Konsumtion, individuelle oder industrielle, ready[2] hält.}

Wie die Produktion und Reproduktion des vorhandnen Kapitals in einer Sphäre voraussetzt parallele Produktion und Reproduktion in andren Sphären, so die Akkumulation oder Bildung of additional capital in one trade, gleichzeitige oder parallele Bildung of additional production in the other trades. Es muß also gleichzeitig die Stufenleiter der Produktion in allen Sphären, die konstantes Kapital liefern, wachsen (entsprechend dem durch die Nachfrage bestimmten average Anteil, den jede besondre Sphäre am allgemeinen Wachstum der Produktion nimmt), und alle Sphären

[1] fertig - [2] bereit - [3] von zusätzlichem Kapital in einem Gewerbezweig - [4] von zusätzlicher Produktion in den anderen Gewerbezweigen

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liefern konstantes Kapital, die nicht das für die individuelle Konsumtion finished produce[1] bereiten. Das Wichtigste bleibt dabei die Vermehrung der Maschinerie (Werkzeuge), Rohmaterial, matières instrumentales, da alle andern Industrien, mögen sie Halb- oder Ganzfabrikate liefern, in die sie eingehn, wenn diese Bedingungen da sind, nur mehr Arbeit in Bewegung zu setzen haben.

Es scheint also in allen Sphären beständige Surplusproduktion nötig, damit Akkumulation [möglich] sei.

Dies noch etwas näher zu bestimmen.

Dann die zweite wesentliche Frage:

Der Mehrwert, hier Teil des Profits (Rente eingeschlossen; will der Landlord akkumulieren, Rente in Kapital verwandeln, so ist es immer der industrielle Kapitalist, der den Mehrwert in die Hände bekommt, selbst wenn der Arbeiter einen Teil seiner Revenue in Kapital verwandelt), der in Kapital rückverwandelt wird, besteht bloß aus neuzugesetzter Arbeit während ||701| des letzten Jahrs. Es fragt sich, ob dieses neue Kapital ganz in Arbeitslohn verausgabt wird, nur gegen neue Arbeit ausgetauscht wird?

Was dafür spricht: Aller Wert entspringt ursprünglich aus der Arbeit. Alles konstante Kapital ist ursprünglich so gut Produkt der Arbeit als das variable Kapital. Und hier scheinen wir wieder der unmittelbaren Entstehung des Kapitals aus Arbeit beizuwohnen.

Was dagegen spricht: Soll die additionelle Kapitalbildung unter schlechteren Produktionsbedingungen vor sich gehn als die Reproduktion des alten Kapitals? Auf eine tiefere Stufe der Produktionsweise zurückgegangen werden? Dies müßte aber der Fall sein, wenn der neue Wert bloß in immediate labour verausgabt, die also auch ohne capital fixe etc. dies selbst erst zu produzieren hätte, ganz wie ursprünglich die Arbeit ihr konstantes Kapital erst selbst zu erzeugen hat. Dies ist reiner nonsense. Dies aber Ric[ardo]s etc. Voraussetzung. Darauf näher einzugehn.

Die erste Frage ist die:

Kann ein Teil des Mehrwerts in Kapital verwandelt werden dadurch, daß der Kapitalist, statt denselben oder vielmehr das surplus produce, worin er sich darstellt, zu verkaufen, ihn vielmehr direkt als Kapital verwendet? Die Bejahung dieser Frage schlösse schon ein, daß die ganze Summe des in Kapital zu verwandelnden Mehrwerts nicht in variables Kapital verwandelt oder nicht in Arbeitslohn ausgelegt wird.

Bei dem Teil des agricultural produce, der aus Korn oder Vieh besteht,

[1] fertige Produkt - [2] unmittelbarer Arbeit

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ist dies von vornherein klar. Ein Teil des Korns, der zu dem Teil der Ernte gehört, der das surplus produce oder die surplus value für den farmer darstellt (ebenso Teil des Viehs), statt verkauft zu werden, kann sofort wieder als Produkionsbedingung dienen, als Samen oder Lastvieh. Ebenso verhält es sich mit dem Teil der auf dem Land selbst produzierten Düngungsmittel, die zugleich als Waren im commerce zirkulieren, d.h. verkauft werden können. Diesen Teil des ihm als surplus value, als Profit [zu]fallenden surplus produce kann der farmer sofort wieder in Produktionsbedingung innerhalb seiner eignen Produktionssphäre, daher unmittelbar in Kapital verwandeln. Dieser Teil wird nicht in wages verausgabt, nicht in variables Kapital verwandelt. Er wird der individuellen Konsumtion entzogen, ohne produktiv im Sinne Smiths und Ric[ardo]s konsumiert zu werden. Er wird industriell konsumiert, aber als Rohstoff, nicht als Lebensmittel, weder von produktiven noch unproduktiven Arbeitern. Das Korn aber dient nicht nur als Lebensmittel für produktive Arbeiter etc., sondern auch als matière instrumentale für Vieh, als Rohmaterial für Branntwein, Stärke etc. Das Vieh seinerseits (Mast- oder Lastvieh) dient nicht nur als Lebensmittel, sondern liefert Rohstoffe für eine Masse Industrien durch Fell, Haut, Fett, Knochen, Horn etc. und bewegende Kraft teils für die Agrikultur selbst, teils für die Transportindustrie.

Bei allen Industrien, wo die Reproduktionszeit sich über ein Jahr erstreckt, wie bei großem Teil des Viehs, Holzes usw., die aber zugleich fortwährend reproduziert werden müssen, d.h. Anwendung bestimmten Quantums von Arbeit erfordern, fallen Akkumulation und Reproduktion soweit zusammen, als die neuzugefügte Arbeit, die nicht nur bezahlte, sondern auch unbezahlte Arbeit darstellt, aufgehäuft werden muß in natura, bis das Produkt verkauffähig ist. (Es ist hier nicht die Rede vom Aufhäufen des nach der allgemeinen Profitrate jährlich zugefügten Profits - dies keine wirkliche Akkumulation, sondern nur Weise der Berechnung - , sondem von dem Aufhäufen der Gesamtarbeit, die sich während mehrer Jahre wiederholt, wo also nicht nur bezahlte, sondern auch unbezahlte Arbeit aufgehäuft wird in natura und sofort wieder in Kapital verwandelt wird. Die Aufhäufung des Profits in solchen Fällen dagegen unabhängig von dem Quantum der neuzugefügten Arbeit.)

Ebenso verhält es sich mit den Handelspflanzen (ob sie ein Rohmaterial oder matières instrumentales liefern). Ihr Samen, der Teil derselben, der wieder als Dünger verwandt werden kann etc., stellt einen Teil des Gesamtprodukts vor. Wäre er unverkäuflich, so würde das nichts daran ändern, daß, sobald er wieder als Produktionsbedingung eingeht, er einen Teil des

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Gesamtwerts bildet und als ||702| solcher konstantes Kapital für die neue Produktion bildet.

Hiermit schon eine Hauptsache erledigt - Rohmaterial und Lebensmittel (food), soweit sie eigentliches agricultural produce sind. Hier fällt also Akkumulation direkt mit Reproduktion auf größrer Stufenleiter zusammen, so daß ein Teil des surplus produce direkt in seiner eignen Produktionssphäre, ohne gegen Arbeitslohn oler andre Waren ausgetauscht zu werden, wieder als Produktionsmittel dient.

Die zweite Hauptsache ist die Maschinerie. Nicht die Maschine, die Waren produziert, sondern die maschinenproduzierende Maschine, das capital constant der maschinenproduzierenden Maschinerie. Diese gegeben ist nichts als Arbeit nötig, um das Rohmaterial der extraktiven Industrie Eisen etc., für Gefäße und Maschinen zu liefern. Und mit letztren sind die Maschinen zur Bearbeitung des Rohmaterials selbst geliefert. Die Schwierigkeit, worum es sich hier handelt, ist, nicht in einen circle vicieux der Voraussetzungen zu geraten. Nämlich, um mehr Maschinerie zu produzieren mehr Material nötig (Eisen etc., Kohlen etc.), und um dieses zu produzieren ist mehr Maschinerie nötig. Ob wir annehmen, daß maschinenbauende Industrielle und maschinenfabrizierende (mit den maschinenhuenden Maschinen) dieselbe Klasse oder nicht, ändert nichts an der Sache. Soviel klar. Ein Teil des surplus produce stellt sich in maschinenbauenden Maschinen dar (wenigstens hängt es vom Maschinenfabrikanten ab, es darin darzustellen). Diese brauchen nicht verkauft zu werden, sondern können in natura wieder in die Neuproduktion als konstantes Kapital eingehn. Hier also zweite Kategorie des surplus produce, das direkt (oder durch Tausch in derselben Produktionssphäre vermittelt) als konstantes Kapital in die Neuproduktion (Akkumulation) eingeht, ohne durchgegangen zu sein durch den Prozeß einer frühern Verwandlung in variables Kapital.

Die Frage, ob ein Teil der surplus value direkt in konstantes Kapital verwandelt werden kann, löst sich zunächst in die Frage auf, ob ein Teil des surplus produce- worin sich die surplus value darstellt - direkt wieder als Produktionsbedingung in seine eigne Produktionssphäre eingehn kann, ohne vorher veräußert zu werden.

Allgemeines Gesetz das:

Wo ein Teil des Produkts, also auch des surplus produce (d.h. des Gebrauchswerts, worin sich die surplus value darstellt) direkt, ohne Vermittlung, als Produktionsbedingung wieder in die Produktionssphäre eingehn kann, aus der es hervorgegangen ist - als Arbeitsmittel oder Arbeitsmaterial - kann und muß die Akkumulation innerhalb dieser Produktionssphäre sich

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so darstellen, daß ein Teil des surplus produce, statt verkauft zu werden, direkt (oder durch Austausch mit andern Spezialisten in derselben Produktionssphäre, die ähnlich akkumulieren) als Bedingung der Reproduktion wieder einverleibt wird, so daß Akkumulation und Reproduktion auf größrer Stufenleiter hier direkt zusammenfallen. Sie müssen überall zusammenfallen, aber nicht in dieser direkten Weise.

Dies trifft auch zu bei einem Teil der matières instrumentales. Z.B. das Kohlenprodukt des Jahrs. Ein Teil des surplus produce kann benutzt werden, um selbst wieder Kohlen zu produzieren, kann also von seinen Produzenten direkt, ohne irgendeine Vermittlung, als konstantes Kapital für Produktion auf größrer Stufenleiter vernutzt werden.

Es gibt in den Industriebezirken Maschinenbauer, die ganze Fabriken bauen für die Fabrikanten. Gesetzt, 1/10 sei surplus produce oder unbezahlte Arbeit. Ob dies 1/10 des surplus produce in Fabrikgebäuden sich darstellt, die für Dritte gebaut und an sie verkauft sind oder in einem Fabrikgebäude, das der Produzent für sich bauen läßt, an sich selbst verkauft, ändert offenbar nichts an der Sache. Es handelt sich hier nur um die Art des Gebrauchswerts, worin die Surplusarbeit sich darstellt, ob sie wieder als Produktionsbedingung in die Produktionssphäre ||703| des Kapitalisten eingehn kann, dem das surplus produce gehört. Hier wieder ein Beispiel von der Wichtigkeit der Bestimmung des Gebrauchswerts für die ökonomischen Formbestimmungen.

Hier haben wir also schon einen bedeutenden Teil des surplus produce, hinc[1] der surplus value, der direkt in konstantes Kapital verwandelt werden kann und muß, um akkumuliert zu werden als Kapital und ohne den überhaupt keine Akkumulation des Kapitals stattfinden kann.

Wir haben zweitens gesehn, daß, wo die kapitalistische Produktion entwickelt ist, also die Produktivität der Arbeit, also das konstante Kapital, also namentlich auch der Teil des konstanten Kapitals, der aus fixem Kapital besteht, die bloße Reproduktion des fixen Kapitals in allen Sphären, und parallel auch die Reproduktion des vorhandnen Kapitals, das fixes Kapital produziert, einen Akkumulationsfonds bildet, d.h. Maschinerie, konstantes Kapital für Produktion auf erweiterter Stufenleiter liefert.

Drittens: Bleibt die Frage: Kann ein Teil des surplus produce durch (vermittelten) Austausch zwischen dem Produzenten z.B. der Maschinerie, Arbeitswerkzeuge etc. und dem von Rohmaterial, Eisen, Kohle, Metallen, Holz usw., also durch Austausch verschiedner Bestandteile des konstanten Kapitals in Kapital (konstantes Kapital) rückverwandelt werden? Kauft z.B.

[1] daher

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der Fabrikant von Eisen, Kohle, Holz etc. Maschinerie oder Werkzeuge vom Maschinenbauer und der Maschinenbauer Metall, Holz, Kohle etc. von dem Urproduzenten, so ersetzen sie durch Austausch der wechselseitigen Bestandteile ihres capital constant dasselbe oder bilden neues. Die Frage hier, wieweit dies mit dem surplus produce der Fall?

[5. Verwandlung des kapitalisierten Mehrwerts
in konstantes und variables Kapital
]

Wir hatten früher gesehn[1], daß bei der einfachen Reproduktion des vorausgesetzten Kapitals der in der Reproduktion des konstanten Kapitals abgenutzte Teil des konstanten Kapitals ersetzt wird entweder direkt in natura oder durch Austausch zwischen den Produzenten des konstanten Kapitals, ein Austausch von Kapital gegen Kapital, und nicht aber von Revenue gegen Revenue, noch von Revenue gegen Kapital. Ferner das konstante Kapital, das abgenutzt wird oder industriell konsumiert wird in der Produktion von konsumablen Artikeln - Artikeln, die in die individuelle Konsumtion eingehn - , wird ersetzt durch neue Produkte derselben Art, die das Resultat neuzugefügter Arbeit sind, also sich in Revenue (Salair und Profit) auflösen. Danach stellte der Teil der Produktenmasse in den Sphären die konsumable Artikel produzieren, der gleich dem Wertteil derselben, der ihr konstantes Kapital ersetzt, die Revenue der Produzenten des konstanten Kapitals vor, während umgekehrt der Teil der Produktenmasse in den Sphären, die konstantes Kapital produzieren, der neuzugesetzte Arbeit darstellt und daher die Revenue der Produzenten dieses konshnten Kapitals bildet, das konstante Kapital (Ersatzkapital) für die Produzenten der Lebensmittel darstellt. Es unterstellt dies also, daß die Produzenten des konstanten Kapitals ihr surplus produce (d.h. hier den Überschuß ihres Produkts über den Teil desselben, der gleich ihrem konstanten Kapital) gegen Lebensmittel austauschen, individuell seinen Wert konsumieren. Indes ist dies surplus produce

1. = Salair (oder dem reproduzierten fund[2] für das Salair), und dieser Teil muß (von seiten des Kapitalisten) der Ausgabe in wages, also für die individuelle Konsumtion bestimmt bleiben (und das Minimum des Salairs vorausgesetzt, kann auch der Arbeiter die so erhaltnen wages nur in Lebensmitteln realisieren);

[1] Siehe 1. Teil dieses Bandes, S.109-121, 158-168 und 214-222 - [2] Fonds

491

2. = dem Profit des Kapitalisten (Rente eingeschlossen). Dieser Teil kann, wenn er groß genug ist, zum Teil individuell konsumiert werden, zum Teil industriell. Und in diesem letztren Fall findet Austausch ihrer Produkte zwischen den Produzenten von konstantem Kapital statt, der aber nicht mehr Austausch des Produktenteils ist, der ihr wechselseitig zu ersetzendes capital constant vorstellt, sondern Teil des surplus produce, Revenue (neuzugesetzte Arbeit), die direkt in konstantes Kapital verwandelt, wodurch dann die Masse des konstanten Kapitals vermehrt und die Stufenleiter, auf der reproduziert wird, erweitert wird.

Also auch in diesem Fall wird ein Teil des vorhandnen surplus produce, der während des Jahrs neuzugefügten Arbeit, direkt in konstantes Kapital verwandelt, ohne vorher in variables Kapital verwandelt worden zu sein. Also auch hier zeigt sich wieder, daß die industrielle Konsumtion des surplus produce - oder die Akkumulation - keineswegs damit identisch ist, daß das ganze surplus produce in wages an produktive Arbeiter verausgabt wird.

Man kann sich denken: Der Maschinenfabrikant verkauft seine Ware (Teil) an den Produienten z.B. von Gewebe. Dieser zahlt ihm Geld. Mit diesem Geld kauft er Eisen, Kohle etc. statt Lebensmittel. Indes, den allgemeinen Prozeß betrachtet, ist klar, daß die Produzenten von Lebensmitteln keine Ersatz-Maschinerie oder Ersatz-Rohmaterial kaufen können, wenn die Produzenten des Ersatzes [an] konstantem Kapital ihnen nicht ihre Lebensmittel abkaufen, wenn diese Zirkulation also nicht wesentlich Austausch zwischen Lebensmitteln und konstantem Kapital ist. Durch das Auseinanderfallen der Akte des Kaufens und Verkaufens können natürlich sehr wesentliche Störungen und Verwicklungen in diese Ausgleichungsprozesse kommen.

||704| Kann ein Land nicht selbst die Masse Maschinerie liefern, die ihm Akkumulation des Kapitals erlaubt, so kauft es sie im Ausland. Ditto, wenn es selbst nicht die nötige Masse Lebensmittel (für wages) und Rohmaterial liefern kann. Hier, sobald der internationale Handel dazwischenkommt, wird es sonnenklar, daß ein Teil des surplus produce des Landes - soweit es zur Akkumulation bestimmt ist - sich nicht in Arbeitslohn, sondern direkt in konstantes Kapital verwandelt. Aber dann bleibt die Vorstellung, daß drüben im Ausland das so ausgelegte Geld ganz in Arbeitslohn verausgabt wird. Wir haben gesehn, daß, selbst vom auswärtigen Handel abstrahiert, dies nicht der Fall ist und nicht der Fall sein kann.

In welchem Verhältnis das surplus produce sich zwischen variablem und konstantem Kapital teilt, hängt von der Durchschnittskomposition des

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Kapitals ab, und je entwickelter die kapitalistische Produktion, um so kleiner wird relativ der direkt in Arbeitslohn ausgelegte Teil sein. Die Vorstellung, daß das surplus produce, weil es bloßes Produkt der während des Jahrs neu zugefügten Arbeit, nun auch bloß in variables Kapital verwandelt, nur in Arbeitslohn ausgelegt wird, entspricht überhaupt der falschen Vorstellung, daß, weil das Produkt bloß Resultat oder Materiatur der Arbeit, sein Wert sich bloß in Revenue - Salair, Profit und Rente - auflöst, diese falsche Vorstellung Smiths und Ricardos.

Ein großer Teil des konstanten Kapitals, nämlich das fixe Kapital, kann aus solchem bestehn, das direkt im Produktionsprozeß zur Erzeugung von Lebensmitteln, Rohstoffen etc. eingeht oder entweder zur Abkürzung des Zirkulationsprozesses dient, wie Eisenbahnen, Straßen, Schiffbarmachung; Telegraphen etc., oder zum Aufbewahren und [zur] Vorratsbildung von Waren, wie Docks, Lagerhäuser etc., oder aber erst nach langer Reproduktionszeit die Fruchtbarkeit vergrößert, wie Nivellierungsarbeiten, Abzugskanäle etc. Je nachdem ein größrer oder kleinrer Teil des surplus produce auf eine dieser Arten capital fixe verwandt wird, werden die unmittelbaren nächsten Folgen für die Reproduktion von Lebensmitteln etc. sehr verschieden sein.

[6. Problem der Krisen (Einleitende Bemerkungen).
Zerstörung von Kapital durch Krisen
]

Die Surplusproduktion des konstanten Kapitals vorausgesetzt - d.h. größre Produktion als zum Ersatz des alten Kapitals, also auch zur Produktion der alten Quantität Lebensmittel nötig - , hat die Surplusproduktion oder Akkumulation in den Sphären, die Maschinerie, Rohstoffe etc. verarbeiten, keine weitre Schwierigkeit. Ist die nötige Surplusarbeit vorhanden, so finden sie dann auf dem Markt alle Mittel zu neuer Kapitalbildung, zur Verwandlung ihres Surplusgelds in neues Kapital vor.

Aber der ganze Prozeß der Akkumulation löst sich zunächst in Surplusproduktion auf, die einerseits dem natürlichen Wachstum der Bevölkerung entspricht, anderseits eine immanente Basis zu den Erscheinungen bildet, die sich in den Krisen zeigen. Das Maß dieser Surplusproduktion ist das Kapital selbst, die vorhandne Stufenleiter der Produktionsbedingungen und der maßlose Bereicherungs-, Kapitalisationstrieb der Kapitalisten, keineswegs die Konsumtion, die von vornherein gebrochen ist, da der größte Teil

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der Bevölkerung, die Arbeiterbevölkerung, nur innerhalb sehr enger Grenzen ihre Konsumtion erweitern kann, anderseits im selben Maße, wie der Kapitalismus sich entwickelt, die Nachfrage nach Arbeit relativ abnimmt, obgleich sie absolut wächst. Es kömmt hinzu, daß die Ausgleichungen alle zufällige und die Proportion in der Anwendung der Kapitalien in den besondren Sphären zwar durch einen beständigen Prozeß sich ausgleicht, die Beständigkeit dieses Prozesses selbst aber ebensosehr die beständige Disproportion voraussezt, die er beständig, oft gewaltsam auszugleichen hat.

Wir haben hier bloß die Formen zu betrachten, die das Kapital in seinen verschiednen Fortentwicklungen durchmacht. Es sind also die reellen Verhältnisse nicht entwickelt, innerhalb deren der wirkliche Produktionsprozeß vorgeht. Es wird immer unterstellt, daß die Ware zu ihrem Wert verkauft wird. Die Konkurrenz der Kapitalien wird nicht betrachtet, ebensowenig das Kreditwesen, ebensowenig die wirkliche Konstitution der Gesellschaft, die keineswegs bloß aus den Klassen der Arbeiter und industriellen Kapitalisten besteht, wo also Konsumenten und Produzenten nicht identisch, die erstere Kategorie (deren Revenuen zum Teil sekundäre, vom Profit und Salair abgeleitete, keine primitiven sind) der Konsumenten viel weiter ist als die zweite, und daher die Art, wie sie ihre Revenue spendet, und der Umfang der letztren sehr große Modifikationen im ökonomischen Haushalt und speziell im Zirkulations- und Reproduktionsprozesse des Kapitals hervorbringt. Indes, wie wir schon bei Betrachtung des Gelds fanden, sowohl soweit es (the money) überhaupt von der Naturalform der Ware verschiedne Form, als in seiner Form als Zahlungsmittel, daß es die Möglichkeit von Krisen einschließt, so ergibt sich das noch mehr bei der Betrachtung der allgemeinen Natur des Kapitals, ohne daß noch die weiteren realen Verhältnisse entwickelt, die alle Voraussetzungen des wirklichen Produktionsprozesses bilden.

||XIII-705| Die von Ric[ardo] adoptierte (eigentlich [James] Mill gehörige) Ansicht des faden Say (worauf wir bei Besprechung dieses Jammermenschen zurückkommen), daß keine Überproduktion möglich oder wenigstens no general glut of the market[1], beruht auf dem Satz, daß Produkte gegen Produkte ausgetauscht werden oder, wie Mill es hatte, auf dem "metaphysischen Gleichgewicht der Verkäufer und Käufer", [was] weiter entwickelt [wurde zu] der nur durch die Produktion selbst bestimmten Nachfrage oder auch der Identität von demand und offer[2]. Derselbe Satz

[1] keine allgemeine Überfüllung des Marktes - [2] Nachfrage und Angebot

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auch in der namentlich von Ric[ardol beliebten Form, daß any amount of capital[1] in jedem Land kann be employed productively[2].

"Say", sagt Ric[ardo], ch. XXI "Effects of Accumulation on profits and interest", "hat ... in durchaus zufriedenstellender Weise gezeigt, daß es keine Kapitalsumme gibt, die nicht in einem Lande verwendet werden kann, da die Nachfrage nur durch die Produktion beschränkt wird. Niemand produziert, außer mit der Absicht zu konsumieren oder zu verkaufen, und er verkauft niemals, außer um eine andere Ware zu kaufen, die ihm entweder nützlich sein kann oder zur künftigen Produktion beizutragen vermag. Durch Produzieren wird er also notwendigerweise entweder Konsument seiner eigenen Ware oder Käufer und Konsument der Waren jemandes anderen. Man kann nicht annehmen, daß er für längere Zeit über die Waren falsch unterrichtet sein wird, die er mit größtem Vorteil produzieren kann, um das ins Auge gefaßte Ziel zu erreichen, nämlich den Besitz anderer Waren. Es ist daher nicht wahrscheinlich, daß er dauernd" (es handelt sich hier überhaupt nicht um das ewige Leben) "eine Ware produzieren wird, für die es keine Nachfrage gibt." (p. 339, 340.)

Ricardo, der überall konsequent zu sein bestrebt, findet, daß seine Autorität Say ihm hier einen Possen spielt. Er bemerkt in einer Note zu der oben zitierten Stelle:

"Steht das Folgende völlig im Einklang mit Say's Prinzip? "In je größerem Maße verfügbare Kapitalien im Verhältnis zum Umfang ihrer Anlagemöglichkeit überschüssig sind, desto mehr wird die Zinsrate für Kapitalausleihungen sinken." (Say, vol. II, p. 108.) Wenn Kapital beliebigen Umfangs in einem Land angelegt werden kann, wie kann man sagen, daß es im Vergleich mit den dafür vorhandenen Anlagemöglichkeiten überschüssig sei." (l.c. p. 340, Note.)

Da Ric[ardo] sich auf Say beruft, werden wir später Says Sätze bei diesem Humbug selbst kritikieren.

Hier vorläufig nur: Bei der Reproduktion, ganz wie bei der accumulation of capital, handelt es sich nicht nur darum, dieselbe Masse Gebrauchswerte, aus denen das Kapital besteht, auf ihrer alten Stufenleiter oder auf einer erweiterten (bei der Akkumulation) zu ersetzen, sondern den Wert des vorgeschoßnen Kapitals mit der gewöhnlichen Profitrate (Mehrwert) zu ersetzen. Sind also durch irgendeinen Umstand oder Kombination von Umständen die Marktpreise der Waren (aller oder der meisten, was ganz gleichgültig ist) tief unter ihre Kostenpreise gefallen, so wird einerseits die Reproduktion des Kapitals möglichst kontrahiert. Noch mehr aber stockt die Akkumulation. In der Form von Geld (Gold oder Noten) aufgehäufte surplus value würde nur mit Verlust in Kapital verwandelt. Sie liegt daher

[1] jede Menge Kapital - [2] produktiv angewandt werden

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brach als Schatz in den Banken oder auch in der Form von Kreditgeld, was gar nichts an der Sache selbst ändert. Dieselbe Stockung könnte aus umgekehrten Ursachen eintreten, wenn die realen Voraussetzungen der Reproduktion fehlten (wie bei Getreideteurung oder weil nicht genug konstantes Kapital in natura aufgehäuft worden). Es tritt eine Stockung in der Reproduktion ein, darum in dem Fluß der Zirkulation. Kauf und Verkauf setzen sich gegeneinander fest, und unbeschäftigtes Kapital erscheint in der Form von brachliegendem Geld. Dasselbe Phänomen (und dies geht meist den Krisen vorher) kann eintreten, wenn die Produktion des Surpluskapitals sehr rasch vorgeht und seine Rückverwandlung in produktives Kapital die Nachfrage nach allen Elementen desselben so steigert, daß die wirkliche Produktion nicht Schritt halten kann, daher die Preise aller Waren, die in die Bildung des Kapitals eingehn, steigen. In diesem Fall sinkt der Zinsfuß sehr, so sehr der Profit steigen mag, und dies Sinken des Zinsfußes führt dann zu gewagtesten spekulativen Unternehmungen. Die Stockung der Reproduktion führt zur Abnahme des variablen Kapitals, [zum] Fallen des Arbeitslohns und Fallen der angewandten Masse Arbeit. Diese ihrer seits reagiert von neuem auf die Preise und führt neuen Fall derselben herbei.

Es ist nie zu vergessen, daß es sich bei der kapitalistischen Produktion nicht direkt um Gebrauchswert, sondern um Tauschwert handelt und speziell um Vermehrung des Surpluswerts. Dies ist das treibende Motiv der kapitalistischen Produktion, und es ist eine schöne Auffassung, die, um die Widersprüche der kapitalistischen Produktion wegzuräsonieren, von der Basis derselben abstrahiert und sie zu einer Produktion macht, die auf unmittelbare Konsumtion der Produzenten gerichtet ist.

Ferner: Da der Zirkulationsprozeß des Kapitals kein Tagesleben führt, sich vielmehr über längere Epochen erstreckt, bevor die Rückkehr des Kapitals zu sich stattfindet, da diese Epoche aber zusammenfällt mit der Epoche, worin sich die Marktpreise ||706| zu den Kostenpreisen ausgleichen, da während dieser Epoche große Umwälzungen und changes im Markt vorgehn, da große changes in der Produktivität der Arbeit, daher auch im realen Wert der Waren vorgehn, so ist sehr klar, daß vom Ausgangspunkt - dem vorausgesetzten Kapital - bis zu seiner Rückkehr nach einer dieser Epochen große Katastrophen stattfinden und Elemente der Krise sich anhäufen und entwickeln müssen, die mit der armseligen Phrase, daß Produkte gegen Produkte sich austauschen, in keiner Weise beseitigt werden. Das Vergleichen des Werts in einer Epoche mit dem Wert derselben Waren in einer spätren Epoche, was Herr Bailey für eine scholastische

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Einbildung hält, bildet vielmehr das Grundprinzip des Zirkulationsprozesses des Kapitals.

Wenn von Zerstörung von Kapital durch Krisen die Rede ist, so ist zweierlei zu unterscheiden.

Insofern der Reproduktionsprozeß stockt, der Arbeitsprozeß beschränkt wird oder stellenweise ganz stillgesetzt, wird wirkliches Kapital vernichtet. Die Maschinerie, die nicht gebraucht wird, ist nicht Kapital. Die Arbeit, die nicht exploitiert wird, ist soviel [wie] verlorne Produktion. Rohmaterial, das unbenutzt daliegt, ist kein Kapital. Gebäulichkeiten, die entweder unbenutzt bleiben (ebenso wie neugebaute Maschinerie) oder unvollendet bleiben, Waren, die verfaulen im Warenlager, alles dies ist Zerstörung von Kapital. Alles das beschränkt sich auf Stockung des Reproduktionsprozesses und darauf, daß die vorhandnen Produktionsbedingungen nicht wirklich als Produktionsbedingungen wirken, in Wirksamkeit gesetzt werden. Ihr Gebrauchswert und ihr Tauschwert geht dabei zum Teufel.

Zweitens aber meint Zerstörung des Kapitals durch Krisen Depreziation von Wertmassen, die sie hindert, später wieder ihren Reproduktionsprozeß als Kapital auf derselben Stufenleiter zu erneuern. Es ist der ruinierende Fall der Warenpreise. Damit werden keine Gebrauchswerte zerstört. Was der eine verliert, gewinnt der andre. Als Kapitalien wirkende Wertmassen werden verhindert, in derselben Hand sich als Kapital zu erneuern. Die alten Kapitalisten machen bankrutt. War der Wert ihrer Waren, aus deren Verkauf sie ihr Kapital reproduzieren, = 12000 l., wovon etwa 2000 l. Profit, und sinken sie zu 6000 l., so kann dieser Kapitalist weder seine kontrahierten Obligationen zahlen, noch, wenn er selbst keine hätte, mit den 6000 l. das Geschäft auf demselben Maßstab wieder beginnen, da die Warenpreise wieder auf ihre Kostenpreise steigen. Es ist so Kapital für 6000 l. vernichtet, obgleich der Käufer dieser Waren, da er sie zu der Hälfte ihres Kostenpreises erstanden, bei wieder auflebendem Geschäft sehr gut vorangehn und selbst profitiert haben kann. Ein großer Teil des nominellen Kapitals der Gesellschaft, i.e. des Tauschwerts des existierenden Kapitals, ist ein für alle mal vernichtet, obgleich grade diese Vernichtung, da sie den Gebrauchswert nicht trifft, die neue Reproduktion sehr fördern mag. Es ist dies zugleich Epoche, wo das monied interest[1] auf Kosten des industrial interest[1] sich bereichert. Was nun den Fall von bloß fiktivem Kapital, Staatspapieren, Aktien etc. betrifft - so - soweit er es nicht zum Bankrutt des Staats und der Aktiengesellschaft treibt, soweit dadurch nicht überhaupt die Reproduktion

[1] die Geldleute - [2] der Industrieleute

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gehemmt wird, insofern dadurch der Kredit industrieller Kapitalisten, die solche Papiere halten, erschüttert wird - , ist es bloß Übertragung des Reichtums von einer Hand in die andre und wird im ganzen günstig auf die Reproduktion wirken, sofern die Parvenüs, in deren Hand diese Aktien oder Papiere wohlfeil fallen, meist unternehmender sind als die alten Besitzer.

[7. Abgeschmackte Leugnung der Überproduktion von Waren
bei gleichzeitiger Anerkennung des Überflusses an Kapital
]

Ric[ardo] ist immer, soweit er selbst weiß, konsequent. Bei ihm ist also der Satz, daß keine Überproduktion (von Waren) möglich, identisch mit dem Satz, daß keine plethora[1] oder superabundance of capital[2] möglich.[*]

"Es kann also nicht sein, daß in einem Land eine Summe Kapital akkumuliert worden ist, die nicht produktiv angelegt werden kann, solange nicht die Löhne infolge der Erhöhung der notwendigen Konsumartikel so hoch steigen und daher so wenig für den Kapitalprofit übrigbleibt, daß der Anreiz zur Akkumulation aufhört. (l.c. p. 340). "Daraus ergibt sich ..., daß es keine Grenze der Nachfrage gibt und keine Schranke für die Verwendung von Kapital, solange es einen Profit abwirft, und daß es keinen anderen hinreichenden Grund für einen Fall des Profits als eine Erhöhung der Löhne gibt, gleichgültig, wie reichlich auch immer Kapital vorhanden sein mag. Man kann weiter hinzufügen, daß die allein wirksame und dauernde Ursache für die Erhöhung der Löhne in der wachsenden Schwierigkeit besteht, Nahrungsmittel und lebenswichtige Konsumartikel ||707| für die steigende Zahl der Arbeiter zu beschaffen." (l.c. p. 347, 348.)

Was würde Ric[ardo] dann gesagt haben zu der Stupidität seiner Nachfolger, die die Überproduktion in einer Form (als general glut of commodities in the market[3]) leugnen und sie in der andren Form als surproduction of capital[4], plethora of capital, superabundance of capital nicht nur zugeben, sondern zu einem wesentlichen Punkt ihrer Doktrinen machen? Kein einziger zurechnungsfähiger Ökonom der nachricardoschen Periode leugnet die plethora of capital. Alle erklären vielmehr die Krisen daraus (soweit nicht aus Kreditgeschichten). Also alle geben die Über-

[*] Man muß hier unterscheiden. Wenn Smith den Fall der Profitrate aus superabundance of capital, accumulation of capital erklärt, so handelt es sich um permanente Wirkung und dies falsch. Dagegen transitorisch superabundance of capital, Überproduktion, Krise ist was andres. Permanente Krisen gibt es nicht.

[1] Überfluß - [2] Überfülle von Kapital - [3] allgemeine Überfülle von Waren auf dem Markte - [4] Überproduktion von Kapital, Überfluß an Kapital, Überfülle von Kapital

498

produktion in einer Form zu, leugnen sie aber in der andren. Es bleibt also nur die Frage, wie sich die beiden Formen der Überproduktion zueinander verhalten, die Form, worin sie geleugnet wird, zu der Form, worin sie versichert wird?

Ric[ardo] selbst kannte eigentlich von Krisen nichts, von allgemeinen, aus dem Produktionsprozeß selbst hervorgehenden Weltmarktskrisen. Die Krisen von 1800 -1815 konnte er erklären aus Getreideteurung infolge des Mißwachses von Ernten, aus Depreziation des Papiergelds, aus Depreziation der Kolonialwaren etc., weil infolge der Kontinentalsperre der Markt gewaltsam, aus politischen, nicht ökonomischen Gründen, kontrahiert war. Die Krisen nach 1815 konnte er sich ebenfalls erklären, teils aus einem Mißjahr, von Getreidenot, teils aus dem Fall der Kornpreise, weil die Ursachen aufgehört hatten zu wirken, die nach seiner eignen Theorie während des Kriegs und der Absperrung Englands vom Kontinent die Getreidepreise in die Höhe treiben mußten, teils aus dem Übergang vom Krieg zum Frieden und den daher entspringenden "sudden changes in the channels of trade[1]". (Siehe in seinen "Principles", ch. XIX: "On sudden Changes in the Channels of Trade".)

Die spätren historischen Phänomene, speziell die fast regelmäßige Periodizität der Weltmarktkrisen erlaubte den Nachfolgern Ricardos nicht mehr, die Tatsachen zu leugnen oder sie als zufällige facts zu interpretieren. Statt dessen erfanden sie - abgesehn von denen, die alles aus dem Kredit erklären, um dann zu erklären, sie selbst werden die superabundance of capital voraussetzen müssen - den schönen Unterschied zwischen plethora of capital und overproduction. Gegen die letztere hielten sie die Phrasen und guten Gründe von Ric[ardo] und Smith bei, während sie aus der ersteren ihnen sonst unerklärliche Phänomene zu deduzieren suchen. Einzelne Krisen erklärt Wilson z.B. aus der plethora von fixem Kapital, andre aus der plethora von zirkulierendem Kapital. Die plethora des Kapitals selbst wird von den besten Ökonomen (wie Fullarton) behauptet und ist schon so stehendes Vorurteil geworden, daß die Phrase sich selbst in dem Kompendium des gelehrten Herrn Roscher als selbstverständlich wiederfindet.

Es fragt sich also, was ist plethora of capital, und wodurch unterscheidet sich dieses Ding von overproduction?

(Allerdings erheischt die Gerechtigkeit, zu bemerken, daß andre Ökonomen, wie Ure, Corbet etc. die overproduction für den regulären Zustand der großen Industrie erklären, soweit das Inland in Betracht kommt. Also nur

[1] "plötzlichen Veränderungen der Handelswege"

499

zu Krisen führt under certain circumstances[1], wo sich auch der auswärtige Markt kontrahiert.)

Nach denselben Ökonomen ist Kapital = Geld oder Waren. Überproduktion vom Kapital also = Überproduktion von Geld oder Waren. Und doch sollen beide Phänomene nichts miteinander gemein haben. Sogar nicht einmal Überproduktion von Geld, da dies bei ihnen Ware ist, so daß sich das ganze Phänomen in Überproduktion von Waren auflöst, die sie unter einer Benennung zugeben und unter der andren leugnen. Wird ferner gesagt, es sei fixes Kapital überproduziert oder zirkulierendes, so liegt das zugrunde, daß die Waren nicht mehr in dieser einfachen Bestimmung, sondern in ihrer Bestimmung als Kapital hier in Betracht kommen. Damit ist aber andrerseits wieder zugegeben, daß bei der kapitalistischen ||708| Produktion und ihren Phänomenen - f.i. overproduction - es sich nicht nur um das einfache Verhältnis handelt, worin das Produkt als Ware erscheint, bestimmt ist, sondern um gesellschaftliche Bestimmungen desselben, wodurch es mehr und noch etwas andres als Ware ist.

Überhaupt: Soweit in der Phrase plethora of capital statt Überproduktion von Waren nicht bloß eine ausflüchtige Redensart liegt oder die gewissenlose Gedankenlosigkeit, die dasselbe Phänomen als vorhanden und notwendig zugibt, sobald es a heißt, es aber leugnet, sobald es b genannt wird, in der Tat also nur Skrupel und Bedenken über die Namengebung des Phänomens, nicht über das Phänomen selbst hat oder auch dieser Schwierigkeit, das Phänomen zu erklären, dadurch ausweichen will, daß man es in einer Form (Namen) leugnet, worin es ihren Vorurteilen widerspricht, und nur in einer Form zugibt, wobei nichts gedacht wird - von diesen Seiten abgesehn, liegt in dem Übergang von der Phrase "Überproduktion von Waren" zu der Phrase "plethora of capital" in der Tat ein Fortschritt. Worin besteht der? Darin, daß die Produzenten sich nicht als bloße Warenbesitzer, sondern als Kapitalisten gegenüberstehn.

[8. Leugnung der allgemeinen Überproduktion durch Ricardo.
Möglichkeit der Krise ergibt sich aus den inneren Gegensätzen
der Ware und des Geldes
]

Noch einige Sätze des Ricardo:

"Man wird ... verleitet anzunehmen, daß Adam Smith glaubt, wir stehen unter irgendeinem Zwang" (das ist in der Tat der Fall), "einen Überschuß an Getreide, Woll-

[1] unter gewissen Umständen

500

und Eisenwaren zu erzeugen und daß das Kapital, welches sie produzierte, nicht anders angelegt werden kann. Es ist aber immer eine Sache des Beliebens, wie ein Kapital angelegt werden soll, und es kann daher niemals für einen längeren Zeitraum ein Überschuß an irgendeiner Ware existieren. Wenn es ihn gäbe, so würde sie unter ihren natürlichen Preis sinken und Kapital würde in eine andere profitablere Anlage überführt." (p. 341, 342, Note.)
"Produkte werden stets gekauft durch Produkte oder durch Dienste; Geld ist nur das Medium, wodurch der Austausch bewirkt wird."

(D.h., Geld ist bloßes Zirkulationsmittel, und der Tauschwert selbst ist bloß verschwindende Form des Austauschs von products gegen product - was falsch ist.)

"Es kann zuviel von einer bestimmten Ware produziert werden, von der dann ein solches Überangebot auf dem Markt vorhanden sein mag, daß das aufgewendete Kapital nicht zurückerstattet wird. Das kann jedoch nicht in bezug auf alle Waren der Fall sein." (l.c. p. 341, 342.) "Ob diese erhöhte Produktion und die daraus entstehende Nachfrage den Profit senken werden oder nicht, hängt ausschließlich von der Erhöhung der Löhne ab, und die Erhöhung der Löhne, ausgenommen für kurze Zeit, von der Leichtigkeit der Produktion der Nahrungsmittel und notwendigen Konsumartikel des Arbeiters." (l.c. p. 343.) "Wenn Kaufleute ihr Kapital im auswärtigen Handel oder im Zwischenhandel anlegen, so geschieht dies immer aus freien Stücken und niemals aus Zwang. Es geschieht, weil in diesen Zweigen ihr Profit um einiges größer als im Binnenhandel sein wird." (p. 344.)

Was die Krisen angeht, so haben mit Recht alle Schriftsteller, die die wirkliche Bewegung der Preise darstellen, oder alle Praktiker, die in gegebnen Momenten der Krise schreiben, die angeblich theoretische Salbaderei ignoriert und sich damit begnügt, daß das in der abstrakten Theorie - nämlich daß keine gluts of market[1] etc. möglich - wahr, in der Praxis aber falsch sei. Die regelmäßige Wiederholung der Krisen hat in der Tat das Saysche etc. Gekohl zu einer Phraseologie herabgesetzt, die nur noch in times of prosperity is used, but is thrown to the winds in times of crisis[2].

||709| In den Weltmarktkrisen bringen es die Widersprüche und Gegensätze der bürgerlichen Produktion zum Eklat. Statt nun zu untersuchen, worin die widerstreitenden Elemente bestehn, die in der Katastrophe eklatieren, begnügen sich die Apologeten damit, die Katastrophe selbst zu leugnen und ihrer gesetzmäßigen Periodizität gegenüber darauf zu beharren,

[1] Überfüllungen des Marktes - [2] Zeiten der Prosperität verwandt, aber in Zeiten der Krisen preisgegeben wird

501

daß die Produktion, wenn sie sich nach den Schulbüchern richtete, es nie zur Krise bringen würde. Die Apologetik besteht dann in der Fälschung der einfachsten ökonomischen Verhältnisse und speziell darin, dem Gegensatz gegenüber die Einheit festzuhalten.

Wenn z.B. Kauf und Verkauf - oder die Bewegung der Metamorphose der Ware - die Einheit zweier Prozesse oder vielmehr den Verlauf eines Prozesses durch zwei entgegengesetzte Phasen darstellt, also wesentlich die Einheit beider Phasen ist, so ist sie ebenso wesentlich die Trennung derselben und ihre Verselbständigung gegeneinander. Da sie nun doch zusammengehören, so kann die Verselbständigung der zusammengehörigen Momente nur gewaltsam erscheinen, als zerstörender Prozeß. Es ist grade die Krise, worin ihre Einheit sich betätigt, die Einheit der Unterschiedenen. Die Selbständigkeit, die die zueinander gehörigen und sich ergänzenden Momente gegeneinander annehmen, wird gewaltsam vernichtet. Die Krise manifestiert also die Einheit der gegeneinander verselbständigten Momente. Es fände keine Krise statt ohne diese innere Einheit der scheinbar gegeneinander Gleichgültigen. Aber nein, sagt der apologetische Ökonomist. Weil die Einheit stattfindet, kann keine Krise stattfinden. Was wieder nichts heißt, als daß die Einheit Entgegengesetzter den Gegensatz ausschließt.

Um nachzuweisen, daß die kapitalistische Produktion nicht zu allgemeinen Krisen führen kann, werden alle Bedingungen und Formbestimmungen, alle Prinzipien und differentiae specificae[1], kurz, die kapitalistische Produktion selbst geleugnet, und wird in der Tat nachgewiesen, daß, wenn die kapitalistische Produktionsweise, statt eine spezifisch entwickelte, eigentümliche Form der gesellschaftlichen Produktion zu sein, eine hinter ihren rohsten Anfängen liegende Produktionsweise wäre, die ihr eigentümlichen Gegensätze, Widersprüche und daher auch deren Eklat in den Krisen nicht existieren würden.

"Produkte", heißt es bei Ric[ardo] nach Say, "werden stets gekauft durch Produkte oder durch Dienste; Geld ist nur das Medium, wodurch der Austausch bewirkt wird."

Hier wird also erstens Ware, in der der Gegensatz von Tauschwert und Gebrauchswert existiert, in bloßes Produkt (Gebrauchswert) und daher der Austausch von Waren in bloßen Tauschhandel von Produkten, bloßen Gebrauchswerten, verwandelt. Es wird nicht nur hinter die kapitalistische

[1] spezifischen Unterschiede

502

Produktion, sondern sogar hinter die bloße Warenproduktion zurückgegangen, und das verwickeltste Phänomen der kapitalistischen Produktion - die Weltmarktkrise - dadurch weggeleugnet, daß die erste Bedingung der kapitalistischen Produktion, nämlich daß das Produkt Ware sein, sich daher als Geld darstellen und den Prozeß der Metamorphose durchmachen muß, weggeleugnet wird. Statt von Lohnarbeit zu sprechen, wird von "services" gesprochen, ein Wort, worin die spezifische Bestimmtheit der Lohnarbeit und ihres Gebrauchs - nämlich den Wert der Waren, wogegen sie ausgetauscht wird, zu vergrößern, Surpluswert zu erzeugen - wieder weggelassen wird und dadurch das spezifische Verhältnis, wodurch sich Geld und Ware in Kapital verwandeln. "Service" ist die Arbeit bloß als Gebrauchswert gefaßt (eine Nebensache in der kapitalistischen Produktion), ganz wie in dem Wort "Produkt" das Wesen der Ware und der in ihr liegende Widerspruch unterdrückt wird. Geld wird dann auch konsequent als bloßer Vermittler des Produktenaustauschs gefaßt, nicht als eine wesentliche und notwendige Existenzform der Ware, die sich als Tauschwert - allgemeine gesellschaftliche Arbeit - darstellen muß. Indem durch die Verwandlung der Ware in bloßen Gebrauchswert (Produkt) das Wesen des ||710| Tauschwerts weggestrichen wird, kann ebenso leicht das Geld als eine wesentliche und im Prozeß der Metamorphose gegen die ursprüngliche Form der Ware selbständige Gestalt derselben geleugnet werden oder muß vielmehr geleugnet werden.

Hier werden also die Krisen dadurch wegräsoniert, daß die ersten Voraussetzungen der kapitalistischen Produktion, das Dasein des Produkts als Ware, die Verdopplung der Ware in Ware und Geld, die daraus hervorgehenden Momente der Trennung im Warenaustausch, endlich die Beziehung zwischen Geld oder Ware zur Lohnarbeit vergessen oder geleugnet werden.

Nicht besser sind übrigens die Ökonomen (wie J. St. Mill z.B.), die die Krisen aus diesen einfachen, in der Metamorphose der Waren enthaltnen Möglichkeiten der Krise - wie der Trennung von Kauf und Verkauf - erklären wollen. Diese Bestimmungen, die die Möglichkeit der Krise erklären, erklären noch lange nicht ihre Wirklichkeit, noch nicht, warum die Phasen des Prozesses in solchen Konflikt treten, daß nur durch eine Krise, durch einen gewaltsamen Prozeß, ihre innre Einheit sich geltend machen kann. Diese Trennung erscheint in der Krise; es ist die Elementarform derselben. Die Krise aus dieser ihrer Elementarform erklären heißt die Existenz der Krise dadurch erklären, daß man ihr Dasein in seiner abstraktesten Form ausspricht, also die Krise durch die Krise erklären.

503

"Kein Mann", sagt Ric[ardo][1], "produziert, außer in der Absicht zu konsumieren oder zu verkaufen und er verkauft niemals, außer mit der Absicht, irgendeine andre Ware zu kaufen, die unmittelbar nützlich für ihn sein mag oder zu künftiger Produktion beitragen mag. Indem er produziert, wird er also notwendig entweder der Konsument seiner eignen Güter" (goods) "oder der Käufer und Konsument der Waren irgendeiner andren Person. Man kann nicht unterstellen, daß er für längre Zeit nicht unterrichtet sein wird über die Waren, die er am vorteilhaftesten produzieren kann, um den von ihm verfolgten Zweck zu erreichen, nämlich den Besitz anderer Güter, und daher ist es nicht wahrscheinlich, daß er fortwährend'' (continually) "eine Ware produzieren wird, für die keine Nachfrage vorhanden ist." l.c. p. 339/340.

Es ist dies kindisches Geschwätz eines Say, aber nicht Ric[ardo]s würdig. Zunächst produziert kein Kapitalist, um sein Produkt zu konsumieren. Und wenn wir von der kapitalistischen Produktion sprechen, heißt es mit Recht: "Kein Mann produziert in der Absicht, sein Produkt zu konsumieren", selbst wenn er Teile seines Produkts wieder zur industriellen Konsumtion verwendet. Aber hier handelt es sich um die Privatkonsumtion. Vorhin wurde vergessen, daß das Produkt Ware ist. Jetzt wird sogar die gesellschaftliche Teilung der Arbeit vergessen. In Zuständen, wo Männer für sich selbst produzieren, gibt es in der Tat keine Krisen, aber auch keine kapitalistische Produktion. Wir haben auch nie gehört, daß die Alten mit ihrer Sklavenproduktion jemals Krisen kannten, obgleich einzelne Produzenten, auch unter den Alten, bankrutt machten. Der erste Teil der Alternative ist Unsinn. Ebenso der zweite. Ein Mann, der produziert hat, hat nicht die Wahl, ob er verkaufen will oder nicht. Er muß verkaufen. In den Krisen tritt nun grade der Umstand ein, daß er nicht verkaufen kann oder nur unter dem Kostenpreis oder gar mit positivem Verlust verkaufen muß. Was nützt es ihm und uns also, daß er produziert hat, um zu verkaufen. Es handelt sich grade darum zu wissen, was diese seine gute Absicht durchkreuzt.

Ferner:

"Es verkauft niemand, außer mit der Absicht, irgendeine andre Ware zu kaufen, die unmittelbar nützlich für ihn sein mag oder zu künftiger Produktion beitragen mag."

Welche gemütliche Verkündung der bürgerlichen Verhältnisse! Ric[ardo] vergißt sogar, daß jemand verkaufen kann, um zu zahlen, und daß diese Zwangsverkäufe eine sehr bedeutende Rolle in den Krisen spielen. Die nächste Absicht des Kapitalisten beim Verkaufen ist, seine Ware oder vielmehr sein Warenkapital wieder in Geldkapital zu verwandeln und seinen Gewinn damit zu realisieren. Der Konsum - die Revenue - ist dabei durch-

[1] Siehe vorl. Band, S.494

504

aus nicht Leitpunkt für diesen Prozeß, was sie allerdings für den ist, der bloß Waren verkauft, um sie in Lebensmittel zu verwandeln. Dies ist aber nicht die kapitalistische Produktion, bei der die Revenue als Resultat, nicht als bestimmender Zweck erscheint. Es verkauft jedermann zunächst, um zu verkaufen, d.h. um Ware in Geld zu verwandeln.

||711| Während der Krise mag der Mann sehr zufrieden sein, wenn er verkauft hat, ohne ans Kaufen zunächst zu denken. Allerdings, soll der realisierte Wert nun wieder als Kapital wirken, so muß er den Prozeß der Reproduktion durchmachen, also wieder gegen Arbeit und Waren sich austauschen. Aber die Krise ist grade der Moment der Störung und Unterbrechung des Reproduktionsprozesses. Und diese Störung kann nicht dadurch erklärt werden, daß sie in Zeiten, wo keine Krise herrscht, nicht stattfindet. Es unterliegt keinem Zweifel, daß niemand "will continually produce a commodity for which there is no demand[1]" (p. 339, 340), aber von so abgeschmackter Hypothese spricht auch niemand. Auch hat sie überhaupt nichts mit der Sache zu tun. "The possession of other goods"[2] ist zunächst nicht der Zweck der kapitalistischen Produktion, sondern die Appropriation of value, of money, of abstract wealth[3].

Bei Ric[ardo] liegt hier auch der früher von mir beleuchtete James Millsche Satz von dem "metaphysischen Gleichgewicht der Käufe und Verkäufe" zugrunde - ein Gleichgewicht, das nur die Einheit, aber nicht die Trennung in den Prozessen des Kaufs und Verkaufs sieht. Daher auch Ric[ardo]s Behauptung (nach James Mill):

"Es kann zuviel von einer bestimmten Ware produziert werden, von der dann ein solches Überangebot auf dem Markt vorhanden sein mag, daß das aufgewendete Kapital nicht zurückerstattet wird. Das kann jedoch nicht in bezug auf alle Waren der Fall sein." (p. 341, 342.)

Das Geld ist nicht nur "the medium by which the exchange is effected"[4] (p. 341), sondern zugleich the medium by which the exchange of produce with produce becomes dissolved into two acts, independent of each other, and distant from each other, in time and space[5]. Diese falsche Auffassung des Geldes beruht aber bei Ric[ardo] darauf, daß er überhaupt nur die quantitative Bestimmung des Tauschwerts im Auge hat, nämlich daß er = bestimmtem Quantum Arbeitszeit, dagegen die qualitative Bestimmung

[1] "fortwährend eine Ware produzieren wird, für die keine Nachfrage vorhanden ist" - [2] "Der Besitz anderer Waren" - [3] von Wert, von Geld, von abstraktem Reichtum - [4] "das Medium, wodurch der Austausch bewirkt wird" - [5] das Medium, wodurch der Austausch von Produkt gegen Produkt in zwei voneinander unabhängige, zeitlich und räumlich getrennte Akte zerfällt

505

vergißt, daß die individuelle Arbeit nur durch ihre Entäußerung (alienation) als abstrakt allgemeine gesellschaftliche Arbeit sich darstellen muß.[*]

Daß nur besondre, nicht alle Arten Waren "a glut in the market"[1] bilden können, die Überproduktion daher immer nur partiell sein kann, ist ein armseliger Ausweg. Zunächst, wenn bloß die Natur der Ware betrachtet wird, steht dem nichts entgegen, daß alle Waren im Überfluß auf dem Markt vorhanden sind und daher alle unter ihren Preis fallen. Es handelt sich hier eben nur um das Moment der Krise. Nämlich alle Waren, außer dem Geld, [können im Überfluß da sein]. Die Notwendigkeit existiert für die Ware, sich als Geld darzustellen, heißt nur: die Notwendigkeit existiert für alle Waren. Und so gut die Schwierigkeit für eine einzelne Ware existiert, diese Metamorphose durchzumachen, kann sie für alle existieren. Die allgemeine Natur der Metamorphose der Waren - die das Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf ebenso einschließt wie ihre Einheit, statt die Möglichkeit eines general glut[2] auszuschließen - ist vielmehr die Möglichkeit eines general glut.

Weiter liegt nun allerdings im Hintergrund des R[icardo]schen und ähnlichen Räsonnements nicht nur das Verhältnis von Kauf und Verkauf, sondern von Nachfrage und Zufuhr, das wir erst zu entwickeln haben bei Betrachtung der Konkurrenz der Kapitalien. Wie Mill sagt, ist Kauf Verkauf etc., so ist Nachfrage Zufuhr und Zufuhr Nachfrage, aber ebenso fallen sie auseinander und können sich gegeneinander verselbständigen. Die Zufuhr von allen Waren kann im gegebnen Augenblick größer sein als die Nachfrage von allen Waren, indem die Nachfrage nach der allgemeinen Ware, dem Geld, dem Tauschwert, größer ist als die Nachfrage nach allen besondren Waren oder indem das Moment, die Ware als Geld darzustellen, ihren Tauschwert zu realisieren, überwiegt über das Moment, die Ware in Gebrauchswert rückzuverwandeln.

Wird das Verhältnis von Nachfrage und Zufuhr weiter und konkreter gefaßt, so kömmt das von Produktion und Konsumtion hinein. Es müßte hier wieder die an sich seiende und sich eben in der Krise gewaltsam durchsetzende Einheit dieser beiden Momente festgehalten werden gegen die

[*] ||718| (Daß Ricardo das Geld bloß als Zirkulationsmittel [betrachtet], ist dasselbe, daß er den Tauschwert bloß als verschwindende Form, überhaupt als etwas bloß Formelles an der bürgerlichen oder kapitalistischen Produktion [ansieht], weshalb ihm diese auch nicht gilt als spezifisch bestimmte Produktionsweise, sondern als die Produktionsweise schlechthin.)|718||

[1] "Überangebot auf dem Markt" - [2] allgemeinen Überangebotes

506

ebenso existierende und die bürgerliche Produktion sogar charakterisierende Trennung und Gegensatz derselben.

Was den Gegensatz partieller und universeller Überproduktion angeht, soweit es sich nämlich bloß darum handelt, die erstere zu behaupten, um der letztren zu entfliehn, so ist darüber folgendes zu bemerken:

Erstens: Geht den Krisen meist eine allgemeine inflation of prices[1] vorher in allen der kapitalistischen Produktion angehörigen Artikeln. Sie nehmen daher alle an dem nachfolgenden crash teil und sind alle zu den Preisen, die sie vor dem crash[2] hatten, overburdening the market[3]. Der Markt kann eine Warenmasse absorbieren zu fallenden, unter ihren Kostenpreisen gefallnen Preisen, die er zu ihren früheren Marktpreisen nicht absorbieren könnte. Die Übermasse der Waren ist immer relativ; d.h. Übermasse bei gewissen Preisen. Die Preise, zu denen die Waren dann absorbiert werden, ruinierend für den Produzenten oder Kaufmann.

||712| Zweitens:

Damit eine Krise (also auch die Überproduktion) allgemein sei, genügt es, daß sie die leitenden Handelsartikel ergreife.

[9. Ricardos falsche Ansicht 
von dem Verhältnis zwischen Produktion und Konsumtion 
unter den Bedingungen des Kapitalismus
]

Wir wollen näher hören, wie Ric[ardo] a general glut of the market[4] wegzuräsonieren sucht:

"Es kann zuviel von einer bestimmten Ware produziert werden, von der dann ein solches Überangebot auf dem Markt vorhanden sein mag, daß das aufgewendete Kapital nicht zurückerstattet wird. Das kann jedoch nicht in bezug auf alle Waren der Fall sein. Die Nachfrage nach Getreide ist beschränkt durch die Münder, die es essen sollen, die nach Schuhen und Röcken durch die Personen, die sie tragen sollen. Obwohl aber eine Gemeinschaft oder ein Teil einer Gemeinschaft so viel Getreide, Hüte und Schuhe haben kann, wie sie zu konsumieren imstande und willens ist, kann man nicht dasselbe von jeder anderen Ware sagen, die auf natürlichem oder künstlichem Wege produziert wird. Einige würden mehr Wein konsumieren, wenn sie die Möglichkeit hätten, sich ihn zu beschaffen. Andere, die genug Wein haben, werden wünschen, sich mehr Möbel anzuschaffen oder deren Qualität zu bessern. Wieder andere hingegen möchten ihr Grundstück verschönern oder ihre Häuser vergrößern. Der Wunsch, einiges davon zu

[1] Preissteigerung - [2] Krach - [3] Überlastung des Marktes - [4] ein allgemeines Überangebot auf dem Markt

507

tun, findet sich in jedermanns Herzen. Nichts als die Mittel dazu sind notwendig, und nichts anderes kann die Mittel aufbringen als eine Erhöhung der Produktion." (l.c. p. 341, 342.)
 

Kann es ein kindischeres Räsonnement geben? Es lautet so. Von einer besondren Ware mag mehr produziert werden, als davon konsumiert werden kann. Aber das kann nicht von allen Waren zugleich gelten. Weil die Bedürfnisse, die durch Waren befriedigt werden, keine Grenzen haben und alle diese Bedürfnisse zugleich nicht befriedigt sind. Im Gegenteil. Die Befriedigung eines Bedürfnisses macht ein andres sozusagen latent. Es ist also nichts erheischt als die Mittel, um diese Bedürfnisse zu befriedigen, und diese Mittel können nur verschafft werden durch eine Vermehrung der Produktion. Also ist keine allgemeine Überproduktion möglich.

Wozu all das? In Momenten der Überproduktion ist ein großer Teil der Nation (speziell die Arbeiterklasse) weniger als je mit Getreide, Schuhen etc. versehen, von Wein und furniture[1] gar nicht zu sprechen. Wenn Überproduktion erst eintreten könnte, nachdem alle Mitglieder der Nation auch nur die nötigsten Bedürfnisse befriedigt hätten, hätte in der bisherigen Geschichte der bürgerlichen Gesellschaft nicht nur nie eine allgemeine, sondern selbst nie partielle Überproduktion eintreten können. Wenn z.B. the market is glutted by shoes or calicoes or wines or colonial produce[2], heißt das, daß nicht vielleicht 4/6 der Nation ihr Bedürfnis nach Schuhen, calicoes etc. übersättigt haben? Was hat die Überproduktion überhaupt mit den absoluten Bedürfnissen zu tun? Sie hat es nur mit den zahlungsfähigen Bedürfnissen zu tun. Es handelt sich nicht um absolute Überproduktion - Überproduktion an und für sich im Verhältnis zu der absoluten Bedürftigkeit oder dem Wunsch nach dem Besitz der Waren. In diesem Sinn existiert weder partielle noch allgemeine Überproduktion. Und bilden sie gar keinen Gegensatz zueinander.

Aber, wird Ric[ardo] sagen, when there is a lot of people, who want shoes and calicoes, why do they not procure themselves the means of obtaining them by producing something wherewith to buy shoes and calicoes[3]? Wäre es nicht noch einfacher zu sagen: Warum produzieren sie sich nicht Schuhe und calicoes? Und was noch sonderbarer bei der Überproduktion ist, die eigentlichen Produzenten der very commodities which glut the market[4] - die Arbeiter - stand in want of them[5]. Hier kann nicht gesagt werden, daß

[1] Möben - [2] der Markt mit Schuhen oder Kaliko oder Weinen oder Kolonialprodukten überfüllt ist - [3] wenn es eine Menge Menschen gibt, die Schule und Kaliko brauchen, warum erwerben sie nicht die Mittel, sie zu erlangen, indem sie etwas produzieren, wofür sie Schuhe und Kaliko kaufen können - [4] selben Waren, die den Markt überfüllen - [5] leiden Mangel daran

508

sie die Dinge produzieren sollten, um sie obtain[1], denn sie haben sie produziert und haben sie doch nicht. Es kann auch nicht gesagt werden, daß die bestimmte Ware gluts the market[2], weil kein Bedürfnis für sie vorhanden ist. Wenn also selbst die partielle Überproduktion nicht daher zu erklären, daß die Waren, which glut the market, das Bedürfnis danach übersättigen, so kann die universelle Überproduktion nicht dadurch wegerklärt werden, daß für viele der Waren, die auf dem Markt sind, Bedürfnisse, unbefriedigte Bedürfnisse existieren.

Bleiben wir beim Beispiel des Kalikowebers[3]. Solange die Reproduktion ununterbrochen fortging - also auch die Phase dieser Reproduktion, worin das als Ware, verkäufliche Ware existierende Produkt, das Kaliko zu seinem Wert sich in Geld rückverwandelte - , so lange konsumierten auch, wollen wir sagen, die Arbeiter, die das Kaliko produzieren, einen Teil davon, und mit der Erweiterung der Reproduktion - das ist der Akkumulation - verzehrten sie progressiv davon, oder es wurden auch mehr Arbeiter bei der Produktion des Kalikos beschäftigt, die zugleich zum Teil seine Konsumenten.

[10. Verwandlung der Möglichkeit der Krise zur Wirklichkeit.
Die Krise als Erscheinung aller Widersprüche
der bürgerlichen Ökonomie
]

Eh wir nun einen Schritt weitergehn, dies:

Das Auseinanderfallen des Produktionsprozesses (unmittelbaren) und Zirkulationsprozesses ist wieder und weiter entwickelt die Möglichkeit der Krise, die sich bei der bloßen Metamorphose der Ware zeigte. Sobald sie nicht flüssig ineinander übergehn, ||713| sondern sich gegeneinander verselbständigen, ist die Krise da.

Bei der Metamorphose der Ware stellt sich die Möglichkeit der Krise so dar.

Erstens die Ware, die real als Gebrauchswert, ideell, im Preise, als Tauschwert existiert, muß in Geld verwandelt werden. W--G. Ist diese Schwierigkeit gelöst, der Verkauf, so hat der Kauf, G--W, keine Schwierigkeit mehr, da Geld gegen alles unmittelbar austauschbar. Der Gebrauchswert der Ware, die Nützlichkeit der in ihr enthaltnen Arbeit, muß vorausgesetzt werden, sonst ist sie überhaupt nicht Ware. Es ist ferner vorausgesetzt, daß der individuelle Wert der Ware = ihrem gesellschaftlichen Wert, d.h., daß die in ihr materialisierte Arbeitszeit = der zur Hervorbringung dieser Ware gesellschaftlich notwendigen Arbeitszeit. Die Möglich-

[1] zu erlangen - [2] den Markt überfüllt - [3] siehe vorl. Band, S.478-480

509

keit der Krise, soweit sie in der einfachen Form der Metamorphose sich zeigt, geht also nur daraus hervor, daß die Formunterschiede - die Phasen - , die sie in ihrer Bewegung durchläuft, erstens notwendig sich ergänzende Formen und Phasen sind, zweitens trotz dieser innren notwendigen Zusammengehörigkeit gleichgültig gegeneinander existierende, in Zeit und Raum auseinanderfallende, voneinander trennbare und getrennte, unabhängige Teile des Prozesses und Formen. Sie liegt also allein in der Trennung von Verkauf und Kauf. Es ist nur in der Form der Ware, daß die Ware hier die Schwierigkeit durchzumachen hat. Sobald sie die Form des Geldes besitzt, ist sie darüber weg. Weiter aber löst sich auch dies auf in das Auseinanderfallen von Verkauf und Kauf. Wenn die Ware nicht in der Form des Gelds aus der Zirkulation sich zurückziehn oder ihre Rückverwandlung in Ware aufschieben könnte - wie beim unmittelbaren Tauschhandel - , wenn Kauf und Verkauf zusammenfielen, fiele die Möglichkeit der Krise unter den gemachten Voraussetzungen weg. Denn es ist vorausgesetzt, daß die Ware Gebrauchswert ist für andre Warenbesitzer. In der Form des unmittelbaren Tauschhandels die Ware nur damit nicht austauschbar, wenn sie kein Gebrauchswert oder auch wenn keine andren Gebrauchswerte auf der andren Seite, um gegen sie auszutauschen. Also nur unter den beiden Bedingungen: Wenn entweder von der einen Seite Nutzloses produziert wäre oder auf der andren Seite nichts Nützliches, um es als Äquivalent gegen den ersten Gebrauchswert auszutauschen. In beiden Fällen fände aber überhaupt kein Austausch statt. Soweit aber Austausch stattfände, fielen seine Momente nicht auseinander. Der Käufer wäre Verkäufer, der Verkäufer Käufer. Das kritische Moment, was aus der Form des Austauschs - soweit er Zirkulation ist - hervorgeht, fiele also weg, und wenn wir sagen, daß die einfache Form der Metamorphose die Möglichkeit der Krise einschließt, so sagen wir nur, daß in dieser Form selbst die Möglichkeit der Zerreißung und des Auseinanderfallens wesentlich sich ergänzender Momente liegt.

Aber dies betrifft auch den Inhalt. Beim unmittelbaren Tauschhandel ist das Gros der Produktion von seiten des Produzenten auf Befriedigung seines Selbstbedürfnisses oder bei etwas weitrer Entwicklung der Teilung der Arbeit, auf Befriedigung ihm bekannter Bedürfnisse seiner Co-Produzenten gerichtet. Was als Ware auszutauschen ist, ist Überfluß, und es bleibt unwesentlich, ob dieser Überfluß ausgetauscht wird oder nicht. Bei der Warenproduktion ist das Verwandeln des Produkts in Geld, der Verkauf, conditio sine qua [non][1]. Die unmittelbare Produktion für das eigne Bedürfnis fällt

[1] eine unerläßliche Bedingung

510

fort. Mit dem Nichtverkauf ist hier Krise da. Die Schwierigkeit, die Ware - das besondre Produkt individueller Arbeit - in Geld, ihr Gegenteil, abstrakt allgemeine, gesellschaftliche Arbeit zu verwandeln, liegt darin, daß Geld nicht als besondres Produkt individueller Arbeit erscheint, daß der, der verkauft hat, also die Ware in der Form des Gelds besitzt, nicht gezwungen ist, sofort wieder zu kaufen, das Geld wieder in besondres Produkt individueller Arbeit zu verwandeln. Im Tauschhandel ist dieser Gegensatz nicht. Es kann darin keiner Verkäufer sein, ohne Käufer zu sein, und Käufer sein, ohne Verkäufer zu sein. Die Schwierigkeit des Verkäufers - unter der Voraussetzung, daß seine Ware Gebrauchswert hat - stammt bloß von der Leichtigkeit des Käufers, die Rückverwandlung des Gelds in Ware aufzuschieben. Die Schwierigkeit, die Ware in Geld zu verwandeln, zu verkaufen, stammt bloß daher, daß die Ware in Geld, das Geld aber nicht unmittelbar in Ware verwandelt werden muß, also Verkauf und Kauf auseinanderfallen können. Wir haben gesagt, daß diese Form die Möglichkeit der Krise einschließt, d.h. die Möglichkeit, daß Momente, die zueinander gehören, die untrennbar sind, sich zertrennen und daher gewaltsam vereint werden, ihre Zusammengehörigkeit durch die Gewalt, die ihrer wechselseitigen Selbständigkeit ||714| angetan wird, durchgesetzt wird. Und weiter ist Krisenichts als die gewaltsame Geltendmachung der Einheit von Phasen des Produktionsprozesses, die sich gegeneinander verselbständigt haben.

Allgemeine, abstrakte Möglichkeit der Krise - heißt nichts als die abstrakteste Form der Krise, ohne Inhalt, ohne inhaltsvolles Motiv derselben. Verkauf und Kauf können auseinanderfallen. Sie sind also Krise potentia und ihr Zusammenfallen bleibt immer kritisches Moment für die Ware. Sie können aber flüssig ineinander übergehen. Bleibt also, daß abstrakteste Form der Krise (und daher formelle Möglichkeit der Krise) die Metamorphose der Ware selbst ist, worin nur als entwickelte Bewegung der in der Einheit der Ware eingeschloßne Widerspruch von Tauschwert und Gebrauchswert, weiter von Geld und Ware enthalten ist. Wodurch aber diese Möglichkeit der Krise zur Krise wird, ist nicht in dieser Form selbst enthalten; es ist nur darin enthalten, daß die Form für eine Krise da ist.

Und dies ist bei der Betrachtung der bürgerlichen Ökonomie das Wichtige. Die Weltmarktkrisen müssen als die reale Zusammenfassung und gewaltsame Ausgleichung aller Widersprüche der bürgerlichen Ökonomie gefaßt werden. Die einzelnen Momente, die sich also in diesen Krisen zusammenfassen, müssen also in jeder Sphäre der bürgerlichen Ökonomie hervortreten und entwickelt werden, und je weiter wir in ihr vordringen, müssen einerseits neue Bestimmungen dieses Widerstreits entwickelt

511

anderseits die abstrakteren Formen desselben als wiederkehrend und enthalten in den konkreteren nachgewiesen werden.

Man kann also sagen: Die Krise in ihrer ersten Form ist die Metamorphose der Ware selbst, das Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf.

Die Krise in ihrer zweiten Form ist die Funktion des Geldes als Zahlungsmittel, wo das Geld in 2 verschiednen zeitlich getrennten Momenten in zwei verschiednen Funktionen figuriert. Diese beiden Formen sind noch ganz abstrakt, obgleich die zweite konkreter als die erste.

Zunächst also bei Betrachtung des Reproduktionsprozesses des Kapitals (der mit seiner Zirkulationzusammenfällt) ist nachzuweisen, daß jene obigen Formen sich einfach wiederholen oder vielmehr hier erst einen Inhalt bekommen, eine Grundlage, auf der sie sich manifestieren können.

Betrachten wir die Bewegung, die das Kapital durchmacht, von dem Augenblick, wo es als Ware den Produktionsprozeß verläßt, um wieder als Ware aus ihm hervorzugehn. Abstrahieren wir hier von allen weitren inhaltlichen Bestimmungen, so hat das gesamte Warenkapital und jede einzelne Ware, woraus es besteht, den Prozeß W - G - W durchzumachen, die Metamorphose der Ware. Die allgemeine Möglichkeit der Krise, die in dieser Form enthalten ist - das Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf - ist also in der Bewegung des Kapitals enthalten, soweit es auch Ware ist und nichts als Ware ist. Aus dem Zusammenhang der Metamorphosen der Waren miteinander ergibt sich überdem, daß die eine Ware sich in Geld verwandelt, weil sich die andre aus der Form des Gelds in Ware rückverwandelt. Also das Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf erscheint hier weiter so, daß der Verwandlung des andren Kapitals aus der Form Ware in die Form Geld die Rückverwandlung des andren Kapitals aus der Form Geld in die Form Ware entsprechen muß, die erste Metamorphose des einen Kapitals der zweiten des andren, das Verlassen des Produktionsprozesses des einen Kapitals, der Rückkehr in den Produktionsprozeß des andren. Diese Ineinanderverwachsung und Verschlingung der Reproduktions- oder Zirkulationsprozesse verschiedner Kapitalien ist einerseits durch die Teilung der Arbeit notwendig, anderseits zufällig, und so erweitert sich schon die Inhaltsbestimmung der Krise.

Zweitens aber, was die aus der Form des Gelds als Zahlungsmittel entspringende Möglichkeit der Krise betrifft, so zeigt sich beim Kapital schon viel realere Grundlage für die Verwirklichung dieser Möglichkeit. Z.B., der Weber hat zu zahlen das ganze capital constant, dessen Elemente von Spinner, Flachtsbauer, Maschinenfabrikant, Eisen- und Holzfabrikant, Kohlenproduzent usw. geliefert wurden. Soweit die letzten, die konstantes

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Kapital produzieren, das nur in die Produktion des' konstanten Kapitals eingeht, ohne in die schließliche Ware, das Gewebe einzugehn, so ersetzen sie sich durch Austausch von Kapital ihre Produktionsbedingungen. Der ||715| Weber nun verkaufe für 1000 l. das Gewebe an den Kaufmann, aber auf einen Wechsel, so daß das Geld als Zahlungsmittel figuriert. Der Weber[1] seinerseits verkaufe den Wechsel an den Bankier, bei dem er meinetwegen eine Schuld damit zahlt oder der ihm auch den Wechsel diskontiert. Der Flachsbauer hat dem Spinner auf einen Wechsel verkauft, der Spinner dem Weber, ditto der Maschinenfabrikant dem Weber, ditto der Eisen- und Holzfabrikant dem Maschinenfabrikant, ditto der Kohlenproduzent dem Spinner, Weber, Maschinenfabrikant, Eisen- und Holzproduzent. Außerdem haben Eisen-, Kohlen, Holz-, Flachsmann sich einander mit Wechsel bezahlt. Zahlt nun der Kaufmann nicht, so kann der Weber[2] seinen Wechsel dem Bankier nicht zahlen.

Der Flachsbauer hat auf den Spinner gezogen, Maschinenfabrikant auf Weber und Spinner. Spinner kann nicht zahlen, weil Weber nicht zahlen [kann], beide zahlen dem Maschinenfabrikanten nicht, dieser dem Eisen-, Holz-, Kohlenmann nicht. Und alle diese wieder, die den Wert ihrer Ware nicht realisieren, können den Teil nicht ersetzen, der das capital constant ersetzt. So entsteht allgemeine Krise. Es ist dies durchaus nichts als die beim Geld als Zahlungsmittel entwickelte Möglichkeit der Krise, aber wir sehn hier, in der kapitalistischen Produktion, schon einen Zusammenhang der wechselseitigen Schuldforderungen und Obligationen, der Käufe und Verkäufe, wo die Möglichkeit sich zur Wirklichkeit entwickeln kann.

Unter allen Umständen: Wenn Kauf und Verkauf sich nicht gegeneinander festsetzen und daher nicht gewaltsam ausgeglichen werden müssen - anderseits, wenn das Geld als Zahlungsmittel so funktioniert, daß die Forderungen sich aufheben, also nicht der in Geld ais Zahlungsmittei an sich vorhandne Widerspruch sich verwirklicht - , diese beiden abstrakten Formen der Krise also nicht realiter als solche erscheinen, existiert keine Krise. Es kann keine Krise existieren, ohne daß Kauf und Verkauf sich voneinander trennen und in Widerspruch treten oder daß die im Geld als Zahlungsmittel enthaltnen Widersprüche erscheinen, ohne daß also die Krise zugleich in der einfachen Form - dem Widerspruch von Kauf und Verkauf, dem Widerspruch des Gelds als Zahlungsmittel - henortritt. Aber dies sind auch bloße Formen - allgemeine Möglichkeiten der Krisen, daher auch Formen,

[1] In der Handschrift: Kaufmann - [2] in der Handschrift: Zahlt nun der Weber dem Kaufmann nicht, so kann dieser

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abstrakte Formen der wirklichen Krise. In ihnen erscheint das Dasein der Krise als in ihren einfachsten Formen und insofern in ihrem einfachsten Inhalt, als diese Form selbst ihr einfachster Inhalt ist. Aber es ist noch kein begründeter Inhalt. Die einfache Geldzirkulation und selbst die Zirkulation des Gelds als Zahlungsmittel - und beide kommen lange vor der kapitalistischen Produktion vor, ohne daß Krisen vorkämen - sind möglich und wirklich ohne Krisen. Warum also diese Formen ihre kritische Seite herauskehren, warum der in ihnen potentia enthaltne Widerspruch actu als solcher erscheint, ist aus diesen Formen allein nicht zu erklären.

Daher sieht man die enorme Fadaise der Ökonomen, die, nachdem sie das Phänomen der Überproduktion und der Krisen nicht mehr wegräsonieren konnten, sich damit beruhigen, daß in jenen Formen die Möglichkeit gegeben, daß Krisen eintreten, es also zufällig ist, daß sie nicht eintreten und damit ihr Eintreten selbst als bloßer Zufall erscheint.

Die in der Warenzirkulation, weiter in der Geldzirkulation entwickelten Widersprüche - damit Möglichkeiten der Krise - reproduzieren sich von selbst im Kapital, indem in der Tat nur auf Grundlage des Kapitals entwickelte Warenzirkulation und Geldzirkulation stattfindet.

Es handelt sich aber nun [darum], die weitere Entwicklung der potentia Krisis - die reale Krisis kann nur aus der realen Bewegung der kapitalistischen Produktion, Konkurrenz und Kredit, dargestellt werden - zu verfolgen, soweit sie aus den Formbestimmungen des Kapitals hervorgeht, die ihm als Kapital eigentümlich und nicht in seinem bloßen Dasein als Ware und Geld eingeschlossen sind.

||716| Der bloße Produktionsprozeß (unmittelbare) des Kapitals kann an sich hier nichts Neues zufügen. Damit er überhaupt existiert, sind seine Bedingungen unterstellt. Daher in dem ersten Abschnitt über das Kapital - den unmittelbaren Produktionsprozeß - kein neues Element der Krise hinzukömmt. An sich ist es in ihm enthalten, weil der Produktionsprozeß Aneignung und daher Produktion von Mehrwert. Aber in dem Produktionsprozeß selbst kann dies nicht erscheinen, weil in ihm nicht die Rede von der Realisierung des nicht nur reproduzierten Werts, sondern Mehrwerts.

Hervortreten kann die Sache erst im Zirkulationsprozeß, der an und für sich zugleich Reproduktionsprozeß.

Es ist hier ferner zu bemerken, daß wir den Zirkulationsprozeß oder Reproduktionsprozeß darstellen müssen, bevor wir das fertige Kapital - Kapital und Profit - dargestellt haben, da wir darzustellen haben, nicht nur wie das Kapital produziert, sondern wie das Kapital produziert wird. Die wirkliche Bewegung aber geht aus von dem vorhandnen Kapital - die

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wirkliche Bewegung heißt die auf Grundlage der entwickelten, von sich selbst beginnenden, sich selbst voraussetzenden kapitalistischen Produktion. Der Reproduktionsprozeß und die in ihm weiter entwickelten Anlagen der Krisen werden daher unter dieser Rubrik selbst nur unvollständig dargestellt und bedürfen ihrer Ergänzung in dem Kapitel "Kapital und Profit".

Der Gesamt-Zirkulationsprozeß oder der Gesamt-Reproduktionsprozeß des

Kapitals ist die Einheit seiner Produktionsphase und seiner Zirkulationsphase, ein Prozeß, der durch die beiden Prozesse als seine Phasen verläuft. Darin liegt eine weiter entwickelte Möglichkeit oder abstrakte Form der Krise. Die Ökonomen, die die Krise wegleugnen, halten daher nur an der Einheit dieser beiden Phasen fest. Wären sie nur getrennt, ohne eins zu sein, so wäre grade keine gewaltsame Herstellung ihrer Einheit möglich, keine Krise. Wären sie nur eins, ohne getrennt zu sein, so wäre keine gewaltsame T rennung möglich, was wieder die Krise ist. Sie ist die gewaltsame Herstellung der Einheit zwischen verselbständigten und die gewaltsame Verselbständigung von Momenten, die wesentlich eins sind. ||716|

[11. Über die Formen der Krise]

||770a| Zu p. 716.

Also:

1. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen in dem Prozeß der Metamorphose des Kapitals selbst gegeben und zwar doppelt, soweit das Geld als Zirkulationsmittel fungiert - Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Soweit es als Zahlungsmittel fungiert, wo es in zwei verschiedenen Momenten wirkt, als Maß der Werte und als Realisierung des Werts. Diese beiden Momente fallen auseinander. Hat der Wert changiert in dem Intervalle, ist die Ware im Moment ihres Verkaufs nicht wert, was sie wert war im Moment, wo das Geld als Maß der Werte und daher der gegenseitigen Obligationen funktionierte, kann aus dem Erlös der Ware die Obligation nicht erfüllt werden und daher die ganze Reihe der Transaktionen nicht saldiert werden, die rückgängig von dieser einen abhängen. Kann die Ware auch nur in einem bestimmten Zeitraum nicht verkauft werden, selbst wenn ihr Wert nicht changierte, so kann das Geld nicht als Zahlungsmittel funktionieren, da es in bestimmter, vorausgesetzter Frist als solches funktionieren muß. Da dieselbe Geldsumme aber hier für eine Reihe von wechselseitigen Transaktionen und Obligationen funktioniert, tritt hier Zahlungsunfähigkeit nicht nur in einem, sondern vielen Punkten ein, daher Krise.

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Dieses sind die formellen Möglichkeiten der Krise. Die erstere möglich ohne die letztere - d.h. Krisen ohne Kredit, ohne daß das Geld als Zahlungsmittel funktioniert. Aber die zweite nicht möglich, ohne die erstre, d.h., daß Kauf und Verkauf auseinanderfallen. Aber im letzteren Fall die Krise nicht nur, weil Ware unverkäuflich, sondern weil sie nicht in bestimmtem Zeitraum verkäuflich, und die Krise entsteht und leitet ihren Charakter her nicht nur von der Unverkäuflichkeit der Ware, sondern der Nichtrealisierung einer ganzen Reihe von Zahlungen, die auf dem Verkauf dieser bestimmten Ware in dieser bestimmten Frist beruhn. Dies die eigentliche Form der Geldkrisen.

Tritt also Krise ein, weil Kauf und Verkauf auseinanderfallen, so entwickelt sie sich als Geldkrise, sobald das Geld als Zahlungsmittel entwickelt ist, und diese zweite Form der Krisen versteht sich dann von selbst, sobald die erste eintritt. In der Untersuchung, warum die allgemeine Möglichkeit der Krise zur Wirklichkeit wird, der Untersuchung der Bedingungen der Krise ist es also gänzlich überflüssig, sich um die Form der Krisen, die aus der Entwicklung des Geldes als Zahlungsmittel entspringen, zu bekümmern. Grade deswegen lieben es die Ökonomen, diese selbstverständliche Form als Ursache der Krisen vorzuschützen. (Soweit die Entwicklung des Geldes als Zahlungsmittel mit der Entwicklung des Kredits zusammenhängt und des overcredit[1], sind allerdings die Ursachen des letztren zu entwickeln, was hier noch nicht am Platze.)

2. Soweit Krisen aus Preisveränderungen und Preisrevolutionen hervorgehen, die mit den Wertveränderungen der Waren nicht zusammenfallen, können sie natürlich nicht entwickelt werden bei Betrachtung des Kapitals im allgemeinen, wo den Werten der Waren identische Preise vorausgesetzt werden.

3. Die allgemeine Möglichkeit der Krisen ist die formelle Metamorphose des Kapitals selbst, das zeitliche und räumliche Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf. Aber dies ist nie die Ursache der Krise. Denn es ist nichts als die allgemeinste Form der Krise, also die Krise selbst in ihrem allgemeinsten Ausdruck. Man kann aber nicht sagen, daß die abstrakte Form der Krise die Ursache der Krise sei. Fragt man nach ihrer Ursache, so will man eben wissen, warum ihre abstrakte Form, die Form ihrer Möglichkeit, aus der Möglichkeit zur Wirklichkeit wird.

4. Die allgemeinen Bedingungen der Krisen, soweit sie unabhängig von Preisschwankungen (ob diese nun mit dem Kreditwesen zusammenhängen

[1] Überkredits

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oder nicht) - als verschieden von Wertschwankungen - müssen aus den allgemeinen Bedingungen der kapitalistischen Produktion zu entwickeln sein. |770a||

||716| (Krise kann hervorgehn: 1. bei der Rückverwandlung in produktives Kapital; 2. durch Wertveränderungen in den Elementen des produktiven Kapitals, namentlich des Rohstoffs, z.B. wenn die Masse der Baumwollernte vermindert. Ihr Wert steigt damit. Wir haben es hier noch nicht mit Preisen, sondern Werten zu tun.) |716||

||770a| Erstes Moment. Rückverwandlung von Geld in Kapital. Eine bestimmte Stufe der Produktion oder Reproduktion vorausgesetzt. Das capital fixe kann hier als gegeben, gleichbleibend, nicht in den Verwertungsprozeß eingegangen, betrachtet werden. Da die Reprodukion des Rohstoffs nicht allein von der darauf verwandten Arbeit abhängt, sondern von ihrer an Naturbedingungen geknüpften Produktivität, so kann die Masse selbst, ||XlV-771a| die Masse des Produkts derselben Arbeitsquantität fallen. (Mit bad seasons)[1]. Der Wert des Rohmaterials steigt also, seine Masse fällt oder das Verhältnis, worin sich das Geld in die verschiednen Bestandteile des Kapitals rückverwandeln müßte, um die Produktion auf der alten Stuf[enleiter] fortzusetzen, ist derangiert. Es muß mehr in Rohstoff verausgabt werden, bleibt weniger für Arbeit und kann nicht dieselbe Masse Arbeit wie bisher absorbiert werden. Erstens physisch nicht, weil Ausfall im Rohstoff. Zweitens, weil größrer Wertteil des Produkts in Rohstoff verwandelt werden muß, also geringrer in variables Kapital verwandelt werden kann. Die Reproduktion kann nicht auf derselben Stufenleiter wiederholt werden. Ein Teil des capital fixe steht still, ein Teil Arbeiter aufs Pflaster geworfen. Die Profitrate fällt, weil der Wert des konstanten Kapitals gegen das variable gestiegen und weniger variables Kapital angewandt wird. Die fixen Abgaben - Zins, Rente - die antizipiert auf gleichbleibende Rate des Profits und Exploitation der Arbeit, bleiben dieselben, können zum Teil nicht bezahlt werden. Daher Krise. Arbeitskrise und Kapitalskrise. Es ist dies also Störung des Reproduktionsprozesses durch Werterhöhung des einen aus dem Wert des Produkts zu ersetzenden Teils des konstanten Kapitals. Es findet ferner, obgleich die Profitrate abnimmt, Verteuerung des Produkts statt. Geht dieses Produkt als Produktionsmittel in andre Produktionssphären ein, so bewirkt seine Verteuerung hier dasselbe derangement in der Reproduktion. Geht es als Lebensmittel in die allgemeine Konsumtion, so entweder zugleich in die der Arbeiteroder nicht. Wenn das erstre, so fällt es in den Wirkungen zusammen

[1] schlechten Jahreszeiten - [2] dieselbe Störung

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mit derangement im variablen Kapital, wovon später die Rede. Soweit es aber überhaupt in die allgemeine Konsumtion eingeht, kann damit (wenn nicht die Konsumtion davon fällt) die Nachfrage nach andren Produkten vermindert, daher ihre Rückverwandlung in Geld zu ihrem Wert entsprechenden Umfang verhindert werden und so die andre Seite ihrer Reproduktion, nicht die Rückverwandlung von Geld in produktives Kapital, sondern die Rückverwandlung von Ware in Geld gestört werden. Jedenfalls nimmt die Masse des Profits und die Masse des Arbeitslohns in diesem Zweig ab und damit ein Teil der notwendigen returns[1] für den Verkauf von Waren andrer Produktionszweige.

Diese inadequacy [2] des Rohmaterials kann aber auch eintreten ohne Einfluß der seasons oder der naturwüchsigen Produktivität der Arbeit, die das Rohmaterial liefert. Ist nämlich ein ungebührlicher Teil des Surpluswerts, des Surpluskapitals in Maschinerie etc. in diesem Zweig ausgelegt, so, obgleich das Material hinreichend wäre für die alte Produktionsleiter, unzureichend für die neue. Dies geht also hervor aus disproportionate Verwandlung des surplus capital in seine verschiednen Elemente. Es ist ein case[3] von Surplusproduktion von fixem Kapital und bringt ganz dieselben Phänomene hervor wie im ersten Fall. Sieh letzte Seite.) |XIV-771a||

||XIV-861a|[ ... ][4]

Oder sie[5] beruhen auf Überproduktion von fixem Kapital und daher verhältnismäßige Unterproduktion von zirkulierendem.

Da das fixe Kapital, wie das zirkulierende, aus Waren besteht, so nichts lächerlicher, als daß dieselben Ökonomen die Überproduktion von Waren leugnen, die die Überproduktion von fixem Kapital zugeben.

[1] Einnahmen - [2] Unzulänglichkeit - [3] Fall - [4] im Manuskript ist von dieser Seite 861a die linke obere Ecke abgerissen. Infolgedessen sind von den ersten neun Zeilen des Textes nur die rechten Enden von sechs Zeilen erhalten geblieben, die nicht die Möglichkeit geben, den Text vollständig wieder herzustellen, aber erlauben zu mutmaßen, daß Marx hier von Krisen spricht, die "aus [der] Wertrevolution des variablen Kapitals" entstehen. Die "Verteuerung der notwendigen Lebensmittel durch" eine schlechte Ernte zum Beispiel hervorgerufen, führt zur Steigerung der Kosten für die Arbeiter, die "vom variablen Kapital in Bewegung gesetzt werden." "Zugleich [führt] diese Steigerung" dazu, daß die Nachfrage nach "allen anderen Waren fällt, aller der Waren, die nicht in den Konsum" der Arbeiter eingehen. Darum ist unmöglich "ihre Verkäuflichkeit zu ihrem Wert; die erste Phase ihrer Reproduktion", die Verwandlung der Ware in Geld wird gestört. Folglich führt die Verteuerung der Lebensmittel zur "Krise in andren Zweigen" der Produktion.
In den beiden letzten Zeilen des beschädigten Teils der Seite ist der Gedanke enthalten, der diese ganze Überlegung zusammenfaßt, daß Krisen im Ergebnis der Verteuerung von Rohstoffen entstehen können, "sei es, daß diese Rohstoffe als Material in das konstante [Kapital] oder als Lebensmittel" in den Konsum der Arbeiter eingehen - [5] die Krisen

518

5. Krisen, die aus Störungen der ersten Phase der Reproduktion hervorgehn; also gestörte Verwandlung der Waren in Geld oder Störung des Verkaufs. Bei den Krisen der ersten Art geht die Krise aus Störungen im Rücklauf der Elemente des produktiven Kapitals hervor. |XIV-861a||

[12. Widersprüche zwischen der Produktion und Konsumtion
unter den Bedingungen les Kapitalismus.
Umwandlung der Überproduktion leitender Konsumtionsartikel
in die allgemeine Überproduktion
]

||XIII-716| Bevor wir nun auf die neuen Formen der Krise eingehn, knüpfen wir wieder an Ric[ardo] und das obige Beispiel an.|716||

||716| Solange der Weber reproduziert und akkumuliert, kaufen auch seine Arbeiter einen Teil seines Produkts, legen einen Teil ihres Arbeitslohns in Kaliko aus. Weil er produziert, haben sie die means[1], Teil seines Produkts zu kaufen, geben ihm also teilweise die means, es zu verkaufen. Kaufen - als demand[2] auftreten - kann der Arbeiter nur Waren, die in die individuelle Konsumtion eingehn, da er nicht selbst seine Arbeit verwertet, also auch nicht selbst die Bedingungen ihrer Verwirklichung - Arbeitsmittel und Arbeitsmaterial - besitzt. Dies schließt also schon den größten Teil der Produzenten (die Arbeiter selbst, wo die Produktion kapitalistisch entwickelt) als Konsumenten aus, als Käufer. Sie kaufen kein Rohmaterial und keine Arbeitsmittel, sie kaufen nur Lebensmittel (unmittelbar in die individual consumtion eingehende Waren). Daher nichts lächerlicher als von Identität von Produzenten und Konsumenten zu sprechen, da für eine außerordentlich große Masse von trades[3] - für alle, die nicht unmittelbare Konsumtionsartikel liefern - die Masse der bei der Produktion Beteiligten absolut von dem Kauf ihrer eignen Produkte ausgeschlossen sind. Sie sind nie unmittelbar Konsumenten oder Käufer dieses großen Teils ihrer eignen Produkte, obgleich sie Teil des Werts derselben zahlen in den Konsumtionsartikeln, die sie kaufen. Es zeigt sich hier auch die Zweideutigkeit des Wortes Konsument und die Falschheit, dasselbe mit dem Wort Käufer zu identifizieren. Industriell sind es grade die Arbeiter, die Maschinerie und Rohmaterial konsumieren, vernutzen im Arbeitsprozeß. Aber sie vernutzen sie nicht für sich. Sind daher auch nicht Käufer derselben. Für sie sind sie keine

[1] Mittel - [2] Nachfrage - [3] Gewerbezweigen

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Gebrauchswerte, keine Waren, sondern objektive Bedingungen eines Prozesses, von dem sie selbst die subjektiven Bedingungen sind.

||717| Aber es kann gesagt werden, daß ihr employer[1] sie repräsentiert im Ankauf von Arbeitsmitteln und Arbeitsmaterial. Aber er repräsentiert sie unter andren Bedingungen, als sie sich selbst repräsentieren würden. Auf dem Markt nämlich. Er muß eine Masse Waren verkaufen, die Mehrwert, unbezahlte Arbeit darstellt. Sie hätten nur eine Masse Waren zu verkaufen, die den in der Produktion - im Wert der Arbeitsmittel, des Arbeitsmaterials und des Arbeitslohns - vorgeschoßnen Wert reproduzierte. Er bedarf daher eines weitren Markts, als sie bedürfen würden. Dann aber hängt es von ihm und nicht von ihnen ab, ob er die Marktbedingungen günstig genug hält, die Reproduktion zu beginnen.

Sie sind also Produzenten, ohne Konsumenten zu sein - selbst wenn der Reproduktionsprozeß nicht gestört wird - für alle Artikel, die nicht individuell, sondern industriell konsumiert werden müssen.

Also nichts abgeschmackter, um die Krisen wegzuleugnen, als die Behauptung, daß Konsumenten (Käufer) und Produzenten (Verkäufer) in der kapitalistischen Produktion identisch. Sie fallen ganz auseinander. Nur soweit der Reproduktionsprozeß vorgeht, kann diese Identität für einen aus 3000 Produzenten, d.h. für den Kapitalisten behauptet werden. Es ist ebenso umgekehrt falsch, daß die Konsumenten Produzenten. Der landlord (die Grundrente) produziert nicht, und doch konsumiert er. Ebenso verhält es sich mit dem ganzen monied interest[2].

Die apologetischen Phrasen, um die Krise wegzuleugnen, sofern wichtig, als sie immer das Gegenteil von dem beweisen, was sie beweisen wollen. Sie - um die Krise wegzuleugnen - behaupten Einheit, wo Gegensatz existiert und Widerspruch. Also soweit wichtig, als gesagt werden kann: Sie beweisen daß, wenn in der Tat die von ihnen wegphantasierten Widersprüche nicht existierten, auch keine Krise existieren würde. In der Tat aber existiert die Krise, weil jene Widersprüche existieren. Jeder Grund, den sie gegen die Krise angeben, ist ein wegphantasierter Widerspruch, also ein realer Widerspruch, also ein Grund der Krise. Das Wegphantasierenwollen der Widersprüche ist zugleich das Aussprechen wirklich vorhandner Widersprüche, die dem frommen Wunsch nach nicht existieren sollen.

Was die Arbeiter in der Tat produzieren, ist Mehrwert. Solange sie ihn produzieren, haben sie zu konsumieren. Sobald das aufhört, hört ihre Konsumtion, weil ihre Produktion, auf. Keineswegs aber haben sie zu konsu-

[1] Anwender - [2] Geldkapital

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-mieren, weil sie ein Äquivalent für ihre Konsumtion produzieren. Vielmehr, sobald sie bloß solches Äquivalent produzieren, hört ihre Konsumtion auf, haben sie kein Äquivalent zu konsumieren. Entweder wird ihre Arbeit stillgesetzt oder verkürzt oder unter allen Umständen ihr Arbeitslohn herabgesetzt. In letztrem Fall - wenn die Produktionsstufe dieselbe bleibt - konsumieren sie keinÄquivalent für ihre Produktion. Aber diese means[1] fehlen ihnen dann nicht, weil sie nicht genug produzieren, sondern weil sie zu wenig von ihrem Produkt angeeignet erhalten.

Wird also das Verhältnis auf das von Konsumenten und Produzenten einfach reduziert, so wird vergessen, daß die produzierenden Lohnarbeiter und der produzierende Kapitalist zwei Produzenten ganz verschiedner Art sind, abgesehn von den Konsumenten, die überhaupt nicht produzieren. Es wird wieder der Gegensatz weggeleugnet dadurch, daß von einem wirklich in der Produktion vorhandnen Gegensatz abstrahiert wird. Das bloße Verhältnis von Lohnarbeiter und Kapitalist schließt ein:

1. daß der größte Teil der Produzenten (die Arbeiter) Nichtkonsumenten (Nichtkäufer) eines sehr großen Teils ihres Produkts sind, nämlich der Arbeitsmittel und des Arbeitsmaterials;

2. daß der größte Teil der Produzenten, die Arbeiter, nur ein Äquivalent für ihr Produkt konsumieren können, solang sie mehr als dies Äquivalent - die surplus value[2] oder das surplus produce[3] - produzieren. Sie müssen stets Überproduzenten sein, über ihr Bedürfnis hinaus produzieren, um innerhalb der ||718| Schranken ihres Bedürfnisses Konsumenten oder Käufer sein zu können.

Bei dieser Klasse der Produzenten tritt also die Einheit zwischen Produktion und Konsumtion jedenfalls als falsch prima facie[4] hervor.

Wenn Ric[ardo] sagt, die einzige Grenze der demand ist die Produktion selbst, und diese ist durch das Kapital beschränkt[5], so heißt das in der Tat, wenn die falschen Voraussetzungen abgeschält werden, weiter nichts, als die kapitalistische Produktion findet ihr Maß nur am Kapital, wobei unter Kapital aber zugleich das dem Kapital als eine seiner Produktionsbedingungen inkorporierte (von ihm gekaufte) Arbeitsvermögen mit einbegriffen ist. Es fragt sich eben, ob das Kapital als solches auch die Grenze für die Konsumtion ist. Jedenfalls ist sie es negativ, d.h. es kann nicht mehr konsumiert werden als produziert wird. Aber die Frage, ob sie es positiv, ob soviel konsumiert werden kann und muß - auf Grundlage der kapitalistischen Produk-

[1] Mittel - [2] den Mehrwert - [3] Mehrprodukt - [4] auf den ersten Blick - [5] siehe vorl. Band, S.494 und 497

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tion - als produziert wird. Der Satz Ric[ardo]s richtig analysiert, sagt gerade das Gegenteil von dem, was er sagen soll - nämlich, daß die Produktion nicht mit Rücksicht auf bestehende Schranken der Konsumtion geschieht sondern nur durch das Kapital selbst beschränkt ist. Und dies ist allerdings charakteristisch für diese Produktionsweise.

Also nach der Voraussetzung ist der Markt z.B. glutted[1] mit cottons (Baumwollgeweben), so daß sie zum Teil unverkäuflich, ganz unverkäuflich oder tief unter ihrem Preise nur verkäuflich. (Wir wollen zunächst Wert sagen, da wir es bei der Betrachtung der Zirkulation oder des Reproduktionsprozesses noch mit dem Wert, noch nicht mit dem Kostenpreis und noch weniger mit dem Marktpreis zu tun haben.)

Es versteht sich übrigens bei der ganzen Betrachtung von selbst: Es soll nicht geleugnet werden, daß in einzelnen Sphären überproduziert und darum in andren zu wenig produziert [werden] kann; partielle Krisen also aus disproportionate production (die proportionate production ist aber immer nur das Resultat der disproportionate production auf Grundlage der Konkurrenz) entspringen können und eine allgemeine Form dieser disproportionate production mag Überproduktion von fixem oder andrerseits Überproduktion von zirkulierendem Kapital sein.[*] Wie es Bedingung für die Waren, daß sie zu ihrem Wert verkauft werden, daß nur die gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit in ihnen enthalten, so für eine ganze Produktionssphäre des Kapitals, daß von der Gesamtarbeitszeit der Gesellschaft nur der notwendige Teil auf diese besondre Sphäre verwandt sei, nur die Arbeitszeit, die zur Befriedigung des gesellschaftlichen Bedürfnisses (demand) erheischt. Wenn mehr, so mag zwar jede einzelne Ware nur die notwendige Arbeitszeit enthalten; die Summe enthält mehr als die gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit, ganz wie die einzelne Ware zwar Gebrauchswert hat, die Summe aber, unter den gegebnen Voraussetzungen, einen Teil ihres Gebrauchswerts verliert.

Indes sprechen wir hier nicht von der Krise, soweit sie aus disproportionate production, d.h. disproportion zwischen der Verteilung der gesellschaftlichen Arbeit unter die einzelnen Produktionssphären beruht. Davon kann nur die Rede sein, soweit von der Konkurrenz der Kapitalien die Rede

[*] ||720| (Als die Spinnmaschinen erfunden waren, fand Überproduktion von Garn im Verhältnis zu den Webereien statt. Dies Mißverhältnis aufgehoben, sobald mechanic looms[2] in der Weberei eingeführt.) |720||

[1] überfüllt - [2] mechanische Webstühle

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ist. Da ist schon gesagt worden[1], daß Steigen oder Sinken des Marktwerts infolge dieser disproportion transfer und withdrawal of capital from one trade to the other[2], migration of capital of one trade to the other zur Folge hat. Indes, in dieser Ausgleichung selbst ist schon vorhanden, daß sie das Gegenteil der Ausgleichung voraussetzt und also Krise einschließen kann, die Krise selbst eine Form der Ausgleichung sein kann. Diese Art Krise gibt aber Ric[ardo] etc. zu.

Wir haben beim Produktionsprozeß gesehn, daß das ganze Streben der kapitalistischen Produktion, möglichst viel Surplusarbeit zu akkaparieren, also möglichst viel unmittelbare Arbeitszeit mit gegebnem Kapital zu materialisieren, sei es nun durch Verlängrung der Arbeitszeit, sei es durch Abkürzung der notwendigen Arbeitszeit, durch Entwicklung der Produktivkräfte der Arbeit, Anwendung von Kooperation, Teilung der Arbeit, Maschinerie etc., kurz, Produzieren auf großer Stufenleiter, also masenhaftes Produzieren. In dem Wesen der kapitalistischen Produktion liegt also Produktion ohne Rücksicht auf die Schranke des Markts.

Bei der Reproduktion wird zunächst vorausgesetzt, daß die Produktionsweise dieselbe bleibt, und dies bleibt sie eine Zeitlang bei Erweiterung der Produktion. Die Masse der produzierten Waren hier vermehrt, weil mehr Kapital angewandt, nicht weil es produktiver angewandt. Aber die bloße quantitative Vermehrung des ||719| Kapitals schließt zugleich ein, daß die Produktivkraft desselben vermehrt wird. Wenn seine quantitative Vermehrung Folge der Entwicklung der Produktivkraft, so entwickelt sich diese wieder umgekehrt auf der Voraussetzung einer weitern, erweiterten kapitalistischen Grundlage. Es findet hier Wechselwirkung statt. Die Reproduktion auf weitrer Basis, die Akkumulation, wenn sie ursprünglich nur als quantitative Erweiterung der Produktion - mit mehr Kapital unter denselben Produktionsbedingungen - , stellt sich daher auf gewissem Punkt immer auch qualitativ dar als größre Fruchtbarkeit der Bedingungen, worunter die Reproduktion vorgeht. Daher Vermehrung der Produktenmasse nicht nur im einfachen Verhältnis, wie das Kapital in der erweiterten Reproduktion - der Akkumulation - angewachsen ist.

Also zu unsrem Kaliko-Beispiel zurück.

Die Stockung im Markt, which is glutted with calicoes[3], stört die Reproduktion des Webers. Diese Störung trifft zunächst seine Arbeiter. Diese sind also in mindrem Verhältnis oder gar nicht mehr Konsumenten seiner

[1] Siehe vorl. Band, S.204-208 - [2] dieses Mißverhältnisses Übertragung und Zurückziehung von Kapital aus einem Gewerbezweig in den anderen, Wanderung von Kapital eines Gewerbezweiges in einen anderen - [3] der überfüllt ist mit Kaliko

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Ware - der cottons[1] - und andrer Waren, die in ihren Konsum eingingen. Sie haben allerdings Bedürfnis nach cottons, können sie aber nicht kaufen, weil sie nicht die means[2] haben, und sie haben nicht die means, weil sie nicht fortproduzieren können, und sie können nicht fortproduzieren, weil zuviel produziert worden, too many cottons glut the market[3]. Es kann ihnen weder der Rat Ric[ardo]s[4] helfen "to increase their production"[5], noch "to produce something else"[6]. Sie stellen jetzt Teil der momentanen Überpopulation vor, Surplusproduktion of labourers[7], in diesem case cotton producers[8], weil surplus production of cottons upon the market[9].

Aber außer den Arbeitern, die direkt von dem in der Cottonweberei angelegten Kapital beschäftigt sind, werden eine Masse andrer Produzenten durch diese Stockung in der Reproduktion des cotton getroffen. Spinners, cotton-dealers (or cotton cultivators), mechanics (producers of spindles and looms etc.), iron-, coal producers[10] etc. Alle diese wären ditto in ihrer Reproduktion gestört, da die Reproduktion der cottons Bedingung für ihre eigne Reproduktion. Dies fände statt, selbst wenn sie in ihren eignen Sphären nicht überproduziert hätten, d.h. nicht über das Maß hinaus, das die flottgehende Cottonindustrie bedingte und rechtfertigte. Alle diese Industrien haben nun das gemein, daß sie ihre Revenue (Salair und Profit, soweit letztrer als Revenue verzehrt, nicht akkumuliert wird) nicht in ihrem eignen Produkt, sondern in dem Produkt der Sphären konsumieren, die Konsumtionsartikel produzieren, u.a. auch calicoes. So fällt der Konsum und die Nachfrage nach calicoes, eben weil sich deren zu viel auf dem Markt befinden. Aber auch die aller andren Waren, in denen als Konsumtionsartikel die Revenue dieser mittelbaren Produzenten des cotton verausgabt wird. Ihre means, calico und andre Konsumtionsartikel zu kaufen, beschränken, kontrahieren sich, weil zu viel calicoes auf dem Markt sind. Es trifft dies auch die andren Waren (Konsumtionsartikel). Sie sind jetzt plötzlich relativ überproduziert, weil die Mittel, sie zu kaufen und damit die Nachfragenach ihnen sich kontrahiert hat. Selbst wenn in diesen Sphären nicht überproduziert wurde, ist jetzt in ihnen überproduziert.

Sind es nun nicht nur calicoes, sondern linens, silks, und woollens[11], worin Überproduktion stattgefunden, so begreift man, wie die Überproduktion

[1] Baumwollwaren - [2] Mittel - [3] allzu viele Baumwollwaren den Markt überfüllen - [4] siehe vorl. Band, S.494, 503 und 506/507 - [5] "ihre Produktion zu erweitern" - [6] "etwas anderes zu produzieren" - [7] der Arbeiter - [8] Fall Baumwollproduzenten - [9] Überproduktion von Baumwollwaren auf dem Markt - [10] Spinner, Baumwollhändler (oder Baumwollpflanzer), Mechaniker (Produzenten von Spindeln und Webstühlen etc.), Eisen-, Kohlenproduzenten - [11] Leinen, Seide und Wollwaren

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in diesen wenigen, aber leitenden Artikeln eine mehr oder minder allgemeine (relative) Überproduktion auf dem ganzen Markt hervorruft. Auf der einen Seite Übermasse aller Reproduktionsbedingungen und Übermasse aller Sorten unverkaufter Waren auf dem Markt. Auf der andren Seite bankrotte Kapitalisten und von allem entblößte, darbende Arbeitermassen.

Dies Argument, however, cuts two ways[1]. Wenn es leicht begreifbar, wie die Überprouktion in einigen leitenden Konsumtionsartikeln eine mehr oder weniger allgemeine Überproduktion nach sich ziehn muß - das Phänomen derselben - , so ist damit noch keineswegs begriffen, wie die Überprodin diesen Artikeln stattfinden kann. Denn das Phänomen der allgemeinen Überproduktion ist hergeleitet aus der Abhängigkeit der in diesen Industrien nicht nur unmittelbar beschäftigten Arbeiter, sondern aller Industriezweige, die die Vorstufen ihres Produkts, ihr capital constant in verschiednen Phasen produzieren. Für letztre ist die Überproduktion Wirkung. Aber woher kommt sie in den ersten? Denn die letztren go on[2], solange die erstren on[3] gehn, und mit diesem On-gehn scheint ein allgemeines Wachsen der Revenue, also auch ihres eignen Konsums gesichert. |719||

[13. Zurückbleiben des Marktes hinter der steigenden Produktion.
Ricardos Auffassung von der unbeschränkten Nachfrage
und der unbeschränkten Kapitalanwendung
]

||720| Wollte man antworten, daß die stets sich erweiternde Produktion {die sich aus doppelten Gründen jährlich erweitert; erstens, weil das in der Produktion angelegte Kapital beständig wächst; zweitens, weil es beständig produktiver angewandt wird; während der Reproduktion und Akkumulation häufen sich beständig kleine Verbesserungen an, die schließlich die ganze Stufenleiter der Produktion verändert haben. Es findet eine Aufhäufung der Verbesserungen statt, eine sich aufhäufende Entwicklung der Produktivkräfte} eines stets erweiterten Markts bedarf und daß die Produktion sich rascher erweitert als der Markt, so hat man das Phänomen, das zu erklären ist, nur anders ausgesprochen, statt in seiner abstrakten, in seiner realen Gestalt. Der Markt erweitert sich langsamer als die Produktion, oder im Zyklus, den das Kapital während seiner Reproduktion durchläuft - ein Zyklus, in dem es sich nicht einfach reproduziert, sondern auf erweiterter Stufenleiter, nicht einen Zirkel beschreibt, sondern eine Spirale - , tritt ein

[1] zielt jedoch nach zwei Seiten - [2] produzieren weiter - [3] weiter

525

Augenblick ein, wo der Markt zu eng für die Produktion erscheint. Dies ist am Schluß des Zyklus. D.h. aber bloß: Der Markt ist glutted[1]. Die Überproduktion ist manifest. Hätte die Erweiterung des Markts Schritt gehalten mit der Erweiterung der Produktion, there would be no glut of markets, no overproduction[2].

Indessen, mit dem bloßen Zugeständnis, daß der Markt mit der Produktion sich erweitern muß, wäre anderseits auch schon wieder die Möglichkeit einer Überproduktion zugegeben, indem der Markt äußerlich geographisch umschrieben ist, der inländische Markt als beschränkt erscheint gegen einen Markt, der inländisch und ausländisch ist, der letzte wieder gegen den Weltmarkt, der aber in jedem Augenblick wieder beschränkt ist, an sich der Erweiterung fähig. Ist daher zugegeben, daß der Markt sich erweitern muß, soll keine Überproduktion stattfinden, so ist auch zugegeben, daß Überproduktion stattfinden kann, denn es ist dann möglich, da Markt und Produktion zwei gegeneinander gleichgültige [Momente sind], daß die Erweiterung des einen der Erweiterung der andren nicht entspricht, daß die Schranken des Marks sich nicht rasch genug für die Produktion ausdehnen oder daß neue Märkte - neue Ausdehnungen des Markts - von der Produktion rasch überholt werden können, so daß der erweiterte Markt nun ebensosehr als eine Schranke erscheint wie früher der engere.

Ric[ardo] leugnet daher konsequent die Notwendigkeit einer Erweiterung des Markts mit Erweiterung der Produktion und Wachstum des Kapitals. Alles Kapital, das in einem Lande vorhanden ist, kann auch vorteilhaft in diesem Lande verwandt werden. Er polemisiert daher gegen A. Smith, der einerseits seine (Ric[ardo]s) Ansicht aufgestellt und mit seinem gewöhnlichen vernünftigen Instinkt ihr auch widersprochen hat. Smith kennt noch nicht das Phänomen der Überproduktion, Krisen aus Überproduktion. Was er kannte, sind bloße Kredit- und Geldkrisen, die mit dem Kredit- und Banksystem sich von selbst einfinden. In der Tat sieht er in der Akkumulation des Kapitals unbedingte Vermehrung des allgemeinen Volksreichtums und Wohlstands. Andrerseits faßt er die bloße Entwicklung des innren Markts zum auswärtigen, Kolonial und Weltmarkt, auf als Beweis einer sozusagen relativen (an sich seienden) Überproduktion auf dem innren Markt. Es ist wert, R[icardo]s Polemik gegen ihn hierher zu setzen:

"Wenn Kaufleute ihr Kapital im auswärtigen Handel oder im Zwischenhandel anlegen, so geschieht dies immer aus freien Stücken und niemals aus Zwang. Es geschieht, weil in diesen Zweigen ihr Profit um einiges größer als im Binnenhandel sein wird. Adam

[1] überfüllt - [2] so gäbe es keine Überfüllung des Marktes, keine Überproduktion

526

Smith hat richtig festgestellt, "das Verlangen nach Nahrungsmitteln bei jedem Menschen durch das beschränkte Fassungsvermögen des menschlichen Magens begrenzt ist".

{A. Smith irrt sich hier sehr, da er die Luxusartikel der Agrikultur ausschließt},

"das Verlangen nach Annehmlichkeiten und Verschönerung der Gebäude, nach Kleidung, Equipagen und Wohnmöbeln aber ohne Ende und bestimmte Grenze zu sein scheint". Die Natur hat also (fährt Ric[ardo] fort) "notwendigerweise die Höhe des Kapitals begrenzt, das zu irgendeiner Zeit mit Profit in der Landwirtschaft angelegt werden kann."

{Darum gibt es wohl Völker, die agricultural produce ausführen? Als könne man nicht der nature zum Trotz alles mögliche Kapital in agriculture versenken, um in England z.B. Melonen, Feigen, Trauben etc., Blumen etc. zu produzieren und Geflügel und Wild etc. Und als ob die Rohstoffe der Industrie nicht durch agricultural capital produziert würden? (Sieh z.B. das Kapital das die Römer allein in künstliche Fischzucht steckten.)},

"sie hat aber" (als ob die Natur überhaupt etwas mit der Sache zu tun habe) "der Höhe des Kapitals, das bei der Beschaffung "der Annehmlichkeiten und Verschönerungen" des Lebens angelegt werden kann, keine Grenzen gezogen. Die Beschaffung dieser Genüsse in größter Reichhaltigkeit ist das erstrebte Ziel, und nur weil der auswärtige Handel oder der Zwischenhandel es besser erreicht, befaßt man sich damit eher als mit der Herstellung der verlangten Manufakturwaren oder eines Ersatzes für sie im Inland. Wenn uns jedoch besondere Umstände an der Anlage von Kapital im auswärtigen Handel oder im Zwischenhandel hindern, so werden wir es im Inland anlegen, wenngleich mit geringerem Vorteil. Solange keine Grenze für das Verlangen nach "Annehmlichkeiten, Verschönerung der Gebäude, Kleidung, Equipagen und ||721| Wohnmöbeln" besteht, kann es keine Schranke für das Kapital geben, das in ihrer Produktion angelegt werden kann, ausgenommen jene, welche unsere Fähigkeit begrenzt, die Arbeiter, die sie produzieren sollen, zu erhalten.

Adam Smith spricht jedoch vom Zwischenhandel, als ob er nicht aus freien Stücken, sondern aus Notwendigkeit betrieben würde, als ob das darin tätige Kapital unbeschäftigt bliebe, wenn es nicht so angelegt würde, als ob zuviel Kapital im Binnenhandel vorhanden sein könnte, falls es nicht auf eine bestimmte Höhe beschränkt bleibt. Er sagt: "Sobald das Kapital irgendeines Landes in einem solchen Maße erhöht wird, daß es nicht in vollem Umfang zur Belieferung der Konsumtion und zum Unterhalt der produktiven Arbeit dieses bestimmten Landes verwendet werden kann"" {diese Stelle des Zitats druckt Ric[ardol selbst gesperrt}, ""so wendet sich der überschießende Teil von selbst natürlicherweise dem Zwischenhandel zu und wird dazu verwendet, dieselben Dienste anderen Ländern zu erweisen". ... Ließe sich aber dieser Teil der produktiven Arbeit Großbritanniens nicht für die Herstellung einer anderen Gattung von Waren

527

verwenden, mit denen etwas, das im Inland stärker gefragt ist, gekauft wird? Und falls das nicht ginge, könnten wir diese produktive Arbeit, wenngleich mit weniger Vorteil, nicht verwenden, um diese Waren, zumindest aber einen Ersatz für sie, im Inland zu erzeugen? Wenn wir Samt wünschen, könnten wir nicht versuchen, Samt herzustellen, und falls wir keinen Erfolg hätten, könnten wir nicht mehr Tuch oder etwas anderes, das für uns begehrenswert ist, erzeugen?

Wir erzeugen Waren und kaufen mit ihnen andere im Ausland, weil wir eine größere Menge erhalten" {der qualitative Unterschied existiert nicht!}, "als wir im Inland herstellen können. Wenn man uns diesen Handel wegnimmt, werden wir sofort wiederum für uns selbst fabrizieren. Die Meinung von Adam Smith jedoch weicht von allen seinen allgemeinen Lehren über dieses Thema ab. "Wenn"" {zitiert Ric[ardo] nun aus Smith} ""ein anderes Land uns mit einer Ware billiger beliefern kann als wir selbst sie herstellen können, so ist es günstiger, sie von ihm mit Hilfe eines Teiles der Produktion unseres eigenen Gewerbefleißes zu kaufen, den wir auf eine Art anwenden, bei der wir einen Vorteil besitzen. Die allgemeine gewerbliche Tätigkeit des Landes, die immer im Verhältnis zum angewendeten Kapital steht"" in sehr verschiedener Proportion {(Ric[ardo] sperrt den letztangeführten Satz wieder),} ""wird dadurch nicht eingeschränkt, sondern es bleibt ihr nur überlassen, den Weg zu finden, auf dem sie mit dem größten Vorteil betrieben werden kann."

Wiederum: "diejenigen, die über mehr Nahrungsmittel verfügen als sie selbst konsumieren können, sind stets bereit, den Überschuß oder, was dasselbe ist, dessen Preis gegen Annehmlichkeiten anderer Art einzutauschen. Was nach Befriedigung der begrenzten Bedürfmisse verbleibt, wird zur Befriedigung jener Wünsche verwendet, die nicht zufriedengestellt werden können und die absolut grenzenlos zu sein scheinen. Um Nahrungsmittel zu erhalten, bemühen sich die Armen, jene Launen der Reichen zu befriedigen, und, um sie noch sicherer zu bekommen, überbieten sie sich gegenseitig in der Billigkeit und Qualität ihrer Arbeit. Die Zahl der Arbeiter steigt mit der größeren Menge an Nahrungsmitteln oder mit der zunehmenden Verbesserung und Bebauung des Bodens, und da die Art ihrer Tätigkeit die feinste Arbeitsteilung zuläßt, erhöht sich die Menge, die sie aufarbeiten können, in einem weit größeren Maße als ihre Zahl. Darauf entspringt eine Nachfrage nach jeder Art von Material, das durch den menschlichen Erfindergeist nützlich oder zur Verschönerung verwendet werden kann, für Gebäude, Kleidung, Equipagen oder Wohnmöbeln und nach den im Erdinnern befindlichen Versteinerungen und Mineralen, nach Edelmetallen und Edelsteinen."

Aus diesen Eingeständnissen ergibt sich, daß es keine Grenze der Nachfrage gibt und keine Schranke für die Verwendung uon Kapital, solange es einen Profit abwirft, und daß es keinen anderen hinreichenden Grund für einen Fall des Profits als eine Erhöhung der Löhne gibt, gleichgültig, wie reichlich auch immer Kapital vorhanden sein mag. Man kann weiter hinzufügen, daß die allein wirksame und dauernde Ursache für die Erhöhung der Löhne in der wachsenden Schwierigkeit besteht, Nahrungsmittel und lebenswichtige Konsumartikel für die steigende Zahl der Arbeiter zu beschaten. (l.c., p. 344--48.)

528

[14. Der Widerspruch
zwischen der unaufhaltsamen Entwicklung der Produktivkräfte
und der Beschränktheit des Konsums als Basis der Überproduktion.
Der apologetische Charakter der Theorie von der Unmöglichkeit
der allgemeinen Überproduktion
]

Das Wort overproduction führt an sich in Irrtum. Solange die dringendsten Bedürfnisse eines großen Teils der Gesellschaft nicht befriedigt sind oder nur seine unmittelbarsten Bedürfnisse, kann natürlich von einer Überproduktion von Produkten - in dem Sinn, daß die Masse der Produkte überflüssig wäre im Verhältnis zu den Bedürfnissen für sie - absolut nicht die Rede sein. Es muß umgekehrt gesagt werden, daß auf Grundlage der kapitalistischen Produktion in diesem Sinn beständig unterproduziert wird. Die Schranke der Produktion ist der Profit der Kapitalisten, keineswegs das Bedürfnis der Produzenten. Aber Überproduktion von Produkten und Überproduktion von Waren sind zwei ganz verschiedne Dinge. Wenn Ric[ardo] meint, daß die Form der Ware gleichgültig für das Produkt sei, weiter, daß die Warenzirkulation nur formell verschieden vom Tauschhandel, der Tauschwert hier nur verschwindende Form des Stoffwechsels, das Geld daher bloß formelles Zirkulationsmittel sei - so kömmt das in der Tat auf seine Voraussetzung hinaus, daß die bürgerliche Produktionsweise die absolute, daher auch Produktionsweise ohne nähere spezifische Bestimmung sei, das Bestimmte an ihr mithin nur formell sei. Es darf also auch nicht von ihm zugegeben werden, daß die bürgerliche Produktionsweise Schranke für die freie Entwicklung der Produktivkräfte einschließe, eine Schrabke, die in den Krisen und unter anderm in der Überproduktion - dem Grundphänomen der Krisen - zutage tritt.

||722| Ricardo sah aus den von ihm zitierten, gebilligten und daher nachgesagten Sätzen Smiths, daß die maßlosen "desires"[1] nach allerhand Gebrauchswerten stets befriedigt werden auf Grundlage eines Zustandes, worin die Masse der Produzenten auf "food"[2] und "necessaries"[3], auf das Notwendige mehr oder minder beschränkt bleibt, daß diese größte Masse der Produzenten also von dem Konsum des Reichtums - soweit er über den Kreis der necessaries hinausgeht - mehr oder weniger ausgeschlossen bleibt.

Allerdings ist letztres und in noch höhrem Grade bei der antiken, auf Sklaverei gerichteten Produktion der Fall. Aber die Alten dachten auch nicht

[1] "Wünsche" - [2] "Nahrungusmittel" - [3] "lebenswichtige Güter"

529

daran, das surplus produce in Kapital zu verwandeln. Wenigstens nur in geringem Grade. (Das ausgedehnte Vorkommen der eigentlichen Schatzbildung bei ihnen zeigt, wieviel surplus produce ganz brach lag.) Einen großen Teil des surplus produce verwandelten sie in unproduktive Ausgaben für Kunstwerke, religiöse Werke, travaux publics[1]. Noch weniger war ihre Produktion auf Entfesselung und Entfaltung der materiellen Produktivkräfte Teilung der Arbeit, Maschinerie, Anwendung von Naturkräften und Wissenschaft auf die Privatproduktion - gerichtet. Sie kamen in der Tat im großen und ganzen nie über Handwerksarbeit heraus. Der Reichtum, den sie für Privatkonsumtion schafften, war daher relativ klein und erscheint nur groß, weil in wenigen Händen aufgehäuft, die übrigens nichts damit zu machen wußten. Gab es darum keine Überproduktion, so gab es Überkonsumtion der Reichen bei den Alten, die in den letzten Zeiten Roms und Griechenlands in verrückte Verschwendung ausschlägt. Die wenigen Handelsvölker in ihrer Mitte lebten z.T. auf Kosten aller dieser essentiellement[2] armen Nationen. Es ist die unbedingte Entwicklung der Produktivkräfte und daher die Massenproduktion auf Grundlage der in den Kreis der necessaries eingeschloßnen Produzentenmasse einerseits, der Schranke durch den Profit der Kapitalisten anderseits, die die Grundlage der modernen Überproduktion.

Alle Schwierigkeiten, die Ric[ardo] etc. gegen Überproduktion etc. aufwerfen, beruhn darauf, daß sie die bürgerliche Produktion als eine Produktionsweise betrachten, worin entweder kein Unterschied von Kauf und Verkauf existiert - unmittelbarer Tauschhandel - oder als gesellschaftliche Produktion, so daß die Gesellschaft, wie nach einem Plan, ihre Produktionsmittel und Produktivkräfte verteilt in dem Grad und Maß wie nötig zur Befriedigung ihrer verschiednen Bedürfnisse, so daß auf jede Produktionssphäre das zur Befriedigung des Bedürfnisses, dem sie entspricht, erheischte Quotum des gesellschaftlichen Kapitals falle. Diese Fiktion entspringt überhaupt aus der Unfähigkeit, die spezifische Form der bürgerlichen Produktion aufzufassen und letztre wiederum aus dem Versenktsein in die bürgerliche Produktion als die Produktion schlechthin. Ganz wie ein Kerl, der an eine bestimmte Religion glaubt, in ihr die Religion schlechthin sieht und außerhalb derselben nur falsche Religionen.

Umgekehrt wäre vielmehr zu fragen: Wie, auf Grundlage der kapitalistischen Produktion, wo jeder für sich arbeitet und die besondre Arbeit zugleich als ihr Gegenteil. abstrakt allgemeine Arbeit, und in dieser Form gesellschaftliche Arbeit sich darstellen muß, die notwendige Ausgleichung

[1] öffntliche Arbeiten - [2] im wesentlichen

530

und Zusammengehörigkeit der verschiednen Produktionssphären, das Maß und die Proportion zwischen denselben, anders als durch beständige Aufhebung einer beständigen Disharmonie möglich sein soll? Dies ist noch zugegeben, wenn von den Ausgleichungen der Konkurrenz gesprochen wird, denn diese Ausgleichungen setzen stets voraus, daß etwas auszugleichen ist, also die Harmonie stets nur ein Resultat der Bewegung der Aufhebung der existierenden Disharmonie ist.

Deswegen gibt Ric[ardo] auch das glut[1] für einzelne Waren zu. Das Unmögliche soll nur in a simultaneous, general glut of the market[2] bestehn. Die Möglichkeit[3] der Überproduktion wird daher nicht für irgendeine besondre Produktionssphäre geleugnet. Die Unmöglichkeit der allgemeinen Überproduktion[4] soll in der Gleichzeitigkeit dieser Erscheinungen für alle Produktionssphären und daher general glut of the market bestehn (ein Ausdruck, der immer cum grano salis[5] zu nehmen ist, da in Momenten allgemeiner Überproduktion die Überproduktion in einigen Sphären stets nur Resultat, Folge der Überproduktion in den leitenden Handelsartikeln ist; [sie ist] stets nur relativ, Überproduktion, weil Überproduktion in andren Sphären existiert).

Die Apologetik dreht dies grade ins Umgekehrte um. Überproduktion in den leitenden Handelsartikeln, in denen allein die aktive Überproduktion sich zeigt - es sind dies überhaupt Artikel, die nur massenhaft und fabrikmäßig (auch in der Agrikultur) produziert werden können, weil Überprodukion existiert in den Artikeln, worin relative oder passive Überproduktion sich zeigt. Es existiert danach bloß Überproduktion, weil die Überproduktion nicht universell ist. Die Relativität der Überproduktion - daß die wirkliche Überproduktion in einigen Sphären die in andern herbeiführt - wird so ausgesprochen: Es gibt keine universelle Überproduktion, weil, wenn die Überproduktion universell wäre, alle Produktionssphären dasselbe Verhältnis gegeneinander behielten; also universelle Überproduktion gleich proportionate production, was die Überproduktion ausschließt. Und dies soll gegen die universelle Überproduktion ||723| sprechen. Weil nämlich eine universelle Überproduktion in dem absoluten Sinn keine Überproduktion wäre, sondern nur mehr als gewöhnliche Entwicklung der Produktivkraft in allen Produktionssphären, soll die wirkliche Überproduktion, die eben nicht diese nicht seiende, sich selbst aufhebende Überproduktion ist, nicht existieren. Obgleich sie nur existiert, weil sie dies nicht ist.

[1] die Überfüllung - [2] einer gleichzeitigen, allgemeinen Überfüllung des Marktes - [3] in der Handschrift: Unmöglichkeit - [4] in der Handschrift statt dieser Passage: Sie - [5] nicht ganz wörtlich

531

Sieht man dieser elenden Sophistik genauer zu, so kömmt sie darauf hinaus: Z.B. es findet Überproduktion statt in Eisen, Baumwollstoffen, linens silks, woollens[1] etc., so kann z.B. nicht gesagt werden, daß zu wenig Kohlen produziert worden sind und daher jene Überproduktion stattfindet; denn jene Überproduktion von Eisen etc. schließt ganz so eine Überproduktion von Kohle ein, wie etwa Überproduktion von Gewebe die von Garn. Möglich wäre Überproduktion von Garn gegen Gewebe, Eisen gegen Maschinerie etc. Dies wäre immer relative Überproduktion von konstantem Kapital. Es kann also nicht von der Unterproduktion[2] der Artikel die Rede sein, deren Überproduktion eingeschlossen ist, weil sie als Element, Rohstoff, matière instrumentale[3] oder Produktionsmittel eingehn in die Artikel (die "particular commodity of which too much may be produced, of which there may be such a glut in the market, as not to repay the capital expended on it"[4]), deren positive Überproduktion eben das fact to be explained[5] ist. Sondern es ist von andren Artikeln die Rede, welche Produktionssphären direkt angehören, die weder subsumiert unter die leitenden Handelsartikel, die overproduced sind nach der Voraussetzung, noch solchen Sphären, in denen, weil sie die vermittelnde Produktion für diese Sphären bilden, die Produktion wenigstens so weit gegangen sein muß, wie in den Schlußphasen des Produkts - obgleich nichts dem im Wege steht, daß sie selbst weitergegangen und innerhalb der Überproduktion daher eine Überproduktion stattgefunden hat. Z.B., obgleich so viel Kohle produziert worden sein muß, um alle die Industrien in Gang zu haben, worin Kohle als notwendige Produktionsbedingung eingeht, also die Überproduktion der Kohle eingeschlossen ist in die Überproduktion von Eisen, Garn etc. (obgleich die Kohle nur proportionate produziert war zur Produktion von Eisen und Garn), so ist es auch möglich, daß mehr Kohle produziert wurde, als selbst die Überproduktion in Eisen, Garn etc. erheischte. Dies ist nicht nur möglich, sondern sehr wahrscheinlich. Denn die Produktion von Kohle und Garn und jeder andren Produktionssphäre, die nur Bedingung oder Vorphase des in einer andern Sphäre zu vollendenden Produkts liefert, richtet sich nicht nach der unmittelbaren Nachfrage, nach der unmittelbaren Produktion oder Reproduktion, sondern nach dem Grad, Maß, Verhältnis (Proportion), worin diese go on extending[6]. Und daß in dieser Berechnung das Ziel überschossen

[1] Leinen, Seide, Wollwaren - [2] in der Handschrift: Überproduktion - [3] Hilfsstoff - [4] "bestimmten Ware, von der zuviel produziert, von der dann ein solches Überangebot auf dem Markt vorhanden sein mag, daß das aufgewendete Kapital nicht zurückerstattet wird" (siehe vorl. Band, S.500, 504 und 506) - [5] die zu erklärende Tatsache - [6] fortfahren, sich auszudehnen

532

werden kann, ist self-evident[1]. Also in den andren Artikeln, wie z.B. Pianofortes, Edelsteinen etc., ist nicht genug produziert worden, unterproduziert worden. {Es gibt allerdings auch Überproduktionen, wo die Überproduktion in den nicht leitenden Artikeln nicht Folge ist, sondern wo umgekehrt die Unterproduktion Ursache der Überproduktion ist, wie z.B. wenn Getreidemißwachs oder Baumwollmißwachs etc.}

Die Abgeschmacktheit dieser Phrase tritt recht hervor, wenn sie, wie Say und andre nach ihm getan haben, international angestrichen wird. Also z.B. England hat nicht überproduziert, sondern Italien hat unterproduziert. Hätte Italien 1. Kapital genug, um das englische Kapital zu ersetzen, was nach Italien in der Form von Waren exportiert worden ist; 2. dies sein Kapital so angelegt, daß es die eigentümlichen Artikel produzierte, die das englische Kapital bedarf, teils um sich selbst, teils die aus ihm fließende Revenue zu ersetzen, so fände keine Überproduktion statt. Also existierte nicht das Faktum der wirklichen - mit Relation auf die wirkliche Produktion in Italien - existierenden Überproduktion in England, sondern nur das Faktum der imaginären Unterproduktion in Italien, imaginär, weil sie ein ||724| Kapital in Italien voraussetzt und eine Entwicklung der Produktivkraft, die dort nicht existiert, und weil sie zweitens die gleiche utopische Voraussetzung macht, daß dies nicht in Italien existierende Kapital grade so verwandt worden ist, wie es nötig wäre, damit English supply and Italien demand[2], englische und italienische Produktion sich ergänzten, d.h. in andren Worten nichts [anderes als]: Es fände keine Überproduktion statt, wenn Nachfrage und Zufuhr sich entsprächen, wenn das Kapital so verhältnismäßig in allen Produktionssphären verteilt wäre, daß die Produktion des einen Artikels die Konsumtion des andern, also seine eigne Konsumtion einschlösse. Es gäbe keine Überproduktion, wenn es keine Überproduktion gäbe. Da aber die kapitalistische Produktion sich nur in gewissen Sphären, unter gegebnen Bedingungen, Zügel schießen lassen kann, so wäre überhaupt keine kapitalistische Produktion möglich, wenn sie in allen Sphären gleichzeitig und gleichmäßig sich entwickeln müßte. Weil Überproduktion in diesen Sphären absolut stattfindet findet sie relativ auch in den Sphären statt, wo nicht überproduziert worden ist.

Also heißt diese Erklärung der Überproduktion auf der einen Seite durch die Unterproduktion auf der andren nichts [andres als]: Wenn proportionelle Produkion stattfände, fände keine Überproduktion statt. Ditto, wenn Nachfrage und Zufuhr sich entsprächen. Ditto, wenn alle Sphären

[1] selbstverständlich - [2] englisches Angebot und italienische Nachfrage

533

gleiche Möglichkeiten der kapitalistischen Produktion und ihrer Erweiterung - Teilung der Arbeit, Maschinerie, Ausfuhr in entfernte Märkte etc., massenhafte Produktion - einschlössen, wenn alle Länder, die miteinander handeln, gleiche Fähigkeit der Produktion (und zwar verschiedner und sich ergänzender Produktion) besäßen. Also findet Überproduktion statt, weil alle diese frommen Wünsche nicht stattfinden. Oder noch abstrakter: Es fände keine Überproduktion auf der einen Seite statt, wenn Überproduktion auf allen Seiten gleichmäßig stattfände. Das Kapital ist aber nicht groß genug, um universell überzuproduzieren, und daher findet partielle[1] Überproduktion statt.

Näher betrachtet die Phantasie:

Es wird zugegeben, daß in jedem besondren trade überproduziert werden kann. Der einzige Umstand, der Überproduktion in allen gleichzeitig verhindern könnte, ist der Angabe nach, daß Ware gegen Ware sich austauscht - i.e. recourse to the supposed[2] Bedingungen of barter[3]. Aber diese Ausflucht ist grade dadurch abgeschnitten, daß der trade nicht barter ist und daher der Verkäufer einer Ware nicht notwendig at the same timc the buyer of another[4]. Diese ganze Ausflucht beruht also darauf, von dem Geld zu abstrahieren und davon zu abstrahieren, daß es sich nicht von Produktenaustausch handelt, sondern von Warenzirkulation, für die das Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf wesentlich.

{Die Zirkulation des Kapitals schließt in sich Möglichkeiten der Störungen ein. Es handelt sich z.B. bei der Rückverwandlung des Geldes in seine Produktionsbedingungen nicht nur darum, das Geld wieder in dieselben (der Art nach) Gebrauchswerte zu verwandeln, sondern zur Wiederholung des Reproduktionsprozesses essentiell[5], daß diese Gbrauchswerte wieder zu ihrem alten Wert (drunter ist natürlich noch besser) zu haben sind. Der sehr bedeutende Teil dieser Reproduktionselemente, der aus Rohstoffen besteht, kann aber aus doppelten Gründen steigen: Erstens wenn die Produktionsinstrumente in raschrer Proportion vermehrt werden als Rohstoffe for the given time[6] beschafft werden können. Zweitens infolge des variablen Charakters der seasons[7]. Die Witterung spielt daher (das Wetter), wie Tooke richtig bemerkt, so große Rolle in der modernen Industrie. (Dasselbe gilt mit Bezug auf den Arbeitslohn für die Lebensmittel.) Die Rückverwandlung von Geld in Ware kann also auf Schwierigkeiten stoßen und Möglichkeiten der Krise schaffen, ganz so gut wie die Verwandlung der

[1] In der Handschrift: universelle - [2] d.h. Zuflucht zu den vorausgesetzten - [3] des Tauschhandels - [4] zur gleichen Zeit der Käufer einer anderen - [5] wesentlich - [6] für den gegebenen Zeitraum - [7] Jahreszeiten

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Ware in Geld. Soweit die einfache Zirkulation, nicht die Zirkulation des Kapitals, betrachtet wird, finden diese Schwierigkeiten nicht statt.} (Es gibt noch eine Masse Momente, Bedingungen, Möglichkeiten der Krise, die erst bei der Betrachtung der konkretern Verhältnisse, namentlich der Konkurrenz der Kapitalien und des Kredits betrachtet werden können.)

||XIII-725| Die Überproduktion von Waren wird geleugnet, dagegen zugegeben die Überproduktion von Kapital. Das Kapital besteht nun selbst aus Waren oder, soweit es aus Geld besteht, muß es in Waren d'une manière ou d'une autre[1] rückverwandelt werden, um als Kapital funktionieren zu können. Was heißt also Überproduktion uon Kapital? Überproduktion der Wertmassen, die bestimmt sind, Mehrwert zu erzeugen (oder dem stofflichen Inhalt nach betrachtet, Überproduktion von Waren, die zur Reproduktion bestimmt werden) - also Reproduktion auf zu großer Stufenleiter, was dasselbe ist wie Überproduktion schlechthin.

Näher bestimmt, heißt dies weiter nichts als daß zuviel prodiziert wird zum Zweck der Bereicherung oder ein zu großer Teil des Produkts bestimmt ist, nicht als Revenue verzehrt zu werden, sondern mehr Geld zu machen (akkumuliert zu werden), nicht die Privatbedürfnisse ihres Besitzers zu befriedigen, sondern ihm den abstrakten gesellschaftlichen Reichtum, Geld und mehr Macht über fremde Arbeit, Kapital zu schaffen - oder diese Macht zu vergrößern. Dies wird auf der einen Seite gesagt. (Ric[ardo] leugnet es.[2]) Und auf der andren, womit wird die Überprodukion der Waren erklärt? Daß die Produktion ist not diversified enough[3], daß bestimmte Gegenstände des Konsums nicht massenhaft genug produziert worden sind. Daß es sich hier nicht um den industriellen Konsum handeln kann, klar, denn der Fabrikant, der in Leinwand überproduziert, steigert dadurch notwendig seine Nachfrage nach Garn, Maschinerie, Arbeit etc. Es handelt sich also um den Privatkonsum. Es ist zuviel Leinwand produziert worden, aber vielleicht zu wenig Apfelsinen. Vorhin wurde das Geld geleugnet, um die Scheidung zwischen Kauf und Verkauf [als nicht existierend] darzustellen. Hier wird das Kapital geleugnet, um die Kapitalisten in Leute zu verwandeln, die die einfache Operation W - G - W vollziehn und für den individuellen Konsum, nicht als Kapitalisten, mit dem Zweck der Bereicherung produzieren, mit dem Zweck, den Mehrwert zum Teil in Kapital zurückzuverwandeln. Aber die Phrase, daß zuviel Kapital da ist, heißt ja nichts als daß zu wenig als Revenue verzehrt wird und verzehrt werden kann unter den

[1] auf die eine oder andere Weise - [2] vgl. vorl. Band, S.497/498 - [3] nicht verschiedenartig genug

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gegebnen Bedingungen. (Sismondi.) Warum stellt denn der Leinwandproduzent an den Kornproduzent die Forderung, daß dieser mehr Leinwand oder dieser an jenen, daß er mehr Korn konsumiere? Warum realisiert der Leinwandproduzent[1] selbst nicht einen größren Teil seiner Revenue (Mehrwerts) in Leinwand und der farmer in Korn? Bei jedem einzelnen wird zugegeben werden, daß ihr Bedürfnis des Kapitalisierens (abgesehn von der Schranke des Bedürfnisses) diesem im Weg steht. Bei allen zusammengenommen nicht.

(Wir abstrahieren hier ganz von dem Element der Krisen, das daraus entspringt, daß die Waren wohlfeiler reproduziert werden, als sie produziert wurden. Hence[2] Entwertung der auf dem Markt befindlichen Waren.)

Alle Widersprüche der bürgerlichen Produktion kommen in den allgemeinen Weltmarktkrisen kollektiv zum Eklat, in den besondren Krisen (dem Inhalt und der Ausdehnung nach besonderen nur zerstreut, isoliert, einseitig.

Die Überproduktion speziell hat das allgemeine Produktionsgesetz des Kapitals zur Bedingung, zu produzieren im Maß der Produktivkräfte (d.h. der Möglichkeit, mit gegebner Masse Kapital größtmöglichste Masse Arbeit auszubeuten) ohne Rücksicht auf die vorhandnen Schranken des Markts oder der zahlungsfähigen Bedürfnisse, und dies durch beständige Erweiterung der Reproduktion und Akkumulation, daher beständige Rückverwandlung von Revenue in Kapital auszuführen, während ||726| andrerseits die Masse der Produzenten auf das average[3] Maß von Bedürfnissen beschränkt bleibt und der Anlage der kapitalistischen Produktion nach beschränkt bleiben muß.



Datum der letzten Änderung : Jena, den : 02.06.2014